Ägypten: ElBaradei will "Partei der Revolution" gründen
Friedensnobelpreisträger ElBaradei kündigt eine neue ägyptische Partei an. In ihr sollen sich diejenigen wiederfinden, die an den Umstürzen im Land beteiligt waren.
© Khaled Desouki/AFP/Getty Images

Der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde Mohamed ElBaradei (Archiv)
Der Friedensnobelpreisträger und frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohamed ElBaradei, will mit weiteren Vertretern der ägyptischen Opposition eine neue Partei gründen. In ihr solle sich jeder Bürger wiedererkennen können, erklärte ein Sprecher. Die "Partei der Revolution" – so der Arbeitstitel – werde der Öffentlichkeit Ende April vorgestellt, hieß es.
Die neue Partei solle die "Kräfte der Revolte" repräsentieren, sagte einer der Mitgründer, Tschadi Ghasali Harb von der Koalition der jungen Revolutionäre. Weitere Gründungsmitglieder neben ElBaradei und ihm seien unter anderem der Schriftsteller Alaa al-Aswani, der Oppositionelle Georg Ischak sowie die beiden Mit-Initiatorinnen der Revolution in Ägypten vor einem Jahr, Gamila Ismail und Esraa Abdel Fattah.
ElBaradei wollte sich eigentlich an der Präsidentschaftswahl im Mai beteiligen. Anfang des Jahres verkündete er jedoch seinen Verzicht. Er begründete den Schritt mit dem Argument, auch nach dem Sturz des langjährigen Präsidenten Mubarak seien die alten Kräfte weiter an der Macht.
Der Chef des regierenden Militärrats, Hussein Tantawi, bekräftigte hingegen, dass die Armee mit keinem eigenen Kandidaten an der Präsidentschaftswahl teilnehmen werde. Sie stehe zudem allen Kandidaten "neutral" gegenüber, sagte Tantawi. Er reagierte damit auf Vorwürfe, die Armee unterstütze die Kandidatur von Mubaraks langjährigen Geheimdienstchef und Vertrauten Omar Suleiman.







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