ChinaUSA rechnen mit baldiger Ausreise Chens

Der Bürgerrechtler Chen Guangcheng soll ein Visum für ein Studium an einer US-Universität bekommen. Eine Bestätigung der chinesischen Regierung steht jedoch noch aus.

Der Bürgerrechtler Chen Guangcheng im Gespräch mit dem US-Botschafter in China, Gary Locke (r.)

Der Bürgerrechtler Chen Guangcheng im Gespräch mit dem US-Botschafter in China, Gary Locke (r.)

Nach Einschätzung des US-Außenministeriums steht eine Ausreise des Bürgerrechtlers Chen Guangcheng unmittelbar bevor. Nach der Zusage Pekings, dass der Dissident Reisedokumente beantragen könne, gingen die USA von einem reibungslosen Verfahren aus. "Die US-Regierung erwartet, dass die chinesische Regierung den Antrag für diese Dokumente zügig behandeln wird", sagte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland.

Die USA würden dem blinden Dissidenten und seiner Familie dann schnell ein Visum zur Einreise in die Vereinigten Staaten ausstellen. Der 40-Jährige habe bereits eine Zusage einer amerikanischen Universität, wo er mit seiner Frau und beiden Kindern aufgenommen werde, sagte die Außenamtssprecherin Nuland.

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Chen hatte gesagt, dass er sich ein Studium in den USA wünsche. Wie der TV-Sender CNN berichtet, hat die chinesische Regierung angedeutet, dass sie Chens Antrag auf Reisedokumente zustimmen wird. Eine offizielle Bestätigung aus China liegt bisher jedoch nicht vor.

Clinton ist zuversichtlich

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte sich ebenfalls zuversichtlich über die Ausreisechancen des blinden chinesischen Dissidenten gezeigt. Sie fühle sich durch die Erklärung des Außenministeriums in Peking ermutigt, dass Chen einen Ausreiseantrag stellen dürfe, sagte Clinton bei ihrem Besuch in Peking.

Der Bürgerrechtler war am 22. April aus seinem strengen Hausarrest geflohen und suchte anschließend sechs Tage in der US-Botschaft in Peking Zuflucht. Am Mittwoch verließ er die Botschaft nach Zusicherungen der chinesischen Behörden, ihm einen sicheren Aufenthaltsort zu gewähren. Derzeit befindet er sich in einem Pekinger Krankenhaus, fühlt sich dort aber bedroht und fordert eine Ausreise in die USA. Der Fall hatte die Beziehungen zwischen China und den USA stark belastet.

 
Leserkommentare
  1. Nach seiner Ausreise wird es sehr schnell still um ihn werden. Für den Westen ist er nur so lange interessant, wie er sich im Land befindet. Jahrzehntelange Erfahrung mit "Dissidenten".

    3 Leserempfehlungen
    • bugme
    • 04.05.2012 um 17:43 Uhr

    Beide Seiten konnten halbwegs ihr gesicht wahren und Chen kann frei leben. Wenn der Medienhype nachlässt dürfen evtl. auch die Verwandten hinterher.

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  2. Amerika war schon immer gut für Chinesen !

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    • jagu
    • 04.05.2012 um 19:12 Uhr

    In den ersten Nachrichten hieß es, er würde sich darüber beschweren, dass er aus der US-Botschaft, in der er Schutz gesucht hatte quasi wieder rausgeschmissen wurde.

    Ganz offensichtlich wurde er danach von den Chinesischen Behörden - obwohl er gegen seinen Hausarrest verstieß - nicht verhaftet und konnte Presseerklärungen abgeben.

    Stunden später hieß es die Amerikaner, würden sich für seinen persönlichen Schutz einsetzen.

    Stunden später dann, dass China ihn ausreisen lassen würde, wenn er einen Antrag stellt.

    Stunden später dann, dass sich die USA für seine Ausreise einsetzen würden.

    Da kann man doch recht deutlich erkennen, wie hier durch die Medien einseitig Meinung gemacht wird.

    3 Leserempfehlungen
  3. Siehe "The New York Times"
    A Car Chase, Secret Talks and Second Thoughts
    ... As Mr. Chen’s car moved into an alley, the embassy vehicle drew alongside, and the lawyer was pulled into the American vehicle. The Americans evaded the two Chinese cars and headed for the embassy, the official said. ..
    http://www.nytimes.com/20...

    Richtet die US-Botschaft jetzt einen pick-up-shuttle für Ausreisewillige Chinesen ein und schmuggelt sie, verstoßend gegen die Diplomatischen Regeln, in die Botschaft?
    Anschließend werden diese dann samt ihrer erweiterten Familie zu einem gesponserten Studium auch ohne Englischkenntnisse in die USA eingeladen.
    Wer mal erlebt hat welche Nachweise normale Chinesen bei der Visavergabe erbringen müssen freut sich über die gerade zielweisend demonstrierte Erleichterung.

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    • amadi
    • 04.05.2012 um 21:33 Uhr

    "Bürgerrechtler" ist das, was dem Imperium recht ist. Destabilisierer, Radaumacher und Umstürzler in Ländern mit unbotmäßiger Regierung.

    Denn auch in unserem Land gibt es Leute, die wegen ihrer Meinung zu Politik und Geschichte schwere Nachteile zu erleiden haben. Deren Beiträge in Internetforen beispielsweise gelöscht werden.

    Um die kümmert sich nicht einmal der iranische Botschafter.

    2 Leserempfehlungen
  4. darf Bradley Manning aus den usa ausreisen??

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  5. Hallo Cina, lasst diesen Idealisten ausreisen, er wird auch in den USA mit sich und der Welt unzufrieden sein, weil sie sich nicht nach seinen Vorstellungen dreht. Sein Vorteil dort: er kann alles sagen und schreiben, sein Nachteil: keiner hört ihm mehr zu.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
  • Kommentare 9
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  • Schlagworte China | USA | Bill Clinton | CNN | Behörde | Beziehung
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