Günter GrassDer Antisemitismus will raus
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Schuldverschiebung und Selbstentlastung

Dies wiederum dient als Sprungbrett zur nächsten Schuldverschiebung, die ungeheuerlicher nicht sein könnte. Nein, Israel brauche das Unterwasser-Vergeltungspotenzial nicht zur Abschreckung eines Feindes, der ihm regelmäßig die Auslöschung verspricht. Israel wolle "vernichten" und "gefährdet den Weltfrieden".

Und Deutschland wäre der "Zulieferer eines Verbrechens", "mitschuldig" zum zweiten Mal. Etwa so: Die erste Endlösung war ein deutsches Projekt, die zweite halten jetzt die Juden für die Iraner bereit. Das alte Opfer ist der neue Täter, der Kreis hat sich geschlossen.

Der Dichter sei "nicht ganz dicht", betitelt Welt Online Henryk M. Broders Poesie-Exegese . Die Sache geht tiefer. Wie kann ein intelligenter Literat derlei gedankliche Bocksprünge inszenieren? Wie kann er über den nächsten Holocaust, diesmal unter jüdischer Regie phantasieren? Er will den Weltenbrand durch die internationale Überwachung beider Atompotenziale abwenden. Leider ist ihm entgangen, dass die Iraner den interessantesten Teil ihrer Atomrüstung jenseits aller schon bestehender Kontrollen vorantreiben – insgeheim und schwer verbunkert.

Der Jud trägt die Schuld

Solche Feinheiten spielen keine Rolle, denn so denkt ES in Grass. Was denkt ES? Die Langversion ist in Fassbinders Drama Der Müll, die Stadt und der Tod von 1975 nachzulesen. Der christliche Spekulant Hans von Gluck deklamiert: "Er saugt uns aus, der Jud. Trinkt unser Blut und setzt uns ins Unrecht, weil er Jud ist und wir die Schuld tragen. Wär’ er geblieben, wo er herkam, oder hätten wir ihn vergast, ich könnte heute besser schlafen. Das ist kein Witz. So denkt es in mir."

Es geht nicht um U-Boote. Es geht um Schuldverschiebung und Selbstentlastung. Wie in dem legendären Spruch, der dem israelischen Psychiater Zvi Rex zugeschrieben wird: "Die Deutschen werden den Juden nie Auschwitz verzeihen." Denn allein deren Existenz ist die ewige Anklage gegen Grass und die schuldlosen Nachgeborenen. Der "Jud" ist von Tabus umgeben, Israel ist es nicht. Dieser staatgewordene "Jud" verhält sich jetzt wie Nazi-Deutschland; deshalb soll er uns nicht andauernd "zur Rede stellen", um uns zu erniedrigen und uns U-Boote abzuluchsen. Die Juden wollen, was wir getan haben. Gaza ist das Warschauer Ghetto, die israelische Bombe die neue Endlösung, diesmal Made by Israel und reserviert für Muslime.

Trägt der Jud die Schuld, ist die moralische Rechnung beglichen, wird das Nazi-Menschheitsverbrechen von Berlin nach Tel Aviv ausgelagert. Und Grass ist aus dem moralischen Schneider. Am besten, Israel verschwände von der Landkarte. Das sagt beileibe nicht Grass, sondern Ahmadinedschad. Dieses Schicksal aber wäre die Konsequenz, wenn Israel seine Abschreckungsfähigkeit verlöre. Deutsche U-Boote sind keine Komplizenschaft, wie der Dichter wähnt. Sie verhindern ein zweites Gedicht, in dem Grass über das Ende eines Landes weinen würde, dem er so "verbunden" ist.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Gerade Kritik sollte sachlich begründet sein. Die Redaktion/mak

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    Entfernt. Bitte tragen Sie mit sachlichen Argumenten zum Thema des Artikels bei. Die Redaktion/mak

    • oh.stv
    • 04. April 2012 21:03 Uhr

    Könnten die Israel unterstützer hier mal bitte ein Einziges glaubhaften Grund für diese Antisemitismusbombe die hier gezündet wurde bringen?

    Ich muss Grass auf jeden fall Recht geben, Israel bricht täglich das Völkerrecht, Israel hat die Atombombe illegal erworben, Israel ist Aggressor gegen Iran.

