LebensmittelpreiseWie die Idee mit den Kartoffeln Griechenland verändert

Die Politiker denken an die Wahl, die Beamten nur an ihre Posten – deshalb tun viele Griechen nun selbst etwas gegen die steigenden Preise.

Vorbild für ähnliche Aktionen in anderen griechischen Städten: Helfer laden in Katerini Kartoffeln aus, die direkt verkauft werden.

Vorbild für ähnliche Aktionen in anderen griechischen Städten: Helfer laden in Katerini Kartoffeln aus, die direkt verkauft werden.

Wieder einmal versammeln sich die Bürger der Stadt Katerini auf ihrem Marktplatz. Es ist ein warmer Frühlingstag im Norden Griechenlands, die Menschen kommen in kleinen Gruppen, es sind Frauen und Männer, Junge und Alte. Viele tragen Plastiktüten, die sie auf einem Tisch in der Mitte des Platzes ausleeren.

"Das sind angebrochene Medikamente, Schmerzmittel, Penicillin. Wir sammeln für Bedürftige", sagt Elias Tsolakidis. Der 54-Jährige ist Mitglied der Freiwilligen Aktionsgruppe Pieria, die es vor der Parlamentswahl am kommenden Sonntag zu landesweiter Popularität gebracht hat. Bekannt geworden ist die Initiative, weil sie mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement eine ganze Bewegung losgetreten hat, ohne dies wirklich zu beabsichtigen.

Anzeige

In nur wenigen Wochen hat es die Gruppe geschafft, dass die Preise für Grundnahrungsmittel im ganzen Land spürbar gesunken sind. Nach Angaben der griechischen Statistikbehörde Elstat fiel im März der Preis für Kartoffeln um 24,6 Prozent. "Es geht um Solidarität untereinander", erklärt Tsolakidis. "In der Krise können wir uns nicht auf die Verwaltung und die etablierte Politik verlassen."

Landwirte und Verbraucher klagten gleichermaßen

Was ist geschehen? Anfang des Jahres hatte Tsolakidis davon gehört, dass Landwirte und besonders Kartoffelbauern darüber klagten, wie wenig Geld sie für ihre Erzeugnisse auf dem Markt bekamen. Die Verbraucher wiederum jammerten schon lange über viel zu hohe Lebensmittelpreise, die in der Krise beständig gestiegen sind, weil insgesamt weniger verkauft wird. Irgendetwas konnte da nicht stimmen, dachte sich Tsolakidis und griff zum Telefon.

Zacharias Zacharakis
Zacharias Zacharakis

Zacharias Zacharakis ist Nachrichtenredakteur bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Er fragte einen Landwirt, ob er seine Kartoffeln nicht direkt an die Bürger in Katerini verkaufen wolle. Der stimmte gleich zu, sie einigten sich auf 25 Cent für das Kilo – gut zwei Drittel günstiger als im Handel. Tsolakidis setzte ein Bestellformular im Internet auf. In nur acht Stunden orderten 500 Menschen rund 24 Tonnen Kartoffeln. Mit einer solchen Resonanz hatte keiner gerechnet. Zwei weitere Bauern wurden dazu geholt, um die enormen Mengen liefern zu können.

Ende Februar dann trafen sich Bürger und Bauern auf einem Parkplatz der Stadt. Drei Sattelschlepper waren nötig, um alles zu transportieren. "Weil aber noch mehr Menschen so günstig Kartoffeln kaufen wollten, wiederholten wir die Aktion noch zweimal", erzählt Tsolakidis. Und dabei blieb es nicht.

Regierung musste reagieren, schließlich ist Wahlkampf

Auch Reis, Mehl und Olivenöl bestellte die Gruppe aus Katerini bei Bauern quer durch das Land. Die griechischen Medien berichteten ausführlich und hatten bald einen Namen für das Ganze: die Bewegung der Kartoffel. Andere Gemeinden nahmen sich ein Beispiel und organisierten ähnliche Aktionen.

In den Supermärkten aber blieb die Ware in den Regalen liegen. Der Handel reagierte umgehend und senkte die Preise für viele Grundnahrungsmittel. Prompt schlug sich diese Entwicklung in den Erhebungen der griechischen Statistikbehörde nieder. Nun musste auch die Regierung in Athen reagieren, schließlich ist Wahlkampf.

