Atomkonflikt: Der lyrische Präventivschlag des Günter Grass
Der Nobelpreisträger fürchtet, Israel könne den Iran "auslöschen" – mithilfe deutscher U-Boote. Doch sein Prosagedicht relativiert die Rolle der iranischen Diktatur.
Er hat die öffentliche Auseinandersetzung nie gescheut. Nein, Günter Grass sucht sie auch, und sie findet ihn. Allemal. Denn der heute in seinem Landsitz bei Lübeck schreibende, malende, bildhauernde Literaturnobelpreisträger, der im Herbst 85 Jahre alt wird, ist einer der letzten großen Vertreter jener zeitpolitisch eingreifenden, eingreifen wollenden Littérature engagée – in der Tradition eines Ludwig Börne und Heinrich Heine, eines Bert Brecht oder Jean-Paul Sartre.
Jetzt interveniert er wieder. In einem am Mittwoch von der Süddeutschen Zeitung abgedruckten knapp zweieinhalb Typoskriptseiten langen Prosagedicht meldet sich Günter Grass im Streit um das iranische Atomprogramm zu Wort.
Unter dem Titel "Was gesagt werden muss" will Grass auch in die Diskussion eingreifen über das geheime, keiner "Kontrolle und keiner Prüfung" zugängliche israelische Nuklearpotenzial; er wendet sich gegen einen möglichen Präventivschlag und die angekündigte Lieferung eines deutschen U-Boots an Israel. Eines U-Boots, "dessen Spezialität / darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe / dorthin lenken zu können, wo die Existenz / einer einzigen Atombombe unbewiesen ist".
Grass treibt die brennende Sorge um. Es geht ihm erst um "Planspiele", an "deren Ende als Überlebende / wir allenfalls Fußnoten sind", dann um "das behauptete Recht auf den Erstschlag", der das "iranische Volk auslöschen könnte". Seine Warnung kommt dabei fast zeitgleich mit einer halbseitigen Anzeige, die am vergangenen Samstag auch in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde. Darin wird gleichfalls das "iranische Volk" genannt, das zwar in seiner Mehrheit "weder einen Krieg noch iranische Atombomben" wolle, sich aber gegen "Israels Atomarsenal und die militärische Einkreisung durch die USA" wehre.
Die über 1.500 Unterzeichner dieses Anzeigen-Appells fordern "den Präsidenten der Vereinigten Staaten" und die "deutsche Bundeskanzlerin" auf, alle "Sanktionen und Kriegsdrohungen" gegen den Iran "sofort zu beenden" und Teheran als Gegenleistung für kontrollierte Beschränkungen seines Nuklearprogramms "einen gegenseitigen Nichtangriffspakt, möglichst gemeinsam mit Israel" anzubieten.
Unterzeichnet haben den als "Erklärung aus der Friedensbewegung und Friedenforschung" bezeichneten Aufruf unter anderem die Autoren, Ex-TV-Moderatoren und Wissenschaftler Franz Alt, Elmar Altvater, Hans-Peter Dürr und Iring Fetscher. Von der iranischen Diktatur und der angedrohten Auslöschung des Staates Israels durch den Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad und Revolutionsführer Chamenei ist in der großen Anzeige indes nicht die Rede. Der Frankfurter Erziehungswissenschaftler und Publizist Micha Brumlik hat dies am Montag in der taz deshalb ein "dröhnendes Schweigen" und sehr "geschichtsvergessen" genannt.
Während Grass gleich das apokalyptische Bild des atomaren Erstschlags beschwört, wendet sich Brumlik gegen einen "von den USA geduldeten Luftangriff auf die im Bau befindlichen iranischen Atomanlagen". Das meint etwas anderes und trifft weit mehr als Grass’ Menetekel die politische Realität. Doch geht es Grass um eine historische Dimension. So beginnt er sein in Brecht’schem Lehrton geschriebenes, auch an die einst populäre politische Gedankengesinnungslyrik von Erich Fried erinnerndes Prosapoem mit der Frage: "Warum schweige ich, verschweige zu lange..."; später folgt: "Doch warum untersage ich mir, / jenes andere Land beim Namen zu nennen" – gemeint ist Israel, und natürlich nennt er das zunächst verwunden umschriebene Land alsbald beim Namen. Und schweigt auch nicht. Sondern kämpft. Darum wohl die geschraubte, sich in eitler Bescheidenheit noch redend auf die Zunge beißende Sprache. Er kämpft mit den eigenen Skrupeln. Spricht vom lügenden Zwang, der auf dem Redenden laste, denn "das Verdikt ,Antisemitismus’ ist geläufig".
Sagt Grass, der sein Land "von ureigenen Verbrechen, / die ohne Vergleich sind" Mal ums Mal eingeholt und die eigene "Herkunft" von "nie zu tilgendem Makel behaftet" sieht. Grass hat in seinem ganzen Werk, von der "Blechtrommel" angefangen, die deutsche Verstrickung in Diktatur und Krieg und die Verantwortung für den Holocaust immer wieder thematisiert. Er spricht nun von dem, was er als Wahrheit "dem Land Israel, dem ich verbunden bin / und bleiben will, zumuten" müsse.
Doch gerade dieser Versuch der im Gedicht gleich mitgelieferten Selbstreflexion wirkt hier nicht befreiend. Man spürt eher die Pein und auch die Peinlichkeit. Natürlich weiß Grass, dass ihm das zumindest in Deutschland und teilweise auch im Ausland eine Diskussion eintragen wird, in der Töne und Misstöne der einstigen Paulskirchen-Rede von Martin Walser ("Auschwitzkeule") wieder anklingen dürften. Dabei wird gewiss niemand, der noch bei Trost ist, einem Grass den von ihm selbst in Gänsefüßchen gesetzten "Antisemitismus" vorwerfen können. Aber Grass hat erst spät, im Sommer 2006, in seinem autobiografischen Buch "Beim Häuten der Zwiebel" auf Seite 126 bekannt, als 17-Jähriger in der Endphase des Zweiten Weltkriegs in eine Division der Waffen-SS einberufen gewesen zu sein.
