Retourkutsche : Hollande greift Merkel offen an

Merkel unterstützt unverblümt Frankreichs Präsident Sarkozy im Wahlkampf. Dessen sozialistischer Herausforderer hat offenbar genug davon und wettert gegen die Kanzlerin.
Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat François Hollande © Stephane Mahe/Reuters

Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat François Hollande will bei einem Wahlsieg auf Konfrontationskurs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gehen. Er kündigte eine Richtungsänderung in der französischen Europapolitik an.

Merkel habe ihre Wahl getroffen: "Sie hat Europa mit Nicolas Sarkozy geführt – man sieht nun das Ergebnis", sagte der Favorit für die entscheidende Wahlrunde im Sender TF1. Und fügte hinzu: "Wenn ich gewählt werde, wird es eine Änderung bei Europas Ausrichtung geben."

Der Sozialist sagte, mit dem unbegrenzten Freihandel und der gnadenlosen Sparsamkeit werde unter seiner Präsidentschaft Schluss sein. "Ich bin in Budgetfragen für Seriosität, ich bin für die Sanierung der öffentlichen Haushalte", erklärte Hollande , fügte aber hinzu: "Seriosität bei Budgetfragen: Ja. Lebenslange Sparpolitik: Nein". Hollande wiederholte seine Forderung nach einer Neuverhandlung des EU-Fiskalpaktes für mehr Haushaltsdisziplin.

Sozialisten empört über Wahlkampfhilfe

Merkel hatte Amtsinhaber Sarkozy im Wahlkampf offen unterstützt, etwa mit einem gemeinsamen Interview im französischen Fernsehen. Auch der Präsident lobte wiederholt die Politik der Kanzlerin, die Deutschland einen Wirtschaftsaufschwung gebracht habe. Für Frankreichs Sozialisten ist die gegenseitige Wahlkampf-Hilfe der beiden Regierungschefs eine Provokation.

Noch vor Beginn der Euro-Krise galt das Verhältnis zwischen Merkel und Sarkozy als schwierig. Obgleich beide den konservativen Parteien ihrer Länder angehörten, fanden die beiden Politiker auf persönlicher Ebene nicht zueinander. Dies änderte sich im Laufe der Krise in Europa. Viele Franzosen werfen Sarkozy allerdings vor, zu stark auf den Spar-Kurs der Kanzlerin eingeschlagen zu sein.

In der vergangenen Woche irritierte ein weiterer Vorstoß der beiden konservativen Parteien. In einem gemeinsamen Brief kündigten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ( CSU ) und sein französischer Amtskollegen Claude Guéant an, wieder nationale Landesgrenzen kontrollieren zu lassen, falls die europäischen Außengrenzen im Süden und Osten nicht ausreichend gegen illegale Einwanderung gesichert werden.

Wähler der rechtsextremen Front National gewinnen

Kommentatoren werteten dies als weitere Wahlkampfhilfe aus Deutschland auf Kosten der europäischen Integration. Friedrich helfe den Konservativen in Frankreich, vor der Stichwahl am 6. Mai die Wähler der rechtsextremen Front National zu gewinnen. Bei der ersten Wahlrunde am vergangenen Wochenende hatte die Front National knapp 18 Prozent der Stimmen geholt. In der Stichwahl versuchen nun Hollande und Sarkozy diese Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

Sollte Hollande die Stichwahl gewinnen, könnte der von Merkel und Sarkozy initiierte Fiskalpakt von Frankreich zunächst abgelehnt werden. Theoretisch könnte der Pakt aber auch ohne Frankreichs Zustimmung wie geplant in Kraft treten.

Dafür ist die Zustimmung von zwölf der 17 Euro-Staaten notwendig. Bisher haben Griechenland , Portugal und Slowenien den Pakt besiegelt. Irland befragt als einziges Land die Wähler zum Fiskalpakt. Nach den jüngsten Umfragen ist bei dem Referendum am 31. Mai mit Zustimmung zu rechnen.

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Kommentare

189 Kommentare Seite 1 von 21 Kommentieren

Und wer bezahlt die Banken?

