RegierungsbildungDas tollkühne Machtkalkül der griechischen Linken

Die Regierungsbildung in Griechenland steht vor dem Aus. Das liegt nicht nur an festgefahrenen Positionen. Die radikale Linke will an die Macht.

Der Vorsitzende der Radikalen Linken, Alexis Tsipras (Mitte)

Der Vorsitzende der Radikalen Linken, Alexis Tsipras (Mitte)

Nach wenigen Stunden war es schon vorbei. Die erste Verhandlungsrunde zur Bildung einer neuen Regierung in Griechenland ist schnell geplatzt. Die Verantwortung trägt der Vorsitzende der konservativen Nea Dimokratia, Antonis Samaras. Seine Partei holte zwar die meisten Stimmen bei der Wahl am Sonntag und war mit der Regierungsbildung beauftragt. Doch Samaras scheiterte an seiner perfiden politischen Strategie.

Für eine neue Regierung unter seiner Führung hätte er mindestens zwei weitere Parteien gebraucht, die ihn unterstützen. Doch der Konservative hat jegliches Vertrauen in der politischen Klasse Griechenlands verspielt. Immer wieder verkündete er im Wahlkampf, unter gar keinen Umständen eine Koalition eingehen zu wollen. Kaum waren die ersten Ergebnisse bekannt, sprach er von dem historischen Auftrag für ihn, eine Regierung der nationalen Rettung zu bilden, und zwar mit einer breiten Koalition.

Anzeige

Die sozialistische Pasok hätte bei diesem Spiel noch mitgemacht. Aber alle anderen möglichen Partner erteilten Samaras ziemlich bald eine rüde Absage. Viel Raum für Verhandlungen blieb ohnehin nicht, zumal die politische Ordnung in Griechenland in zwei Lager gespalten ist. Nea Dimokratia und Pasok vertreten weitgehend den harten Sparkurs, den EU und Internationaler Währungsfonds einfordern. Alle anderen gewählten Parteien sind dagegen.

Zacharias Zacharakis
Zacharias Zacharakis

Zacharias Zacharakis ist Nachrichtenredakteur bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.


Also geht der Auftrag zur Regierungsbildung nun an die zweitstärkste Kraft, das Radikale Linksbündnis Syriza unter der Führung von Politstar Alexis Tsipras. Aber auch der 37-jährige Bauingenieur wird keine Wunder vollbringen können, um dieses politische Patt aufzulösen. Denn um eine Regierung ohne die Nea Dimokratia zu bilden, müsste er sich mit noch viel konservativeren Kräften einlassen. Das aber wäre politische Schizophrenie. Tsipras hat dennoch den Auftrag zur Regierungsbildung angenommen, damit es hinterher nicht heißt, er habe verantwortungslos gehandelt. In Wahrheit aber hat er einen anderen Plan gefasst.

Neuwahl in einem Monat

Tsipras sieht eine realistische Machtperspektive für sich und ein rein linkes Bündnis durch eine Neuwahl. Die Termine für die Abstimmung kursieren längst: Genannt werden entweder der 10. oder der 17. Juni. Wäre Syriza dann die stärkste Kraft, würde sie – wie in der Verfassung vorgesehen – den Zuschlag von 50 Sitzen im Parlament bekommen. Ein möglicher Partner wäre dann die Demokratische Linke, die sich zu einer Kooperation bereit erklärt hat.

Die sozialistische Pasok dürfte ebenfalls in eine solche linke Regierung einsteigen, auch wenn sie bisher das Sparprogramm nicht aufkündigen wollte. Sie wird sich aber kompromissbereit zeigen, wenn nur Teile der bereits beschlossenen Maßnahmen wieder rückgängig gemacht werden. Das hat Parteichef Evangelos Venizelos bereits eingestanden. Schließlich haben auch die Sozialisten diesem Programm nur unter dem enormen Druck der internationalen Geldgeber zugestimmt.

Warum sollten EU und IWF aber einen solchen Richtungswechsel in Griechenland mitmachen? Bisher haben die internationalen Geldgeber immer darauf bestanden, dass es zu den geforderten Reformen keine Alternative gebe. Das hat auch Kanzlerin Angela Merkel am Montag noch einmal betont.