Viele, die Grass schätzen, haben ihn, der seinen Namen selber – in Unterschriften und Widmungen immer mit "ß" und nicht mit "ss" schreibt – da schwer verstehen können. Er war, fast noch ein Kind, in jenen Krieg geraten, hatte wohl nie einen Schuss abgefeuert. Aber warum das Eingeständnis so spät, nach so viel eigener öffentlicher Polemik – auch gegen Kohl und Reagan einst auf dem Soldatenfriedhof von Bitburg (wo Angehörige der Waffen-SS begraben liegen)? Warum das auch hier in so gewundenem Stil und begleitet von Interviewäußerungen, die eigene Scham immer gleich mit Sündenstolz und Selbstgerechtigkeit mischten?
Seitdem gilt Grass nicht mehr als "Gewissen der Nation". Das er schon gerne sein möchte, er, der leidenschaftlich Zürnende, oft Irrende, oft Rechthabende, moralisch allemal Integere. Jetzt zieht er noch mal die Pfeile auf sich. Spricht nicht nur im Blick auf die deutsche Vergangenheit von Verbrechen. Sondern sagt, die Deutschen, wenn sie den Israelis das mit Nuklearsprengköpfen bestückbare U-Boot lieferten – es wäre seit den 90er Jahren das sechste seiner Art – könnten nun "Zulieferer eines Verbrechens werden", das voraussehbar sei, "weshalb unsere Mitschuld / durch keine der üblichen Ausreden zu tilgen wäre".
Nun werden manche sagen, der ehemalige "Waffen-SSler" nennt das, was dem bedrohten Israel als Selbstverteidigung, wenn nicht Notwehr gilt, ein "Verbrechen". Die persönliche Abqualifizierung wäre gegenüber Grass nichts als abgeschmackt. Den Angriff auf ihn hätte Grass allerdings durch seine Wortwahl, durch das Gesagte und das Nichtgesagte provoziert. "Warum ist zu fragen, sage ich jetzt erst, / gealtert und mit letzter Tinte: / Die Atommacht Israel gefährdet / den ohnehin brüchigen Weltfrieden?" So sagt er es, mit Fragezeichen, als Behauptung. Wie er anfangs gleich die "Auslöschung" des iranischen Volkes an die Wand malt. Dieses Volk sei "von einem Maulhelden unterjocht". Ahmadinedschad, der für den Tod von tausenden Oppositionellen Verantwortliche, nur ein Maulheld? Grass stellt eine von ihm nicht explizit benannte Diktatur mit einer angeblich den Weltfrieden gefährdenden und nicht als solche bezeichneten Demokratie gedanklich auf dieselbe Stufe.
Viel klarer, unangreifbarer hat all das, was Grass in Sorge umtreibt, vor kurzem der israelische Schriftsteller David Grossman in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschrieben. Auch Grossman wendet sich gegen einen Präventivschlag Israels. Er kennt und benennt die Traumata seines Landes. Aber selbst im Falle einer bewiesenen iranischen Atombombe sei das "Gleichgewicht des Schreckens" besser als eine Handlung, deren militärischer Erfolg ungewiss sei, die aber den Mittleren Osten in Brand setzen und auch die iranische Opposition hinter die eigene verhasste Führung in Teheran zwingen könnte. Eine Führung, die zwar verabscheuenswürdig ist, aber kaum selbstmörderisch. Weil ein Angriff des Irans auf Israel einen legitimierten westlichen Krieg gegen den Iran bedeuten könnte.
Angesicht der dennoch drohenden militärischen Option seiner Regierung fragt Grossman am Ende: "Hat irgendein Mensch das Recht, so viele Menschen (im Iran) zum Tod zu verurteilen, nur weil er Angst hat vor einer Situation, die vielleicht nie eintreten wird?"
Das ist, realpolitisch und moralisch, bedenkenswert. Grass wählt einen anderen Schluss. Er plädiert dafür, dass Israels und Irans Atomanlagen einer "permanenten Kontrolle" durch "eine internationale Instanz" zu unterwerfen seien. Das klingt so vernünftig wie naiv. Denn der deutsche Großschriftsteller wischt mit apodiktischer Geste vom Tisch, was bisher zur Staatsraison Israels gehört. Die Haltung: Wir werden unser Schicksal nie mehr in fremde Hände legen. – Wo Grass endet, beginnt also erst, was gefragt werden muss.






Zwei Jahre nach der SS-Enthüllung holt Grass gegen Israel aus. Gerade von ihm sollte man etwas mehr Zurückhaltung und Demut erwarten dürfen.
Ich zitiere aus dem anderen Artikel:
"Der Einwurf, Grass war SS Mann darf natürlich nicht fehlen,
wenn er sich erdreistet israelische Außenpolitik und westliche Heuchelei zu kritisieren.
Grass, geboren 1927, war 6 Jahre alt, als die braunen Horden übernahmen und damit auch die Indoktrinierung der Kinder und Jugendlichen.
Mangelnde Lebenserfahrung bei Kindern und Jugendlichen führt zu einer unkritischeren Begeisterung, vor allem bei Dingen, bei denen sie sich aufgewertet fühlen.
Die Kampfverbände der SS galten als Elite. Die Kriegspropaganda tat ihren Teil dazu.