Leserkommentare
  1. Ein Schiff braucht Ballast, ein Kran, ein Stapler...

    Wir brauchen ihn nicht. Es gab Zeiten, da konnte sich einer, der sich heute *facharbeiter* nennt, nehmen wir einen Zimmermann, ein Haus für seine Familie in jungen Jahren selber bauen. Er brauchte dazu auch Maurer, Dachdecker, Klempner, Helfer.

    Heute mit einem Facharbeitereinkommen fast aussichtslos, der "Ballast" hat dafür gesorgt, dass die Handwerker ca. das 7-fache dessen, was der Facharbeiter pro Stunde netto verdient, in Rechnung stellen.

    Das geht alles nicht mehr auf. Bzw. es geht auf, wenn man folgendes Ziel unterstellt: Größtmögliche Kapitalkonzentration, damit sämtliche Produktionsmittel (Grund und Boden, Maschinen, Immobilien) in mögl. wenigen Händen, der größte Teil der Bürger ohne Eigentum. Wohnt zur Miete, mietet ggf. Produktionsmittel (wenn er *eigenständig* arbeiten will), wird ansonsten zur Arbeit *eingeteilt*, wenn gerade benötigt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie schreiben: "Es gab Zeiten, da konnte sich einer, der sich heute *facharbeiter* nennt, nehmen wir einen Zimmermann, ein Haus für seine Familie in jungen Jahren selber bauen. Er brauchte dazu auch Maurer, Dachdecker, Klempner, Helfer."

    1. Wann soll denn das gewesen sein? Bitte Jahr, Kosten, Einkommen des Zimmermanns.
    2. Als Zimmermann und mit Helfern ist das für einen Facharbeiter auch heute noch möglich. Voraussetzung: er ist bereit, wie etwa in den 1950ern, nach Feierabend und am Wochende selbst hart zu arbeiten, z. B. den Keller mit Hacke und Schaufel selbst auszugraben.

    So war das nämlich in den 1950ern üblich.

    • adept
    • 05.05.2012 um 1:01 Uhr

    Ich bewundere ihren eloquenten kommentar, an dem vieles richtig ist.

    Leider machen auch Sie aber den fehler der alten klassenkämpfer und vermuten das das geld in den taschen irgendwelcher unternehmer hängen bleibt.

    Das ist heute schon längst nicht mehr der fall. Der staat ist längst zum größten abzweiger geworden. Nicht durch die direkten unternehmenssteuern, aber durch steuern und abgaben derjenigen, die beim unternehmen arbeiten. Sie glauben ja gar nicht was man als unternehmer erstmal hereinholen muss und dem kunden in rechnung stellen muss um einen angestellen bezahlen zu können. Und wie erschreckend wenig beim angestellen davon netto ankommt. Der staat ist inzwischen zum größten flaschenhals im wirschaftskreislauf mutiert.

    Allerdings haben sie schön erkannt wie durch "verbraucherschutz" der verbraucher gleich doppelt abgezockt wird: 1. dadurch dass die überwachungs-bürokratie finanziert werden muss und 2. durch die monopolpreise, die die wenigen noch verbliebenen anbieter dann durchsetzen können

    Sie schreiben: "Es gab Zeiten, da konnte sich einer, der sich heute *facharbeiter* nennt, nehmen wir einen Zimmermann, ein Haus für seine Familie in jungen Jahren selber bauen. Er brauchte dazu auch Maurer, Dachdecker, Klempner, Helfer."

    1. Wann soll denn das gewesen sein? Bitte Jahr, Kosten, Einkommen des Zimmermanns.
    2. Als Zimmermann und mit Helfern ist das für einen Facharbeiter auch heute noch möglich. Voraussetzung: er ist bereit, wie etwa in den 1950ern, nach Feierabend und am Wochende selbst hart zu arbeiten, z. B. den Keller mit Hacke und Schaufel selbst auszugraben.

    So war das nämlich in den 1950ern üblich.

    • adept
    • 05.05.2012 um 1:01 Uhr

    Ich bewundere ihren eloquenten kommentar, an dem vieles richtig ist.

    Leider machen auch Sie aber den fehler der alten klassenkämpfer und vermuten das das geld in den taschen irgendwelcher unternehmer hängen bleibt.