Leser-Kommentare
  1. und erstmal gelacht

    18 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    In einer Zeit, in der das Wahlprogramm der Linkspartei als radikal und populistisch git, obwohl diese Positionen auch ein Helmut Kohl 1:1 hätte vertreten können. Man schaue sich nur mal den Spitzensteuersatz und die Vermögenssteuer an. Heute würde eine solche Steuerpolitik natürlich die "Leistungsträger" lähmen und kommunismusähnliche Zustände herbeiführen. Das Sozialpolitikprogramm der Linken entspricht doch ziemlich genau dem, was die CDU noch vor rund 20 Jahren ihre "soziale Marktwirtschaft" nannte.

    Unfassbar, was für eine Gehirnwäsche in den letzten 20 Jahren Einzug gehalten hat.

    dass eine Überschrift wie "das tollkühne Machtmodell der griechischen RECHTEN" wohl kaum als Schlagzeile erscheinen würde.

    Zeit:
    "Warum sollten EU und IWF aber einen solchen Richtungswechsel in Griechenland mitmachen?"

    Bitte was bedeutet das?

    Griechenland wird also die nationale Souverainität abgesprochen?

    Klare Ansage für die Akzeptanz einer Diktatur durch nicht demokratisch legitimierte EU- Gremien und die Vorherrschaft der Banken.

    Ich kann es nicht glauben, dass die Medien in Vorleistung treten für die Propagierung einer Diktatur.

    Es landet doch kein einziger Euro beim griechischen Volk, sondern bei den Gläubigern, den Banken und anderen Finanzjongleuren.

    • HH7
    • 09.05.2012 um 4:41 Uhr

    Ist es nicht herrlich, wie sich die neoliberale Ideologie in den Redaktionsstuben der deutschen Medien in einem Knall entlädt - schnaubend vor Wut, weil ihre geistigen Massenvernichtungsmittel Franzosen und Griechen nicht erreichen?

    Hier noch so eine Kostprobe - nebenan - bei Springers, da flippen sie jetzt vollends aus:
    "Hollande-Ruck der SPD grenzt an Vaterlandsverrat"

    Siehe: http://www.welt.de/debatt...

    Fakt ist jedoch: Die Vermögen der einen sind (plötzlich) die Schulden der anderen, zu viel Kapital ist auf der Suche nach Profit, zuviele Spekulationsverluste wurden sozialisiert.

    Reden wir daher über die autoritäre Wende Europas und deutsche Niedriglöhne als Krisenursache. Reden wir vom unangetasteten Vermögen der Wenigen und dem Leid der Vielen. Reden wir von unserer Bewunderung für den Widerstand und die Solidarität in der griechischen Bevölkerung.

    Gegen die autoritär-neoliberale EU der Wenigen setzen wir ein demokratisches und sozial-ökologisches Europa der Vielen!

    Also her mit dem Spitzensteuersatz von 75% auch in Deutschland, Senkung des MwSt-Satzes um rund zwei Prozent, Wiedereinführung von Vermögenssteuer, Einführung von Finanztransfersteuer, soziale Erleichterungen und Deckelung von Topgehältern auf 340.000 Euro pro Jahr in Staatsbetrieben.
    Wenn wir schon Transferbürger werden, wollen wir auch dabei sein, möge die EZB das Geld dafür drucken !

    das mit dem lachen ist so eine sache.
    die weimarer republik läßt grüßen.

    in griechenland läuft ein spiegelbild dessen und wir wissen ja nun, wo soziale spannungen und politische unfähigkeit auf diesem level hinlaufen, zu radikalen kräften.

    das problem dabei ist, das tatsächlich nur diktatorische maßnahmen der einzige weg sind, tempo aufzunehmen, dinge zu ändern um wieder raus zu kommen.
    es ist völlig egal, wer sich politisch durchsetzt, es sind in griechenland radikale veränderungen im staatswesen notwendig, das läuft niemals mit parteienkoalitionen, als kompromiss des kleinsten politischen nenners.

    der staat griechenland ist nicht nur pleite, er ist so versumpft, das er gar nicht funktioniert. griechenland sollte auf die letzte option, die noch einigermaßen organisiert ist, zurückgreifen, das militär.