    Das Ahmadinedschad gesagt hat, er wolle Israel auslöschen stimmt so auch nicht ganz.
    Und die Annahme dass der Iran Israel wirklich angreifen würde im falle er bekomme die Atombombe ist total absurd. Wieso sollte der Iran denn Selbstmord begehen.
    Auf der anderen Seite würde ich an Irans stelle auch die Bombe wollen, wenn man sich mal die US Stützpunkte um den Iran anguckt.

    Bleibt noch zu sagen: Ich bin entsetzt so etwas in der ZEIT zu lesen und dass dann auch noch vom Chefredakteur. Eigentlich habe ich die ZEIT als meine Lieblings Zeitung ausgesucht um so etwas nicht lesen zu müssen.
    Ich hoffe auf eine Stellungnahme von Herrn Joffe.

    "Entfernt. Gerade Kritik sollte sachlich begründet sein. Die Redaktion/mak"

    Dann löschen sie bitte den Artikel und setzen ihren oben zitierten Schriftzug ein. Herr Joffe argumentiert in dem Artikel, nennen wir es lieber Kommentar, nicht sachlich, sondern wirft Grass ebenso Anschuldigungen an den Kopf, wie Grass das in seinem Gedicht mit Israel macht.

    my two cents

    Chris

  2. Ist das Argument Antisemitismus nicht ein Totschlagsargument und hat Grass nicht das Recht, dass über seine Meinung differenzierter diskutiert wird?

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    • xpol
    • 04. April 2012 19:27 Uhr

    ... das einzig mögliche Ergebnis einer "differenzierten Diskussion"?

    Doch nur, dass Israel mit und ohne einem weitern U-Boot gar nicht in der Lage wäre, die Iraner auszurotten.
    Dass es keinen Hinweis dafür gibt, dass Israel das vorhätte oder überhaupt den Einsatz von Atomwaffen plane.
    Dass sich kein auch nur einigermassen nachvollziehbarer Sinn hinter so einer Aktion finden lässt.

    [...]

    Gekürzt. Verzichten Sie auf diffamierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    • zd
    • 04. April 2012 20:04 Uhr

    "Ist das Argument Antisemitismus nicht ein Totschlagsargument und hat Grass nicht das Recht, dass über seine Meinung differenzierter diskutiert wird?"

    das ist ja ein interessante forderung. guenther grass nimmt sich das recht ueber israel herzuziehen, aber mit ihm hart ins gericht gehen, darf man nicht.

    es war schon immer so. die israelkritiker ziehen ueber israel her. aber eine gegenkritik wird allen verboten. "man wird doch noch israele kritisieren duerfen". sehr billig.

    Eigentlich kann man Antisemitismus gar nicht besser salonfähig machen, als Herr Joffe es mit diesem Artikel tut.
    Wer jede offene Kritik an Israel, wo man öffentlich einen Krieg gegen den Iran plant, zu Antisemitismus erklärt, der verharmlost den wirklichen Antisemitismus, der von Leuten ausgeht, die Juden ihrer Religion wegen als minderwertig betrachten und ausrotten wollen.
    Wenn man für seine demokratisch einwandfrei zulässige Israelkritik automatisch zum Antisemiten verschrien wird, dann wird dieser Ausdruck seinen Schrecken und seine Bedeutung bald verlieren. Vermutlich würden Sie auch mich einen Antisemit dafür nennen, dass ich der fundierten Überzeugung bin, dass Israel für die Sicherheit im nahen Osten eine ganz wesentlich größere Bedrohung ist als der Iran - und angesichts der Tatsache, dass mir die Religion meines Gegenübers ausnahmslos völlig egal ist, wäre mir eine derartige Bewertung Ihrerseits im Gegenzug auch völlig egal. Ich könnte Sie und Ihre Beurteilung nicht ernst nehmen.

    Antisemitismus ist kein Totschlagsargument, es ist und bleibt das Argument der Totschläger und ihrer Komplizen. Grass hat trotz seiner SS-Vergangenheit die Chance bekommen, sich zu rehabilitieren, aber offensichtlich wollte er diese Chance nicht nutzen.

