China: Maritimer Machtkampf in Ostasien
China streitet mit seinen Nachbarn um unbewohnte Inseln und Seegebiete. Allein drei Marine-Manöver finden jetzt im Westpazifik statt. Mittendrin: die USA.
© Hoang Dinh Nam/AFP/Getty Images

Offiziere der US-amerikanischen und der vietnamesischen Marine bei einem gemeinsamen Manöver
Es ist viel los in den Meeren Ostasiens. Handelsschiffe jeder Größe und Provenienz durchkreuzen die Boomregion, Tag und Nacht. Und selbstverständlich sind dort auch Schiffe der Küstenwachen und Kriegsmarinen unterwegs, nicht nur der Anrainerstaaten. Selten jedoch häufen sich wie jetzt gerade internationale Militärübungen, gleich drei Manöver finden in der Region statt. Alle stehen im Kontext der rasanten militärischen Aufrüstung Chinas zur See und Hoheitsansprüchen Pekings auf einige umstrittene Seegebiete und Inselgruppen.
Am Montag haben die USA und Vietnam mit einer gemeinsamen Militärübung begonnen. Die Aktivitäten vor der Küste von Danang in Zentralvietnam dauern fünf Tage, 1.400 US-Soldaten nehmen daran teil. Es ist noch nicht allzu lange her, da waren Vietnam und die USA noch Kriegsgegner.
Einen Tag zuvor, am Sonntag, haben China und Russland ein gemeinsames Manöver begonnen. An der sechstägigen Übung im Gelben Meer vor der Küstenstadt Qingdao in der Provinz Shandong sind auf chinesischer Seite 16 Marineschiffe und 2 U-Boote beteiligt, Russland hat 4 Kriegsschiffe entsandt. Offiziell heißt es, man wolle die gemeinsame Luftabwehr, die Bekämpfung von U-Booten, Such- und Rettungseinsätze trainieren. Zudem sollen Anti-Terror-Einsätze sowie die Befreiung gekaperter Schiffe geprobt werden.
Bereits am 16. April begann ein groß angelegtes vierzehntägiges Manöver der philippinischen und der US-Marine in den Meeren rund um den Inselstaat. An diesem Montag fand eine Übung in einem Gebiet im Südchinesischen Meer statt, das nicht nur von vielen Schifffahrtsrouten gekreuzt wird, sondern in dem auch Öl- und Gasvorkommen vermutet werden. 4.500 Soldaten der US-Marine nehmen teil, das Gros kommt aus der US-Basis auf der japanischen Insel Okinawa, 2.300 Soldaten stellt die philippinische Seite. Seit 1951 bereits gibt es eine enge militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten.
Streit um das Scarborough-Riff
Die Gleichzeitigkeit dieser drei Manöver ist Ausdruck der geostrategischen Spannungen, die heute vor den pazifischen Küsten Ostasiens herrschen. Das nach rund zweihundert Jahren wiedererstarkte Großreich China hat seinen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg inzwischen auch in der Rüstung umgesetzt. In der Folge hat Peking im Jahr 2010 seinen Gesamtanspruch auf die militärische Hoheit im Ost- und Südchinesischen Meer artikuliert. Das wurde wenig später offiziell zwar wieder abgeschwächt. Doch ist es zuletzt besonders gegenüber den Philippinen wieder zu gefährlichen Konfrontationen gekommen.
Im Südchinesischen Meer zwischen China, Vietnam, den Philippinen, Malaysia und Brunei beanspruchen die Anrainerstaaten teilweise dieselben Seegebiete. Eines dieser Gebiete ist das Scarborough-Riff, das 124 Seemeilen von der philipinischen Hauptinsel Luzon entfernt liegt; Peking beansprucht das Riff auch und begründet das historisch.
Im Streit um das Scarborough-Riff brachte die philippinische Marine vor zwei Wochen chinesische Fischer auf. Doch hinderten chinesische Patrouillenboote die Philippiner daran, sich den Booten zu nähern und die Fischer festzunehmen. Inzwischen hat die chinesische Seite zwecks Demonstration von Stärke ihr modernstes Überwachungsschiff dorthin geschickt, die Yuzheng 310; fünf weitere Patrouillenboote sollen in der Region unterwegs sein, berichtet Asia Times Online.
