So einseitig Catastroika sein mag, der Film ist eine Erfolgsgeschichte des alternativen Journalismus. Er wurde ausschließlich über private Spenden finanziert und ist gratis zu sehen. Die Spender nennt Chatzistefanou "Koproduzenten". Fernsehstationen, Kinos oder Veranstalter können das Werk in hoher Auflösung ausstrahlen, ohne dafür Nutzungs- und Senderechte zu bezahlen. Untertitel sind in mehreren Sprachen verfügbar – auch auf Deutsch.

Die angesichts der handwerklichen Qualität der Doku durchaus überschaubaren Produktionskosten von 25.000 Euro habe Catastroika mittlerweile in etwa gedeckt, sagt Chatzistefanou. Fließen die Spenden weiter, würden die Überschüsse in das nächste Filmprojekt gesteckt. Geld verdienen will er mit seinem Film ohnehin nicht. Er will aufrütteln und den Widerstand gegen die Sparpolitik anheizen.

Erfolgreicher Vorgängerfilm

Das scheint ihm zu gelingen. Bereits im Vorjahr hatte Chatzistefanou den Dokumentarfilm Debtocracy produziert. Darin werden Gründe und Lösungen für Griechenlands Schuldenkrise beschrieben. Mehr als zwei Millionen Mal wurde er im Netz bislang abgerufen. Fernsehsender in Japan , Lateinamerika, Portugal und Rumänien strahlten die Doku aus. In Griechenland selbst wurde Debtocracy im Frühjahr und Sommer 2011 zum Kultfilm. Zigtausende Protestler sahen ihn auf Plätzen im ganzen Land.

Nun also Catastroika . Er wird den Erfolg seines Vorgängers übertreffen, so viel ist sicher. "Geht nicht wählen, bevor ihr Catastroika seht !" Das sei ein Tweet, der derzeit in Griechenland die Runde mache, sagt Chatzistefanou sichtlich stolz. Schon in den ersten Tagen sei sein Film im Netz mehr als 500.000 Mal geklickt worden. Public Viewings werden veranstaltet, Lokalstationen strahlen die Doku aus, Universitäten laden Chatzistefanou zu Vorträgen ein. Für nicht wenige Griechen ist der Filmemacher ein Held. Er ist ihr  Michael Moore .