ÖsterreichLeiche von libyschem Ex-Premier in der Donau gefunden

Der frühere Premier Libyens, Schukri Ghanim, ist tot in der Donau bei Wien entdeckt worden. Die Todesursache ist unklar, Zeichen für Gewaltanwendung gibt es nicht. von afp, dpa und reuters

Der ehemalige libysche Ölminister Schukri Ghanim (Archiv)

Der ehemalige libysche Ölminister Schukri Ghanim (Archiv)  |  © Mohamed Messara/dpa

Ein Passant hat die Leiche des ehemaligen libyschen Ministerpräsidenten und Ölministers Schukri Ghanim in der Neuen Donau bei Wien entdeckt. Der Tote habe noch nicht lange im Wasser getrieben, als er am Sonntagabend gefunden worden sei, sagte ein Sprecher der Polizei.

Der 69-Jährige sei zweifelsfrei identifiziert, eine Obduktion solle nun nähere Erkenntnisse über die Todesursache bringen. Der britische Sender BBC berichtete unter Berufung auf österreichische Polizeiangaben, an Ghanims Körper seien keinerlei Spuren von Gewaltanwendung zu erkennen. Indes müsse man auch keine Spuren von Gewaltanwendung sehen, selbst wenn er ins Wasser gestoßen worden wäre, sagte der Sprecher. Es sei aber ebenso möglich, dass Ghanim ohne Fremdeinwirkung ins Wasser gefallen sei.

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Der ehemalige Gefolgsmann des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi lebte nach Angaben der Polizei zuletzt in Wien und arbeitete dort in der Innenstadt für die Organisation Erdöl exportierender Länder ( Opec ). Die Leiche war entdeckt worden, als sie unter einer Brücke trieb.

Laut BBC war Ghanim vollständig angezogen, trug aber keinen Pass bei sich, sondern lediglich einen Ausweis seines Arbeitgebers. Ein Opec-Mitarbeiter identifizierte ihn schließlich.

Ghanim gehörte lange Jahre zum inneren Zirkel um den früheren libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi . Von 2003 bis 2006 war er Ministerpräsident des Landes. Von 2006 an war er Chef der staatlichen Ölgesellschaft und damit Ölminister, bis er sich im Mai 2011 vom Regime Ghaddafis lossagte : "In dieser Lage kann man nicht mehr arbeiten, also habe ich mein Land verlassen und meine Arbeit aufgegeben", hatte Ghanim gesagt.

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Leserkommentare
  1. Nein, das täuscht. Obwohl die Löschungen natürlich immer zu Spekulationen jeder ARt Anlass geben.

    Das Thema scheint besonders brisant zu sein.

  2. War bislang auch mein Eindruck. Unterstellen Sie mir jedoch bitte nicht fehlendes Niveau.
    Was meinen Beitrag angeht, habe ich Vermutungen geäußert, ja - was ist daran falsch? Im Journalismus werden tagtäglich Vermutungen geäußert, und diese werden, wie die meine, auch als solche gekennzeichnet.
    Im Übrigen kennen Sie meinen ursprünglichen Kommentar vermutlich gar nicht?

    Meines Erachtens werden im Journalismus, (und das ist auch eine Vermutung - eine sehr starke) wenn es um heiße Themen geht, schier undurchdringliche Tabus aufgebaut, die nicht durchbrochen werden dürfen.
    So viel zur demokratischen Debatte.

    Antwort auf "Mehrere Gründe"
  3. Wahlkampffinanzierung belegte?

  4. Der allererste Kommentar war übrigens ein Musterbeispiel an "Nettiquette" und AGB, er war präzise aufs Thema gerichtet und brachte zum Ausdruck, daß die in den Medien kolportierte Geschichte mit den Sarkozy-Wahlkampfmilliönchen eine Rolle gespielt haben könnten.
    1+1=2.
    Liegen halt zeitlich auffallend nah beieinander die Meldungen, und alles ist brennend aktuell.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die sehr vage "Meldung" von Gaddafis 2007er Wahlkampfspende für Sarkozy ist mehrere Wochen alt, wurde bereits vor einem Jahr angekündigt (allerdings auch von Saif Al-Islam nie in irgendeiner Weise belegt) und wird nun aus Gründen der Opportunität (6 Tage vor der Stichwahl in Frankreich) wieder hervorgekramt. Da einen zeitlichen Zusammenhang zu konstruieren, ist also zumindest gewagt.

    In Libyen selbst laufen die Reflexe übrigens in eine ganz andere Richtung: Keine Häme, kein Zynismus. Unabhängig von zu klärenden Fragen ist dort ein Trauerfall ein Trauerfall, bei dem der Familie des Verstorbenen Respekt gezollt wird. Punkt.

    SpOn hatte wohl Recht, die Kommentarfunktion bei dieser Meldung auszusetzen.

  5. 21. Schade

    Schade-das es entfernt wurde-

    Antwort auf "[...]"
  6. Die sehr vage "Meldung" von Gaddafis 2007er Wahlkampfspende für Sarkozy ist mehrere Wochen alt, wurde bereits vor einem Jahr angekündigt (allerdings auch von Saif Al-Islam nie in irgendeiner Weise belegt) und wird nun aus Gründen der Opportunität (6 Tage vor der Stichwahl in Frankreich) wieder hervorgekramt. Da einen zeitlichen Zusammenhang zu konstruieren, ist also zumindest gewagt.

    In Libyen selbst laufen die Reflexe übrigens in eine ganz andere Richtung: Keine Häme, kein Zynismus. Unabhängig von zu klärenden Fragen ist dort ein Trauerfall ein Trauerfall, bei dem der Familie des Verstorbenen Respekt gezollt wird. Punkt.

    SpOn hatte wohl Recht, die Kommentarfunktion bei dieser Meldung auszusetzen.

    Antwort auf "Erster Kommentar"
  7. vermutlich wird auch dieser Tod nie aufgeklärt werden. Profi ist eben Profi.

  8. 24. [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie den Artikelinhalt. Die Redaktion/mak

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
  • Schlagworte BBC | Muammar al-Gaddafi | Opec | Erdöl | Ministerpräsident | Obduktion
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