    In einer Zeit, in der das Wahlprogramm der Linkspartei als radikal und populistisch git, obwohl diese Positionen auch ein Helmut Kohl 1:1 hätte vertreten können. Man schaue sich nur mal den Spitzensteuersatz und die Vermögenssteuer an. Heute würde eine solche Steuerpolitik natürlich die "Leistungsträger" lähmen und kommunismusähnliche Zustände herbeiführen. Das Sozialpolitikprogramm der Linken entspricht doch ziemlich genau dem, was die CDU noch vor rund 20 Jahren ihre "soziale Marktwirtschaft" nannte.

    Unfassbar, was für eine Gehirnwäsche in den letzten 20 Jahren Einzug gehalten hat.

    dass eine Überschrift wie "das tollkühne Machtmodell der griechischen RECHTEN" wohl kaum als Schlagzeile erscheinen würde.

    Zeit:
    "Warum sollten EU und IWF aber einen solchen Richtungswechsel in Griechenland mitmachen?"

    Bitte was bedeutet das?

    Griechenland wird also die nationale Souverainität abgesprochen?

    Klare Ansage für die Akzeptanz einer Diktatur durch nicht demokratisch legitimierte EU- Gremien und die Vorherrschaft der Banken.

    Ich kann es nicht glauben, dass die Medien in Vorleistung treten für die Propagierung einer Diktatur.

    Es landet doch kein einziger Euro beim griechischen Volk, sondern bei den Gläubigern, den Banken und anderen Finanzjongleuren.

    • HH7
    • 09.05.2012 um 4:41 Uhr

    Ist es nicht herrlich, wie sich die neoliberale Ideologie in den Redaktionsstuben der deutschen Medien in einem Knall entlädt - schnaubend vor Wut, weil ihre geistigen Massenvernichtungsmittel Franzosen und Griechen nicht erreichen?

    Hier noch so eine Kostprobe - nebenan - bei Springers, da flippen sie jetzt vollends aus:
    "Hollande-Ruck der SPD grenzt an Vaterlandsverrat"

    Siehe: http://www.welt.de/debatt...

    Fakt ist jedoch: Die Vermögen der einen sind (plötzlich) die Schulden der anderen, zu viel Kapital ist auf der Suche nach Profit, zuviele Spekulationsverluste wurden sozialisiert.

    Reden wir daher über die autoritäre Wende Europas und deutsche Niedriglöhne als Krisenursache. Reden wir vom unangetasteten Vermögen der Wenigen und dem Leid der Vielen. Reden wir von unserer Bewunderung für den Widerstand und die Solidarität in der griechischen Bevölkerung.

    Gegen die autoritär-neoliberale EU der Wenigen setzen wir ein demokratisches und sozial-ökologisches Europa der Vielen!

    Also her mit dem Spitzensteuersatz von 75% auch in Deutschland, Senkung des MwSt-Satzes um rund zwei Prozent, Wiedereinführung von Vermögenssteuer, Einführung von Finanztransfersteuer, soziale Erleichterungen und Deckelung von Topgehältern auf 340.000 Euro pro Jahr in Staatsbetrieben.
    Wenn wir schon Transferbürger werden, wollen wir auch dabei sein, möge die EZB das Geld dafür drucken !

    das mit dem lachen ist so eine sache.
    die weimarer republik läßt grüßen.

    in griechenland läuft ein spiegelbild dessen und wir wissen ja nun, wo soziale spannungen und politische unfähigkeit auf diesem level hinlaufen, zu radikalen kräften.

    das problem dabei ist, das tatsächlich nur diktatorische maßnahmen der einzige weg sind, tempo aufzunehmen, dinge zu ändern um wieder raus zu kommen.
    es ist völlig egal, wer sich politisch durchsetzt, es sind in griechenland radikale veränderungen im staatswesen notwendig, das läuft niemals mit parteienkoalitionen, als kompromiss des kleinsten politischen nenners.

    der staat griechenland ist nicht nur pleite, er ist so versumpft, das er gar nicht funktioniert. griechenland sollte auf die letzte option, die noch einigermaßen organisiert ist, zurückgreifen, das militär.

