Der pakistanische Staatspräsident Asif Ali Zardari ist zu einem Kurzbesuch in Indien eingetroffen. Es ist die erste Indienreise eines pakistanischen Staatschefs seit 2005. In der Hauptstadt Neu Delhi will Zardari zunächst mit Premierminister Manmohan Singh zusammentreffen. Anschließend fliegt er in die rund 400 Kilometer südwestlich von Neu Delhi gelegene Stadt Ajmer im Bundesstaat Rajasthan, wo der Besuch eines berühmten muslimischen Heiligtums geplant ist. 



Zunächst war die Reise als private Pilgerfahrt nach Ajmer geplant. Nach Bekanntwerden des Besuchs hatte Premier Singh Zardari jedoch auch zu einem Treffen nach Neu Delhi eingeladen. 


Die Atommächte sind seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 verfeindet. Besonders der Kaschmir-Konflikt sorgt immer wieder für militärische Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern. Indien und Pakistan beanspruchen jeweils das Gebiet im Hochgebirgsraum des Vorderen Himalaya . Die Terroranschläge von Mumbai Ende 2008 mit mehr als 160 Toten hatten die Beziehungen zwischen den Atommächten erneut erheblich belastet. Indien macht pakistanische Extremisten für die Tat verantwortlich. 



Inzwischen haben sich beide Seiten wieder angenähert und die 2008 ausgesetzten Friedensgespräche fortgesetzt. Auch die Spitzenpolitiker beider Länder haben sich seitdem immer wieder am Rande internationaler Konferenzen getroffen. Zudem war Pakistans Regierungschef Yousaf Raza Gilani im März vergangenen Jahres nach Indien gereist, um auf Einladung Singhs das Halbfinale der Kricketweltmeisterschaft zwischen beiden Ländern anzusehen.