Wie wir alle wissen, hat man als 17 Jähriger ja ein wirklich, richtig feststehendes Weltbild und gefasste Meinungen. Besonders, nachdem man bereits Erfahrungen mit allen Alternativen machen konnte.
Diesen SS Vorwurf bei Gelegenheit aus der Schublade zu ziehen unterstellt Herrn Grass, dass er immer noch ein naiver, idealistischer 17 Jähriger ist und in den letzten 67 Jahren nichts dazu gelernt hat.
Warum sollte man ihm also zuhören, wo Frieden doch soetwas von unprofitabel und wachstumshemmend ist?
MfG
AoM"
Genau! Weil jemand vor 70 Jahren als Kind dem Terrorstaat erlegen war, soll er gefälligst für immer Schweigen! Insbesondere wenn er ein pazifistisches Anliegen hat.
Es sind wohl eher sechs! Grass wurde ohne sein Zutun mit grade noch 16(!) im Sommer 1944 zur Waffen-SS eingezogen. Von 1943 bis Kriegsende sank im übrigen die Zahl der Soldaten in der Wehrmacht von 9,4 auf 7,8 Millionen, und die Zahl der Mitglieder der Waffen-SS erhöhte sich im selben Zeitraum von 450 000 auf am Ende 830 000. Im Frühjahr 1945 waren also mehr als zehn Prozent der deutschen Soldaten Mitglieder der Waffen-SS.
Dass er diesen Umstand solange verschwiegen hatte, kann man ihm anlasten, bzw. eigtl. sollte er es sich selbst anlasten, denn er hat mit diesem späten Geständnis solche ungenauen Verurteilungen wie Ihre nur heraufbeschworen.
Es ist beschämend mit ansehen zu müssen wie Israel die Palästinenser demütigt und Hass schürt.
Kriegsgerassel verschlimmert die Situation im nahen Osten nur. Die säkularen Bürger Israels müssen darin unterstützt werden, dass sie die fundamentalistischen Religionsfaschisten im Land in den Griff bekommen. Die sind es nämlich, die den Bestand des Staates Israel gefährden.
Ihr Hinweis darauf, dass Grass Angehöriger der SS war, ist vollkommen Fehl hier und zeigt, dass sie das Problem nicht verstanden haben. Grass hat Wahnsinn erlebt und wendet sich gegen Wahnsinn, der offenbar nicht tot zu kriegen ist und in immer neuem Gewand die Menschen überkommt.
Aber die SS-Assiette als Ihren Beitrag zu diesem Artikel beizufügen ist wegen der Phantasielosigkeit krass.
Wieso sollte sich jemand mit massiver Lebenserfahrung und eigenen WK2 Erfahurngen nicht dazu äußern wenn das Schicksal ,vielleicht Hunderttausender Menschen, auf dem Spiel steht.
"Von der iranischen Diktatur und der angedrohten Auslöschung des Staates Israels durch den Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad und Revolutionsführer Chamenei ist in der großen Anzeige indes nicht die Rede."
Dieses Argument und die Unterstellung einer nicht vorhandenen Atomwaffe in den Händen des Irans, die laut allen Sicherheitsexperten, an der weltweiten Struktur der Abschreckung nichts ändern würde, sollen reichen um einen souveränen Staat zu überfallen?
Ob uns die Regierung gefällt oder nicht ist unerheblich. Die Frage ist wird der Iran in den nächsten 10 Jahre eine Atombombe bauen und diese dann auf Israel schmeißen. Die Antwort darauf lautet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nein. Es gibt zig Gründe warum sie dies nicht tun werden. Allen voran der Selbsterhaltungtrieb des Landes und der Fakt das der Iran seit hunderten Jahren kein anderes Land mehr angegriffen hat.
Wenn man verhindern will das Terroristen spaltbares Material bekommen sollte man weltweit die nukleare Aufrüstung zurückfahren. Man kann doch nicht erwarten mit schlechtem Beispiel voran zu gehen erwarten das sich die anderen besser verhalten als man selbst.
Die einzige Gefahr die verharmlost wird ist die, die von Israel ausgeht. Über den "Irren" und das Mullahregime liest man jeden Tag
Ist gerade, dass man bei begangenen Verbrechen nicht schweigt und zusieht.
Dass meine Vorfahren massakriert wurden legitimiert mein unrechtes Handeln nicht.
Gerade in dem Land, das sich auf Kant beruft, sollte man das wissen.
Nein, sollte man nicht! Er sagt die Wahrheit und er wird gehört.
'Zwei Jahre nach der SS-Enthüllung holt Grass gegen Israel aus. Gerade von ihm sollte man etwas mehr Zurückhaltung und Demut erwarten dürfen.'
Nein sollte man nicht!!
er verkörpert eine Generation deren prägende Erfahrung war, wie eine ganze Nation auf den Stiefeln des (eigenen) Militärs direkt in den Untergang marschierte.
Selbstverständlich gibt es keine direkte Parallele zur augenblicklichen Situation Israels, aber eine Millitarisierung der Politik beinhaltet stets ganz eigene Gefahren. Der Konflikt mit dem Iran ist keinesfalls mit einem Militärschlag lösbar, denn der würde sehr schnell in eine weitere Eskalation münden.
...was Martin Walser wohl mit der "Auschwitzkeule" meinte:
"Gerade von ihm sollte man etwas mehr Zurückhaltung und Demut erwarten dürfen."
Weiter gefaßt könnte man dann auch sagen: "Gerade von ihnen [den Deutschen] sollte man etwas mehr Zurückhaltung und Demut erwarten dürfen."
Wenn der Holocaust dazu benutzt wird, Intellektuellen deutscher Herkunft einen Maulkorb zu verpassen, kann man durchaus von einer Instrumentalisierung sprechen.
