ÄgyptenNobelpreisträger ElBaradei gründet neue Partei

Der Oppositionspolitiker Mohamed ElBaradei hat in Ägypten eine neue Partei gegründet. Sie soll eine Alternative zu den dominierenden islamistischen Gruppierungen sein. von afp und reuters

Der ägyptische Oppositionspolitiker und frühere Chef der Internationalen Atomenergie-Agentur ( IAEA ), Mohamed ElBaradei, hat eine neue Partei gegründet. Bereits vor einem Monat hatte er die Parteigründung angekündigt . Die Dustour-Partei – Partei der Verfassung – solle die Revolution retten, mit der der frühere Präsident Hosni Mubarak im Januar 2011 gestürzt worden war, sagte ElBaradei bei einer Pressekonferenz am Samstag in Kairo . Er sei zuversichtlich, dass seine Partei eines Tages die Regierungsgewalt im Land übernehmen werde.

Der Friedensnobelpreisträger bezeichnete die Übergangsphase unter der Herrschaft des Militärrats als "tragisch". Dass die Präsidentschaftswahl Ende Mai abgehalten werde, ohne dass vorher eine neue Verfassung ausgearbeitet worden sei, bedauere er. Eigentlich hatte sich der 69-Jährige an der Präsidentschaftswahl beteiligen wollen. Im Januar jedoch verkündete er seinen Verzicht mit dem Argument, auch nach dem Sturz Mubaraks seien die alten Kräfte weiter an der Macht.

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ElBaradei wird vor allem von den Liberalen und der Protestbewegung unterstützt, die nun aber von islamischen Kräften an den Rand des politischen Geschehens gedrängt wurden.

Die wichtigste Partei der Salafisten, Al-Nur, kündigte unterdessen an, sie werde bei der Präsidentschaftswahl den moderaten Islamisten und früheren Muslimbruder Abdel Moneim Abul Futuh unterstützen. Dies dürfte den offiziellen Kandidaten der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit der Muslimbrüder, Mohammed Morsi, Stimmen im islamistischen Wahllager kosten. Die erste Runde der Präsidentschaftswahl ist für den 23. und 24. Mai geplant. 13 Kandidaten wurden zugelassen, darunter auch der frühere Außenminister und ehemalige Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa.

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Leserkommentare
    • Domig
    • 29. April 2012 13:02 Uhr

    Der Weg zur Demokratie ist mit sehr viel Hindernisse verbunden. Gerade da, ist es von großer Wichtigkeit den Spagat Militär und Volk zu schaffen absolut ein große Herausforderung für einen Friedensnobelpreisträger. Ich hoffe Ägypten schafft den Weg zur Demokratie wäre ein Wichtiges Signal an Syrien.

    Eine Leserempfehlung
  1. Liebe Zeit-Online, Sie können das doch wirklich besser! Folgender Satz: "ElBaradei wird vor allem von den Liberalen und der Protestbewegung unterstützt, nun aber von islamischen Kräften an den Rand des politischen Geschehens gedrängt wurde."

    Abgesehen davon, dass der Nebensatz komisch klingt, ist die Protestbewegung doch selbst überwiegend von den islamischen Kräften getragen. Schon einmal gesehen, was bei den Protesten am Freitag immer passiert ist?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP
  • Schlagworte Ägypten | Hosni Mubarak | Außenminister | Chef | IAEA | Revolution
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