    Das ist heute schon längst nicht mehr der fall. Der staat ist längst zum größten abzweiger geworden. Nicht durch die direkten unternehmenssteuern, aber durch steuern und abgaben derjenigen, die beim unternehmen arbeiten. Sie glauben ja gar nicht was man als unternehmer erstmal hereinholen muss und dem kunden in rechnung stellen muss um einen angestellen bezahlen zu können. Und wie erschreckend wenig beim angestellen davon netto ankommt. Der staat ist inzwischen zum größten flaschenhals im wirschaftskreislauf mutiert.

    Allerdings haben sie schön erkannt wie durch "verbraucherschutz" der verbraucher gleich doppelt abgezockt wird: 1. dadurch dass die überwachungs-bürokratie finanziert werden muss und 2. durch die monopolpreise, die die wenigen noch verbliebenen anbieter dann durchsetzen können

  2. Kommentar 79: Vielen Dank für die Darstellung, wie politisch-bürokratische Normen dafür sorgen, dass Märkte und Marktteilnehmer behindert werden, oft zu Lasten kleinerer oder noch gar nicht existierender Akteure.

    Alle diese Regelungen werden mit dem Gemeinwohl begründet, häufig mit dem Verbraucherschutz oder dem Umweltschutz, aber auch mit dem Schutz angeblich schwächerer Marktteilnehmer. Und bei vielen dieser Regelungen ist ja auch etwas an diesen Begründungen dran.

    Sie sind aber auch sehr hinderlich. Nach meiner Einschätzung gibt es nur wenige Wähler, für die eine Entbürokratisierung irgendeine Priorität hat. Im Gegenteil: beim nächsten Skandal rufen sie alle nach noch mehr bürokratischer Kontrolle. Entsprechend gibt es im Moment keine politische Partei, die wirklich für eine freiere Marktwirtschaft einträten würde; und wer dieses bei den Kommentaren hier tut, wird regelmäßig von anderen Kommentoren zerrissen. Leider.

    Jedenfalls noch einmal vielen Dank für Ihren Kommentar, Kommentator 79.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    liegt die Kritik an freier Marktwirtschaft (den Finanzmarkt jetzt einmal außer Acht lassend) nicht darin, dass in einer Welt von Konzernen gar kein richtiger Wettbewerb mehr möglich ist?

    Aus meiner Sicht müssten erst einmal Konzerne zerschlagen werden. Solange aber Konzerne so mächtig bleiben wie sie sind und immer mächtiger werden, solange wünsche ich mir als Gegengewicht, erst einmal Verstaatlichung der Grundversorgung, und dann mehr Genossenschaften.

    Privatisierung? Wer kauft denn in Griechenland usw. Staatseigentum? Konzerne. Das behagt mir überhaupt nicht und deswegen ist für mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt und den gegenwärtigen Bedingungen freie Marktwirtschaft keine Option.

    Sie schreiben: "Alle diese Regelungen werden mit dem Gemeinwohl begründet, häufig mit dem Verbraucherschutz oder dem Umweltschutz, aber auch mit dem Schutz angeblich schwächerer Marktteilnehmer."

    Dabei gibt es zum Schutz schwächerer Marktteilnehmenr nicht zu viele, sondern entschieden zu wenige Regelungen: Bücher, Back- und Fleischwaren, auch Getränke und Kosmetika im Supermarkt vernichten die Kleinen: den Buchhändler, den Bäcker, den Metzger, den Getränkehändler, die kleine Drogerie ... und damit ganze Traditionen der Selbständigkeits- und Handwerkskultur.

    Das Märchen vom freien Markt, der am besten ohne regulierende Eingriffe des Staates funktioniere, bleibt ein Märchen. Griechenland geht gerade daran zu Grunde, dass all zu viele daran glaubten und im Staat den Hauptgegner ihres wirtschaftlichen Erfolgs sahen.

    liegt die Kritik an freier Marktwirtschaft (den Finanzmarkt jetzt einmal außer Acht lassend) nicht darin, dass in einer Welt von Konzernen gar kein richtiger Wettbewerb mehr möglich ist?

    Aus meiner Sicht müssten erst einmal Konzerne zerschlagen werden. Solange aber Konzerne so mächtig bleiben wie sie sind und immer mächtiger werden, solange wünsche ich mir als Gegengewicht, erst einmal Verstaatlichung der Grundversorgung, und dann mehr Genossenschaften.

