GriechenlandDas Polit-Chaos von Athen

Hitlergruß, Verstaatlichungen, Reparationsforderungen an Deutschland: In Athen sitzen jetzt Extremisten und Exzentriker im Parlament. Das erschwert die Regierungsbildung.

Die Neo-Nazi Partei Goldene Morgendämmerung feiert in Thessaloniki ihre hohen Stimmengewinne.

Die Neo-Nazi Partei Goldene Morgendämmerung feiert in Thessaloniki ihre hohen Stimmengewinne.

Eine "Nacht des Schreckens" hatte die Sonntagszeitung Proto Thema ihren Lesern angekündigt, Griechenland drohe "unregierbar" zu werden. Die düstere Vorahnung sollte sich bewahrheiten. Gebannt verfolgten Millionen Griechen bis in die frühen Morgenstunden vor den Fernsehern den Zusammenbruch ihrer politischen Ordnung. "Ja zur Erneuerung, nein zur Selbstzerstörung" appellierte das Massenblatt Ta Nea, und die Zeitung Kathimerini erinnerte daran, der Wahlsonntag sei ein "Tag der Verantwortung für alle". Doch das beherzigten nicht alle. Auch die Mahnung des Staatspräsidenten Karolos Papoulias, man möge "mit klarem Kopf" zur Wahlurne gehen, bewirkte nichts.

Das Land im fünften Jahr der Rezession, 22 Prozent ohne Job, unter den Jugendlichen sogar jeder zweite arbeitslos, die Renten gekürzt, die Einkommen allein im vergangenen Jahr um ein Viertel geschrumpft: wer kann da kühlen Kopf bewahren? Die Griechen haben gewählt – und stehen jetzt vor den Trümmern ihres politischen Systems.

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Einen Vorgeschmack dessen, was auf das Land zukommen könnte, bekamen Journalisten am Sonntagabend bei der Pressekonferenz der neofaschistischen Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte). Die Partei kam auf sieben Prozent und wird mit 21 Abgeordneten im neuen Parlament sitzen. "Aufstehen, der Führer kommt", dröhnte es aus den Lautsprechern, als Nikos Michaloliakos den Saal betrat, der Parteichef. Weil die Journalisten sich nicht von ihren Plätzen erhoben und den Hitlergruß verweigerten, den die Anhänger der Partei ihrem Führer entbieten, wurden sie von schwarz gekleideten Ordnern unsanft aus dem Saal befördert. 

Sparkurs nein, Euro ja

Ganz ohne Medien wollte Michaloliakos seinen Sieg aber auch nicht feiern. Deshalb durften einige ausländische Reporter im Saal bleiben. Sie erzählten ihren griechischen Kollegen anschließend, wie es war: "Veni, vidi, vici", erklärte Michaloliakos, ich kam, ich sah, ich siegte – der Führer in der Pose eines römischen Imperators. "Der Kampf geht weiter, innerhalb und außerhalb des Parlaments", rief der Parteichef, "wir kommen!" Ältere Griechen erinnern sich noch an die Zeit der deutschen Besatzung an den Hitlergruß. Jetzt werden sie ihn wohl im Parlament sehen.

In Athen bahnt sich ein politisches Chaos an. Die Mehrheit der Mandate für die beiden Traditionsparteien Nea Dimokratia (ND) und Pasok, die Konservativen und die Sozialisten, ist dahin. Der Sieger des Wahlabends heißt Alexis Tsipras. Der erst 36-Jährige führt das "Bündnis der radikalen Linken" (Syriza), das seinen Stimmenanteil gegenüber 2009 mehr als vervierfachte und mit fast 17 Prozent zweitstärkste Partei wurde. Tsipras kommt aus der griechischen Studentenbewegung. Seine politischen Aussagen sind widersprüchlich: einerseits möchte er an Griechenlands Mitgliedschaft im Euro und der EU festhalten, andererseits will er den Schuldendienst einseitig einstellen, die Verträge über die Hilfskredite aufkündigen, Unternehmen verstaatlichen und Masseneinstellungen im Staatsdienst vornehmen. Wie das funktionieren soll, hat er nicht verraten. Aber das ist ein Dilemma, mit dem viele Menschen hadern: in Umfragen lehnen acht von zehn Griechen den Sparkurs ab. Fast ebenso viele wollen aber den Euro behalten.