Unter den Nationen herrscht eben auch wölfisches Treiben: Alpha-Staaten fordern von Omega-Staaten "Zurückhaltung und Demut" ein.
Martin Walser hat den Begriff "Auschwitzkeule" nicht gebraucht, sondern, und auch das ist bereits dumm genug, behauptet, Auschwitz eigne sich nicht als "Moralkeule". Als würde stets auf die armen Deutschen eingeprügelt!
Walser erhielt stehenden Applaus für seine Paulskirchenrede (nur Ignatz Bubis blieb sitzen), ist heute noch in allen Medien präsent und alles andere als geächtet.
Und noch etwas:
Wenn Sie kritisieren, dass "der Holocaust dazu benutzt wird, Intellektuellen deutscher Herkunft einen Maulkorb zu verpassen", möchte in aller Bescheidenheit darauf aufmerksam machen, dass ein Maulkorb etwas sehr Nützliches, nachgerade Menschenfreundliches ist.
Ich zitiere aus dem anderen Artikel:
"Der Einwurf, Grass war SS Mann darf natürlich nicht fehlen,
wenn er sich erdreistet israelische Außenpolitik und westliche Heuchelei zu kritisieren.
Grass, geboren 1927, war 6 Jahre alt, als die braunen Horden übernahmen und damit auch die Indoktrinierung der Kinder und Jugendlichen.
Mangelnde Lebenserfahrung bei Kindern und Jugendlichen führt zu einer unkritischeren Begeisterung, vor allem bei Dingen, bei denen sie sich aufgewertet fühlen.
Die Kampfverbände der SS galten als Elite. Die Kriegspropaganda tat ihren Teil dazu.
Wie wir alle wissen, hat man als 17 Jähriger ja ein wirklich, richtig feststehendes Weltbild und gefasste Meinungen. Besonders, nachdem man bereits Erfahrungen mit allen Alternativen machen konnte.
Diesen SS Vorwurf bei Gelegenheit aus der Schublade zu ziehen unterstellt Herrn Grass, dass er immer noch ein naiver, idealistischer 17 Jähriger ist und in den letzten 67 Jahren nichts dazu gelernt hat.
Warum sollte man ihm also zuhören, wo Frieden doch soetwas von unprofitabel und wachstumshemmend ist?
MfG
AoM"
Genau! Weil jemand vor 70 Jahren als Kind dem Terrorstaat erlegen war, soll er gefälligst für immer Schweigen! Insbesondere wenn er ein pazifistisches Anliegen hat.
Es sind wohl eher sechs! Grass wurde ohne sein Zutun mit grade noch 16(!) im Sommer 1944 zur Waffen-SS eingezogen. Von 1943 bis Kriegsende sank im übrigen die Zahl der Soldaten in der Wehrmacht von 9,4 auf 7,8 Millionen, und die Zahl der Mitglieder der Waffen-SS erhöhte sich im selben Zeitraum von 450 000 auf am Ende 830 000. Im Frühjahr 1945 waren also mehr als zehn Prozent der deutschen Soldaten Mitglieder der Waffen-SS.
Dass er diesen Umstand solange verschwiegen hatte, kann man ihm anlasten, bzw. eigtl. sollte er es sich selbst anlasten, denn er hat mit diesem späten Geständnis solche ungenauen Verurteilungen wie Ihre nur heraufbeschworen.
Es ist beschämend mit ansehen zu müssen wie Israel die Palästinenser demütigt und Hass schürt.
Kriegsgerassel verschlimmert die Situation im nahen Osten nur. Die säkularen Bürger Israels müssen darin unterstützt werden, dass sie die fundamentalistischen Religionsfaschisten im Land in den Griff bekommen. Die sind es nämlich, die den Bestand des Staates Israel gefährden.
Ihr Hinweis darauf, dass Grass Angehöriger der SS war, ist vollkommen Fehl hier und zeigt, dass sie das Problem nicht verstanden haben. Grass hat Wahnsinn erlebt und wendet sich gegen Wahnsinn, der offenbar nicht tot zu kriegen ist und in immer neuem Gewand die Menschen überkommt.
Aber die SS-Assiette als Ihren Beitrag zu diesem Artikel beizufügen ist wegen der Phantasielosigkeit krass.
Wieso sollte sich jemand mit massiver Lebenserfahrung und eigenen WK2 Erfahurngen nicht dazu äußern wenn das Schicksal ,vielleicht Hunderttausender Menschen, auf dem Spiel steht.
"Von der iranischen Diktatur und der angedrohten Auslöschung des Staates Israels durch den Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad und Revolutionsführer Chamenei ist in der großen Anzeige indes nicht die Rede."
Dieses Argument und die Unterstellung einer nicht vorhandenen Atomwaffe in den Händen des Irans, die laut allen Sicherheitsexperten, an der weltweiten Struktur der Abschreckung nichts ändern würde, sollen reichen um einen souveränen Staat zu überfallen?
Ob uns die Regierung gefällt oder nicht ist unerheblich. Die Frage ist wird der Iran in den nächsten 10 Jahre eine Atombombe bauen und diese dann auf Israel schmeißen. Die Antwort darauf lautet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nein. Es gibt zig Gründe warum sie dies nicht tun werden. Allen voran der Selbsterhaltungtrieb des Landes und der Fakt das der Iran seit hunderten Jahren kein anderes Land mehr angegriffen hat.
Wenn man verhindern will das Terroristen spaltbares Material bekommen sollte man weltweit die nukleare Aufrüstung zurückfahren. Man kann doch nicht erwarten mit schlechtem Beispiel voran zu gehen erwarten das sich die anderen besser verhalten als man selbst.
Die einzige Gefahr die verharmlost wird ist die, die von Israel ausgeht. Über den "Irren" und das Mullahregime liest man jeden Tag
Ist gerade, dass man bei begangenen Verbrechen nicht schweigt und zusieht.