    Privatisierung? Wer kauft denn in Griechenland usw. Staatseigentum? Konzerne. Das behagt mir überhaupt nicht und deswegen ist für mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt und den gegenwärtigen Bedingungen freie Marktwirtschaft keine Option.

    Sie schreiben: "Alle diese Regelungen werden mit dem Gemeinwohl begründet, häufig mit dem Verbraucherschutz oder dem Umweltschutz, aber auch mit dem Schutz angeblich schwächerer Marktteilnehmer."

    Dabei gibt es zum Schutz schwächerer Marktteilnehmenr nicht zu viele, sondern entschieden zu wenige Regelungen: Bücher, Back- und Fleischwaren, auch Getränke und Kosmetika im Supermarkt vernichten die Kleinen: den Buchhändler, den Bäcker, den Metzger, den Getränkehändler, die kleine Drogerie ... und damit ganze Traditionen der Selbständigkeits- und Handwerkskultur.

    Das Märchen vom freien Markt, der am besten ohne regulierende Eingriffe des Staates funktioniere, bleibt ein Märchen. Griechenland geht gerade daran zu Grunde, dass all zu viele daran glaubten und im Staat den Hauptgegner ihres wirtschaftlichen Erfolgs sahen.

    • Glik
    • 04.05.2012 um 16:11 Uhr
    83. zu #75

    Nicht nur Hartz IV knapst oft am Minimum. Die alte Geschichte der Schere Arm-Reich, die immer weiter klafft.
    Ich wette (und kann aus Beobachtung sagen): Die Ärmeren sind vornehmlich die, die in Notzeiten noch was abgeben würden, obwohl sie selbst kaum was haben.

    Und da passt auch das dazu: Die gemeinnützigen Tätigkeiten von vielen - das ist mir wohl bewusst und die sind nicht hoch genug zu bewerten.
    Aber: In Krisen/Notzeiten fürchte ich nicht die, die so gemeinschaftlich denken und evtl. selbst nicht viel haben. Ich fürchte da die wahren Egozentriker, von denen es leider viel zu viele bei uns gibt. Leute, die nichtmal bereit sind, den eigenen Geschwistern aus der Patsche zu helfen - da kenn ich etliche Fälle. Im Falle einer allgemeinen Krise, möchten man solchen lieber nicht über den Weg laufen, geschweige denn auf sie angewiesen sein.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie meine; "In Krisen/Notzeiten fürchte ich nicht die, die so gemeinschaftlich denken und evtl. selbst nicht viel haben. Ich fürchte da die wahren Egozentriker, von denen es leider viel zu viele bei uns gibt. Leute, die nichtmal bereit sind, den eigenen Geschwistern aus der Patsche zu helfen - da kenn ich etliche Fälle."

    Und sie meinen ernsthaft, solche Fälle gäbe es in Griechenland nicht? Wenn ich mir das Land anschaue, habe ich da doch erhebliche Zweifel. Es wurde ja keineswegs nur von den Politikern runtergewirtschaftet, sondern von den Egozentrikern in allen Schichten und auf allen Ebenen - und die gab's und gibt es anscheinend in Griechenland auch jetzt noch in Hülle und Fülle - vom Taxifahrer bis zum Minister. Allen ging es vor allem darum, selbst Reibach zu machen - und der Staat war nur dazu da, gemolken zu werden.

    Nun ist's nichts mehr mit melken. Die Kuh ist tot.

    Sie meine; "In Krisen/Notzeiten fürchte ich nicht die, die so gemeinschaftlich denken und evtl. selbst nicht viel haben. Ich fürchte da die wahren Egozentriker, von denen es leider viel zu viele bei uns gibt. Leute, die nichtmal bereit sind, den eigenen Geschwistern aus der Patsche zu helfen - da kenn ich etliche Fälle."

    Und sie meinen ernsthaft, solche Fälle gäbe es in Griechenland nicht? Wenn ich mir das Land anschaue, habe ich da doch erhebliche Zweifel. Es wurde ja keineswegs nur von den Politikern runtergewirtschaftet, sondern von den Egozentrikern in allen Schichten und auf allen Ebenen - und die gab's und gibt es anscheinend in Griechenland auch jetzt noch in Hülle und Fülle - vom Taxifahrer bis zum Minister. Allen ging es vor allem darum, selbst Reibach zu machen - und der Staat war nur dazu da, gemolken zu werden.

