Anhänger der Sozialisten feiern in Paris den Wahlsieg von François Hollande. © Charles Platiau/Reuters

Der Plan für die Machtübergabe in Frankreich steht: Wahlverlierer Nicolas Sarkozy wird das Präsidentenamt am Dienstag kommender Woche an den Sozialisten François Hollande übergeben. Bei den französischen Linken herrscht 17 Jahre nach dem Ende der Ära Mitterrand erstmals wieder echte Aufbruchstimmung.

Der künftige Präsident Hollande traf sich am Montag mit seinen engsten Mitarbeitern, um die Übernahme der Regierungsverantwortung vorzubereiten. Es gilt als sicher, dass der 57-Jährige direkt nach seiner Amtseinführung einen neuen Premierminister und anschließend sein künftiges Kabinett präsentieren wird.

In den französischen Medien zirkulierten bereits etliche Namen von Politikern, denen gute Chancen in der künftigen Regierung zugesprochen werden. Als Favorit für das Amt des Premierministers wird Hollandes Sonderberater Jean-Marc Ayrault gehandelt. Der ehemalige Deutschlehrer und langjährige Fraktionschef der Sozialisten in der Nationalversammlung gilt als moderate Alternative zu Parteichefin Martine Aubry . Zudem werden ihm gute Verbindungen nach Berlin nachgesagt.

Treffen mit Sarkozy bei Gedenkfeier

Weitere mögliche Kandidaten für Spitzenposten in der neuen französischen Regierung sind Ex-Premierminister Laurent Fabius (Außenminister) und Hollandes Kommunikationschef Manuel Valls (Innenminister). Die ganz junge Generation könnte unter anderen von der 34 Jahre alten Najat Vallaud-Belkacem präsentiert werden. Sie war eine der Pressesprecherinnen Hollandes.

Zu einem außergewöhnlichen Treffen zwischen Wahlverlierer und Wahlgewinner soll es am Dienstag kommen. Die beiden Kontrahenten wollen gemeinsam an einer Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkrieges teilnehmen. Sie findet an einem Denkmal für den Widerstandshelden General Charles de Gaulle an den Pariser Champs-Elysées statt.

Vermutlich noch am Tag der Machtübergabe in einer Woche will Hollande zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin reisen und ihr seine Pläne für Europa vorstellen. Dabei wird es voraussichtlich viel Konfliktpotenzial geben.