Nach dieser Wahl ist es allerdings fraglicher denn je, ob Griechenland eine Zukunft in der Währungsunion hat. Die Athener Börse ging am Montag auf steile Talfahrt. Der ehrgeizige konservative Parteichef Antonis Samaras mag sich fragen, ob es richtig war, diese vorzeitigen Wahlen herbeizuführen. Wäre es nicht klüger gewesen, die regulär bis Oktober 2013 laufende Legislaturperiode mit dem Übergangspremier Lucas Papademos in voller Länge durchzustehen, um das Land aus der Gefahrenzone zu führen?

Leserkommentare
  1. wann die Drachme kommt ..

    Eine Leserempfehlung
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    • joG
    • 07.05.2012 um 18:57 Uhr

    ....und ich glaube, das ist eine reale Möglichkeit und vielleicht die beste, dann haben der Euro und auch die EU ein Existenzproblem. Es wäre weiter nicht schlimm gewesen, hätte man vor 1 1/2 Jahren den Euro ordentlich abgewickelt. Das wäre billig gewesen und wenig kompliziert. Jeder hätte es akzeptiert. Zwischenzeitlich haben aber die Regierenden, die Parteien und die Bürokratien alle gesagt, dass man zum Euro steht, dass man tun wird, was notwendig wäre ihn zu retten, dass man kein Land vernichten würde.

    Jedes Land Europas sähe, dass Solidarität nichts zählt. Es würde demonstriert, dass die Politiker ihr gegebenes Wort nicht einmal kurz halten. Die Welt sähe das und die Europäer sind diskreditiert. Da verliert die EU für die meisten Bürger ihren Wert. Eine Nation, der man nicht trauen kann als Bürger, ist illegitim. Schlimmer. Sie ist nur eine Gefahr für jeden Einzelnen.

    Aber in Griechenland, Spanien und uU Frankreich oder Holland braut sich Ungutes zusammen. Das kann unkontrolliert explodieren.

    • joG
    • 07.05.2012 um 18:57 Uhr

    ....und ich glaube, das ist eine reale Möglichkeit und vielleicht die beste, dann haben der Euro und auch die EU ein Existenzproblem. Es wäre weiter nicht schlimm gewesen, hätte man vor 1 1/2 Jahren den Euro ordentlich abgewickelt. Das wäre billig gewesen und wenig kompliziert. Jeder hätte es akzeptiert. Zwischenzeitlich haben aber die Regierenden, die Parteien und die Bürokratien alle gesagt, dass man zum Euro steht, dass man tun wird, was notwendig wäre ihn zu retten, dass man kein Land vernichten würde.

    Jedes Land Europas sähe, dass Solidarität nichts zählt. Es würde demonstriert, dass die Politiker ihr gegebenes Wort nicht einmal kurz halten. Die Welt sähe das und die Europäer sind diskreditiert. Da verliert die EU für die meisten Bürger ihren Wert. Eine Nation, der man nicht trauen kann als Bürger, ist illegitim. Schlimmer. Sie ist nur eine Gefahr für jeden Einzelnen.

    Aber in Griechenland, Spanien und uU Frankreich oder Holland braut sich Ungutes zusammen. Das kann unkontrolliert explodieren.

    • deDude
    • 07.05.2012 um 15:48 Uhr
    2. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag leisten möchten. Danke, die Redaktion/lv

    • Chali
    • 07.05.2012 um 15:51 Uhr

    Die Griechen haben eben Glück.