  2. Aller Vorraussicht nach werden die "radikalen" Linken dann wohl die noch nötigen zwei Prozent zu den Nea Dimokratia aufholen.
    Falls die dann aus Linken und eventuell "radikalen" Rechten entstande Koalition sich dann wirklich dem Diktat aus Brüssel entzieht, wird wohl die Euro-Währungs Krise dann wirklich anfangen!

    2 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • bugme
    • 09.05.2012 um 0:01 Uhr

    Wenn die radikale Linke und Rechte in Koalition aus dem Euro austritt und alle Mahnungen ignoriert ist kein Schneeballeffekt für die Eurozone zu erwarten. Darüberhinaus wird dann für die anderen Euro-Staaten Griechenland als mahnendes Beispiel dienen.

    Denn: Wer wird wohl jetzt jemand Geld leihen, wenn schon angesagt ist, dass nichts davon zurückgezahlt werden soll.
    Wer wird in einem Land investieren, wass sich dann aus ermangelung an Geld ausländische Betriebe verstaatlicht. Für ein paar Jahre kann dies der Regierung pseudoerfolge bescheren, danach ist das Land dann komplett in der 3. Welt angekommen.

    • bugme
    • 09.05.2012 um 0:01 Uhr

    Wenn die radikale Linke und Rechte in Koalition aus dem Euro austritt und alle Mahnungen ignoriert ist kein Schneeballeffekt für die Eurozone zu erwarten. Darüberhinaus wird dann für die anderen Euro-Staaten Griechenland als mahnendes Beispiel dienen.

    Denn: Wer wird wohl jetzt jemand Geld leihen, wenn schon angesagt ist, dass nichts davon zurückgezahlt werden soll.
    Wer wird in einem Land investieren, wass sich dann aus ermangelung an Geld ausländische Betriebe verstaatlicht. Für ein paar Jahre kann dies der Regierung pseudoerfolge bescheren, danach ist das Land dann komplett in der 3. Welt angekommen.

  3. Ökonomen wie Krugman, Friedman, Stiglitz, Eichengreen und Soros sprechen sich alle für Wachstumsmaßnahmen aus, nur Deutsche Sturköpfer wie Sinn oder Henkel machen Gegenwind der in der Bevölkerung leider Mehrheitsfähig ist.

    Die Welt hat das Recht sich zu retten ohne von Deutschland mal wieder in den Abgrund gerissen zu werden, die Entwicklungsländer die eine gute Weltwirtschaft brauchen um ihren Wohlstandswachstum zu erhalten, hat das Recht zu erwarten, dass Europa seine Probleme löst.

    Die Welt und seine Bewohner haben das Recht auf eine linke, wachstumsorientierte Regierung in Griechenland und Frankreich.

    25 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • jojocw
    • 08.05.2012 um 20:55 Uhr

    Mit Sparen, oder mit Wachstum usw.

    Wenn man allerdings für die eigene Rettung das Geld von anderen will, dann muss man sich wohl doch nach denen richten oder nicht?

    Im Übrigen sehen wir seit Jahrzehnten, dass das Wachstum (immerhin hatten wir in den lezten 50 Jahren vermutlich 2,5 - 3% im Durchschnitt) immer nur weiter überproportional zum Wachstum steigende Schulden gebracht hat.

    Deshalb ist die Rettung mit dem sogenannten Wachstumspakt ein Fehler. Und die von Ihnen genannten Wissenschaftler liegen einfach falsch.

    • bayert
    • 08.05.2012 um 21:11 Uhr

    nur hat die Welt kein Recht auf deutsches Geld. Solange für die "Rettung" keine deutschen Steuermilliarden (oder Billionen?) verschleudert werden, habe ich nichts dagegen.

    Der 3. Weg bedeutet doch nur, mehr Hilfsgelder ohne Auflagen. Wer noch Illusionen hat, sollte sich den ZDF-Beitrag "Die GR Lüge" ansehen: http://www.zdf.de/ZDFmedi...

    Ich bin auch für eine Wachstumspolitik - diese sollte aber auch ihren Namen verdienen.

    Und anstatt in ideologisch beschränkten Lagern zu denken sollten wir lieber an die Zukunft denken.
    Und solange dabei die Politiker wie bisher einen Großteil ihrer Fiskalpakete auf Schulden gründen und dabei ihre gemachten Schulden nicht bezahlen führt kein Weg dran vorbei.

