Frankreich: Hollandes Chance auf die Liebe auf den zweiten Blick
Alles neu verhandeln in Europa? Unüberbrückbare Divergenzen zwischen Hollande und Merkel? Nach der Wahl in Frankreich werden andere Töne laut.
© Reuters

Am Morgen nach der Wahl: Frankreichs neuer Präsident François Hollande
Frankreichs Linke ist am Montag leicht verkatert in den Tag gestartet. Die ganze Nacht über hatten die Anhänger von François Hollande dessen Sieg bei der Präsidentschaftswahl über Amtsinhaber Nicolas Sarkozy gefeiert. Am Pariser Place de la Bastille trollten sich die letzten Feiernden erst, als es schon wieder hell wurde.
Immerhin wird zum ersten Mal seit 17 Jahren, zum ersten Mal seit François Mitterrand, wieder ein Sozialist das Land regieren. Viele seiner Wähler sehen in ihm vor allem den Garanten für großzügige Sozialprogramme und eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die die Erwerbslosenquote von derzeit fast zehn Prozent wieder senkt.
Doch das wird schwieriger zu bewerkstelligen sein als von Hollande angekündigt. Niemand weiß das besser als der neue Präsident selbst, denn Frankreichs Staatskassen sind leer. Die Verschuldung ist in den vergangenen fünf Jahren der Sarkozy-Regentschaft von 64,2 auf 85,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Höhe geschnellt. Bereits im Januar hatten die Rating-Agenturen deshalb den Daumen gesenkt und Frankreich die Bestnote Triple-A für zuverlässige Schuldner aberkannt.
Die Börsen in Asien und Europa gaben nach
Die Agenturen sind nicht gewählt, regieren aber mit. Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern inzwischen auch auf europäischer. Denn wenn Frankreich nicht spart und in der Bewertung weiter absackt, wird nicht nur die Schuldenaufnahme zu Hause sehr viel teurer. Auch das komplizierte Geflecht des Euro-Rettungschirms, für den Berlin und Paris beinahe zur Hälfte garantieren, wäre dann in Gefahr.
Wie nervös die Finanzmärkte auf Ungewissheiten reagieren, wurde gleich am Montagmorgen klar. Nach den Börsen in Asien gaben auch die europäischen Indizes nach. Der Euro fiel auf ein Drei-Monats-Tief. Hollande wird daher seine Wähler wohl schon bald enttäuschen müssen – wie übrigens auch Mitterrand 1983.
Vermutlich war das der Grund, warum die Bundesregierung und politische Beobachter in Berlin am Sonntagabend sehr gelassen auf das Wahlergebnis reagierten. Nach den Monaten des Wahlkampfs, in denen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel klar auf die Seite von Sarkozy gestellt und Hollandes zum Teil kostspielige Wahlkampfversprechen skeptisch beäugt hatte, schlug nun die Stunde des Pragmatismus. Die Kanzlerin telefonierte noch am Abend kurz mit dem Wahlsieger. Und Außenminister Guido Westerwelle sprach von einem "historischen Ereignis". Deutschland und Frankreich würden "gemeinsam einen Wachstumspakt für Europa erarbeiten", kündigte er in der französischen Botschaft in Berlin an. Dort hatten Experten bei verschiedenen Diskussionsrunden bereits zuvor Entwarnung gegeben.
Das deutsch-französische Verhältnis in Gefahr? Keine Spur! "Es wird ihm gar nichts anderes übrig bleiben, als sich mit Merkel zusammenzuraufen", sagte Barbara Kunz, Projektleiterin Europäischer Dialog bei der Stiftung Genshagen, über Hollande. Claire Demesmay von der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik erwartet sogar, dass die beiden sehr schnell übereinkommen werden. "Sie können sich nicht den Luxus leisten, sich voran zu tasten, wie das 2007 noch zwischen Merkel und Sarkozy der Fall war. Das muss jetzt schnell gehen. Die Märkte und auch die europäischen Partner erwarten das."





Wollen Sie die USA als totalitären Staat bezeichnen?