    Es ist dies wohl, was Schumpeter unter "Schöpferische Zerstörung" fasst? Der Traum jedes Neo-Liberalen?

    Die oranhene Revolution - in weiss-blau?

    Das Morsche, Korupte muss weg, damit Neues und Besseres enstehen kann?

    3 Leserempfehlungen
  2. Hat sich schon mal jemand wirklich Gedanken über die praktischen Fragen eines Euroaustritts Griechenlands gemacht?

    Gab es schon einmal eine Währung, die im eigenem Land wertlos geworden ist, im Ausland jedoch schnell Wert gegenüber der eigenen neuen Währung gewonnen hat?

    Als vermögender Grieche, würde ich doch bei dem abzusehenden Währungsabsturz der Drachme meine Euros behalten. Das schafft doch eine noch größere Lücke zwischen Arm und Reich, denn den Armen wird die Drachme durch die Finger laufen und die Reichen können abwarten und später ihre Euros gegen Millionen von Drachmen eintauschen.

    Was passiert mit den griechischen Euros?

    5 Leserempfehlungen
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    • Chali
    • 07.05.2012 um 16:00 Uhr

    Nur Euros. Und die gehören jemanden. Das ist nicht das Problem. Wie ja auch die Dienstwagen und Fregatten und Gewehre wem gehören.

    Was es hingegen sehr wohl gibt, sind "griechische Schulden". Die gehören auch jemandem.

    die griechischen Euros sind vielleicht im Gegensatz zu den griechischen Schulden nicht UNSER Problem. Allerdings sehe ich ein Problem für den griechischen Normalverdiener, der sein Geld bei der Einführung der Drachme sofort wechseln müsste und von der anstehenden Inflation de facto enteignet würde, während die Reichen die große Entwertung abwarten können.

    Die Euros würden sofort wertvolle Devisen, die mit einer Abwertung der Drachme rapide an Wert gewinnen würden. Wohl dem, der viele von diesen Euros besitzt und die bei ausländischen Banken oder in Immobilien gelagert hat.
    das einfache Volk würde mit wertlosen Drachmen bezahlt und die Eurobesitzer könnten für ein Apfel und ein Ei das Land aufkaufen. Ist doch eine prima Perspektive - für einige Wenige!

    • Karl63
    • 07.05.2012 um 18:28 Uhr

    noch das geringste Problem.
    Bleibt zunächst einmal der Umstand, alle Verbindlichkeiten Griechenlands verbleiben in Euro - bei der zu erwartenden Abwertung einer eigenen Griechischen Währung würde das Verhältnis zwischen der Wirtschaftsleistung und dem Schuldenstand sich also wieder (sehr deutlich) verschlechtern. Dies beinhaltet ganz eindeutig auch die Möglichkeit, dass eine eigene Griechische Währung soweit an Wert verliert, dass Griechenland seine Verbindlichkeiten (in Euro) nicht mehr bedienen kann und somit der Staatsbankrott eintritt.
    Ein anderer Punkt ist, auch Griechenland ist auf Importe von Energie in Form von Öl und Gas angewiesen. Diese sind aber in jedem Fall in "harter" Währung zu begleichen. Wenn Griechenland wieder eine eigenen Währung einführen würde, dann zieht dies zwangsläufig nach sich, eine jede Abwertung derselben verteuert Öl, Benzin, Gas für den Griechischen Verbraucher. Was dies in der momentanen wirtschaftliche Lage für Griechenland bedeuten würde ist klar - Inflation und die trifft für gewöhnlich die Schwächsten in der Gesellschaft am härtesten.
    Keine Frage, die enormen wirtschaftlichen Probleme Griechenlands sind noch lange nicht gelöst, das Land ist faktisch nicht mehr Kreditwürdig. Ein Austritt aus der Eurozone beinhaltet aber auch ganz fundamentale Risiken, insofern kann ich nicht nachvollziehen, warum manche "Experten" dies als Lösungsweg propagieren.

