Afghanistan : Taliban greifen Botschaften und Parlament in Kabul an

Aufständische haben in Afghanistan eine Anschlagserie verübt. Das Gelände der deutschen Botschaft wurde beschossen, im Parlament kam es zu einer Schießerei.

In Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban eine Serie von koordinierten Anschlägen verübt und dabei die deutsche Botschaft in Kabul angegriffen. Sie attackierten auch die Vertretungen Großbritanniens , Russlands und der USA im Diplomatenviertel sowie das Parlament. In Dschalalabad im Osten des Landes wurde der Flughafen angegriffen, wo sich auch ein Nato-Stützpunkt befindet. Die Taliban teilten mit, die Anschläge markierten den Beginn ihrer Frühjahrsoffensive gegen die ausländischen Truppen und die afghanischen Sicherheitskräfte.

In der Nähe der deutschen Vertretung in Kabul war Feuer zu sehen, Rauch stieg auf. Auf dem Gelände der deutschen Botschaft schlugen einige Geschosse ein, Maschinengewehrsalven waren zu hören. Die Diplomaten suchten Schutz im Bunker. Sie blieben unversehrt. An dem Gebäude entstand nur geringer Schaden. Einem Nato-Sprecher zufolge wurden sieben Orte in der Hauptstadt angegriffen. Drei Geschosse schlugen in einen Supermarkt nahe der deutschen Botschaft ein. Die US-Vertretung teilte ebenso wie die britische Botschaft mit, alle Mitarbeiter seien unverletzt in Sicherheit gebracht worden.

Die radikalislamischen Taliban sagten, ihre Kämpfer, darunter viele Selbstmordattentäter, seien auch in anderen Teilen des Landes im Einsatz. Dutzende Gleichgesinnte seien an den Operationen beteiligt.

Parlamentsabgeordnete schießen zurück

Mehrere Kämpfer versuchten zudem, in das Parlament einzudringen. Sie seien aber von Einsatzkräften überwältigt worden, hieß es. Die Angreifer schossen auch eine Rakete auf das Parlamentsgebäude, wie ein Sprecher mitteilte. Der Parlamentarier Mohammed Naeem Lalai berichtete der Nachrichtenagentur AFP : "Mehrere Abgeordnete, darunter meine Leibwächter und ich, haben die Schüsse der Taliban erwidert".

Die Polizei teilte mit, ein Angreifer sei getötet worden, als Einsatzkräfte gegen Aufständische vorgingen, die sich in einem Gebäude neben dem Parlament verschanzt hatten. Demnach hielten sich bewaffnete Kämpfer auch in anderen Gebäuden versteckt.

Weitere Anschläge in Provinzhauptstädten

Nach Angaben der Behörden griffen Aufständische außerdem Ziele außerhalb Kabuls an. Mehrere Menschen seien verletzt worden, als sich zwei Selbstmordattentäter am Flughafen von Dschalalabad in die Luft gesprengt hätten, teilte die Polizei mit. Zwei weitere mit Sprengstoff ausgerüstete Angreifer seien durch die Explosionen verletzt und dann festgenommen worden. Den Angaben zufolge wurden die vier Männer aufgehalten, als sie auf das Flughafengelände eindringen wollten.

In der ebenfalls im Osten Afghanistans gelegenen Stadt Gardes, in der Provinz Paktia, griffen mehrere Aufständische den Sitz des Polizeipräsidenten an, wie ein Behördenvertreter vor Ort sagte. Von einem nahen Gebäude aus hätten sie mit Maschinengewehren auf die Einrichtung gefeuert. Wahrscheinlich seien auch hier einige der Angreifer mit Sprengstoff ausgerüstet gewesen, sagte der Vertreter. Zwei Studenten der nahen Universität und zwei weitere Zivilisten seien verletzt worden.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

78 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Deutschland entzieht sich seiner Pflicht seid Jahren

Das Ergebnis der unterfinanzierten Befreiungstruppen
sieht man jetzt - Sicherheit wird zum Fremdwort.

Die Schutztruppen müssen verstärkt werden um die junge Freiheit und die zarte Demokratie wirkungsvoll zu schützen.

[...]

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf diskriminierende Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

Erlaube mir eine Korrektur Ihres Kommentars

Deutschland entzieht sich seiner Pflicht seit Jahren

Das Ergebnis der unterfinanzierten Besatzungstruppen
sieht man jetzt - Sicherheit bleibt ein Fremdwort (lat.
sēcūritās).

Die Schutztruppen müssen verstärkt werden um die junge Vetternwirtschaft und die zarte Mohnblüte wirkungsvoll zu schützen.