    Ich wäre aber nicht für eine Schuldenbremse sondern für ein effektives Refinanzierungskonzept: Das heißt: Jedes Fiskalpaket muss eine Refinanzierung inbegriffen haben die die Kosten dieses Paketes deckt.

    Doch so wie bisher argumentiert wird ist es entweder nur so, dass man zwischen Schuldenbremse und Geld-Ausgeben denkt...Und das ist problematisch.

    Diesen Wachstumstheorien lagen die Verhältnisse des letzten Jahrhunderts zu Grunde. Jetzt brauchen wir eine "Theorie der Ökonomie im Zeitalter der Wachstumserschöpfung".

    In der aktuellen Krise weiteres Wachstum zu fordern, ist etwa so, als wolle man in eine überfüllte Fahrstuhlkabine, noch weitere Personen hineinpressen um in der gleichen Zeit noch mehr Fahrgäste befördern zu können. Das Ergebnis solcher Bemühungen ist absehbar: Die Belastung wird nicht mehr tragbar, Absturz.

    endlich von der deutschen Bank ohne Sicherheiten und Eigenkapital den Millionenkredit für mein Zinshaus zu bekommen !!
    Sonst hol ich meine ukrainischen Freunde mit den AK47
    und Kalaschnikows ! Alles klar ?

    • jojocw
    • 08.05.2012 um 20:55 Uhr

    Mit Sparen, oder mit Wachstum usw.

    Wenn man allerdings für die eigene Rettung das Geld von anderen will, dann muss man sich wohl doch nach denen richten oder nicht?

    Im Übrigen sehen wir seit Jahrzehnten, dass das Wachstum (immerhin hatten wir in den lezten 50 Jahren vermutlich 2,5 - 3% im Durchschnitt) immer nur weiter überproportional zum Wachstum steigende Schulden gebracht hat.

    Deshalb ist die Rettung mit dem sogenannten Wachstumspakt ein Fehler. Und die von Ihnen genannten Wissenschaftler liegen einfach falsch.

    • bayert
    • 08.05.2012 um 21:11 Uhr

    nur hat die Welt kein Recht auf deutsches Geld. Solange für die "Rettung" keine deutschen Steuermilliarden (oder Billionen?) verschleudert werden, habe ich nichts dagegen.

    Der 3. Weg bedeutet doch nur, mehr Hilfsgelder ohne Auflagen. Wer noch Illusionen hat, sollte sich den ZDF-Beitrag "Die GR Lüge" ansehen: http://www.zdf.de/ZDFmedi...

    Ich bin auch für eine Wachstumspolitik - diese sollte aber auch ihren Namen verdienen.

    Und anstatt in ideologisch beschränkten Lagern zu denken sollten wir lieber an die Zukunft denken.
    Und solange dabei die Politiker wie bisher einen Großteil ihrer Fiskalpakete auf Schulden gründen und dabei ihre gemachten Schulden nicht bezahlen führt kein Weg dran vorbei.

    Ich wäre aber nicht für eine Schuldenbremse sondern für ein effektives Refinanzierungskonzept: Das heißt: Jedes Fiskalpaket muss eine Refinanzierung inbegriffen haben die die Kosten dieses Paketes deckt.

    Doch so wie bisher argumentiert wird ist es entweder nur so, dass man zwischen Schuldenbremse und Geld-Ausgeben denkt...Und das ist problematisch.

    Diesen Wachstumstheorien lagen die Verhältnisse des letzten Jahrhunderts zu Grunde. Jetzt brauchen wir eine "Theorie der Ökonomie im Zeitalter der Wachstumserschöpfung".

    In der aktuellen Krise weiteres Wachstum zu fordern, ist etwa so, als wolle man in eine überfüllte Fahrstuhlkabine, noch weitere Personen hineinpressen um in der gleichen Zeit noch mehr Fahrgäste befördern zu können. Das Ergebnis solcher Bemühungen ist absehbar: Die Belastung wird nicht mehr tragbar, Absturz.

    endlich von der deutschen Bank ohne Sicherheiten und Eigenkapital den Millionenkredit für mein Zinshaus zu bekommen !!
    Sonst hol ich meine ukrainischen Freunde mit den AK47
    und Kalaschnikows ! Alles klar ?