"nach oben" wird schon so lange praktiziert, dass sie doch schon als alternativlos angenommen wird...
Und die Zinseszinspolitik hilft denen, bei denen die ganzen "Gelder" aus der angeblich nie richtig bei uns angekommenen (noch ein bisschen Geduld, bis die Sparpolitik so richtig ihre Arme nach D ausbreitet und anfängt - aber halt ich Dummerle - es kommt ja jetzt die Wachstumsagenda - tata!) Wirtschaftskrise geflossen sind...
Das Kapital ist nur dahin "verschwunden" wo es sich im großen Haufen "kuschelig anschmiegen" kann :(
Und unseren europäischen Führungsportalen genügt es, wenn sie diesem "Volk" dient...
Liebe Grüße
... davon auszugehen, daß die Rahmenbedingungen unabänderlich sind.
1. Wer korrekt wirtschaftet und nur das ausgibt, was er auch einnimmt benögt den Kapitalmarkt nur in geringem Umfang
2. Wer sind denn die Marktakteure und wo kommt das Geld her? Die großen Anlagesummen - von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen - stammen von internationalen Versicherungen und Rentenfonds bzw. von Staaten mit großen Währungsreserven. Die Versicherungen und Rentenfonds müssen das Geld ihrer Versicherten irgendwie anlegen, damit z.B. auch eine Lebensversicherung nach vielen Jahren des Ansparens auch ausbezahlt werden kann bzw. Renten gezahlt werden können.
3. Berühmten Superreichen spielen dabei überhaupt keine Rolle. Ihr Geld steckt meist in eigenen Unternehmen bzw. Beteilungen und vor allem auch in Grundbesitz und Immobilien. Man kann sie sicherlich abkassieren, aber entscheidende Marktplayer sind sie mit Sicherheit nicht.
"Wer korrekt wirtschaftet und nur das ausgibt, was er auch einnimmt benögt den Kapitalmarkt nur in geringem Umfang"
Das mag bei Devisen früher der Fall gewesen sein, beim Euro trifft das nicht mehr zu. Werden nicht genügend Folgeschulden produziert, kommt es zur Rezession. Es ist die verdammte Pflicht einer Regierung sowas zu verhindern, ebenso wie zu große soziale Verwerfungen.
"abgesehen - stammen von internationalen Versicherungen und Rentenfonds bzw. von Staaten mit großen Währungsreserven"
Du hast auch Belege für diese Behauptung? Meines Wissens ist die Datenlage da sehr dünn. Und wenn es denn so wäre, hätten wir ja offensichtlich gar kein Schuldenproblem, nicht? Wir zahlten uns letztlich selbst die Zinsen. Also müssten wir auch nicht sparen...
"ausbezahlt werden kann bzw. Renten gezahlt werden können."
Ja kapitalgedeckte Renten waren immer schon eine bescheuerte Idee.
"Berühmten Superreichen spielen dabei überhaupt keine Rolle. Ihr Geld steckt meist in eigenen Unternehmen bzw. Beteilungen"
Das ist bei einigen tatsächlich der Fall, das monetäre Vermögen, welches den Schulden gegenübersteht, muss aber auch irgendwo sein, das verlangt die Logik. Entweder wir alle haben es (=kein Schuldenproblem) oder es wird in Fonds/Stiftungen, im Ausland oder am Kapitalmarkt gehortet. Die rezessiven Tendenzen legen auf jeden Fall nahe, dass es gerade nicht im Umlauf ist...
JAAAA! IMMER DIESE BÖSEN MÄRKTE...
Banken gehören auch zu den Finanzmärkten nicht wahr?
Banken leihen sich zu Niedrigstzinsen Geld, dass die dann mit horrenden Aufschlägen an Staaten verleihen, die schließlich daran zu Grunde gehen. Zuvor hatten sie bereits durch Zockerei, die Staatenverschuldung ins unermeßliche getrieben, sodass diese Staaten die Banken retten mußten, die Ihnen selber Geld zu unverschämten Konditionen liehen und leihen.
JUPPIDU! DIE Märkte können ja nichts dafür...neeee ! Aller Heiligen !