Dass meine Vorfahren massakriert wurden legitimiert mein unrechtes Handeln nicht.
Gerade in dem Land, das sich auf Kant beruft, sollte man das wissen.
Nein, sollte man nicht! Er sagt die Wahrheit und er wird gehört.
'Zwei Jahre nach der SS-Enthüllung holt Grass gegen Israel aus. Gerade von ihm sollte man etwas mehr Zurückhaltung und Demut erwarten dürfen.'
Nein sollte man nicht!!
er verkörpert eine Generation deren prägende Erfahrung war, wie eine ganze Nation auf den Stiefeln des (eigenen) Militärs direkt in den Untergang marschierte.
Selbstverständlich gibt es keine direkte Parallele zur augenblicklichen Situation Israels, aber eine Millitarisierung der Politik beinhaltet stets ganz eigene Gefahren. Der Konflikt mit dem Iran ist keinesfalls mit einem Militärschlag lösbar, denn der würde sehr schnell in eine weitere Eskalation münden.
...was Martin Walser wohl mit der "Auschwitzkeule" meinte:
"Gerade von ihm sollte man etwas mehr Zurückhaltung und Demut erwarten dürfen."
Weiter gefaßt könnte man dann auch sagen: "Gerade von ihnen [den Deutschen] sollte man etwas mehr Zurückhaltung und Demut erwarten dürfen."
Wenn der Holocaust dazu benutzt wird, Intellektuellen deutscher Herkunft einen Maulkorb zu verpassen, kann man durchaus von einer Instrumentalisierung sprechen.
Unter den Nationen herrscht eben auch wölfisches Treiben: Alpha-Staaten fordern von Omega-Staaten "Zurückhaltung und Demut" ein.
Martin Walser hat den Begriff "Auschwitzkeule" nicht gebraucht, sondern, und auch das ist bereits dumm genug, behauptet, Auschwitz eigne sich nicht als "Moralkeule". Als würde stets auf die armen Deutschen eingeprügelt!
Walser erhielt stehenden Applaus für seine Paulskirchenrede (nur Ignatz Bubis blieb sitzen), ist heute noch in allen Medien präsent und alles andere als geächtet.
Und noch etwas:
Wenn Sie kritisieren, dass "der Holocaust dazu benutzt wird, Intellektuellen deutscher Herkunft einen Maulkorb zu verpassen", möchte in aller Bescheidenheit darauf aufmerksam machen, dass ein Maulkorb etwas sehr Nützliches, nachgerade Menschenfreundliches ist.
wo sich ultralinks und ultrarechts in schöner Eintracht treffen.
Abwägung und Objektivität wird in diesen Kreisen aus Prinzip abgelehnt.
Hat man übrigens von Handke schon was dazu gehört?
Diese Formel fällt mir oft auf, wenn scheinbare Tabus gebrochen werden sollen, die oft gar keine sind, um die eigene These zu verstärken. Dass Israel eine Atommacht ist, dürfte den meisten bekannt sein. Es geht hier also nicht um eine Enthüllung, sondern darum, mit dem Gestus des Mahners auftreten zu können. Diese Mahnung von außen ist aber nicht nötig, da es in der israelischen Friedensbewegung Köpfe wie den erwähnten David Grossman gibt. Obwohl ich die Prosa von Grass nie wirklich mochte, habe ich ihn als Schriftsteller geschätzt und anerkannt. Diese poetische Mischung aus Schwulst und Gebrauchslyrik finde ich allerdings weder inhaltlich noch ästhetisch genießbar.
Vielleicht mag die Form seiner Bedenken unglücklich gewählt sein. Dennoch ist es gut, wenn ein Schriftsteller von Weltruhm (ich mag seine Art zu schreiben übrigens gar nicht), sich bei zu dem den Planungen Israels kritisch äußert. Ich finde es fatal, dass das widerliche Machtgehabe Israels noch durch unsere Bundesregierung unterstützt wird (z.B. subventionierte U-Boot Lieferung). Was hat das Ganze mit Antisemitismus zu tun? Es geht um die Außenpolitik Israels. Wenn man diese zu recht kritisiert wird man gleich als Antisemit bezeichnet. Mir ist doch vollkommen Wurst, welcher Religion jemand nachgeht oder welcher ethnischen Gruppe jemand zugehörig ist, er/sie sollte sich nur friedlich und anständig verhalten. Dies sehe ich bei vielen israelischen Politikern nicht. Und klaro, Ahmadinejad würde ich auch nicht für den Friendensnobelpreis vorschlagen.
Vielleicht mag die Form seiner Bedenken unglücklich gewählt sein. Dennoch ist es gut, wenn ein Schriftsteller von Weltruhm (ich mag seine Art zu schreiben übrigens gar nicht), sich bei zu dem den Planungen Israels kritisch äußert. Ich finde es fatal, dass das widerliche Machtgehabe Israels noch durch unsere Bundesregierung unterstützt wird (z.B. subventionierte U-Boot Lieferung). Was hat das Ganze mit Antisemitismus zu tun? Es geht um die Außenpolitik Israels. Wenn man diese zu recht kritisiert wird man gleich als Antisemit bezeichnet. Mir ist doch vollkommen Wurst, welcher Religion jemand nachgeht oder welcher ethnischen Gruppe jemand zugehörig ist, er/sie sollte sich nur friedlich und anständig verhalten. Dies sehe ich bei vielen israelischen Politikern nicht. Und klaro, Ahmadinejad würde ich auch nicht für den Friendensnobelpreis vorschlagen.