    • Chali
    • 07.05.2012 um 16:00 Uhr

    Nur Euros. Und die gehören jemanden. Das ist nicht das Problem. Wie ja auch die Dienstwagen und Fregatten und Gewehre wem gehören.

    Was es hingegen sehr wohl gibt, sind "griechische Schulden". Die gehören auch jemandem.

    die griechischen Euros sind vielleicht im Gegensatz zu den griechischen Schulden nicht UNSER Problem. Allerdings sehe ich ein Problem für den griechischen Normalverdiener, der sein Geld bei der Einführung der Drachme sofort wechseln müsste und von der anstehenden Inflation de facto enteignet würde, während die Reichen die große Entwertung abwarten können.

    Die Euros würden sofort wertvolle Devisen, die mit einer Abwertung der Drachme rapide an Wert gewinnen würden. Wohl dem, der viele von diesen Euros besitzt und die bei ausländischen Banken oder in Immobilien gelagert hat.
    das einfache Volk würde mit wertlosen Drachmen bezahlt und die Eurobesitzer könnten für ein Apfel und ein Ei das Land aufkaufen. Ist doch eine prima Perspektive - für einige Wenige!

    • Karl63
    • 07.05.2012 um 18:28 Uhr

    noch das geringste Problem.
    Bleibt zunächst einmal der Umstand, alle Verbindlichkeiten Griechenlands verbleiben in Euro - bei der zu erwartenden Abwertung einer eigenen Griechischen Währung würde das Verhältnis zwischen der Wirtschaftsleistung und dem Schuldenstand sich also wieder (sehr deutlich) verschlechtern. Dies beinhaltet ganz eindeutig auch die Möglichkeit, dass eine eigene Griechische Währung soweit an Wert verliert, dass Griechenland seine Verbindlichkeiten (in Euro) nicht mehr bedienen kann und somit der Staatsbankrott eintritt.
    Ein anderer Punkt ist, auch Griechenland ist auf Importe von Energie in Form von Öl und Gas angewiesen. Diese sind aber in jedem Fall in "harter" Währung zu begleichen. Wenn Griechenland wieder eine eigenen Währung einführen würde, dann zieht dies zwangsläufig nach sich, eine jede Abwertung derselben verteuert Öl, Benzin, Gas für den Griechischen Verbraucher. Was dies in der momentanen wirtschaftliche Lage für Griechenland bedeuten würde ist klar - Inflation und die trifft für gewöhnlich die Schwächsten in der Gesellschaft am härtesten.
    Keine Frage, die enormen wirtschaftlichen Probleme Griechenlands sind noch lange nicht gelöst, das Land ist faktisch nicht mehr Kreditwürdig. Ein Austritt aus der Eurozone beinhaltet aber auch ganz fundamentale Risiken, insofern kann ich nicht nachvollziehen, warum manche "Experten" dies als Lösungsweg propagieren.

  3. wird vielleicht der neue Präsident Stavros Dimas heißen.

    • fredo
    • 07.05.2012 um 15:57 Uhr
    6. [...]

    So könnte genausogut die Überschrift lauten. Erstens haben bis zum gestrigen Tage "Extremisten" von IWF, Troika und Mafia die Politik in Griechenland beherrscht. Extremistisch sind Umverteilungen von unten nach oben, Privatisierungen von Staatseigentum, Massenentlassungen, Stacheldrahtzäune an der EU-Außengrenze inkl. menschenrechtswidrigen Internierungslagern uvm...
    Zweitens ist es nicht "widersprüchlich" was die SYRIZA fordert sondern völlig logisch: Natürlich kann sich Griechenland der Rückzahlung illegaler EU-Kredite verweigern und gleichzeitig in der EU bleiben. Das sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe [...] Chaos war vorgestern, heute kommt etwas Ordnung ins Geschehen!

