Die USA haben Nordkorea zum Verzicht auf weitere Raketen- oder Atomtests aufgefordert. "Unsere Position bleibt: Tut das nicht", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Ein Raketenstart wäre "höchst provokativ" und "eine Bedrohung für die regionale Sicherheit". Noch schlimmer wäre ein Atomtest.

Sie rief China als vermeintlichen Verbündeten des abgeschotteten Landes auf, mehr Einfluss auf die Führung in Pjöngjang auszuüben, um eine "Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" zu erreichen. China hatte sich zuvor besorgt über die unabsehbaren Folgen des geplanten Raketenstarts geäußert. Das Land und seine Widersacher in der Region müssten Ruhe bewahren und zum Dialog zurückfinden, sagte Außenminister Yang.

Nordkorea hatte am Wochenende in einem ungewöhnlichen Schritt der Öffentlichkeit eine Langstreckenrakete vorgestellt, mit der das Land in Kürze einen Wettersatelliten ins All bringen will. Die USA und Südkorea befürchten, dass es sich um den verkappten Test einer ballistischen Rakete handelt, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Die Unha-3 kann angeblich Alaska und damit das US-Festland erreichen.

"Wir rechnen noch an diesem Dienstag mit einem Abschluss der Aufbauarbeiten", sagte Ryu Kum Chol, stellvertretender Direktor der Entwicklungsabteilung der Raumfahrtbehörde. Vorgesehen ist der Start zwischen dem 12. und dem 16. April. Formeller Anlass ist der 100. Geburtstag des als Staatsgründer verehrten Kim Il Sung am 15. April. Die Regierung in Tokio hat die Luftabwehr des Landes in Alarmbereitschaft versetzt, um die Rakete notfalls abschießen zu können. Nordkorea hatte gewarnt, ein Abschuss der Rakete werde als Kriegsakt aufgefasst . Philippine Airlines, Japan Airlines (JAL) und All Nippon Airways (ANA) gaben angesichts des bevorstehenden Tests eine Änderung ihrer Flugpläne bekannt.

Vorbereitungen für einen Atomtest?

Medienberichten zufolge bereitet Nordkorea zudem einen dritten Atomtest vor. Unter Berufung auf Geheimdienstkreise meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap, die Vorbereitungen seien auf Satellitenaufnahmen zu erkennen. Ein Tunnel für den Test werde in der nordöstlichen Stadt Punggye Ri angelegt, neben den Schächten für die Versuche der Jahre 2006 und 2009. Die Bauarbeiten seien fast abgeschlossen. Ein südkoreanischer Regierungsbeamter sagte dazu, auf dem Testgelände unternehme Nordkorea bereits seit einigen Jahren Tunnelgrabungen.

Das kommunistische Regime hatte bereits 2006 und 2009 jeweils einen atomaren Sprengkopf gezündet, wodurch sich die Spannungen in der Region erheblich verschärft hatten. Diesen Atomtests war jeweils der Start einer mehrstufigen Rakete vorausgegangen.

Nordkorea hatte im Februar einen Stopp seiner Atomtests, der Uran-Anreicherung und der Starts von Langstreckenraketen angekündigt. Im Gegenzug sollte das verarmte Land Lebensmittel und Wirtschaftshilfe erhalten. Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der seit drei Jahren ausgesetzten Verhandlungen wurden jedoch durch die Ankündigung des Raketenstarts zunichte gemacht .