Ich zitiere aus dem anderen Artikel:
"Der Einwurf, Grass war SS Mann darf natürlich nicht fehlen,
wenn er sich erdreistet israelische Außenpolitik und westliche Heuchelei zu kritisieren.
Grass, geboren 1927, war 6 Jahre alt, als die braunen Horden übernahmen und damit auch die Indoktrinierung der Kinder und Jugendlichen.
Mangelnde Lebenserfahrung bei Kindern und Jugendlichen führt zu einer unkritischeren Begeisterung, vor allem bei Dingen, bei denen sie sich aufgewertet fühlen.
Die Kampfverbände der SS galten als Elite. Die Kriegspropaganda tat ihren Teil dazu.
Wie wir alle wissen, hat man als 17 Jähriger ja ein wirklich, richtig feststehendes Weltbild und gefasste Meinungen. Besonders, nachdem man bereits Erfahrungen mit allen Alternativen machen konnte.
Diesen SS Vorwurf bei Gelegenheit aus der Schublade zu ziehen unterstellt Herrn Grass, dass er immer noch ein naiver, idealistischer 17 Jähriger ist und in den letzten 67 Jahren nichts dazu gelernt hat.
Warum sollte man ihm also zuhören, wo Frieden doch soetwas von unprofitabel und wachstumshemmend ist?
MfG
AoM"
... meine Eltern und Verwandte, damals im selben Alter, haben sich von der SS und anderen Nazis ferngehalten.
Ich glaube, ein ehemaliger SS-Man sollte lieber schweigen. Wenn man überall die Kommentare liest oder manchen deutschen Politiker zuhört, gibt es genug andere "Antiisraeliten", die Israel gerne ausgelöscht sehen würden. Er muß nicht nochmal an die Front.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik und setzen Sie sich argumentativ mit den Inhalten des Artikels auseinander.Danke. Die Redaktion/kvk
... meine Eltern und Verwandte, damals im selben Alter, haben sich von der SS und anderen Nazis ferngehalten.
Ich glaube, ein ehemaliger SS-Man sollte lieber schweigen. Wenn man überall die Kommentare liest oder manchen deutschen Politiker zuhört, gibt es genug andere "Antiisraeliten", die Israel gerne ausgelöscht sehen würden. Er muß nicht nochmal an die Front.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik und setzen Sie sich argumentativ mit den Inhalten des Artikels auseinander.Danke. Die Redaktion/kvk
In der Welt-Online hat sich Henrik M. Broder zum gleichen Thema geäußert. Als ich das (auf Welt-Online) gelesen hatte, schwoll mir der Kamm (was anderen natürlich nicht so gehen muss). Um so besser finde ich diese (auf Zeit-Online) doch recht differenzierte Besprechung. Ein Glück das es verschiedene Sichtweisen gibt.
[...]
Dabei mag man Günter Grass vielleicht Naivität unterstellen, daraus jedoch einen vorwurf zu formulieren, ist jedoch reiner Unsinn - ein Zeichen für den mangelnden Willen, Vernunft anstelle von Kriegsbegeisterung und Vorurteile walten zu lassen.
Denn was ist den Grass'schen Äu0ßerungen wirklich falsch?
Gefährden Israels Kriegsdrohungen den Frieden? - ohne jeden Zweifel.
Besitzt dieser Konflikt das Potential, zu einem weltweiten Konflikt zu werden? Natürlich.
Wäre es falsch, wenn die Atomprogramme beider Staaten überwacht werden? Keineswegs.
Gekürzt. Verzichten Sie auf diffamierende Äußerungen. Die Redaktion/mak
[...] Warum sollte man den Iran bedrohen, erpressen, aushungern oder sogar angreifen für etwas, dass man selbst hat und keinesfalls aufgeben will? Weil Einige den Iran für ein 'schlechtes' Land halten und Israel für ein 'Gutes'? Wie borniert und voreingenommen muss man sein, um nicht verstehen zu können, dass das Andere auch anders sehen könnten? Und vorallem, dass aus diesem Vorteil keine Legitimation erwächst?
Auch der Verweis auf Israels Sttatsräson ist lächerlich. Nur weil sich irgend ein Land irgend eine Doktrin verordnet, muss der Rest das akzeptieren und darauf Rücksicht nehmen? Eine Staatsräson ist zutiefst undemokratisch - ein verordnete Meinung, die niemanden zu interessieren braucht. Und warum sollte man eine mögliche Staatsräson des Iran, sich irgend wann einmal zur Abschreckung mit einer Atombombe zu schützen, weniger achten?
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf polemische Behauptungen. Danke, die Redaktion/au.
nennt man so was. Nur habe ich in Dokumentationen mehrere SS-Veteranen gesehen, denen ihre Wahl (oder der Zwang) noch heute zu Tränen gerührt hat (Scham natürlich). Bei Grass hätte ich das nie bemerkt. Er wettert noch gegen die deutschen Soldaten, die in Polen seinen Onkel(?) verhaften, mehrere Jahre später will er Teil der "Elite" sein.
[...]
Dabei mag man Günter Grass vielleicht Naivität unterstellen, daraus jedoch einen vorwurf zu formulieren, ist jedoch reiner Unsinn - ein Zeichen für den mangelnden Willen, Vernunft anstelle von Kriegsbegeisterung und Vorurteile walten zu lassen.
Denn was ist den Grass'schen Äu0ßerungen wirklich falsch?
Gefährden Israels Kriegsdrohungen den Frieden? - ohne jeden Zweifel.
Besitzt dieser Konflikt das Potential, zu einem weltweiten Konflikt zu werden? Natürlich.
Wäre es falsch, wenn die Atomprogramme beider Staaten überwacht werden? Keineswegs.
