Kurdische Aktivisten demonstrieren vor der syrischen Botschaft in Libanon für Syriens Präsident Assad. © Anwar Amro/AFP/Getty Images

In der Türkei wächst die Unruhe über Hinweise auf eine Zusammenarbeit zwischen Syrien und der türkisch-kurdischen Rebellenorganisation PKK . Wie der Tagesspiegel berichtet , hat die Regierung in Ankara geheimdienstliche Informationen über die neue PKK-Präsenz in Syrien. "Die Türkei ist besorgt", sagte ein ranghoher türkischer Regierungsvertreter dem Blatt.

Die auch in Deutschland verbotene militante kurdische Arbeiterpartei PKK, zu deren Taktik unter anderem Selbstmordanschläge gehören, kämpft im Südosten der Türkei seit Jahrzehnten für mehr Autonomie. Schon früher hatten Syrien und die PKK zusammengearbeitet – ihr ehemaliger Chef Abdullah Öcalan hatte ein Quartier in der Hauptstadt Damaskus . Als Präsident Baschar al-Assad nach seinem Machtantritt 2000 die Nähe zur Türkei suchte, wurde die Zusammenarbeit jedoch beendet. 

Die alte Verbindung scheint nun reaktiviert worden zu sein. Vertreter der syrischen Opposition berichten, die Organisation habe mit Billigung des Regimes Kämpfer nach Syrien gebracht. Die PKK sei ein "Subunternehmer" der Assad-Regierung, zitiert die Zeitung den Türkei-Vertreter des Oppositionsdachverbandes SNC. Die Kurdenrebellen hätten die Bevölkerung in den nordsyrischen Gebieten davon abgehalten, an regierungsfeindlichen Protesten teilzunehmen.

PKK-Lager an der Grenze

Nach türkischen Berichten hat die PKK einige oppositionelle Kurdenpolitiker getötet, außerdem habe sie die Erlaubnis erhalten, auf der syrischen Seite der Grenze zur Türkei Lager zu errichten. 

Die Präsenz der PKK in dem Konflikt ist brisant, weil sie eine Intervention der Türkei wahrscheinlicher macht. Die Regierung hat mehrfach angekündigt, die Einrichtung einer Sicherheitszone auf syrischem Boden zu erwägen, sollte sie die nationale Sicherheit der Türkei gefährdet sehen. Die Zeitung Milliyet berichtete am gestrigen Montag, es gebe bereits fertige Pläne für die Errichtung einer Pufferzone auf syrischem Boden. Die Regierung dementierte nicht.

Dies wiederum könnte eine Kettenreaktion auslösen. Der amtierende PKK-Chef Murat hatte kürzlich gesagt, ein Eingreifen der Türkei in Syrien werde "ganz Kurdistan zum Kriegsgebiet machen" – eine Warnung vor Gewaltaktionen in der Türkei selbst.