KabinettsbildungFrankreichs Sozialisten eilen zum Machtwechsel
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Hollande verlangt Nachverhandlungen zum Fiskalpakt

Die deutsche Regierungschefin hatte im Wahlkampf Sarkozy unterstützt und steht einem Großteil von Hollandes europapolitischen Forderungen kritisch gegenüber. Dazu gehören etwa die Erweiterung des EU-Fiskalpakts sowie die Einführung von Euro-Bonds. Hollande will sich auch für einen deutlich weniger harten Sparkurs in der Euro-Krise einsetzen.

Merkel stellte in Berlin klar, dass es die von Hollande verlangten Nachverhandlungen zum Fiskalpakt nicht geben werde. Die Vereinbarungen für mehr Haushaltsdisziplin stünden nicht zur Disposition. "Riesen-Konjunkturprogramme" lehne sie ab. Merkel sagte aber auch, sie werde Hollande in Deutschland mit offenen Armen empfangen: "Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist essenziell für Europa."

Mit Hollande wird erstmals seit dem Ende der Mitterrand-Ära vor 17 Jahren wieder ein Sozialist Präsident in Frankreich. Der langjährige Parteivorsitzende hatte am Sonntag die Stichwahl gegen Sarkozy gewonnen . Nach dem vorläufigen Endergebnis kam er auf 51,62 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,34 Prozent und damit etwas unter der vor fünf Jahren.

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Leserkommentare
    • Chilly
    • 07. Mai 2012 18:47 Uhr

    Tage Zeit gelassen, um nach Berlin zu fliegen. Außerdem hätte ich auf dem Hin- oder dem Rückweg einen Zwischenstopp in Brüssel bei der EU-Kommission und dem Ratspräsidenten eingelegt. Eine schöne Geste wäre es, schnell auch das Gespräch mit dem EU-Parlamentspräsidenten zu suchen und den neuen Finanzminister schnell nach Frankfurt zu Herrn Drahi zu senden. Nur wenn man Merkel in die Zange nimmt und etwa auch das Gespräch mit den Niederlanden, Finnland, Schweden und Österreich sucht, kann man sie einfangen. Wenn sie merke(l)n wird, dass auch ihre Freunde in Den Haag, Helsinki und Wien eine modernere Sicht der Dinge bekommen und die EZB dies stützt, dann wird sie, schon weil sie eine öffentliche Niederlage fürchtet, zu vorsichtigen Zugeständnissen bereit sein. In meinen Augen bieten sich hier folgende Maßnahmen an:

    1. EZB wird aktiver auf dem Anleihenmarkt und kann ggf. kurzfristig direkt erwerben.
    2. ESM kann auch Kredite an nationale Banken gewähren (ggf. unter Zwischenschaltung der nationalen Zentralenbanken).
    3. Es gibt ein Wachstumspakt mit Mitteln der verschiedenen Investitionsbanken und Ausgaberesten der verschiedenen EU-Fonds und man legt hierzu begrenzt "Aktionsbonds" auf.

    Das Ganze erhöht zunächst nicht die deutschen Beiträge zu den Rettungsschirmen und es fließt auch kein direktes Geld nach Griechenland. Merkel könnte ihr Gesicht wahren, zugleich würden aber die Zügel doch deutlich gelockert. Das gibt neue Chancen.

    CHILLY

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    … wird in Fachkreisen auch Strabismus genannt.

  1. … wird in Fachkreisen auch Strabismus genannt.

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    • Chilly
    • 07. Mai 2012 19:41 Uhr

    (und zum Teil auch hierzulande) sehen das merkelsche Austeritätsdogma als höchst problematisch an. Dies führt nicht nur zu erheblichen Wirtschaftskrisen in vielen Euroländern, die schließlich auch in D zur Rezession führen werden, nein es macht auch unnötig teure, weil unscharfe, Ausgleichsmaßnahmen der EZB notwendig. Warum wurden die Banken mit ca. 1 Billion € geflutet? Dies war letztlich nur die Umgehung des Verbots des Eingreifens auf dem Primärmarkt. Dies ganze wurde deshalb so teuer, weil man - dem deutschen Ordnungspolitischen Dogma folgend - eben keine direkte Staatsfinanzierung betreibt, sondern in die Privatbanken so viel Geld pumpen muss, in der Hoffnung die nehmen einen Teil davon, um Staatsanleihen zu finanzieren. Ein direktes Einschreiten hätte viel kleiner ausfallen können und hätte die Märkte vermutlich dauerhafter beruhigt.