Bevor die Steuerzahler, wie in Deutschland, die Banken subventionieren, sollte man lieber tatsächlich für Sozialausgaben zahlen. Denn DIE haben nämlich wenigstens irgendeinen Mehrwert. Eine Bankenrettung nicht. Denn die Konten der Sparer könnte man auch retten, ohne gleich die Spekulanten und Manager mit ins Boot holen zu müssen. So aber verstaatlicht man Banken, wenn sie Schulden haben und privatisiert sie, sobald sie Gewinne machen. Das kostet den Staat mehr als jedes Sozialgeschenk, das man ans Volk ausschüttet.

Ach du liebe...

Vielleicht versuchen Sie wenigstens mal ein bischen über Wirtschaft zu lesen, bevor Sie solche Kommentare in die Welt setzen? Sozialausgaben sind unproduktive Geldverschwendung.
Banken haben eine wichtige Funktion, sie bündeln Angebot und Nachfrage nach Geld. Dieses Geld wird meistens in Investitionen
verbraucht, die ihrerseits Arbeitsplätze und Steuern erzeugen.
[...]

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Diffamierungen. Danke. Die Redaktion/ag

Der Steuerzahler bezahlt die Banken

"Die WestLB überträgt zur Jahresmitte ein Portfolio von 100 Milliarden Euro in eine staatlich abgesicherte Bad Bank. Die schlechte Nachricht für den Bundesfinanzminister: Das wird die Staatsschulden sprunghaft erhöhen."
http://www.handelsblatt.c...

So einfach geht das. Mal eben für 100 Milliarden Schrott auf den Steuerzahler übertragen.

Und damit auch keiner erfährt was für ein Schrott das ist:

"Bei Volkswirten gelten Bad Banks als Black Box. „Wir wissen nicht, was da drinsteckt; die Regierung verweigert Auskunft mit Hinweis auf Geheimhaltungspflichten“...

eu nicht gleich bayern

also
1. nur der bayrische und allgemein der deutsche steuerzahler in europa zahlt, hat wenig von dieser krise verstanden (so ganz nebesächlich gehts der dt wirtschaft zur zeit ganz gut. also vovor sie angst haben ist unverständlich)
2. der franz wähler äussert zur zeit sein demokratisches recht und urteil über den eigenen staatschef in den wahlen, und dass frau merkel sich da einmischt ist höchst respektlos (und sagt einiges über ihr demokratieverständnis aus)
3. mehr eu und weiniger deutschland (und frankreich, es ist schamhaft, dass die eu kommission und das parlament in diesen krisenjahren schwiegen und dt und frankreich die verantwortung überlassen haben. mehr demokratie in der eu heisst, wir wählen alle in unseren ländern unsere vertreter in der eu und die etscheiden dann zusammen...
4. hollande verlangt von den reichen franzosen mehr steuern (zb. 75% steuersatz für den teil des einkommens jener franzosen, der mehr als 1 mill € jährlich beträgt ...) wusste gar nicht, dass man nun in bayern auch franz steuern zahlt
etc.
bitte informieren sie sich
jedenfalls hoffe ich, dass bald mehr nazionale kompetenzen auf die eu übertragen werden und, dass wir alle zusammen aus dieser krise einen weg finden;
ansonsten vergessen wir europa und ziehen uns auch bald in unsere nationalen egoistischen reviere zurück

schönen tag noch aus itailen

@27 jboese...

"Vielleicht versuchen Sie wenigstens mal ein bischen über Wirtschaft zu lesen, bevor Sie solche Kommentare in die Welt setzen? Sozialausgaben sind unproduktive Geldverschwendung."

Vielleicht sollten sie mal etwas von allem lesen. Sozialausgaben sind Angelegenheit der Regierung-Politik. Da wird der 'Profit' anders gemessen als im Finanzwesen.
Was das Finanzwesen endlich mal verstehen sollten, und die Politiker auch, ist das wenn eine Bank platt geht dann soll sie Buchhalterich verarbeitet werden, genau so wie die Zins und Profitrechnung. Es ist das Problem der Menschheit von heute das die Politik keine Stirn dem Finanwesen zeigt. Bankrott sollen die unwirtschaftlichen Firmen gehen, veruteilt und in den Knast sollen Kriminelle gehen.

genau

Kann man bei der EU jetzt jeden Vertrag beliebig kündigen und neu verhandeln ? Wozu braucht man dann überhaupt noch Verträge ? Naja wenigstens kann Deutschland dann auch neu verhandeln, wenn die Gläubiger von Irland, Griechenland, Portugal usw. fordern, dass die "Garantien" eingelöst werden.