Gerade Kriegstreiber und Kriegsgewinnler aus Europa sollte man vor die Wahl stellen: dem Land dienen oder Einsitzen.

Sieht doch gleich viel besser aus ;)

MfG
AoM

Ein neuer hardliner am rechten Rand

Willkommen @türknauf. Ein neuer Hardliner am rechten Rand ist immer willkommen. Da kann man dann wunderbar erkennen wir menschenverachtend und sinnlos dieses Bild der Welt ist...

Die Schutztruppen müssen verstärkt werden um die junge Freiheit und die zarte Demokratie wirkungsvoll zu schützen.

Diese Schutztruppen schützen niemand. Sie töten Menschen im zweifelhaften Auftrag. Ihrse Anwesenheit ist nicht erwünscht in Afghanistan. Ihr Auftrag hat keine Unterstützung bei der Mehrzahl der Deutschen. Nehmen Sie da bitte zur Kenntnis. Jeder weitere Tag ist rausgeschmissenes Geld in einem sinnlosen Einsatz der nicht zu gewinnen ist.

Gerade junge Arbeitslose aus Europa sollte man vor die Wahl stellen: dem Land dienen oder Regelleistungskürzungen.

Richtig. Willkommen im Sklaventum der Antike. Entweder essen oder bluten. Nicht, dass das unserem Grundgesetz zuwieder ist. Es widerspricht auch allen Werten und Normen die die europäischen Länder in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Pfui sage für solch menschenverachtendes Denken.

Amerika

Mal davon abgesehen, dass der Kommentar vermutlich nur Trollt: So ein System, Dienen oder regelmäßige Leistungen verweigern, gibt es schon. Nennt sich US-Armee, ist in letzter Zeit vor allem dadurch aufgefallen, dass man sie nicht mehr von den Taliban unterscheiden kann.

Arme, ungebildete Hoffnungslose in die Armee? Nee danke.

Lieber das, was ich seit Jahren fordere: Macht eine Ärzte- und Sanitätseinheit aus unserer Armee und helft Menschen, anstatt sie zu bombardieren.

Afghanistan ist längst verloren+nur von den Afghanen zu "retten"

Was soll denn der Quatsch, weder macht der Afghanistan Einsatz so Sinn, noch hat das was mit den H4 Empfängern zu tun; als nächstes sollen wohl noch die H4 Empfänger ihre Organe an die armen Banker... spenden.
Im übrigen sind die H4 Kosten im Vergleich zur Euro Rettung... echte Peanuts, die direkt wieder in die Wirtschaft fließen.
Die Afghanen müssen sich selbst von den Taliban befreien, es gibt ja schließlich auch gemäßigte Taliban.
Fundamentalisten sind immer sehr problematisch, egal ob im Judentum, im Islam, oder sonstwo!!!
Entwickungshilfe in Zusammenarbeit mit den gemäßigten Taliban macht in begrenztem Umfang sicher Sinn. Z. B. auch um die Rohstoffe abzubauen, und als Halbzeuge zu exportieren ( Wertschöpfung bleibt im Land) Aber nicht so wie in Afrika, wo durch Entwicklungshilfe die Selbsthilfe gelähmt wird...

Kriegsbefürworter wie sie sollten an die vorderste Front geschickt werden! Schon komisch das gerade die, die Kriege befürworten lieber von zuhause aus solch einen Stuss schreiben als selbst die Waffe in die Hand zu nehmen und sich freiwillig zu melden...
Und ihre Idee mit den Arbeitslosen ist doch wohl Ekelhaft! Was kann z.B. die Schleckermitarbeiterin, die jetzt gefeuert wurde/wird dafür, dass wir in Afghanistan hocken? Warum sollte sie dort hingehen?

Kriegsgegner

Ähnlich verhält es sich leider auch mit den generellen Kriegsgegnern. Aus purem Egoismus und eventuell Bequemlichkeit wird jegliche Art von Unterstützung abgelehnt, wohl wissend, dass dies unterlassene Hilfeleistung ist und letztlich noch eine Steigerung von Folgen der eigenen Lebensführung.

Wer sein Leben hier in Deutschland auf Kosten vieler anderer Länder führt, die KIK- Hose am Leib, der billige Fernseher aus China und dem belehrenden Wort auf den Lippen , aber keine einzige Handlung unterstützt ist letztlich im Vergleich zu den von Ihnen attackierten der größere Feigling.