    Ich finde es schon bedenklich wie reißerisch der Artikel geschrieben ist.
    Würde mich freuen wenn Herr Joffe mal so flammend gegen Rassismus in Deutschland schreiben würde.
    Es macht doch keinen Sinn die Leser weiter zu spalten. Entweder man stimmt Herrn Joffe in seiner Analyse zu oder ist unterbewußt Antisemit. Das ist mir persönlich zu billig und undifferenziert.
    Was ist den Gaza bitte wenn kein Ghetto? Es hat überhaupt nichts in einem Vergleich mit den Nazi Konzentrationslagern verloren. Das ist so als wenn man Tote gegeneinander aufrechnen würde. Absolut geschmacklos.
    Dennoch muss man die AKTUELLE israelische Regierung auch kritisieren dürfen. Grade wenn sie so viele schlechte Entscheidungen in der Innen-und Außenpolitik getroffen hat.
    Letzen Sommer haben Hundertausende in Tel-Aviv gegen die Regierung protestiert und sie für die schlechte Lage verantwortlich gemacht. Die meisten Bürger in Israel sind für eine Zwei-Staaten-Lösung aber die Regierung baut weiter Siedlungen.
    Leider undifferenziert und reißerisch verfasst. So einfach ist es nicht. Blindes Folgen ist seit dem Irak Krieg nicht mehr akzeptabel.
    P.S. Heute gibt der Informatant Curveball sein erstes Fernsehinterview bei BBC in dem er bestätigen wird das die mobilen Massenvernichtungswaffentrucks eine Lüge waren die von der US-Regierung als "solid intelligence" bezeichnet wurde.
    Die Welt ist grau und nicht schwarz-weiß. Zum Verständnis der komplexenVerhältnisse trägt der Artikel nichts bei.

    Warum wird Kritik an der Politik eines Staates (!) Israel immer mit "Antisemitismus" ( = Judenfeindlichkeit) gleichgesetzt...?

    Herr Joffes Kritik an Grass ist schlichtweg unerträglich. Der einzige Ounkt, in dem ich zustimme ist: Die Waffengeschäfte zwischen Deutschland und Israel sind nichts Neues. (Warum das ein Grund sein sollte, sie nicht kritisieren zu dürfen, bleibt mir schleierhaft)
    Davon abgesehen scheint Herr Joffe den historischen Schuldkomplex Deutschlands perfekt verinnerlicht zu haben: Jegliche Kritik an Israle ist tabu. Antisemitismus bei Grass? Mitnichten. Ich sehe hier Kritik an der israleischen Politik und legitime Kritik obendrein. Was Herr Joffe da behauptet ist schlichtweg beleidigend und entbehrt jeder Grundlage.
    Ganz abgesehen davon gibt er mehr als genug Anlass, seine eigenen politischen Ansichten zu hinterfragen, z.B. seine Lobeshymne auf den Waffenaustusch zwischen Israel und Deutschland.
    Seien wir ehrlich: Wer behauptet, Israel hätte keine Feinde, der fantasiert. Wer behauptet, iranische Politik sei friedensfördernd und vertrauensbildend, der hält sich ebenfalls fernab jeglicher Realität auf. Aber deshalb der israelischen Politik einen Freifahrtschein auszustellen und jegliche Kritik an ihr - wie war das doch gleich mit der Redefreiheit? - derart niederzumachen, ist absolut unverhältnismäßig.

    Für mich sieht das so aus, als ob ein unbequemer Schriftsteller einfach mundtot gemacht werden soll. Das Gedicht mag stilistisch und inhaltlich nicht perfekt sein, auch Kritik am Iran vermissen lassen, dennoch ist Josef Joffes Artikel wesentlich unangemessener.

    Herr Freud hätte ebeso Freude daran gehabt ihr Unterbewußtsein offenzulegen.

    Gruß Max Stockhaus

  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte tragen Sie mit sachlichen Argumenten zur Debatte bei (siehe Netiquette). Danke. Die Redaktion/sh

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    Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/sh

    • Moika
    • 04. April 2012 20:42 Uhr

    Ich würde Grass nicht albern nennen. Seine Denke funktioniert ziemlich einfach: Ich denke. Wer meinen Gedanken und mir nicht folgt, hat keine Ahnung.