Hollande kann gerne auch mit Spanien, Griechenland und den anderen Schuldenstaaten eine eigene Währungsunion gründen und fiesta bonds herausgeben. Dann werden die Importe aus den Mittelmeerländern bei uns billiger und Frankreich darf höhere Zinsen zahlen als vor der Euro Einführung.

verträge zwischen gfleichgestellten parteien

normalerweise werden verträge zwischen gleichgestelleten parteien geschlossen, in den letzten zwei jahren entschieden aber merkozy für den rest der euro zone. probieren sie sich mal vorzustellen die niederlande und österreich würden über das schicksal des euros entscheiden, auch sie sind ja schliesslich nettozahler in der eu, wie würden sie sich dann als deutscher fühlen?
wenn sich die mehrheit der deutschen vom euro in den bach gezogen fühlte, könnte ja d selbst den euro verlassen, anstatt den anderen staaten zu drohen sie rauszuwerfen.
ich glaube aber der punkt ist (keine ahnung was geschenen würde, wenn hollande gewinnen würde) ob es in europa nicht mehr erlaubt ist frei zu wählen? ist der einzige weg aus der krise die merkozy strategie? (uk gehts anscheinend auch ohne euro nicht besonders gut). ansonsten schlage ich vor, uns von den rating agenturen regieren zu lassen und unsere demokratien für die nächsten 5 jahre aufzuheben (die dauer einer legislaturperiode)...

demokratische Freiheit

Die demokratisch gewählten Politiker von Griechenland oder Spanien haben die Verträge freiwillig unterschrieben. Wenn sie mit den Verträgen nicht einverstanden waren, hätten sie eben nicht unterschreiben dürfen.... Es muss auch für die Nettozahler Verlässlichkeit geben. Man kann ihnen nicht ständig versprechen "wir wollen nicht mehr Geld von euch" und dann nach 3 Wochen wieder mehr Milliarden fordern. Sonst ensteht der Eindruck, dass Verträge unehrlich unterschrieben werden, nur um neues Geld zu erhalten und wenn das Geld da ist, werden die Verträge vergessen. Könnten sie so mit einer Bank oder einem Geschäftspartner umspringen ? Ich denke nicht ! Aber in der EU kann man sich wohl alles erlauben und wenn die Deutschen nicht zahlen gibt es "Nazi Vergleiche".. Ist das etwa eine faire, gleichberechtigte Partnerschaft ?

gran fiesta ?

Österreich, Finnland und die Niederlande werden sich dann auch bald aus der Währungsunion verabschieden und Dänemark, Polen, Slowenien und Schweden werden nie beitreten. Dann bleibt der Club Med mit einer Inflationsrate zurück, die an die Zeiten der Drachme oder des Escudo erinnert. Für Frankreich und Italien wäre das wirtschaftlich gesehen ein sehr schlechtes Geschäft und die EU könnte ganz zerbrechen. Aber wenigstens lebt die Mittelmeersolidarität.

3 % Grenze

Deutschland und Frankreich hatten zwar die 3% Grenze gebrochen, doch sie haben trotz ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten nie Milliarden"kredite" von den Euro Partnern gefordert.

Insgesamt hat Deutschland in der Krise 2005 von den Partnern außer kluger Ratschläge und Häme (mit Bezeichnungen wie "kranker Mann Europas") überhaupt keine Hilfe bekommen. Die neoliberalen Musterschüler Spanien und Irland waren während ihres Booms nicht einmal bereit auf Milliardensubventionen zu verzichten, um das kriselnde Deutschland zu entlasten. Auch daran muss immer wieder erinnert werden !

abwarten

In den Niederlanden, Finnland und Österreich gibt es auch Stimmen, die gegen immer höhere Transfers in den Süden sind. Wenn Deutschland aussteigt könnte das für andere Nettozahler ein Anreiz sein den gleichen Weg zu gehen.

Ich bin kein Freund von Merkels Sparpolitik. Man muss nicht um jeden Preis an der 3% Grenze festhalten. Deutschland sollte auch mehr tun im die Binnenkonjunktur zu stärken, z.B. durch höhere Löhne. Dann würde z.B. mehr aus Italien oder Frankreich importiert und die Handelsbilanz wäre ausgeglichen.