Gekürzt. Verzichten Sie auf diffamierende Äußerungen. Die Redaktion/mak
[...] Warum sollte man den Iran bedrohen, erpressen, aushungern oder sogar angreifen für etwas, dass man selbst hat und keinesfalls aufgeben will? Weil Einige den Iran für ein 'schlechtes' Land halten und Israel für ein 'Gutes'? Wie borniert und voreingenommen muss man sein, um nicht verstehen zu können, dass das Andere auch anders sehen könnten? Und vorallem, dass aus diesem Vorteil keine Legitimation erwächst?
Auch der Verweis auf Israels Sttatsräson ist lächerlich. Nur weil sich irgend ein Land irgend eine Doktrin verordnet, muss der Rest das akzeptieren und darauf Rücksicht nehmen? Eine Staatsräson ist zutiefst undemokratisch - ein verordnete Meinung, die niemanden zu interessieren braucht. Und warum sollte man eine mögliche Staatsräson des Iran, sich irgend wann einmal zur Abschreckung mit einer Atombombe zu schützen, weniger achten?
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf polemische Behauptungen. Danke, die Redaktion/au.
nennt man so was. Nur habe ich in Dokumentationen mehrere SS-Veteranen gesehen, denen ihre Wahl (oder der Zwang) noch heute zu Tränen gerührt hat (Scham natürlich). Bei Grass hätte ich das nie bemerkt. Er wettert noch gegen die deutschen Soldaten, die in Polen seinen Onkel(?) verhaften, mehrere Jahre später will er Teil der "Elite" sein.
Genau! Weil jemand vor 70 Jahren als Kind dem Terrorstaat erlegen war, soll er gefälligst für immer Schweigen! Insbesondere wenn er ein pazifistisches Anliegen hat.
....die Welt wirklich baucht, ist ein weiterer Mahner ohne Kenntnisse noch Antworten.
Denken Sie im ernst, dass es Grass um Frieden geht? Ich glaube, es geht ihm eher um Rechtfertigung seiner Biographie mit allen Facetten.
Die wichtigste Frage im Zusammenhang mit dem "Großschriftsteller", dem "mahnenden Gewissen" ist doch: Braucht die Welt so einen?
.
Jawohl, es hat mal eine Zeit gegeben, da mussten Dichter sagen, was Politikern nicht über die Lippen kam. Heute haben Mahnungen dieser Art nur noch Museumswert. Warum? Weil Herr Grass mal in der Waffen-SS war? Nein. Sondern weil es das Jahr 2012 ist, und nicht 1970.
.
Warum macht Herr Grass seinen Einwurf eigentlich in Gedichtform? Hätte ein Blog nicht ausgereicht, ist ein Gedicht etwa überzeugender?
....die Welt wirklich baucht, ist ein weiterer Mahner ohne Kenntnisse noch Antworten.
Denken Sie im ernst, dass es Grass um Frieden geht? Ich glaube, es geht ihm eher um Rechtfertigung seiner Biographie mit allen Facetten.
Die wichtigste Frage im Zusammenhang mit dem "Großschriftsteller", dem "mahnenden Gewissen" ist doch: Braucht die Welt so einen?
.
Jawohl, es hat mal eine Zeit gegeben, da mussten Dichter sagen, was Politikern nicht über die Lippen kam. Heute haben Mahnungen dieser Art nur noch Museumswert. Warum? Weil Herr Grass mal in der Waffen-SS war? Nein. Sondern weil es das Jahr 2012 ist, und nicht 1970.
.
Warum macht Herr Grass seinen Einwurf eigentlich in Gedichtform? Hätte ein Blog nicht ausgereicht, ist ein Gedicht etwa überzeugender?
Es scheint leider so zu sein, dass Herr Grass alle paar Monate etwas Provokatives absondern muss, damit er wieder im Gespräch ist. Man könnte das vielleicht Alterspubertät nennen.
Und leider scheint es auch so zu sein, dass Grass' Haltung zu Israel durchaus keine Überraschung ist:
http://www.sueddeutsche.d...
Wieso sehen sich Dichter und Denker wie Grass und Walser immer wieder veranlasst, sich als Gestrige der Welt die Wahrheit über den Holocaust und Israel verkünden zu müssen?
Die Öffentlichkeit sollte zur einzigen angebrachten Maßnahme bei Provokationen Alterspubertierender greifen: Einfach ignorieren.
Grass, Walser und andere fortgeschritteneren Alters als "Gestrige" zu bezeichnen, nur weil sie denkenund aussprechwen, was eventuell nicht in Ihr Weltbild paßt, zeugt von nicht eben komplexer Auseinandersetzung mit Ihrer Umgebung.
für sie eine Provokation ist,
dann habe sie ein Problem!
Zu den Antworten auf diesen post: Wahrheit und Gerechtigkeit sind leider viel zu relative Begriffe, als dass man es tolerieren könnte, auf deren 'Gültigkeit' als Grundlage Vernichtungsfantasien zu formulieren. Genau gegen diese aber setzt sich Israel zur Wehr.
Und Grass bei seinem Weltbild in einer Reihe mit Börne und Heine zu nennen, ist - ironisch.
Grass, Walser und andere fortgeschritteneren Alters als "Gestrige" zu bezeichnen, nur weil sie denkenund aussprechwen, was eventuell nicht in Ihr Weltbild paßt, zeugt von nicht eben komplexer Auseinandersetzung mit Ihrer Umgebung.
für sie eine Provokation ist,
dann habe sie ein Problem!
Zu den Antworten auf diesen post: Wahrheit und Gerechtigkeit sind leider viel zu relative Begriffe, als dass man es tolerieren könnte, auf deren 'Gültigkeit' als Grundlage Vernichtungsfantasien zu formulieren. Genau gegen diese aber setzt sich Israel zur Wehr.
