Armee setzt Angriffe fort
Ungeachtet der Ankündigung für ein Ende der Gewalt sollen syrische Truppen ihre Angriffe am Mittwoch fortgesetzt und unter anderem die Stadt Homs mit Mörsergranaten beschossen haben. Von einem Rückzug des Militärs sei bislang nichts zu spüren, hieß es. Auf Filmaufnahmen der Opposition war zu sehen, wie bei Einschlägen im Viertel Chalidija Trümmer aufstoben. Rauch und Staubwolken trieben über die Dächer der Stadt. In Deraa im Süden des Landes, wo der Aufstand vor 13 Monaten ausgebrochen war, strömten nach Aussage von Oppositionellen ganze Busladungen von Soldaten unterstützt von gepanzerten Fahrzeugen in die Stadt. Sie hätten Haus für Haus durchsucht. Der Oppositionelle Omar al-Hariri sagte, er habe noch nie so viele Soldaten gesehen. "Die Armee nutzt die Waffenruhe aus, um mehr Dissidenten denn je festzunehmen, und die Sicherheitskräfte brennen die Häuser nieder", sagte er.
In der Hauptstadt Damaskus stürmten Soldaten Oppositionsangaben zufolge den Stadtteil Kafr Susa. Der Aufstand gegen Assad hat inzwischen laut UN-Schätzungen mehr als 9.000 Menschen das Leben gekostet.
Die Türkei fordert eine UN-Resolution zum Schutz der syrischen Bevölkerung. Die Gewalt hätte am Dienstag beendet werden müssen. "Da dies nicht passiert ist, erwarten wir dringend, dass der Weltsicherheitsrat eine Resolution verabschiedet, die auch die notwendigen Maßnahmen zum Schutz des syrischen Volkes einschließt."
Der oppositionelle Syrische Nationalrat forderte eine Bewaffnung der Aufständischen in Abstimmung mit der internationalen Gemeinschaft. "Das Regime ist der Stärkere auf dem Boden, das Regime hat die Panzer, das Regime hat die Raketen, das Regime hat die Kanonen, das Regime greift die Bevölkerung an", sagte Ratsmitglied Sadiq al-Mousllie im Deutschlandfunk. Scheitere der Friedensplan, müssten die Syrer die Sache selbst in die Hand nehmen.







Wir können immer noch nicht ausschliessen, dass mehr als 50% der syrischen Bevölkerung hinter Assad steht, nicht aus Begeisterung sondern als das kleinere Übel.
Vorschlag: Erregungspegel herunterschrauben, nachrichtendienstliche Anstrengungen hochfahren, den Türken im Grenzgebiet helfen - und abwarten.
das problem des "danach" sehe ich in syrien genauso, wie in libyen. nachdem die revolution erfolgreich war, übernahmen dort milizen die macht. der übergang in eine demokratie ist natürlich ein sehr schwerer, wenn es keine demokratische tradition gibt und und ein bürgerkrieg geführt werden musste, um die diktatur zu stürzen. aber wird es impulse für eine demokratische entwicklung geben, solange assad an der macht ist? ich meine nein. demzufolge ist die anarchie, die dem sturz folgen wird, ein notwendiges übel. an eine neue dauerhafte diktatur glaube ich nicht. in den 3 anderen arabischen staaten gibt es so eine entwicklung schließlich auch nicht
Welche Entwicklungen gibt es in den anderen arabischen Staaten?
Welche Entwicklungen gibt es in den anderen arabischen Staaten?
@Maggie,
dass Sie sich die Zeit genommen haben. Auch wenn Sie mit vielem immernoch nicht übereinstimmen, so hoffe ich dennoch, dass der Artikel Ihre Sicht auf den Konflikt erweitert und differenziert hat. Die Beobachtungsstelle und der Mann existieren und er gehört nicht zum Regime. Wäre einfach zu kontraproduktiv http://diepresse.com/home...
J.Todenhöfer hat viel Zeit in Syrien verbracht und die Revolutionen dokumentiert. Er hat einen tieferen Einblick in die Verhältnisse, als die meisten, die hier schreiben.
Es wäre tatsächlich einfach interessant zu wissen, was genau die Oppostion, bzw. die Teile der Oppostion anstreben, aber das erfährt man leider nur sehr schwer.
Zum Vorwurf eines Foristen gegen Pazifismus: Dr. Martin Luther King., Gandhi. Muhammad Ali. Sie alle haben Gesellschaftssysteme maßgeblich und nachhaltig verändert und das mittels Pazifismus.
@nirvanahunter ich stimme mit ihnen in sehr vielen Punkten ihrer Argumentationen überein, jedoch muss ich Maggie etwas in Schutz nehmen, da sie seit Wochen Frieden, Waffenstillstand und Wahlen gefordert hatte.
Man kann wirklich nur hoffen, dass die Wahlen stattfinden und bis dahin nicht zu viel Erde verbrannt wurde, als das man noch den Samen der Vernunft säen kann. Die Entstehung von Demokratie und demokratische Partizipation ist ein jahrelanger Prozess und man sollte dem entsprechend die Zeit geben und die verschiedenen Facetten anerkennen.
MfG, Camilo
Welche Entwicklungen gibt es in den anderen arabischen Staaten?
sie meinen also tatsächlich, die "syrische beobachtungsstelle für menschenrechte" ist ein raffinierter coup assads???
ernsthaft???
wissen sie, es gab mal einen sketch von monty python (komikertruppe, grossbritannien, 1960er und 70er jahre/stichwort "humor"), da ging es um werbetexte. einer der texte lautete: clarks kaffee - gibt dem wort "kotzen" eine neue bedeutung!"
was das mit ihrer annahme zu tun hat?
na dann denken sie mal scharf nach...
;-)
ist doch sowieso gelogen ! Hier auch eine gute Dokumentation dazu: http://tinyurl.com/ct42p7b
das ist prinzipiell richtig. aber es wird keine waffenruhe geben. assad wird sie immer wieder brechen und die milizen und die freie syrische armee auch. das misstrauen ist zu groß und die situation leider zu verfahren, als das es noch eine friedliche lösung gibt, die nicht assads rücktritt einschließt.
Es ist eigentlich sehr erstaunlich zu sehen, wie die ZEIT jeden Tag aufs neue einen Artikel zum Thema Syrien raushaemmert. Dabei scheinen weder Regierung noch Opposition wirklich Interesse daran zu haben, ihre Fehde friedlich beilegen zu wollen, und jeder schiebt dabei die Schuld auf den anderen. So auch die FSA:
'A spokesman for the main rebel force, the Free Syrian Army (FSA), said the ceasefire was unlikely to take effect.
"I don't believe our forces will stop shooting because the other side won't stop," Captain Ayham al-Kurdi said in a BBC interview on the Turkey-Syria border....The Free Syrian Army has said that while its fighters are "committed" to Mr Annan's ceasefire, they do not recognise the Assad government "and for that reason we will not give guarantees".'
http://www.bbc.co.uk/news...
Das klingt fuer mich wie eine Abmachung mit leeren Worten.
Syrien scheint zum Dauerkonflikt verdammt, so wie auch Afghanistan, Irak, Jemen, Somalia, Gaza, Libanon und seit kurzem wohl Libyen und Mali.
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