    Teile entfernt. Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich. Danke, die Redaktion/lv

    18 Leserempfehlungen
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    EU Politik:

    „Finanzminister Schäuble empfiehlt dennoch, die Wahlen zu verschieben.“
    http://www.zeit.de/wirtsc...?

    “Natürlich müssen viele Länder in Europa ihre Arbeitsmärkte flexibilisieren, natürlich müssen wir in Europa Staatsbetriebe privatisieren.“ So SPD-Chef Gabriel im Wortlaut. Immerhin schiebt er noch hinterher: „Aber wir müssen das sozial begleiten.“
    http://www.faz.net/aktuel...

    Innenpolitisch:

    Geforderter Verfassungsbruch:
    http://www.tagesschau.de/...
    http://www.zeit.de/2012/1...

    Finanz- und Arbeitspolitisch:
    http://www.faz.net/aktuel...

    Das sind die griechischen Banken.

    Wenn der griechische Staat "logischerweise" seine Schulden nicht mehr bedient, gibt es von der EU keinen einzigen "illegalen" Cent mehr. In der Folge kollabieren die griechischen Banken innerhalb der ersten Woche.

    Wenn die griechischen Banken kollabieren verliert jeder Grieche seinen letzten Cent und die Wirtschaft bricht endgültig zusammen weil es keine Kredite mehr gibt.

    Für Deutschland wäre das noch die beste Lösung, weil es die Verluste begrenzt. Die Griechen hingegen verlieren alles.

    Der ganze Umverteilungskram hört sich ja in der Theorie gut an, erscheint mir aber nicht in der Tiefe durchdacht zu sein.

    Du sagst:
    1) "Extremisten von IWF, Troika und Mafia haben die Politik in Griechenland beherrscht."
    Erkennst Du an, dass ueber 20 Jahre 2 Parteien Griechenland in den Sumpf gefahren haben, dh der Ursprung der Misere im eigenen Land zu suchen ist!? - wenn Du das mit Mafia meinst, kann ich dir recht geben, die IWF und Troika mit der Mafia gleichzusetzen ist inakzeptabel, sie (und die EU und Weltbürger die dahinter stehen) bieten Griechenland die Hand um aus dem Sumpf zu kommen, klar darf man diese auch verweigern. Ist Dir bewusst mit welcher Gefahr Du spielst!?

    2) "...ist es nicht widersprüchlich was die SYRIZA fordert sondern völlig logisch: Natürlich kann sich Griechenland der Rückzahlung illegaler EU-Kredite verweigern und gleichzeitig in der EU bleiben."
    A) was heisst illegale Kredite? der Griechische Staat hat Staatsaneihen aufgenommen (im Ausland verschuldet), der griechische Bürger muss dafuer gerade stehen, tut er das nicht, verliert er das Vertrauen der EU Gläubiger und Bürger
    ... so einfach ist das... wo will die Linke dann das Geld hernehmen!????
    B) EU Bürger/Institutionen haben gerade 100 Mrd der Schulden an Griechenland erlassen (das waren sogenannte "sichere Staatsanleihen"), weisst Du was das fuer die Leute und Institutionen bedeutet? und Du willst noch mehr?

    70% der Griechen will in der EU und Euro bleiben ich als Deutscher unterstütze das voll und ganz, habe viele Griechische Freunde, aber ich erwarte, dass man gemeinsam an einer Vertrauensbasis arbeitet.

    EU Politik:

    „Finanzminister Schäuble empfiehlt dennoch, die Wahlen zu verschieben.“
    http://www.zeit.de/wirtsc...?

    “Natürlich müssen viele Länder in Europa ihre Arbeitsmärkte flexibilisieren, natürlich müssen wir in Europa Staatsbetriebe privatisieren.“ So SPD-Chef Gabriel im Wortlaut. Immerhin schiebt er noch hinterher: „Aber wir müssen das sozial begleiten.“
    http://www.faz.net/aktuel...

