Die syrische Regierung will den UN-Friedensplan erfüllen und wie zugesagt alle Angriffe ihrer Truppen ab Donnerstagmorgen 6 Uhr (5 Uhr MESZ) einstellen. Sie behalte sich aber das Recht vor, auf eventuelle Angriffe der Rebellen "angemessen zu reagieren", heißt es in einem Schreiben des syrischen Außenministeriums an den UN-Sondergesandten Kofi Annan , wie sein Büro mitteilte.

Der Friedensplan des früheren UN-Generalsekretärs für Syrien sieht einen Waffenstillstand ab Donnerstagmorgen vor. Neben dem Ende der Gewalt fordert er die Aufnahme eines politischen Dialogs, die Zulassung humanitärer Hilfe im Land und ein Ende willkürlicher Festnahmen. Weitere Punkte sind eine freie Berichterstattung für Journalisten sowie die Gewährleistung von Bürgerrechten für die Syrer.

Der Druck auf Syrien zur Einhaltung des Friedensplans war zuletzt deutlich gestiegen, auch China hatte sich den Forderungen der internationalen Gemeinschaft angeschlossen und die syrische Führung zur Umsetzung gedrängt. Die chinesische Regierung sei angesichts der anhaltenden Gewalt "zutiefst besorgt", Syrien müsse sich an den Annan-Plan halten, teilte das chinesische Außenministerium mit. Die Zahl der getöteten Zivilisten steige immer weiter und die Krise habe eine "kritische Stufe" erreicht. Aber auch die Opposition müsse ihre Kämpfe einstellen.

G8-Außenminister beraten in Washington

Der Iran bekräftigte allerdings seine Unterstützung für Syrien und Präsident Baschar al-Assad. "Wir lehnen jede ausländische Einmischung und jede Forderung nach einem Machtwechsel ab", sagte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi nach einem Treffen mit Annan in Teheran. Assad müsse unabhängig vom Verlauf des Konflikts im Amt bleiben. Andernfalls drohe ein Machtvakuum mit schwerwiegenden Folgen, sagte Salehi. Der Iran ist in der Region der engste Verbündete des Assad-Regimes, bestreitet aber, Syrien Waffen zu liefern.

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In Washington wollen die Außenminister der G8-Staaten zusammen mit Russland über den Konflikt beraten. Außenminister Guido Westerwelle will sich dabei für eine klare Botschaft an die Führung in Damaskus einsetzen, die Gewalt unverzüglich zu stoppen. "Ich setze darauf, dass auch Russland diese klare Linie mittragen wird", sagte Westerwelle. "Das infame Morden von Zivilisten und sogar Flüchtlingen muss ein Ende haben." US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte an, in Washington erneut Druck auf Russland ausüben zu wollen – sie rechne mit "rauen Tagen".

Russland spielt eine Schlüsselrolle im Syrien-Konflikt. Als enger Verbündeter und wichtigster Waffenlieferant hatte Russland im UN-Sicherheitsrat bereits zwei Mal eine Resolution gegen das syrische Regime verhindert. Zuletzt forderte aber auch der russische Außenminister Sergej Lawrow , die Gewalt zu beenden.