Korrupte Regierungen

Der normale Deutsche... hat viel weniger Einfluss auf die Lebens und Arbeitsbedingungen in fernen Ländern.
Selbst bei fair Trade Produjkten ist nie 100% sicher, dass es auch so fair zugeht wie wir uns gerne wünschen, gleiches gilt für fast alle anderen Marken, auch für Grupp. Wer weiß, wie die Wolle gesponnen wurde...
Das hat nix mit Krieg oder Frieden zu tun, sondern einfach mit der korrupten Regierung in den entsprechenden Ländern, Indien , Bangladesh, China, ...
In China gibt es ja allmählich Veränderungen.
Das normale Volk, egal wo, will eigentlich nie den Krieg!!!

Sprücheklopfer

Das sind genau die Richtigen, Arbeitslose sollen dem Vaterland dem Volkswohl dienen. Diese Sprücheklopfer sind dann die Leute, die vor lauter Vaterlandsstolz und Angst in der Hose im Einsatz durchdrehen und unbewaffnete Zivilisten massakrieren und lebenslang im Knast sitzen..

Wann kapieren diese Sprücheklopfer und Hetzer, dass Krieg kein Spiel ist, das Krieg Vernichtung bedeutet und Menschen ins Unheil stürzt - Täter wie Opfer.

Aber wenn man seit Jahrzehnten im Frieden lebt, eine Plautze vor sich rum trägt, dann kann man solch Stammtisch-Sprüche von sich geben.

Widerlich

Die zarte Mohnblüte und das Bombengeschäft !

""die zarte Mohnblüte wirkungsvoll zu schützen.""

Genau darum dreht sich fast alles in Afghanistan.
Wenn ich JJ wäre würde ich sagen und jetzt mal ein bischen Kopfrechnen :

Jahresproduktion von Opium vor dem Angriffskrieg der Amerikaner 2001 ( also zur Zeit der Herrschaft der Taliban )

*200 MT*

Jahresproduktion in 2011 ( also nach 10 Jahren Besatzung der NATO und Co. )

***8000 MT*** ( in Worten: ACHT TAUSEND )

Zuswachsfaktor : 40 X

So nun 8000 MT = 8.000.000,- KG x 1000 = 8.000.000.000,- Gramm x Strassenverkaufswert von ca. Euro 100,--/Gramm ( Iran , Türkei , Russland , Europa etc. )=
= Euro 80.000.000.000,-- ( in Worten : Achtzig Mrd. Euro )

Jetzt bekommen Sie eine Vorstellung , wie und warum direkt vor den Augen der NATO der Mohnanbau vorangetrieben wird.

Alles Special Operation der NATO ( CIA , Mossad , MI6 etc. ) auf der ganzen Welt werden aus dieser ' Quelle ' finanziert , nach dem Motto : "Don't Ask , Don't tell"
Wen Krieg zum Bomben-Geschäft wird !

Warum interessieren wir uns so für AFGANISTAN UND JERUSALEM

Gibt es nicht noch andere Brennpunkte auf unserer kleinen Kugel, als dass wir uns immer wieder mit der gleichen punktuellen Betrachtungsweise der Medien zufrieden geben müssen.
Von Birma zum Beispiel hört man garnix mehr - obwohl da auch NIX besser geworden ist. Aber da gibt es ja kein Öl, sondern nur Menschen in orangenen Klamotten.

Abenteuer

Afghanistan - außer Spesen nichts gewesen. Wer hat das eigentlich zu verantworten und wer wird zur Rechenschaft gezogen? In jedem Unternehmen gibt es einen Business-Plan. Den Business-Plan Afghanistan hat die Bevölkerung nie verstanden. Offensichtlich haben die Taliban schon wieder gewonnen.

Also bitte!

Also bitte, das war doch nun wirklich abzusehen. Afghanistan als Land (also geografisch betrachtet), mit seinen Nachbarn und den religiösen Fanatikern, ist mit "unseren" Mitteln nicht dauerhaft zu befrieden/zu besetzen.

Diese Erfahrung haben die Briten gemacht, diese Erfahrung haben die Sowjets gemacht und diese Erfahrung macht der Westen gerade. Um in Afghanistan dauerhaft etwas zu erreichen, müsste ein Vielfaches an Soldaten dort stationiert werden. Und das nicht nur über eine Dekade, sondern über 40-50 Jahre.

Dazu ist, schon aus finanziellen Gründen, kein Land bereit. Und das unterscheidet uns eben von den Taliban: Ihnen bedeutet Afghanistan etwas, uns ist es egal. Das kann man gut oder schlecht. An den Tatsachen ändert das nichts.