Umberto Bossi, langjähriger Chef der italienischen Partei Lega Nord © Max Rossi/Reuters

Umberto Bossi ist als Chef der rechtspopulistischen italienischen Oppositionspartei Lega Nord nach einem Veruntreuungsskandal zurückgetreten. Er habe diesen Schritt am Donnerstag bei einem Treffen der Partei in Mailand erklärt, hieß es aus Parteikreisen.

Mehrere Lega-Nord-Funktionäre sind in einen Skandal um Korruption und Veruntreuung verwickelt. Gegen den 70-jährigen Bossi ist bisher nicht ermittelt worden. Ihm wird aber vorgeworfen, mit Staatsgeld seine Villa renoviert und Urlaube für seine Kinder bezahlt zu haben. Der Politiker wies die Vorwürfe zurück.

In dieser Woche hatte die Staatsanwaltschaft gegen drei Funktionäre der Lega Nord Ermittlungsverfahren wegen Betruges und illegaler Parteienfinanzierung eingeleitet. Verschiedene Medien berichteten, Lega-Schatzmeister Francesco Belsito habe 200.000 Euro aus der Kasse der Partei an Bossis Söhne gegeben. Auch Bossis Frau sei in die Sache verwickelt.

Ein Trio soll die Partei übergangsweise bis zu einem Parteitag führen, teilte die Lega Nord mit. Darunter ist auch der ehemalige Innenminister Roberto Maroni , der zum neuen starken Mann in der Lega werden könnte. Bossi habe seinen Rücktritt als "unwiderruflich" bezeichnet. Er solle Ehrenpräsident der Partei werden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Die Lega Nord sitzt nach dem Ende der Regierung von Silvio Berlusconi in der Opposition und ist gegen das Sparprogramm des neuen Ministerpräsidenten Mario Monti .