Und Grass bei seinem Weltbild in einer Reihe mit Börne und Heine zu nennen, ist - ironisch.
Es geht schlicht um die Wahrheit.
Grass spricht sie aus.
Broder versucht sie zu vertuschen.
"Israel ist weitaus gefährlicher für den Weltfrieden,
als der Iran."
Wenn diese simple Erkenntnis in Interviews mit
Brzezinski und anderen offen genannt wird, dann
ist das OK.
[...]
Israel ist ein ganz normaler Staat, der allerdings
viele Sonderrechte für sich in Anspruch nimmt.
Man kann das befürworten, muß es aber nicht.
Ich tue es nicht.
Universelle Rechte müssen für alle Staaten gelten.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/au.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/au.
Ihre Gefühle, Empfinden, Überzeugungen die sie folgen sind ihre persönliche Wahrheit.
Diese Wahrheit ist immer subjektiv, aber eine politische Wertstellung ist doch keine Wahrheit. Oder doch, wenn die Macht und die Stärke die letzte Wahrheit sind.
Sie schreiben:
"Israel ist weitaus gefährlicher für den Weltfrieden,
als der Iran."
Eine solche subjektive Wahrheit ist deswegen noch lange nicht eine nachgewiesene Wahrheit. Nun aber, unsere subjektive Wahrheit, der wir eine allgemeine Geltung verleihen wollen bedarf sorgfältige Prüfung.
Israel geht es um die Sicherung eigener Existenz angesichts einer realen Bedrohung durch A-Waffen der islamischen Nachbarn und nicht um eine Ausrottung des iranischen Volkes, oder Araber allgemein.
Zbigniew Brzezinski folgt eher eine geostrategische Machtpolitik der Einbettung der arabischen Regime in sein Gesamtkonzept. Es sind abgesehen von allen Meinungen rein politische Felder und sie haben immer weniger mit der Wahrheit, aber immer mehr mit der Macht etwas zu tun.
Und in der Politik geht es um die Macht.
Aber, was hat das alles mit Lyrik und Wahrheit zu tun?
Herr Grass "sagt, die Deutschen, wenn sie den Israelis das mit Nuklearsprengköpfen bestückbare U-Boot lieferten – es wäre seit den 90er Jahren das sechste seiner Art – könnten nun "Zulieferer eines Verbrechens werden""
.
Ja, und wenn die Deutschen das U-Boot nicht liefern? Sind sie dann etwa frei von Schuld, auch wenn der Iran zuschlägt?
das jeder Staat das Recht hat solch Frieden gefährdende Äußerungen zu tun wie der jetzige herrschende Machthaber in Teheran. Und wenn Herr Grass, den ich bis zu diesem Pamphlet geschätzt hatte, die Äußerungen aus Teheran als nicht ernst zu nehmende Rüpelei einordnet, muss ich mich nunmehr leider fragen, ob er die Lehre aus der jüngeren deutschen Geschichte nicht willens ist zu ziehen. Schließlich wurden vor Hitlers Machtergreifung dessen aggressive Äußerungen von vielen nicht ernst genommen. Ich glaube in der Beurteilung der möglichen Gefährdung des Weltfriedens durch den gegenwärtigen Machthaber in Teheran liegt Herr Grass nun völlig falsch.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/au.
Ihre Gefühle, Empfinden, Überzeugungen die sie folgen sind ihre persönliche Wahrheit.
Diese Wahrheit ist immer subjektiv, aber eine politische Wertstellung ist doch keine Wahrheit. Oder doch, wenn die Macht und die Stärke die letzte Wahrheit sind.
Sie schreiben:
"Israel ist weitaus gefährlicher für den Weltfrieden,
als der Iran."
Eine solche subjektive Wahrheit ist deswegen noch lange nicht eine nachgewiesene Wahrheit. Nun aber, unsere subjektive Wahrheit, der wir eine allgemeine Geltung verleihen wollen bedarf sorgfältige Prüfung.
Israel geht es um die Sicherung eigener Existenz angesichts einer realen Bedrohung durch A-Waffen der islamischen Nachbarn und nicht um eine Ausrottung des iranischen Volkes, oder Araber allgemein.
Zbigniew Brzezinski folgt eher eine geostrategische Machtpolitik der Einbettung der arabischen Regime in sein Gesamtkonzept. Es sind abgesehen von allen Meinungen rein politische Felder und sie haben immer weniger mit der Wahrheit, aber immer mehr mit der Macht etwas zu tun.
Und in der Politik geht es um die Macht.
Aber, was hat das alles mit Lyrik und Wahrheit zu tun?
Herr Grass "sagt, die Deutschen, wenn sie den Israelis das mit Nuklearsprengköpfen bestückbare U-Boot lieferten – es wäre seit den 90er Jahren das sechste seiner Art – könnten nun "Zulieferer eines Verbrechens werden""
.
Ja, und wenn die Deutschen das U-Boot nicht liefern? Sind sie dann etwa frei von Schuld, auch wenn der Iran zuschlägt?
das jeder Staat das Recht hat solch Frieden gefährdende Äußerungen zu tun wie der jetzige herrschende Machthaber in Teheran. Und wenn Herr Grass, den ich bis zu diesem Pamphlet geschätzt hatte, die Äußerungen aus Teheran als nicht ernst zu nehmende Rüpelei einordnet, muss ich mich nunmehr leider fragen, ob er die Lehre aus der jüngeren deutschen Geschichte nicht willens ist zu ziehen. Schließlich wurden vor Hitlers Machtergreifung dessen aggressive Äußerungen von vielen nicht ernst genommen. Ich glaube in der Beurteilung der möglichen Gefährdung des Weltfriedens durch den gegenwärtigen Machthaber in Teheran liegt Herr Grass nun völlig falsch.
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