    Man kann natürlich dem Filbinger-Motto ("... was damals rechtens war, kann heute kein Unrecht sein ...") anhängen und sich auf den Standtpunkt stellen, dass ausschließlich die deutsche Antiinflations- und Ordnungspolitik die Welt oder zumindest den Euro rettet. Wirklich vernünftig scheint mit dies aber nicht zu sein. Zumal das Ganze eben nicht aus wirtschaftlicher/wissenschaftlicher Überzeugung geschieht, sondern nur weil Frau Dr. Merkel glaubt, mit einer "großzügigeren" Politik die nächste Bundestagswahl zu verlieren.

    Wer leidet nun unter "Strabismus"?

    CHILLY

    • leon1
    • 07. Mai 2012 19:40 Uhr

    ob wir noch Reste von Demokratie haben oder ob wir alle schon in einer Wirtschaftsdiktatur leben wo die Ratingagenturen, die Banken ( hallo Herr Ackermann ) und wall street Entscheidungen treffen die dann Politiker wie Frau Merkel umsetzen.
    Die deutschen Leitmedien waren ja in ihren Drohungen eindeutig. Der Markt wird Hollande den Weg weisen oder brechen.

    • Chilly
    • 07. Mai 2012 19:41 Uhr

    (und zum Teil auch hierzulande) sehen das merkelsche Austeritätsdogma als höchst problematisch an. Dies führt nicht nur zu erheblichen Wirtschaftskrisen in vielen Euroländern, die schließlich auch in D zur Rezession führen werden, nein es macht auch unnötig teure, weil unscharfe, Ausgleichsmaßnahmen der EZB notwendig. Warum wurden die Banken mit ca. 1 Billion € geflutet? Dies war letztlich nur die Umgehung des Verbots des Eingreifens auf dem Primärmarkt. Dies ganze wurde deshalb so teuer, weil man - dem deutschen Ordnungspolitischen Dogma folgend - eben keine direkte Staatsfinanzierung betreibt, sondern in die Privatbanken so viel Geld pumpen muss, in der Hoffnung die nehmen einen Teil davon, um Staatsanleihen zu finanzieren. Ein direktes Einschreiten hätte viel kleiner ausfallen können und hätte die Märkte vermutlich dauerhafter beruhigt.

    Man kann natürlich dem Filbinger-Motto ("... was damals rechtens war, kann heute kein Unrecht sein ...") anhängen und sich auf den Standtpunkt stellen, dass ausschließlich die deutsche Antiinflations- und Ordnungspolitik die Welt oder zumindest den Euro rettet. Wirklich vernünftig scheint mit dies aber nicht zu sein. Zumal das Ganze eben nicht aus wirtschaftlicher/wissenschaftlicher Überzeugung geschieht, sondern nur weil Frau Dr. Merkel glaubt, mit einer "großzügigeren" Politik die nächste Bundestagswahl zu verlieren.

    Wer leidet nun unter "Strabismus"?

    CHILLY

    • joG
    • 07. Mai 2012 19:55 Uhr

    ....Gääähn. Das ist nun wirklich etwas langweilig und kaum von Kenntnissen getragen. Warum plappern so viele Menschen einfach aufgeschnappte Wortfetzen nach?

    Wetten, Sie können das Konzept nicht näher definieren und erläutern, was Sie damit genau meinen? Wie bspw erklären Sie sich eine Staatsquote von knapp 5o% und wie bringen Sie sie mit der Marktradikalismushypothese in Übereinstimmung? Das ist zwar weniger hoch als in mehreren anderen Ländern Eurolands, aber wo fast 50% der Nettowirtschaftsleistung über den Staat laufen, kann man schwerlich von marktradikal sprechen.

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    Ihre Argumentation funktioniert derart, daß Sie ein Paradigma mit dem Vokabular des Paradigmas verteidigen.

    • IQ130
    • 07. Mai 2012 21:50 Uhr

    Wenn Hollande nur zwei Dinge schafft, kann er glücklich sein.

    - Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken (die sollen nur von Zockern genutzt werden - ohne Haftung für Verluste durch Staaten)

    -Besteuerung der Reichen (75% bei Einkommen über 1 Mio.)

    Merkel, schau zu, wie frau es macht. Knackt endlich die Macht der Banken!!

    • joG
    • 07. Mai 2012 22:08 Uhr

    ....eigentlich? Hat der Staat Aktien bekommen für die Unterstützung? Wie viel hat er daran verloren?

    Wie viel der 50% gehen als Transfers an natürliche und wie viel als Subvention an juristische Personen?

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  2. Ihre Argumentation funktioniert derart, daß Sie ein Paradigma mit dem Vokabular des Paradigmas verteidigen.

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