An der Grenze zwischen Sudan und Südsudan © Stringer/dpa

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen fordert ein "komplettes, sofortiges und bedingungsloses Ende" der Auseinandersetzungen zwischen Sudan und Südsudan . "Es besteht die Gefahr eines Krieges", sagte US-Botschafterin Susan Rice .

Die Kämpfe seien eine "ernstzunehmende Bedrohung von Frieden und Sicherheit", sagte Rice, die in diesem Monat Präsidentin des UN-Sicherheitsrates ist. Das Gremium rief beide Seiten dazu auf, ihre Einheiten "16 Kilometer von der Grenze zu entfernen".

Der Rat verfolge den Konflikt "mit großer Sorge". Das Gremium warnte davor, dass die bisher erreichte wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung durch fortwährende Gefechte zerstört werden könnte.

Rice drängte beide Länder erneut zu dem von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vorgeschlagenen Gipfeltreffen. Der UN-Chef hatte am Mittwoch in einem Telefonat mit dem südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir Mayardit die Regierungschefs zu einem Treffen aufgerufen, um "weiteres Blutvergießen zu vermeiden". Auch die Europäische Union forderte beide Konfliktparteien zu einem Ende der Gewalt und zum Rückzug ihrer Truppen auf eigenes Staatsgebiet auf.

Der Sudan hatte nach Angaben des Südsudan am Donnerstag Luftangriffe auf die Stadt Bentiu im südsudanesischen Bundesstaat Unity gestartet. Im Morgengrauen seien "fünf Bomben über Bentiu abgeworfen" worden, sagte der südsudanesische Vize-Informationsminister Atem Yaak Atem. Offenbar war demnach eine strategische Brücke Ziel der Angriffe. Verletzt wurde niemand.

Die Staatschefs beider Länder warfen sich nach den Gefechten gegenseitig Kriegstreiberei vor . "Unsere Brüder im Südsudan haben den Weg des Kriegs gewählt", sagte der sudanesische Präsident Omar al-Baschir in Khartum . Sein südsudanesischer Kollege Salva Kiir sagte, Baschir habe "einen totalen Krieg" gegen sein Land angekündigt.

Streit um Ressourcen

Der arabisch geprägte Norden und der rohstoffreiche, aber kaum erschlossene Süden streiten seit Jahrzehnten um die Ressourcen der Grenzprovinzen. So hat der Südsudan gerade eines der wichtigsten Ölfelder des Sudan erobert.

Der Südsudan hatte sich im vergangenen Juli vom Sudan gelöst. Der Unabhängigkeit des Südsudan war ein zwei Jahrzehnte langer Bürgerkrieg zwischen der sudanesischen Zentralregierung und dem überwiegend christlichen Süden des Landes vorausgegangen. Bis zu einem Friedensabkommen im Jahr 2005 starben zwei Millionen Menschen.