Italien : Berlusconi zahlte Mafia Schutzgeld

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat einem Gericht zufolge hohe Summen an die Mafia gezahlt. So wollte er sich und seine Familie vor Entführungen schützen.
Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi © Julien Warnand/dpa

Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat dem höchsten Berufungsgericht des Landes zufolge Schutzgeld an die Mafia gezahlt. Berlusconi sei dabei als Opfer zu sehen, hieß es in der Urteilsbegründung des Kassationsgerichts in Rom im Verfahren gegen einen engen Vertrauten Berlusconis.

Berlusconi habe mit der Zahlung hoher Summen in den 1970er Jahren sich selbst und seine Familie vor einer Entführung bewahren wollen. Den Schutz der Mafia aber "gab es nicht umsonst", teilte das Gericht mit.

In den siebziger Jahren entführte die Mafia in Italien immer wieder wohlhabende Personen oder deren Kinder, um dann Lösegeld zu erpressen. Zu den bekanntesten Fällen gehört der von John Paul Getty III. Der Enkel eines Milliardärs war 1973 in Rom entführt worden. Um ihrer Lösegeldforderung Nachdruck zu verleihen, hatten die Kidnapper Getty ein Ohr abgeschnitten und es einer Zeitung zugesandt. Nach fünf Monaten Gefangenschaft kam Getty schließlich nach Zahlung eines Lösegelds frei.

Berlusconi war im November zurückgetreten. Gegen ihn laufen derzeit noch fünf Gerichtsverfahren , zumeist wegen des Vorwurfs des Betrugs und der Korruption . In einem Fall geht es darum, dass er gegen Bezahlung mit einer Minderjährigen Sex gehabt haben soll.

 

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Kommentare

16 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Lieber Jog ....De Medici ist beleidigt...

Die Fürsten der Renaissance haben Italien "Mächtig" gemacht und wunderschön gestalten.
Ein Epizentrum der Kultur für die Ewigkeit.

Berlusca (so wird er oft in Italien genannt) wird in die Gesichte eingehen weil er die RUINE des Landes verursacht hat..

Wenn Lorenzo De Medici Ihre Zeilen lesen könnte, würde er ein zweites Mal sterben.

Grüße
Montessori

Von Palermo nach Milano

Seit mindestens 40 Jahren ist die Mafia im Wirtschaftszentrum und heimliche Hauptstadt Italiens Mailand vertreten...

Berlusconis Heimat Mailand ist das Epizentrum der Wirtschaftskriminalität.

Bettino Craxi Jahren sowie der aktuelle Fall der Lega Nord zeigen von wo die Mafia ihre Fäden zieht.

Desinformation?

Tja, sollte Berlusconi Schutzgeld bezahlt und nicht erhalten haben, wäre das ein Indiz dafür, dass er selbst nicht zur Mafia gehörte. Und wie rührend, dass er das tat um seine Familie zu schützen.

Berlusconi hat so oft gelogen, betrogen und getrickst, dass es sehr schwer fällt zu glauben, er hätte diese "Information" nicht lanciert, um ein bestimmtes Bild von ihm zu schaffen. Und es fällt schwer zu glauben, dass es sich hierbei nicht, wie bei vielen anderen Nachrichten über die Person Berlusconi, um Desinformation.