Das Massaker im zentralsyrischen Hula hinterlässt Ratlosigkeit. Ein Massaker, bei dem auch Kinder nicht verschont wurden. Das ist besonders grausam, nicht nur weil sie hilflos und schutzbedürftig sind. Sie sind auch die Zukunft eines jeden Landes. Der Großteil der Opfer ist nach UN-Angaben hingerichtet worden . Laut den Einwohnern in den sunnitischen Vierteln von der regierungstreuen alawitischen Schabiha-Miliz. Die Tat wird die Verrohung des Konfliktes und die konfessionell begründete Rache unausweichlich verschärfen.

Hula hat all jene Skeptiker bestätigt, die sagten, dass der im UN-Friedensplan verabredete Waffenstillstand nicht im Interesse des syrischen Regimes sein könne. Und im Übrigen auch nicht jener kämpfenden Oppositionellen, die das Regime weghaben wollen. Es war gut, dass mit dem Annan-Plan überhaupt etwas geschah. Nur hat es der Welt außerhalb Syriens auch das schlechte Gewissen genommen, schließlich hat man ja was getan.

Die UN-Mission konnte das Morden nicht verhindern, obwohl sich die nächsten Blauhelme nur wenige Kilometer von Hula in der Stadt Homs befanden. Die UN-Beobachter wurden in eine Auseinandersetzung geschickt, in der bereits aktiv Krieg geführt wurde. Einen solchen Konflikt können sie aber unmöglich lösen. Um überhaupt deeskalierend zu wirken, sind die Beobachter im Übrigen viel zu wenige. Und wenn sie etwas bewirken sollen, müssen sie robust auftreten dürfen.

Fehlende Bereitschaft für Militärintervention

Die Frage ist, was für eine Art Friedensplan überhaupt praktikabel ist. Niemand wisse einen Weg, wie man diesen Konflikt zu einem Ende bringe, sagte Rami Khouri , einer der führenden arabischen Publizisten, dem US-Sender CNN . Und für eine Militärintervention fehlt die internationale Bereitschaft, wie auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, im Deutschlandfunk betonte. Der UN-Sicherheitsrat werde keine Ermächtigung erteilen und anders als in Libyen fänden die Kämpfe mitten in Ortschaften und in Vorstädten statt. "Da kann man nicht allein aus der Luft operieren, da braucht man Bodentruppen", sagte Polenz .

Auch die Hoffnung, dass führende syrische Politiker und Militärs dem Assad-Regime von der Fahne springen und so einen Umsturz möglich machen, hat sich noch nicht bestätigt. Die syrische Herrscherelite ist bislang diszipliniert und hält zusammen, auch das unterscheidet sie vom libyschen Gaddafi-Regime. Selbst heute, nachdem bereits ganze Ortschaften und Stadtviertel von der Opposition dominiert werden.