Die deutsche Regierungschefin hatte im Wahlkampf Sarkozy unterstützt und steht einem Großteil von Hollandes europapolitischen Forderungen kritisch gegenüber. Dazu gehören etwa die Erweiterung des EU-Fiskalpakts sowie die Einführung von Euro-Bonds. Hollande will sich auch für einen deutlich weniger harten Sparkurs in der Euro-Krise einsetzen.

Merkel stellte in Berlin klar, dass es die von Hollande verlangten Nachverhandlungen zum Fiskalpakt nicht geben werde. Die Vereinbarungen für mehr Haushaltsdisziplin stünden nicht zur Disposition. "Riesen-Konjunkturprogramme" lehne sie ab. Merkel sagte aber auch, sie werde Hollande in Deutschland mit offenen Armen empfangen: "Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist essenziell für Europa."

Mit Hollande wird erstmals seit dem Ende der Mitterrand-Ära vor 17 Jahren wieder ein Sozialist Präsident in Frankreich. Der langjährige Parteivorsitzende hatte am Sonntag die Stichwahl gegen Sarkozy gewonnen . Nach dem vorläufigen Endergebnis kam er auf 51,62 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,34 Prozent und damit etwas unter der vor fünf Jahren.