Atomverhandlungen : Iran will auf weitere Uran-Anreicherung verzichten
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Iran kritisiert "unlogische" Forderungen

Die USA und die EU-Staaten wollen den Iran zudem dazu bewegen, die Urananreicherung komplett zu stoppen und die bestehenden Uranbestände ins Ausland zu entsenden, berichtete die New York Times unter Berufung auf westliche Diplomaten. Abbasi-Dawani sprach von "unlogischen" Forderungen. Der Iran werde nur so viel angereicherten Brennstoff produzieren, wie für den Reaktor in Teheran und einen zweiten Forschungsreaktor, der noch errichtet werden solle, benötigt werde. Zwischen den Anreicherungsanlagen in Fordo und Natans gebe es "keinen Unterschied". Beide seien "wegen des Risikos von Angriffen" unterirdisch angelegt worden.

Israel sieht in Gesprächen Hinhaltetaktik

Der Iran hatte bis zuletzt Bedenken gegen Istanbul als Veranstaltungsort für die neue Gesprächsrunde geäußert. Teheran begründete dies mit der Unterstützung der syrischen Opposition durch die Türkei . Zugleich sind die Beziehungen zwischen der Türkei und dem Iran angespannt, seit sich Ankara im vergangenen Jahr dazu entschlossen hat, ein Frühwarnsystem für den Nato-Raketenschild in seinem Land zu stationieren.

Von dem iranischen Atomprogramm fühlt sich vor allem Israel in seiner Existenz bedroht und erwägt einen Angriff auf die Anlagen . Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu warf dem Iran vor, die Gespräche nutzen zu wollen, um "Zeit zu gewinnen" und die Welt in die Irre zu führen. Sein Land werde die Atomgespräche genauestens verfolgen, kündigte Netanjahu an.

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Kommentare

66 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Abwarten

Ein bekanntes Sprichwort sagt ja, es wird nichts so heiß gegessen, wie es denn gekocht wird.
Es ist auch nichts neues, vor Verhandlungen erheben beide Seiten Forderungen, die über das hinaus gehen, was letztenendes erreicht werden kann.
Der Umstand, dass der Iran anbietet kein Uran mehr auf 20% U235 anzureichern, ist durchaus als positives Signal zu werten, denn meines Wissens nach benötigt man einen derart hohen Grad an Anreicherung (eben jene 20%) nur für Forschungsreaktoren (in entsprechend kleinen Mengen). Für die Energiegewinnung in Kernkraftwerken ist der Anreicherungsgrad des Urans deutlich niedriger (laut Wiki 3 - 5 % http://de.wikipedia.org/w...).
Die Reaktion von Herrn Netanjahu ist auch nichts Neues, denn dieser präferenziert ja schon eine ganze Weile ein ganz anderes Vorgehen.

Horrorszenario unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen

Die Forderungen an den Iran sind völlig überzogen und stützen sich auf keinerlei internationales Recht. 6 westliche Botschafter: Iran verletzt Völkerrecht NICHT:

http://www.guardian.co.uk...

Der Westen benutzt den "Atomkonflikt", um Sanktionen und Sabotage zu rechtfertigen, die in erster Linie dazu dienen, den Iran zu schwächen und in seiner Entwicklung zu behindern.

Der Iran ist bereits aus dem Petrodollar-System ausgestiegen, außerdem sind Pipeline-Projekte, die unabhängig von den USA Öl- und Gas nach Pakistan, Indien und China transportieren, im Bau oder in der Planung. Darüberhinaus verfügt er über ein beträchtliches ökonomisches Potential.

Eine Eskalation scheint momentan unwahrscheinlich, nach den Erfahrungen im Libanonfeldzug 2006 muss man davon ausgehen, dass der Iran nur in einem langen verlustreichen Krieg zu erobern wäre und er außerdem in der Lage wäre, die Straße von Hormuz für viele Monate unpassierbar zu machen. Dies hätte den Kollaps der Weltwirtschaft zur Folge.

Russland und China würden eine Ausweitung des Machtbereichs der USA auf die gesamte Golfregion nicht akzeptieren, die Eskalation in anderen Krisenherden wäre wahrscheinlich.

Das Horrorszenario droht allerdings dann, wenn das bestehende Finanzsystem vor einem Reset stehen sollte und das Großreinemachen im Mittleren Osten zu Ende geführt werden soll, dazu Dirk Müller:

http://www.youtube.com/wa...