Der Streit verdeutlicht, warum gerade das US-philippinische Manöver im Südchinesischen Meer zurzeit derart brisant ist. Es ist weit länger geplant als das aktuelle Gerangel am Scarborough-Riff. Doch sehr zum Ärger Pekings sind die USA seit dem Zweiten Weltkrieg im Westpazifik eine Art Hegemon. Mit den hochgerüsteten Staaten Südkorea und Japan ist Washington verbündet, enge sicherheitspolitische Beziehungen gibt es mit Taiwan, Indonesien und den Philippinen, Ex-Kriegsgegner Vietnam ist aufgrund Chinas expansionistischer Züge auch dazugestoßen. Von dieser geballten US-Präsenz fühlt China sich eingeengt.
Entsprechend hat Peking die USA in ungewöhnlich scharfer Form vor einer militärischen Konfrontation im Südchinesischen Meer gewarnt. Die seit Montag laufende gemeinsame Übung der philippinischen und der US-Marine trage massiv zu einer Verschärfung der Lage in der Region bei, warnte ein Kommentar in der Tagesszeitung der Volksbefreiungsarmee, dem offiziellen Sprachrohr des Militärs. Dies werde "unvermeidlich Einfluss auf den Frieden und die Stabilität in der Region haben", hieß es weiter.
Zu viele Regierungsstellen
Das Konfliktpotenzial ist groß: Peking ist im Westpazifik an 16 Gebietskonflikten beteiligt, schreibt das Magazin Europäische Sicherheit. Dabei geht es um Rohstoffe, vor allem aber um strategische Interessen: Mit Japan und Taiwan streitet China um die Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer, mit Vietnam und Taiwan um die Paracel-Inseln sowie mit Vietnam, Taiwan, Malaysia, den Philippinen und Brunei um die Spratly-Inseln.
Verkompliziert werden die Territorialkonflikte durch die schlecht koordinierte Politik der für maritime Interessen zuständigen Regierungsstellen Chinas. Nach Erkenntnissen der International Crisis Group (ICG) sind allein für das Südchinesische Meer mindestens elf Regierungsbehörden auf Ministerialebene sowie fünf Justizbehörden zuständig. Laut ICG ist neben der Anzahl das Hauptproblem, dass die meisten der Regierungsstellen ursprünglich für Verwaltungsaufgaben im Inneren gegründet wurden – heute aber auch Außenpolitik betreiben.
Im Fall des gerade besonders stark schwelenden Scarborough-Streits hat Manila vorgeschlagen, diesen vor dem unabhängigen Internationalen Seegerichtshof in Hamburg zu verhandeln. Doch Peking lehnt das ab und will ausschließlich bilateral reden. Eine Haltung, die viele Staaten Ost- und Südostasiens dazu bringt, verstärkt strategische Kooperationen mit dem Hegemon USA zu suchen. Weitere Spannungen und Konflikte sind in der Region daher absehbar.





Man hat ja mit China als großem Bruder nicht so die auswahl. Entweder verbündet man sich mit den USA oder man gibt sein Staatsgebiet im zweifelsfall auf.
Mit 16 Ländern im beinahekrieg liegen (sorry "gebietskonflikte") das klingt nach dem Selbstanspruch Weltmacht zu sein.
....gering. Das wird so nicht bleiben. Daher ist es so wichtig, dass Deutschland die Gunst der Stunde nutzt und mithilft China technisch mit dem Export von Qualitätsprodukten unterstützt. Später wird man dann Sanktionen einführen. Klar. Wie im Iran. Wie in Syrien. Aber zwischenzeitlich gilt es einen Euro zu verdienen.
Nur ein Scherz. Aber so versteht man Marx Satz über der Kapitalisten, dem Henker und dem Strick.
Gott sei Dank gibt es andere Lösungen zur Gleichung. Es muss nicht Weltkrieg heraus kommen. Man kann ihn aber scho riechen.
also, wenn man sich für einen hegemon entscheiden muss, dann ist das doch eher die "wahl der qual"
....gering. Das wird so nicht bleiben. Daher ist es so wichtig, dass Deutschland die Gunst der Stunde nutzt und mithilft China technisch mit dem Export von Qualitätsprodukten unterstützt. Später wird man dann Sanktionen einführen. Klar. Wie im Iran. Wie in Syrien. Aber zwischenzeitlich gilt es einen Euro zu verdienen.
Nur ein Scherz. Aber so versteht man Marx Satz über der Kapitalisten, dem Henker und dem Strick.