Grüße
Montessori
"Wer korrekt wirtschaftet und nur das ausgibt, was er auch einnimmt benögt den Kapitalmarkt nur in geringem Umfang"
Das mag bei Devisen früher der Fall gewesen sein, beim Euro trifft das nicht mehr zu. Werden nicht genügend Folgeschulden produziert, kommt es zur Rezession. Es ist die verdammte Pflicht einer Regierung sowas zu verhindern, ebenso wie zu große soziale Verwerfungen.
"abgesehen - stammen von internationalen Versicherungen und Rentenfonds bzw. von Staaten mit großen Währungsreserven"
Du hast auch Belege für diese Behauptung? Meines Wissens ist die Datenlage da sehr dünn. Und wenn es denn so wäre, hätten wir ja offensichtlich gar kein Schuldenproblem, nicht? Wir zahlten uns letztlich selbst die Zinsen. Also müssten wir auch nicht sparen...
"ausbezahlt werden kann bzw. Renten gezahlt werden können."
Ja kapitalgedeckte Renten waren immer schon eine bescheuerte Idee.
"Berühmten Superreichen spielen dabei überhaupt keine Rolle. Ihr Geld steckt meist in eigenen Unternehmen bzw. Beteilungen"
Das ist bei einigen tatsächlich der Fall, das monetäre Vermögen, welches den Schulden gegenübersteht, muss aber auch irgendwo sein, das verlangt die Logik. Entweder wir alle haben es (=kein Schuldenproblem) oder es wird in Fonds/Stiftungen, im Ausland oder am Kapitalmarkt gehortet. Die rezessiven Tendenzen legen auf jeden Fall nahe, dass es gerade nicht im Umlauf ist...
JAAAA! IMMER DIESE BÖSEN MÄRKTE...
Banken gehören auch zu den Finanzmärkten nicht wahr?
Banken leihen sich zu Niedrigstzinsen Geld, dass die dann mit horrenden Aufschlägen an Staaten verleihen, die schließlich daran zu Grunde gehen. Zuvor hatten sie bereits durch Zockerei, die Staatenverschuldung ins unermeßliche getrieben, sodass diese Staaten die Banken retten mußten, die Ihnen selber Geld zu unverschämten Konditionen liehen und leihen.
JUPPIDU! DIE Märkte können ja nichts dafür...neeee ! Aller Heiligen !
Grüße
Montessori
zieht sich Frankreich nicht am eigenen Schopf. Wir zahlen den Kran.
die Federal Reserve den US-Großbanken gehört und keine staatliche Institution ist? Von daher ist es eigentlich egal von wem sich die USA Geld leihen, ob von den Großbanken oder von der FED.
was nach Änderung anmutet - iss des Teufels...
Konserviert - Konservierter - Konservativ...
.) (ich zwinker Ihnen nur einvernehmlich zu - nicht, dass sie das missverstehen)
Liebe Grüße
"1. Wer korrekt wirtschaftet und nur das ausgibt, was er auch einnimmt benögt den Kapitalmarkt nur in geringem Umfang"
Das ist schlicht und ergreifend falsch.
Die Leute müssten doch begriffen haben, dass Geld durch Schulden entsteht. Das heißt ohne Schulden gibt es kein Geld. Ohne Geld und somit ohne Schulden gibt es keine Infrastruktur, Investitionen von privaten und öffentlichen Haushalten. Das Schuldenmachen gehört zu unserem Geldsystem dazu. Von einem vernünftigen Haushalten kann also nie die Rede sein. Der Schuldendienst ist letztlich nur das Bedienen der Zinsschuld.
Die Leute müssten doch begriffen haben, dass Geld durch Schulden entsteht. Das heißt ohne Schulden gibt es kein Geld. Ohne Geld und somit ohne Schulden gibt es keine Infrastruktur, Investitionen von privaten und öffentlichen Haushalten. Das Schuldenmachen gehört zu unserem Geldsystem dazu. Von einem vernünftigen Haushalten kann also nie die Rede sein. Der Schuldendienst ist letztlich nur das Bedienen der Zinsschuld.
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