    Nun ist's nichts mehr mit melken. Die Kuh ist tot.

  3. Sie schreiben: "Es gab Zeiten, da konnte sich einer, der sich heute *facharbeiter* nennt, nehmen wir einen Zimmermann, ein Haus für seine Familie in jungen Jahren selber bauen. Er brauchte dazu auch Maurer, Dachdecker, Klempner, Helfer."

    1. Wann soll denn das gewesen sein? Bitte Jahr, Kosten, Einkommen des Zimmermanns.
    2. Als Zimmermann und mit Helfern ist das für einen Facharbeiter auch heute noch möglich. Voraussetzung: er ist bereit, wie etwa in den 1950ern, nach Feierabend und am Wochende selbst hart zu arbeiten, z. B. den Keller mit Hacke und Schaufel selbst auszugraben.

    So war das nämlich in den 1950ern üblich.

  4. Sie meine; "In Krisen/Notzeiten fürchte ich nicht die, die so gemeinschaftlich denken und evtl. selbst nicht viel haben. Ich fürchte da die wahren Egozentriker, von denen es leider viel zu viele bei uns gibt. Leute, die nichtmal bereit sind, den eigenen Geschwistern aus der Patsche zu helfen - da kenn ich etliche Fälle."

    Und sie meinen ernsthaft, solche Fälle gäbe es in Griechenland nicht? Wenn ich mir das Land anschaue, habe ich da doch erhebliche Zweifel. Es wurde ja keineswegs nur von den Politikern runtergewirtschaftet, sondern von den Egozentrikern in allen Schichten und auf allen Ebenen - und die gab's und gibt es anscheinend in Griechenland auch jetzt noch in Hülle und Fülle - vom Taxifahrer bis zum Minister. Allen ging es vor allem darum, selbst Reibach zu machen - und der Staat war nur dazu da, gemolken zu werden.

    Nun ist's nichts mehr mit melken. Die Kuh ist tot.

    Antwort auf "zu #75"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Glik
    • 04.05.2012 um 20:42 Uhr

    Der Unterschied zwischen hier und Griechenland (allen Südlichen Ländern) mag sein, dass da doch eine grössere Beziehung innerhalb von Familie, innerhalb der Gemeinde besteht als hier.
    Und da könnte es durchaus sein, dass der 'egozentrische' Taxifahrer ein paar Leutchen mit durchfüttert.
    Und genau das kann ich mir hierzulande kaum vorstellen.
    Erich Formm schrieb: "Egoismus ist nicht bloß ein Aspekt des Verhaltens, sondern des Charakters." Da drin schwächelt der Deutsche und sein Bezug zur Umwelt besteht vorwiegend aus samstäglichem Autowaschen, Amokkaufen und Rasenmähen.

    • Glik
    • 04.05.2012 um 20:42 Uhr

    Der Unterschied zwischen hier und Griechenland (allen Südlichen Ländern) mag sein, dass da doch eine grössere Beziehung innerhalb von Familie, innerhalb der Gemeinde besteht als hier.
    Und da könnte es durchaus sein, dass der 'egozentrische' Taxifahrer ein paar Leutchen mit durchfüttert.
    Und genau das kann ich mir hierzulande kaum vorstellen.
    Erich Formm schrieb: "Egoismus ist nicht bloß ein Aspekt des Verhaltens, sondern des Charakters." Da drin schwächelt der Deutsche und sein Bezug zur Umwelt besteht vorwiegend aus samstäglichem Autowaschen, Amokkaufen und Rasenmähen.

  5. 86. Danke

    dass Sie mir erneut Gelegenheit geben, den Unterschied deutlich zu machen. In meinem Verständnis ist jedes Geschäft (jede Vereinbarung), bei dem jeder zum gemeinsamen Vorteil gibt und nimmt (Ware, Leistung oder Geld) eine wechselseitige Verständigung freier und mündiger Individuen auf einen Ausgleich komplementärer Interessen und Bedürfnisse und insofern eine Kooperation. Natürlich kann es auch passieren, dass es dabei unfair zugeht. Aber man sollte m.E. erstens nicht unterstellen, dass das der Normalfall sei und sich zweitens klar machen, dass Unfairness grundsätzlich bei jeder Art von Kooperation möglich ist, auch bei derjenigen, die nicht aus wirtschaftlichen Motiven erfolgt.