    Er ist für mich der sprichwörtliche Hund, der sich ständig selbst in den Schwanz beist. Leider ist er der Einzige, der's nicht bemrkt. Schreiben wir's seinem Alter zu...

    Jahrzehntelang hatte GG seine Waffen-SS-Mitgliedschaft feige verschwiegen und outete sich erst zu einem Zeitpunkt, wo es ihm kaum noch schadete und es gerade galt, seine Autobiographie zu vermarkten.

    Wiederum klagt er in seinem "Poem", dass es ihm jahrzehntelang nicht möglich war, über die unbequeme Wahrheit zu Israels den Weltfrieden gefährdendes Atomprogramm zu sprechen. Unter völliger Verkennung der Tatsache, dass Israel ohne Amerikas Wille und tatkräftige Unterstützung niemals Atom-Macht geworden wäre!

    Zweitens tut er so, als ob diese bekannte Tatsache offiziell als reine "Verschwörungstheorie" vom Tisch gewischt gehandelt wird.

    In der Tat erntete der gefürchtetste, mutigste und hoch geehrteste US-amerikanische Investigativjournalist Seymour Myron Hersh, jüdischer Herkunft anno 1991 meist Desinteresse als er in The Samson Option das geheime Atomwaffenprogramm Israels aufdeckte.
    Dort bezeichnete er zum Beispiel den Pressetycoon Robert Maxwell und dessen Mitarbeiter Nicholas Davies als Mossad-Agenten. Hersh wurde wegen Verleumdung angezeigt, aber die beiden verloren den anschließenden Prozess.

    Wo blieb also wiederum der seit 20 Jahren längst "fällige" Warnruf der deutschschnauzigen Gewissens-und Wächterstimme des Nobelpreisträgers, der ja in Deutschland sich sonst alles genehmigte, was er meinte sagen zu müssen?

    Nun ist zur "rechten" Zeit für diesen eitlen feigen Mann wieder mal die "große Stunde" gekommen, sich auf der Weltbühne wichtig zu machen...

  4. Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kommentare sachlich und argumentativ. Die Redaktion/mak

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    Entfernt. Verzichten Sie auf relativierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    • zz
    • 04. April 2012 19:17 Uhr

    Ich sehe, dass es derzeit in einer Gegend, die ich den Nahen und Mittleren Osten nennen will, einen Staat gibt, in dem Andersgläubige diskriminiert werden. Dieser Staat hat wahrscheinlich entgegen der internationalen Vereinbarungen Atomwaffen entwickelt, verstößt täglich gegen Völker- und Menschenrecht und droht damit, einen Krieg anzuzetteln, der die ganze Region destabilisieren würde.

    Und dieser Staat wirft einem anderen Staat vor, genau dasselbe zu tun.

    Der eine Staat wird dafür nicht zu unrecht mit Sanktionen gemaßregelt, der andere Staat ist ein bevorzugter Freund Deutschlands.

    Beitrag wieder freigeschaltet. Die Redaktion/ds

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    Zitat JMichelle: "Ich sehe, dass es derzeit in einer Gegend, die ich den Nahen und Mittleren Osten nennen will, einen Staat gibt, in dem Andersgläubige diskriminiert werden. Dieser Staat hat wahrscheinlich entgegen der internationalen Vereinbarungen Atomwaffen entwickelt, verstößt täglich gegen Völker- und Menschenrecht und droht damit, einen Krieg anzuzetteln, der die ganze Region destabilisieren würde."

    Bravo - Sie haben den Iran perfekt beschrieben!

    • Joyce
    • 04. April 2012 22:14 Uhr

    Sie schrieben:
    "Ich sehe, dass es derzeit in einer Gegend, die ich den Nahen und Mittleren Osten nennen will, einen Staat gibt, in dem Andersgläubige diskriminiert werden."

    Ein Staat? Ich wüsste keinen Staat im Nahen Osten, auf den das nicht zutrifft. Aber ich wüsste einen Staat auf den das immerhin weniger zutrifft auf alle anderen, Israel.

