Die Militärjunta in Mali hat sich mit der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas auf ein Rahmenabkommen zur Machtübergabe geeinigt. Der Putschistenführer Amadou Sanogo unterzeichnete die Vereinbarung gemeinsam mit dem Ecowas-Unterhändler Djibrill Bassolé. Demnach werden die Militärs die Macht an eine Zivilregierung übergeben, hieß es im US-Nachrichtensender CNN . Im Gegenzug sollten Handels- sowie diplomatische Sanktionen beendet werden. Ein Datum für die Machtübergabe wurde aber nicht genannt.

Das Abkommen regelt jedoch den Ablauf des Übergangsprozesses. So sagte Sanogo nach Gesprächen mit Ecowas zu, Parlamentspräsident Dioncounda Traoré solle Interimspräsident werden. Die verfassungsmäßige Ordnung solle wieder hergestellt werden. Wie der britische Sender BBC berichtet , werde Traoré beauftragt, innerhalb von 40 Tagen nach seiner Vereidigung "freie, transparente und demokratische Wahlen" zu organisieren.

Das Abkommen sieht auch eine Generalamnestie für die Putschisten vor. Diese hatten am 22. März Präsident Amadou Toumani Touré entmachtet. Als Reaktion auf den Putsch hatte die Ecowas ein Embargo gegen Mali verhängt, die Grenzen geschlossen und die Konten des Landes eingefroren. Nach Angaben von Bassolé ordnete der amtierende Ecowas-Vorsitzende, der ivorische Präsident Alassane Outtara, nun die sofortige Aufhebung verhängten Sanktionen an.

Aufgrund des Machtvakuums nach dem Putsch gelang es den Tuareg-Rebellen der Nationalen Befreiungsbewegung von Azawad – kurz MNLA – und den mit ihnen verbündeten Islamisten, innerhalb weniger Tage weite Teil des Nordens unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Freitag erklärten die Tuareg-Rebellen das eroberte Gebiet schließlich für unabhängig. Der neue Staat soll Azawad heißen . Das bedeutete in der Sprache der Tuareg "Land der Nomaden".

Allerdings wollen weder die ehemalige Kolonialmacht Frankreich , die USA noch die afrikanischen und arabischen Nachbarländer das abgetrennte Gebiet als 55. Staat Afrikas anerkennen. Der Westen befürchtet, der Norden Malis könnte sich in ein neues Zentrum des Terrornetzwerkes Al-Kaida verwandeln.