    Innenpolitisch:

    Geforderter Verfassungsbruch:
    http://www.tagesschau.de/...
    http://www.zeit.de/2012/1...

    Finanz- und Arbeitspolitisch:
    http://www.faz.net/aktuel...

    Das sind die griechischen Banken.

    Wenn der griechische Staat "logischerweise" seine Schulden nicht mehr bedient, gibt es von der EU keinen einzigen "illegalen" Cent mehr. In der Folge kollabieren die griechischen Banken innerhalb der ersten Woche.

    Wenn die griechischen Banken kollabieren verliert jeder Grieche seinen letzten Cent und die Wirtschaft bricht endgültig zusammen weil es keine Kredite mehr gibt.

    Für Deutschland wäre das noch die beste Lösung, weil es die Verluste begrenzt. Die Griechen hingegen verlieren alles.

    Der ganze Umverteilungskram hört sich ja in der Theorie gut an, erscheint mir aber nicht in der Tiefe durchdacht zu sein.

    Du sagst:
    1) "Extremisten von IWF, Troika und Mafia haben die Politik in Griechenland beherrscht."
    Erkennst Du an, dass ueber 20 Jahre 2 Parteien Griechenland in den Sumpf gefahren haben, dh der Ursprung der Misere im eigenen Land zu suchen ist!? - wenn Du das mit Mafia meinst, kann ich dir recht geben, die IWF und Troika mit der Mafia gleichzusetzen ist inakzeptabel, sie (und die EU und Weltbürger die dahinter stehen) bieten Griechenland die Hand um aus dem Sumpf zu kommen, klar darf man diese auch verweigern. Ist Dir bewusst mit welcher Gefahr Du spielst!?

    2) "...ist es nicht widersprüchlich was die SYRIZA fordert sondern völlig logisch: Natürlich kann sich Griechenland der Rückzahlung illegaler EU-Kredite verweigern und gleichzeitig in der EU bleiben."
    A) was heisst illegale Kredite? der Griechische Staat hat Staatsaneihen aufgenommen (im Ausland verschuldet), der griechische Bürger muss dafuer gerade stehen, tut er das nicht, verliert er das Vertrauen der EU Gläubiger und Bürger
    ... so einfach ist das... wo will die Linke dann das Geld hernehmen!????
    B) EU Bürger/Institutionen haben gerade 100 Mrd der Schulden an Griechenland erlassen (das waren sogenannte "sichere Staatsanleihen"), weisst Du was das fuer die Leute und Institutionen bedeutet? und Du willst noch mehr?

    70% der Griechen will in der EU und Euro bleiben ich als Deutscher unterstütze das voll und ganz, habe viele Griechische Freunde, aber ich erwarte, dass man gemeinsam an einer Vertrauensbasis arbeitet.

  4. So oder so ähnlich geht es seit mehreren Jahren in unseren Köpfen, in den Medien und in den Worten unserer Politiker...
    Sparen müssen Sie sogar am Essen.

    http://videos.arte.tv/de/...

    Uns interessiert es nicht, wie es den Griechen geht, Hauptsache unserer Gasprinzessin geht es gut.

    Sorry für meine Wortwahl aber ich
    könnte kotzen!

    Der Zorn klopft an der Tür und keiner macht auf, worauf warten wir? Lieber warten bis uns die Wut unsere Türen einschlägt, doch dann ist es zu spät.

    16 Leserempfehlungen
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    haben alle "Vertreter" !?unseres!? Europas mitunterzeichnet...

    Was ist daran "gemeinschaftlich", ein Nachbarland "über die Klinge springen zu lassen", weil dort für die Märkte nix zu holen ist...

    Schon vergessen!: Eins der beliebtesten Urlaubsländer bis die Krise "anklopfte" - und die hat nicht der Bürger X oder die Bürgerin Y verursacht...