    Oder was würden Sie lieber erleben wollen? In einem von Israels Nachbarländern als Muslim geboren werden und dann versuchen, zum Judentum oder Christentum zu konvertieren? Oder in Israel als Jude geboren werden und dann zum Islam oder zum Christentum zu konvertieren? In Israel hätten Sie bei so einem Religionswechsel mit sozialer Ächtung zu kämpfen, in vielen anderen Ländern des Nahen Ostens wäre Ihr Leben in Gefahr. Und der Religionswechsel ist für mich nicht nur Menschenrecht, sondern auch der Lackmustest der Religionsfreiheit.

    MfG
    Joyce

    In Saudi Arabien wäre es z.B. schon verboten eine Bibel ins Land einzuführen und Mekka und Medina sind für nicht muslimische Besucher gesperrt.

    In Israel gibt es zahlreiche Moscheen und Kirchen nicht nur in Jerusalem sondern in vielen Städten wie in Haifa, Jaffo usw. Anders als an einigen Orten in Deutschland müssen die Gotteshäuser religiöser Minderheiten nicht von der Polizei bewacht werden...

    Selbst wenn man die Politik von Nethanjahu und Liebermann nicht besonders toll findet, halte ich es für extrem übertrieben zu sagen Israel sei "der" eine Staat im Nahen Osten, der Andersgläube diskriminiere. Im Vergleich zu anderen Staaten der Region ist Israel extrem tolerant. Noch absurder ist die Behauptung von Grass Israels Millität wolle die Bevölkerung im Iran "auslöschen".

  5. Die Ähnlichkeit mit Peter Handke und seinem Engagement für die serbische Sache im Kosovo-Konflikt sind ja nicht zufällig.
    Beide Ikonen der 68er Literaten haben seit Jahrzenten auf ihrem ureigensten Terrain, also literarisch, nichts mehr sonderlich großartiges zusammengebracht.

    Nur noch aufmerksamkeitserregende Provokationen dieser Art können ihnen den lebensnotwendigen Sauerstoff öffentlicher Wichtigkeit liefern. Also versuchen sie es auf diese Weise.

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  6. Einwandfreie Gedichtsinterpretation (die an sichnie ganz differenziert sein kann

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    und im Grab rotieren lassen.
    Und tatsächlich wäre es nicht das erste Mal in der Geschichte, dass Opfer später zu Tätern werden mit rechtfertigendem Bezug auf ihr Opfer-GEWESEN-Sein.

    einwandfrei ist was anderes.
    du hast die kommentare gelesen?
    richtig, nicht frei von einwänden.

    und das zu recht.
    antsemitismus beruht nicht auf kritik an juden oder ihrem staat, sondern auf rassistische, soziale oder nationale herabstufung der menschen.
    das ist nicht der tenor des gedichtes.

    wie immer ein artikel des autors, der nicht differenziert informiert, sondern klar vorgibt, wie dinge zu sehen sind.
    ein meinungsmacher eben, der herr joffe.

    • Tammy
    • 04. April 2012 21:57 Uhr

    Wieso das denn nicht? Ob das, was Grass sagt, tatsächlich unbedingt gesagt werden müsste, ob er damit recht hat und was auch immer ihn dazu treibt, sei dahingestellt. Eine einwandfreie Gedichtsinterpretation finde ich hier nicht, es ist schlicht keine. Der Autor des Artikels äußert seine Meinung und erläutert diese mit Bezügen, die ich, nachdem ich das Gedicht gelesen habe, inhaltlich nicht nachvollziehen kann. Durch Gebrauch des Konjunktivs und Anführungszeichen legt er nahe, dass er sich auf bestimmte Stellen im Gedicht bezieht, man findet sie aber konkret nicht oder in einem anderen Zusammenhang als dem, den er zu verstehen glaubt. Kurz: Liest man den Artikel vor dem Gedicht, ärgert man sich über die Maßen über die Grass'schen Einlassungen. Dieser Ärger relativiert sich dann aber ein bisschen, weil man sich nach Lektüre des Gedichts dann eher über den Sturm der Entrüstung wundert, der vermutlich durchaus bezweckt war, mir aber dennoch nicht ganz verständlich ist.

  7. 8. [...]

    Entfernt. Bitte formulieren Sie auch Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/mak

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  • Schlagworte Günter Grass | Antisemitismus | Israel | Holocaust | U-Boot | Günter Grass
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