Ich halte es aber für einen Irrweg weiter mit der Gießkanne Transfermilliarden nach Spanien oder Griechenland zu verteilen um eine Transferökonomie aufzubauen. Warum sollen weitere Milliardentransfers mehr bewirken als die hundert Milliarden der letzten 20 / 30 Jahre ?

Nur durch das Errichten von Protzbauten oder das Verteilen von Privilegien an Beamte und Günstlinge kann man eine Wirtschaft nicht langfristig stärken. Daran ist aber bestimmt nicht Deutschland Schuld. Und auch ohne Merkel würden Spanien und Griechenland im internationalen Wettbewerb stehen.

Wohin Abschottung führt, kann man sehen, wenn man den Lebensstandard Spaniens zurzeit der faschistischen Franco Zeit ansieht.

164. gran fiesta ?

..."Dänemark, Polen, Slowenien und Schweden werden nie beitreten."...

Werter alex099, abgesehen davon dass Slowenien schon längst den € eingeführt hatte, die Gedanken über das Zerbrechen der Währungsunion sind reine Spekulation, selbstverständlich eine immer legitime Überlegung.

Man bekommt den Eindruck dass die fehlende Gestaltungskraft des E-Raumes der objektiv existierenden Führungskräften aus der Finanzindustrie zu leicht das freie Spiel überlassen hatte.

Wenn alles bei den Entscheidungen so bleibt wie vor der "Krise" dann wird die Krise eine Ewigkeit andauern. So z.B. das was Herr Hollande zum Ausdruck gebracht hatte wiederholt auch der EZB-Chef Draghi und fordert das Wachstumpaket für Europa. Abgesprochen oder nicht verlangt die EU-Kommission die Aufstockung des EU-Haushalts für stolzen fast 7%.

http://www.spiegel.de/wir...

Eine politisches Umfeld der ewigen Streitigkeiten ist damit geöffnet ohne dass das System als gleiche überhaupt ihre Gestaltungsform als versuchten Vorschlag bekommen hatte.

Was bleibt am Ende ist ein ESM, der das Spiel hinter dem Vorgang der öffentlich zugänglichen Maßnahmen noch leichter macht und damit objektiv ohne die politische Kultur zu stärken bzw. Kontrollmechanismen auszubauen den gegenwärtiges, zunehmend undemokratisches System bzw. das Diktat eines alleinherrschenden Zentrums stärkt.

In der Tat "grand fiesta"!

fiesta

Danke für den Hinweis. In Bezug auf Slowenien hatte ich Unrecht. Allerdings befürchte ich, dass viele Slowenen in 10 Jahren ihre Entscheidung bedauern werden.

Insgesamt ist es aber doch auffällig, dass Staaten, die finanziell gut dastehen bzw. sparsam wirtschaften kein großes Interesse haben der Währungsunion beizutreten. Sollte man nicht darüber nachdenken woran das liegt ?

172 Selbstverständlich müsste man nachdenken

Insbesondere sind Frankreich und Deutschland wollte sie es oder nicht zur mehr Zusammenarbeit - tragbaren Lösungen gezwungen.

Die €-Gruppe müsste zur klaren Regelungen und Kontrollmechanismen kommen, sonst wird sie nicht zu einer undurchschaubarer Transferunion auswuchern, sonder eine leichte Beute für unterschiedliche Abzocke der Finanzindustrie bleiben.

Ich bin mit sicher dass eine solche Abhängigkeit von fremder Willkür keinem Land der €-Gruppe viel Erfolg bringen kann. Frankreich wie BRD zählen dann mit der Sicherheit zu Verlierer, aber auch unter solchen unveränderten Rahmenbedingungen dürfen sich die Empfängerländer keinem größeren Gewinn freuen. Im Gegenteil, wie die gegenwärtige Entwicklung zeigt bleiben alle Ursachen die zur Krise beigetragen haben nicht nur erhalten, sonder verstärkt in ihren negativen Wirkungen.

Dann bis zum nächsten Fiesta!

@ 169----

Hallo Alex099,

wir sind sonst Freunde :)...mit der Giesskanne will es doch Niemand...aber die Austerity lässt viele Länder sterben, Stillstand tritt ein...es geht darum Gelder zur Verfügung zu stellen um Investitionen möglich zu machen. So wie es jetzt läuft kann nicht weitergehen.