    Antwort auf "......"
  6. auch massive Probleme. Ich empfehle Jedem folgende Reportagen:
    http://www.arte.tv/de/392...

    So Sie es sich leisten können, werden Sie danach mit Freuden jeden Cent mehr an Ihren Bauern zahlen.

    Abgesehen davon werden Lebensmittelpreise spelulativ hoch gehalten und die Handelsspannen sind in der Regel enorm hoch.
    Von jedem Verkaufseuro eines Schweins z.B. kommen nur magere 20 Cent beim Erzeuger an - den Rest streicht der Handel ein.
    http://www.topagrar.com/n...

    Der direkte Weg vom Erzeuger zum Kunden bringt also viele Vorteile. Aber Massen von Menschen bekommt man so nur schwer satt. Dafür wäre ein massives Umdenken vor Allem beim Konsumverhalten nötig. Alleine der Fleischverzehr hat sich in den letzten zwanzig Jahren weltweit verdreifacht mit schlimmen Entwicklungen für den Menschen (Übergewicht) und die Umwelt.
    http://www.geo.de/GEO/kul...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Handelsspannen haben keine Aussagekraft bezüglich des Gewinns. Sie dienen fast ausschließlich zur Deckung der Kosten des Handels. Der aussagefähige Kennwert ist die Umsatzrentabilität, also der Anteil des Gewinns am Umsatz. Für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel liegt sie relativ stabil bei 2%, für die Lebensmittelhersteller bei 2,5-3%. Die der Landwirtschaft ist hingegen starken Schwankungen unterworfen, die sich im Bereich von plusminus 4-5% abspielen. Das heißt, hier kommt es immer wieder vor, dass Phasen hoher Verluste von Phasen nicht minder hoher Gewinne abgelöst werden.

    Die Handelsspannen haben keine Aussagekraft bezüglich des Gewinns. Sie dienen fast ausschließlich zur Deckung der Kosten des Handels. Der aussagefähige Kennwert ist die Umsatzrentabilität, also der Anteil des Gewinns am Umsatz. Für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel liegt sie relativ stabil bei 2%, für die Lebensmittelhersteller bei 2,5-3%. Die der Landwirtschaft ist hingegen starken Schwankungen unterworfen, die sich im Bereich von plusminus 4-5% abspielen. Das heißt, hier kommt es immer wieder vor, dass Phasen hoher Verluste von Phasen nicht minder hoher Gewinne abgelöst werden.

    • Glik
    • 04.05.2012 um 20:42 Uhr
    88. zu @85

    Der Unterschied zwischen hier und Griechenland (allen Südlichen Ländern) mag sein, dass da doch eine grössere Beziehung innerhalb von Familie, innerhalb der Gemeinde besteht als hier.
    Und da könnte es durchaus sein, dass der 'egozentrische' Taxifahrer ein paar Leutchen mit durchfüttert.
    Und genau das kann ich mir hierzulande kaum vorstellen.
    Erich Formm schrieb: "Egoismus ist nicht bloß ein Aspekt des Verhaltens, sondern des Charakters." Da drin schwächelt der Deutsche und sein Bezug zur Umwelt besteht vorwiegend aus samstäglichem Autowaschen, Amokkaufen und Rasenmähen.

    Antwort auf "@83 Glik: Egozentriker"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie schreiben: "Und da könnte es durchaus sein, dass der 'egozentrische' Taxifahrer ein paar Leutchen mit durchfüttert."

    Klar, im Gegensatz zum deutschen Taxifahrer, der sein ganzes Geld in der Kneipe versäuft und für den Rest Wasch- und Poliermittel für sein Auto kauft.

    In ihrer überfließenden Nächstenliebe stehen ja die Griechen auch - großzpügig, wie sie sind - für unsere Schulden gerade.

    Oder habe ich da was falsch verstanden?

    Sie schreiben: "Und da könnte es durchaus sein, dass der 'egozentrische' Taxifahrer ein paar Leutchen mit durchfüttert."

    Klar, im Gegensatz zum deutschen Taxifahrer, der sein ganzes Geld in der Kneipe versäuft und für den Rest Wasch- und Poliermittel für sein Auto kauft.

    In ihrer überfließenden Nächstenliebe stehen ja die Griechen auch - großzpügig, wie sie sind - für unsere Schulden gerade.

    Oder habe ich da was falsch verstanden?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service