  4. ich glaube, sparen heisst doch einen Überschuss erwirtschaften und den zurückzulegen.
    Wie hoch ist das Defizit des ´´Sparhaushaltes´´in Griechenland doch gleich ?
    20% oder 10 % gegen 3 % Minus in Deutschland, auch ein Sparhaushalt.
    Harte Bedingungen sind also von anderen Nationen Geld erbetteln zu müssen und im Tausch versprechen zu müssen nächstes Jahr etwas weniger zu betteln ?
    Einfach lachhaft-.

    7 Leser-Empfehlungen
  5. "Warum sollten EU und IWF aber einen solchen Richtungswechsel in Griechenland mitmachen?"
    Weil in jedem Fall die spekulativen Banken vor größeren Verlusten bewahrt werden sollen.
    Dazu deutet sich ja bereits ein "Entgegenkommen" an. Man wird sehen, wie das finanzkapitalistische Europa darauf reagiert, wenn die Griechen das alte und gescheiterte politische System fast vollkommen entmachten.
    Ein Schneeballeffekt ist dann nicht auszuschließen.

    21 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die Banken haben ihre Griechenland-Anleihen alle schon auf Null abgeschrieben. Die Folgen eines griechischen Staatsbankrotts wären also recht überschaubar. Nicht die Banken sind auf Griechenland, sondern Griechenland auf die Banken angewiesen. Und weil das im Grunde genommen jeder weiss, fühlen sich die Menschen von den Banken erpresst, ganz so wie dies auch der Sprössling empfindet, wenn der Papa ihm das Taschengeld zusammenstreicht.

    die Banken haben ihre Griechenland-Anleihen alle schon auf Null abgeschrieben. Die Folgen eines griechischen Staatsbankrotts wären also recht überschaubar. Nicht die Banken sind auf Griechenland, sondern Griechenland auf die Banken angewiesen. Und weil das im Grunde genommen jeder weiss, fühlen sich die Menschen von den Banken erpresst, ganz so wie dies auch der Sprössling empfindet, wenn der Papa ihm das Taschengeld zusammenstreicht.

  6. Da können wir uns auf etwas gefasst machen.

    "Tsipras erklärte am Dienstag denn auch, dass durch die Entscheidung des V o l k es (Anmerkung: 15 % der Wähler 10 % der Wahlberechtigten) das Abkommen zum Hilfspaket offensichtlich null und nichtig sei. Eine internationale Kommission solle prüfen, ob die griechische Verschuldung rechtmässig sei. Zudem sollten die Banken unter staatliche Kontrolle gestellt werden. Sein Parteikollege Lafazanis sagte am Radio, dass Syriza die Neuverhandlung der Schulden mit dem Ziel führen werde, den grössten Teil davon abzuschreiben.(Anm.:die haben nach der letzten Schuldentilgung Blut geleckt). Er stellte die Rolle der Troika (EU, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds) infrage. Diese habe im Land nichts zu suchen." Quelle NZZ von heute.

    Wahrlich, die Troika sollten sofort abziehen. Das Bürschchen benimmt sich wie ein Zechpreller und so sollten wir ihn auch behandeln.

    Wir sollten mit dem Unsinn endlich Schluss machen. Die Sanierung Griechenlands ist gescheitert. Griechenland muss raus aus dem Euro.

    Vorgehensweise: Die bestehenden Kredite von EU-Länder an Griechenland werden in einer Euro-Bad-Bank gesammelt. Sie bleiben bestehen. Jede Warenlieferung, die Griechenland in die EU-verschickt, wird zur Schuldentilgung beschlagnahmt. Der nach 10 Jahren noch verbleibende Rest wird abgeschrieben.

    [...] Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk

    12 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Vorgehensweise: Die bestehenden Kredite von EU-Länder an Griechenland werden in einer Euro-Bad-Bank gesammelt. Sie bleiben bestehen."

    Warum sollten Sie und ich für die Kreditrisiken von Kapitalanlegern aufkommen? Ihren Gewinn teilen die doch auch nicht.

    Wenn Sie dann die Kavallerie in Griechenland einsetzen wollen wie weiland Steinbrück in der Schweiz, müssen Sie Pferde kaufen.