In Italien hat Monti in 5 Monate 50 neue Steuern eingeführt, Familien zahlen für dieses Jahr im Durchschnitt 2700,- € mehr...Es ist echt nicht mehr auszuhalten. Zudem Rezession und trotz Steuern wächst die Zahl der Arbeitslosen und somit weniger Steuereinnahmen. Ein Teufelskreislauf. 1000 mal schon alles geschrieben.

Grüße
Montessori

@ 174

grazie amico ;) Ich weiss auch nicht warum ständig gesagt wird, dass Italien sparen muss. Italien hat sich anders als Griechenland in den letzten 10 Jahren nicht exzessiv verschuldet und anders als in Spanien gibt es eine erfolgreiche industrielle Basis. Außer einer Aufhebung der Unkündbarkeit und der Privilegien für älterer Arbeitnehmer, die auf Kosten der Jungen gehen, würde ich in Italien nicht viel reformieren.

Ich vermute einige Investoren, die aus Prinzip den Euro kaputt machen wollen nutzen das von Griechenland ausgelöste Drama, um den Eindruck zu erwecken, sogar wirtschaftlich stabile Länder wie Italien oder Frankreich stünden vor dem Ruin. Vielleicht soll so auch von der Schuldenkrise in den USA oder GB abgelenkt werden ? In ein paar Monaten werden sich die Investoren wieder erinnern, dass ihr Geld in Italien und Frankreich sicherer angelegt ist als in Pakistan.

Wenn Griechenland und Spanien jetzt wieder Milliarden an Konjunkturhilfe bekommen, soll man bitte darauf achten, dass das Geld nicht wieder verbaut oder für mit politischen Günstlingen besetzte defizitäre Staatsbetriebe verschwendet wird. Solange dies nicht garantiert ist, werden Milliardentransfers in diese Länder auch bei anderen Nettozahlern nicht auf Akzeptanz stoßen....

Hollande und Frankreich hat es verstanden!!

Deutschland ist Politisch kopflos und ein neoliberaler Maulwurf. Überall in Europa entsteht mit der Sparpolitik ein Zwang zum Privatisieren, so dass Spekulanten aufgekaufen können und die Staaten mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt und die Bürger entrechtet und enteignet werden.

Holland hat nichts verstanden

Wenn der Fiskalpakt wieder aufgeschnürt werden soll, wird das die Märkte alles andere als beruhigen. Und ich glaube nicht, dass das im Interesse von Frankreich sein kann.
Und wenn es einen starken Riß zwischen Dt und Frankreich geben wird dann wird der Zerfall des Euro und damit Europas doch wahrscheinlich. Europa wird sich in die Handlungsunfähigkeit begeben.
Ich würde mich als eher links einschätzen, und mag Herrn Sarkozy nicht aber was Holland betreibt ist sehr dumm.

Tja Hollande spricht aber vielen Menschen aus der Seele!!!

Die schönsten Versprechungen und Strategien nützen nichts wenn die Menschen leben wie die Hunde. Sage ich als Deutscher!! Das Leben in Deutschland ist für viele wie das eines Hundes. Ich möchte nicht, dass dieses Leben nach Europa exportiert wird. Ich möchte auch nicht das Europa zerfällt oder der Euro stirbt! Aber ein Europa der Bonzen das nur dereguliert, überwacht und umverteilt von unten nach oben mit sehr starken Demokratieabbau und Sozialabbau will ich auch nicht. Wenn die Masse der Menschen nicht von Europa profitiert, ist Europa neoliberal und wird als politische Institution nicht überleben.

Die Verschuldung von Amerika und Japan ist höher als die

Verschuldung von Europa. Trotzdem haben diese Länder keine Probleme sich Gelder an den Finanzmärkten zu beschaffen.
Die Krise an den Finanzmärkten begann als Angela Merkel im Landtagswahlkampf in NRW vor 2 Jahren mit Griechenland punkten wollte. "Die Griechen sind faul und es wird keine deutschen Steuergelder für Griechenland geben." Damit kam die Unsicherheit in die Finanzmärkte weil man an der Sicherheit von Staatsanleihen in Europa zweifelte. Die Wahl hat die CDU trotzdem verloren und seither schnüren wir ein Rettungspaket nach dem anderen und die Lage ist nicht wirklich besser. Ja es muss gespart werden in Europa, aber es wird nur funktionieren, wenn wir füreinander einstehen.
Dass es zur Zeit ruhiger ist mit der Krise liegt hauptsächlich daran, dass die EZB den Kapitalmarkt mit 1 Bill. zu 1 % Zins für 3 Jahre geschwemmt hat, und über die EZB haften wir alle sprich wir haben eigentlich die von Merkel populistisch abgelehnten Eurobonds.