    Sondern ein korruptes System - und dass profitiert jetzt auch noch vom Rettungsschirm - nicht der X oder die Y...

    Schlagt mich - es iss mir egal...

    Geld iss doch noch immer nich essbar - oder habe ich da was verpasst...

    Ihnen liebe Grüße u. m. Empf. - muss weg

    Denn sie ziehen - zwar menschlich aber faktisch falsch - aus einer multikausalen Ereigniskette einen monokausalen Schluss.
    Griechenland geht es nicht seit dem IWF oder der Troika dreckig, Griechenland geht es seit Jahrzehnten dreckig.

    Uns sollte es eher interessieren, wie es denn sein kann, dass ein solches System über dreißig Jahre in der EU war!
    Das System war damals marode und die Anbindung an die EU mit dem dazu kommenden systematischen Verhältnis hat lediglich die Probleme verstärkt.

    An den meisten Dingen ist die griechisch-korrupte Elite selbst Schuld. Es ist lediglich die große Frechheit, dass nun die Bürger die Zeche zahlen sollen für deren Verfehlungen!
    Wo sind denn die 300 Milliarden Euro die seit der Krise 2010 aus Griechenland "exportiert" wurden?

    haben alle "Vertreter" !?unseres!? Europas mitunterzeichnet...

    Was ist daran "gemeinschaftlich", ein Nachbarland "über die Klinge springen zu lassen", weil dort für die Märkte nix zu holen ist...

    Schon vergessen!: Eins der beliebtesten Urlaubsländer bis die Krise "anklopfte" - und die hat nicht der Bürger X oder die Bürgerin Y verursacht...

    Sondern ein korruptes System - und dass profitiert jetzt auch noch vom Rettungsschirm - nicht der X oder die Y...

    Schlagt mich - es iss mir egal...

    Geld iss doch noch immer nich essbar - oder habe ich da was verpasst...

    Ihnen liebe Grüße u. m. Empf. - muss weg

    Denn sie ziehen - zwar menschlich aber faktisch falsch - aus einer multikausalen Ereigniskette einen monokausalen Schluss.
    Griechenland geht es nicht seit dem IWF oder der Troika dreckig, Griechenland geht es seit Jahrzehnten dreckig.

    Uns sollte es eher interessieren, wie es denn sein kann, dass ein solches System über dreißig Jahre in der EU war!
    Das System war damals marode und die Anbindung an die EU mit dem dazu kommenden systematischen Verhältnis hat lediglich die Probleme verstärkt.

    An den meisten Dingen ist die griechisch-korrupte Elite selbst Schuld. Es ist lediglich die große Frechheit, dass nun die Bürger die Zeche zahlen sollen für deren Verfehlungen!
    Wo sind denn die 300 Milliarden Euro die seit der Krise 2010 aus Griechenland "exportiert" wurden?

    • Chali
    • 07.05.2012 um 16:00 Uhr

    Nur Euros. Und die gehören jemanden. Das ist nicht das Problem. Wie ja auch die Dienstwagen und Fregatten und Gewehre wem gehören.

    Was es hingegen sehr wohl gibt, sind "griechische Schulden". Die gehören auch jemandem.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "griechische Euros"
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    die griechischen Euros sind vielleicht im Gegensatz zu den griechischen Schulden nicht UNSER Problem. Allerdings sehe ich ein Problem für den griechischen Normalverdiener, der sein Geld bei der Einführung der Drachme sofort wechseln müsste und von der anstehenden Inflation de facto enteignet würde, während die Reichen die große Entwertung abwarten können.

    die griechischen Euros sind vielleicht im Gegensatz zu den griechischen Schulden nicht UNSER Problem. Allerdings sehe ich ein Problem für den griechischen Normalverdiener, der sein Geld bei der Einführung der Drachme sofort wechseln müsste und von der anstehenden Inflation de facto enteignet würde, während die Reichen die große Entwertung abwarten können.

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