    Eben nicht da Kavallerie. Was für ein dummer Vorschlag.

    Die Troika wird sofort abgezogen. Rat der nicht erbeten ist, wird auch nicht geleistet. Da das Sparpaket tot ist, müssen die Geldzahlungen eingestellt werden. Die Rückzahlungspflicht von Krediten ist international geregelt, die lösen sich damit ja nicht auf. Um das europäische Banksystem (ohne Griechenland) zu schützen, werden die zunächst uneinbringlichen Griechenschulden in eine Euro-Bad-Bank eingebracht.

    Wenn das Euro-Geld ausbleibt, der Markt gibt ja Griechenland nur zu horrenden Zinsen Kredit, jetzt sicherlich nicht mehr, ist der griechische Staat pleite, können die griechischen Staatsbediensteten nicht mehr bezahlt werden, die Rentenzahlungen entfallen, das griechische Bankensystem kollabiert. Es bricht ein großer Durcheinander aus.

    Griechenland muss aus dem Euro, um wieder selbst Geld drucken zu können. Das Geld wird niemand haben wollen. Warentauschhandel ist die Folge. Olivenöl gegen Benzin. Das Leben für die Griechen wird noch viel härter werden als jetzt schon. Und treffen tut es hauptsächlich die kleine Leute. Die Reichen haben ihr Geld schon längst in London oder wo in Sicherheit gebracht.

    Die Leute werden in der Not gezwungen sein, ihren Besitz (Land, Haus Wohnungen) unter Wert zu verkaufen. Käufer sind diejenigen, die noch Euros oder andere Währungen haben.

    Wie halten Sie es eigentlich mit Schuldnern in DE, sollte man die nicht auch in einen Schuldturm werfen? Was ist denn mit denen die Griechenland all das Geld geliehen haben? Sind Glaeubiger per se immer unschuldig, oder haben die nicht vielleicht auch Jahre lang gut verdient? Und wenn Sie so versessen darauf sind einem nackten Mann in die Tasche zu greifen, werden Sie hoffentlich auch fuer die Griechen Verstaendnis haben, die von DE noch ein paar Kriegsschulden beglichen haben wollen. Wer was dann netto rauskommt. Aber Krieg erklaeren und das Land ausbeuten waere natuerlich auch eine Option?

    mit den prozenten würde ich ersteinmal den Ball" ganz schön Flach" halten.

    und nachdenken!
    wie ist denn der us-präsident gewählt worden oder wie sieht es bei uns mit der Wahl aus? mal nachdenken!

    P.S.:
    aber der staat griechenland war für unsere christliche regierung ein sehr guter abnehmer für unsere kriegswaffen!
    da hat die rüstungsindustrie doch sehr gute geschäfte gemacht!
    Oder?

    "Vorgehensweise: Die bestehenden Kredite von EU-Länder an Griechenland werden in einer Euro-Bad-Bank gesammelt. Sie bleiben bestehen."

    Warum sollten Sie und ich für die Kreditrisiken von Kapitalanlegern aufkommen? Ihren Gewinn teilen die doch auch nicht.

    Wenn Sie dann die Kavallerie in Griechenland einsetzen wollen wie weiland Steinbrück in der Schweiz, müssen Sie Pferde kaufen.

    Eben nicht da Kavallerie. Was für ein dummer Vorschlag.

    Die Troika wird sofort abgezogen. Rat der nicht erbeten ist, wird auch nicht geleistet. Da das Sparpaket tot ist, müssen die Geldzahlungen eingestellt werden. Die Rückzahlungspflicht von Krediten ist international geregelt, die lösen sich damit ja nicht auf. Um das europäische Banksystem (ohne Griechenland) zu schützen, werden die zunächst uneinbringlichen Griechenschulden in eine Euro-Bad-Bank eingebracht.

    Wenn das Euro-Geld ausbleibt, der Markt gibt ja Griechenland nur zu horrenden Zinsen Kredit, jetzt sicherlich nicht mehr, ist der griechische Staat pleite, können die griechischen Staatsbediensteten nicht mehr bezahlt werden, die Rentenzahlungen entfallen, das griechische Bankensystem kollabiert. Es bricht ein großer Durcheinander aus.