Gott sei Dank gibt es andere Lösungen zur Gleichung. Es muss nicht Weltkrieg heraus kommen. Man kann ihn aber scho riechen.
also, wenn man sich für einen hegemon entscheiden muss, dann ist das doch eher die "wahl der qual"
Wenigstens nehmen die USA sich nun einen halbwegs ebenbürtigen Gegner vor. Der gegen China gerichtete, feindselige Unterton im Artikel ist aber trotzdem überflüssig. Denn wie immer stehen die USA mit ihren Bomben und Flugzeugträgern direkt vor deren Haustür und haben auch klar zu verstehen gegeben, dass sie die Kriegspolitik vom Nahen in den Fernen Osten verlegen wollen. Von daher ist von unserer Seite eher Neutralität angesagt. Oder wollen wir uns unbedingt darum reissen, unsere Freiheit nun im Gelben Meer verteidigen zu dürfen?
Vor allem stehen in dieser Region viele kleine Staaten dem Riesen China gegenüber. Sollte China eines Tages den Impetus verspüren einen dieser Gebietskonflikte gewaltsam zu lösen, was wirdsie dann abschrecken? Die Luftwaffe der Philippinen? Oder doch eher die Präsenz der USA! Ich glaube, diesen Schutz mussten die Amerikanersie Staaten wie Japan und Korea auch nicht gewaltsam aufdrängen. Und dass sie China von sich aus angreifen, glauben sie wohl selbst nicht? Bei den wirtschaftlichen Verpflechtungen der beiden Länder grenzte das an Selbstmord. Das Ergebnis: Frieden! Dank der Schulden und der Waffen der USA. (ja, hier könnte die Rolle der USA durchaus positiv beurteilt werden, lassen sie den Gedanken ruhig mal zu, auch wenns schwerfällt.)
es gibt da verschiedene ansprüche auf verschiedene gebiete.
die usa sind traditionell im patifik unterwegs.
weil china jetzt erstarkt, gibt es nicht automatisch die verpflichtungen zum einen eine traditionelle einflußsphäre einfach aufzugeben und zum zweiten auch keinen grund, china die territorialstreitigkeiten einfach qua höheren gewichtes für sich zu entscheiden.
die gebietskonflikte zeigen keinen offenkundig "anrecht-habenden", darum sind die gebiete ja umstritten.
auch für die position der usa, sich nicht ohne not aus einer einflußzone so mir nichts dir nichts herauszuschleichen, habe ich, trotz usa-skepsis verständnis.
man muss ja nicht gleich eine selbstaufgabe von den amis erwarten.
Vor allem stehen in dieser Region viele kleine Staaten dem Riesen China gegenüber. Sollte China eines Tages den Impetus verspüren einen dieser Gebietskonflikte gewaltsam zu lösen, was wirdsie dann abschrecken? Die Luftwaffe der Philippinen? Oder doch eher die Präsenz der USA! Ich glaube, diesen Schutz mussten die Amerikanersie Staaten wie Japan und Korea auch nicht gewaltsam aufdrängen. Und dass sie China von sich aus angreifen, glauben sie wohl selbst nicht? Bei den wirtschaftlichen Verpflechtungen der beiden Länder grenzte das an Selbstmord. Das Ergebnis: Frieden! Dank der Schulden und der Waffen der USA. (ja, hier könnte die Rolle der USA durchaus positiv beurteilt werden, lassen sie den Gedanken ruhig mal zu, auch wenns schwerfällt.)
es gibt da verschiedene ansprüche auf verschiedene gebiete.
die usa sind traditionell im patifik unterwegs.
weil china jetzt erstarkt, gibt es nicht automatisch die verpflichtungen zum einen eine traditionelle einflußsphäre einfach aufzugeben und zum zweiten auch keinen grund, china die territorialstreitigkeiten einfach qua höheren gewichtes für sich zu entscheiden.
die gebietskonflikte zeigen keinen offenkundig "anrecht-habenden", darum sind die gebiete ja umstritten.
auch für die position der usa, sich nicht ohne not aus einer einflußzone so mir nichts dir nichts herauszuschleichen, habe ich, trotz usa-skepsis verständnis.
man muss ja nicht gleich eine selbstaufgabe von den amis erwarten.
Vor allem stehen in dieser Region viele kleine Staaten dem Riesen China gegenüber. Sollte China eines Tages den Impetus verspüren einen dieser Gebietskonflikte gewaltsam zu lösen, was wirdsie dann abschrecken? Die Luftwaffe der Philippinen? Oder doch eher die Präsenz der USA! Ich glaube, diesen Schutz mussten die Amerikanersie Staaten wie Japan und Korea auch nicht gewaltsam aufdrängen. Und dass sie China von sich aus angreifen, glauben sie wohl selbst nicht? Bei den wirtschaftlichen Verpflechtungen der beiden Länder grenzte das an Selbstmord. Das Ergebnis: Frieden! Dank der Schulden und der Waffen der USA. (ja, hier könnte die Rolle der USA durchaus positiv beurteilt werden, lassen sie den Gedanken ruhig mal zu, auch wenns schwerfällt.)
haben es Atommächte immer vermieden, Krieg gegeneinander zu führen.
