Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt den neuen französischen Präsidenten François Hollande in Berlin. © Fabrizio Bensch/Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU ) und der neue französische Präsident François Hollande haben nach ihrem ersten Treffen angekündigt, Griechenland in der Euro-Zone halten zu wollen. Hollande sagte bei seinem Antrittsbesuch in Berlin , der gemeinsame Wunsch Frankreichs und Deutschlands sei es, "zum Wohle Europas zusammenzuarbeiten, indem wir alle Länder Europas mitnehmen". Es sei sein sowie Merkels Wunsch, dass Griechenland in der Währungsunion bleibe. Er hoffe, dass die Neuwahlen am 17. Juni zeigen würden, dass die Wähler dies ebenfalls so sähen. Seine Verpflichtungen müsse die Regierung in Athen aber einhalten. Merkel sagte, Berlin und Paris wollten alles tun, um dem hoch verschuldeten Land beim Wachstum zu helfen.

Nachdem in Athen auch ein letzter Versuch zur Bildung einer Regierung gescheitert war, steht Griechenland vor der zweiten Wahl innerhalb nur weniger Wochen. Gegner des Sparprogramms könnten dann noch mehr Stimmen erhalten als zuletzt. Damit wächst die Gefahr einer Staatspleite und eines Austritts aus der Euro-Zone. Die Ankündigung von Neuwahlen ließ an den Börsen die Kurse fallen .

Hollande bekräftigte in Berlin erneut seine umstrittene Forderung, den europäischen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin nachzuverhandeln. Er wolle eine Wachstumsdimension hinzufügen. Ohne Wachstum könnten Schulden nicht verringert werden. Alle Ideen und Vorschläge sollten zum informellen EU-Gipfel am 23. Mai präsentiert werden. Dazu gehörten auch die von Merkel strikt abgelehnten gemeinsamen Anleihen (Euro-Bonds). Es werde eine "enge Vorbereitung" geben, sagte Merkel.

Verantwortung für Europa

Die Kanzlerin sagte, Deutschland und Frankreich wüssten um die Bedeutung der Beziehungen beider Länder für die Entwicklung in Europa. Obwohl sie und der Sozialist Hollande unterschiedlichen Parteienfamilien angehörten, heiße das "ja nicht, dass wir nicht zusammenarbeiten können". Sie und Hollande würden "auf jeden Fall gute Lösungen finden. Das ist eine lange Erfahrung in Europa." Hollande sagte, es gehe um Vertrauen, Zusammenhalt und Kontinuität der deutsch-französischen Beziehungen, ohne Dinge zu verbergen, die beide Länder vielleicht trennten. "Der Präsident und ich wissen, welche Verantwortung wir für Europa haben", sagte Merkel. Sie sehe der Arbeit mit dem Sozialisten mit "Freude und Spannung" entgegen.

Das erste Treffen war mit Spannung erwartet worden. Merkel hatte den Sozialisten Hollande im französischen Wahlkampf nicht empfangen. Im Unterschied zum Vertrauten Nicolas Sarkozy , für den es jahrelang immer die traditionelle Begrüßung aus Küsschen links, Küsschen rechts gab, beließ es Merkel bei Hollande beim geschäftsmäßigen Handschlag.

Der Präsident hatte sein Amt erst wenige Stunden zuvor übernommen und war direkt zu seiner ersten Auslandsreise nach Berlin gekommen – mit gut einstündiger Verspätung. Sein Flugzeug war auf dem Weg nach Berlin von einem Blitz getroffen worden.