Außerdem wir glaubwürdig ist Frau Merkel, wenn sie überall in Europa Einsparungen fordert, aber in Deutschland gerade eine "parteipolitische Wohltat" auf Pump finanzieren will.

@ 77 - Die Verschuldung von Amerika und Japan ist höher

Ja ist höher und fast Galaktisch! Aber sie dürfen Money drucken...und das hilft Ihnen..

Wir in Europa sind zu blöd..!
Hollande könnte das ändern und der Albtraum für Frau Merkel werden und ich wünsche mir das!

Und noch etwas die Krise hat 2007 begonnen und nicht vor 2 Jahren..alles haben es sofort kapiert nur Angie Merkel nicht...

Grüße
Montessori

Wie das auch immer mit den "Spekulanten" sein mag....

...ist doch die Entmachtung der Deutschen und der Franzosen, die in folgendem Satz des Artikels angedeutet wird, sehr beunruhigend. Die Meisten hier verstehen das noch nicht und die Politker wolle es nicht wirklich besprechen. Eher wollen sie, dass die Tatsache dieser Umschichtung der politischen MAcht nach Brüssel und Straßburg sich subkutan in das Staatsverständnis schleicht, weil man weiß oder sehr befürchtet, dass die Völker genau das nicht wollen:

"Theoretisch könnte der Pakt aber auch ohne Frankreichs Zustimmung wie geplant in Kraft treten.

Dafür ist die Zustimmung von zwölf der 17 Euro-Staaten notwendig."

Hier ist es ein deutsches Verlangen. Aber wie wäre es, wenn 12 Nationen darauf bestehen, dass eine Steuer auf Handelsüberschüsse an die EU zu leisten ist, die den Überhang ausgleicht? Das ist eine durchaus zu erwartende Initiative, die sogar sich im Hintergrund vorzubereiten scheint.

Also der Fiskalpakt ist

für mich nicht Deregulierung sonder Regulierung. Und ich wiedersprech ihne ja auch gar nicht, dass wir eine gerechtere Verteilung des reichtums brauchen, nur kann es nicht vernüftig sein die Staatsschulden immer weiter nach obe zu treiben. Wenn Herr Hollande die Einnahmenseite verbessern will ist das sicherlich bergüssenswert, nur weiter auf Pump zu setzten wird langfristig nichts bringen.

@NinoSchneider

Wie können Sie Deutschland neoliberal nennen, wenn der größte Posten im Bundeshaushalt das Sozialbugdet ist? Wenn von meinem Einkommen 70% (Einkommensteuer, Arbeitgeber + Arbeitnehmer Sozialbeiträge, Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer usw) an den Staat gehen? Ich möchte gar nicht wissen, wie viel extremer ausgeprät die "soziale" Komponente nach Ihrem Gusto sein sollte, damit wir nicht mehr neoliberal sind.

Es ist halt auch leicht....

...das Merkel Paket zu kritisieren. Es ist nämlich schlecht für weite Teile der Bevölkerung Europas. Und es war nicht der Franzose, die Merkel zunächst konfrontierte. Dr Merkel hat ihn angegriffen. Es ist schon dick, in die Wahlen eines Nachbarn einzugreifen. Da wundert es wenig, dass der angepinkelte reagieren muss.

Aber er hat ja auch aus anderem Grund recht. Obwohl jetzt die Wahl ist, hat Sarkozy beschlossen die Franzosen in eine Rezession zu stürzen, die bei der beschlossenen Politik sehr lange anhalten dürfte. Das ist die Methode, wie Deutschland zum Euro kam. Das ist zwar legitim, aber nicht legitimer als die Maßnahmen rückgängig zu machen, wenn das Volk den Ersttäter abwählt.