Vielleicht bleibt uns ja diese segensreiche Wirkung der Atombombe noch ein paar Jahrzente erhalten?
Allerdings gab es in den Zeiten des Kalten Krieges ja auch sowas wie Stellvertreterkriege...
"Verkompliziert werden die Territorialkonflikte durch die schlecht koordinierte Politik der für maritime Interessen zuständigen Regierungsstellen Chinas."ff
a) optimistisch betrachtet, führt das chines. System zu obiger Ineffektivität und treibt dadurch alle Anrainer in die Arme der USA
b) China will diese Ineffektivität bzw. es ist der Regierung egal, da man diese Eskalation will - mit allem, was man damit von China noch erwarten darf..
könnte man auf die Idee kommen, China sei gewaltig am manövern:
"Maritimer Machtkampf in Ostasien
China streitet mit seinen Nachbarn um unbewohnte Inseln und Seegebiete. Allein drei Marine-Manöver finden jetzt im Westpazifik statt. Mittendrin: die USA. Von S. Richter"
Wenn man dann weiterliest, stellt man sehr schnell fest, daß bei den zur Zeit stattfindendenden Manövern nur eines chinesische Teilnehmer hat.
Dafür zwei, bei denen die Amerikaner mitspielen.
Das sollte so sein, der Eindruck, oder?
haben wir verschiedene Artikel gelesen. Die von Ihnen angedeutete einseitige antichinesische Stossrichtung des Artikels ist objektiv nicht vorhanden.
Es geht ja auch nicht um die aktuellen Militaermanoever allein, sondern um die maritime Konfrontation in dieser Region generell. Und da hat China gerade in der juengeren Vergangenheit wiederholt Schlagzeilen gemacht, z.B. durch die voruebergehende Besetzung der vor der philippinischen Kueste liegenden Koralleninseln, fast taegliches Eindringen chinesischer Fischerboote in die philippinischen Territorialgewaesser und demonstrative Manoever der chinesischen Marine in der Naehe territorial umstrittener Inseln und dergleichen mehr.
Uebrigens gibt es derartige Konflikte auch zwischen Malaysia und Indonesien, was bereits mehrfach beinahe zu einer militaerischen Eskalation gefuehrt hat. Aber da hier keine Grossmacht direkt beteiligt ist, liest man darueber in Deutschland sehr wenig.
haben wir verschiedene Artikel gelesen. Die von Ihnen angedeutete einseitige antichinesische Stossrichtung des Artikels ist objektiv nicht vorhanden.
Es geht ja auch nicht um die aktuellen Militaermanoever allein, sondern um die maritime Konfrontation in dieser Region generell. Und da hat China gerade in der juengeren Vergangenheit wiederholt Schlagzeilen gemacht, z.B. durch die voruebergehende Besetzung der vor der philippinischen Kueste liegenden Koralleninseln, fast taegliches Eindringen chinesischer Fischerboote in die philippinischen Territorialgewaesser und demonstrative Manoever der chinesischen Marine in der Naehe territorial umstrittener Inseln und dergleichen mehr.
Uebrigens gibt es derartige Konflikte auch zwischen Malaysia und Indonesien, was bereits mehrfach beinahe zu einer militaerischen Eskalation gefuehrt hat. Aber da hier keine Grossmacht direkt beteiligt ist, liest man darueber in Deutschland sehr wenig.
da waren die Amis eigentlich ziemlich ununterbrochen in diesem Teil der Welt am Üben.
Immer abwechselnd mit mit unterschiedlichen Alliierten.
Und immer gerne sehr nahe an der Achse des Bösen, Nordkorea, und damit auch in unmittelbarer Nähe des chinesischen Interessengebietes.
Aber die dürfen das ja, die Amis...
wenn man fett ist fühlt er sich natürlich eingeengt. Das liegt in der Natur der Sache. Schon schlimm, wenn man am einen Ende schon gar nicht mehr mitbekommt was am anderen los ist. Aber das kann ja nun nicht das Problem der anderen sein, dass jemand, der fett ist nicht genug Platz hat.
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