Die Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich hat nach ersten offiziellen Hochrechnungen der Sozialist François Hollande mit 51,9 Prozent gewonnen. Der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy erreichte nur 48,1 Prozent. Sarkozy hatte die Siegesfeier an der Place de la Concorde in Paris bereits vor Bekanntwerden der Ergebnisse abgesagt.

Hollande kündigte an, der Präsident aller Franzosen sein zu wollen. "Die Franzosen haben den Wechsel gewählt, indem sie mich an die Spitze der Republik gewählt haben", sagte er auf einer Kundgebung in seinem Wahlkreis Tulle. "Der Wandel, den ich Euch versprochen habe, beginnt jetzt."

Der Sprecher der Sozialisten, Benoît Hamon, sprach direkt nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen von einem "sehr großen Glück", mit dem die "17-jährige Herrschaft der Rechten im Elysée-Palast zu Ende geht". Hollande ist der erste Sozialist an der Staatsspitze seit dem Ende der Amtszeit von François Mitterrand , der von 1981 bis 1995 Präsident war. Der frühere Parteichef der Sozialisten übernimmt das Amt von Sarkozy, der seit 2007 die Geschicke des Landes bestimmte.

Sarkozy deutet Ausstieg aus der Politik an

Sarkozy räumte seine Niederlage ein. "François Hollande ist der Präsident und muss respektiert werden", sagte er vor Anhängern in Paris, die ihm lautstark für seinen Einsatz dankten. "Ich übernehme die gesamte Verantwortung für diese Niederlage." Seinem Nachfolger Hollande wünschte der scheidende Präsident Glück. "Ich wünsche ihm von ganzem Herzen, dass Frankreich seine Herausforderungen besteht."

Der 57-Jährige kündigte indirekt seinen Ausstieg aus der Politik an. Nach fünf Jahren an der Spitze des Landes werde sein Engagement nun ein "anderes" sein. Er werde wieder "Franzose unter Franzosen" werden. Bereits vor der Wahl hatte Sarkozy angedeutet, dass er im Falle einer Niederlage wieder als Anwalt arbeiten wolle.