    Griechenland muss aus dem Euro, um wieder selbst Geld drucken zu können. Das Geld wird niemand haben wollen. Warentauschhandel ist die Folge. Olivenöl gegen Benzin. Das Leben für die Griechen wird noch viel härter werden als jetzt schon. Und treffen tut es hauptsächlich die kleine Leute. Die Reichen haben ihr Geld schon längst in London oder wo in Sicherheit gebracht.

    Die Leute werden in der Not gezwungen sein, ihren Besitz (Land, Haus Wohnungen) unter Wert zu verkaufen. Käufer sind diejenigen, die noch Euros oder andere Währungen haben.

    Wie halten Sie es eigentlich mit Schuldnern in DE, sollte man die nicht auch in einen Schuldturm werfen? Was ist denn mit denen die Griechenland all das Geld geliehen haben? Sind Glaeubiger per se immer unschuldig, oder haben die nicht vielleicht auch Jahre lang gut verdient? Und wenn Sie so versessen darauf sind einem nackten Mann in die Tasche zu greifen, werden Sie hoffentlich auch fuer die Griechen Verstaendnis haben, die von DE noch ein paar Kriegsschulden beglichen haben wollen. Wer was dann netto rauskommt. Aber Krieg erklaeren und das Land ausbeuten waere natuerlich auch eine Option?

    mit den prozenten würde ich ersteinmal den Ball" ganz schön Flach" halten.

    und nachdenken!
    wie ist denn der us-präsident gewählt worden oder wie sieht es bei uns mit der Wahl aus? mal nachdenken!

    P.S.:
    aber der staat griechenland war für unsere christliche regierung ein sehr guter abnehmer für unsere kriegswaffen!
    da hat die rüstungsindustrie doch sehr gute geschäfte gemacht!
    Oder?

  7. Jedenfalls hat Frau Lagarde erkannt, dass es auch nichts hilft, wenn man dem Schuldner beide Daumen bricht. Lieber vielleicht die Nase, dann kann er auch weiter arbeiten und seine Schulden zurück bezahlen.

    Ggf. sollten sich IWF und EU mal bei der italienischen Mafia erkundigen, wie man so etwas richtig macht.

    12 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Ggf. sollten sich IWF und EU mal bei der italienischen Mafia erkundigen, wie man so etwas richtig macht".

    Bitte erklären Sie das mal...Oder ist das nur ein blöder Spruch mit Nonsens.

    Grüße
    Montessori

    Schmeichelhaft für die Mafia, sie kann eher vom IWF und EU lernen!

    "Ggf. sollten sich IWF und EU mal bei der italienischen Mafia erkundigen, wie man so etwas richtig macht".

    Bitte erklären Sie das mal...Oder ist das nur ein blöder Spruch mit Nonsens.

    Grüße
    Montessori

    Schmeichelhaft für die Mafia, sie kann eher vom IWF und EU lernen!

  8. Mit WAS soll bitte Griechenland wachsen?

    WO IST DAS WACHSTUMSPOTENTIAL GRIECHENLANDS ?

    Außer Redereien die kaum Steuern zahlen mit was und wie?

    Bitte nicht mit Goldgräberstimmung kommen, wie soll das gehen?

    Welche Produkte hat Griechenland die Weltniveau tauglich wären??

    Mir ist kaum etwas bekannt..und hier beginnt schon das PROBLEM!

    Grüße
    Montessori

    6 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Tourismus? Nicht so wie momentan abläuft !

    Das Land müsste ein Tourismus über 12 Monate aufbauen, dann sehe es anders aus.

    Aber kaum SPA Hotels obwohl Thalasso griechisch ist, keine Heizung, keine Indoor Pools und keine Charter Flüge über den Winter und so weiter und so fort..

    Ich arbeite in der Touristik...Das Land ist wunderschön....das sollte man NUTZEN!!!

    Grüße
    Montessori

    • Theoz
    • 08.05.2012 um 20:44 Uhr

    "WO IST DAS WACHSTUMSPOTENTIAL GRIECHENLANDS ?"

    Tourismus, Handelsmarine, neue Energiequellen. Dazu eine unglaubliche Menge hochqualifizierter junger Wissenschaftler - die meisten davon heute arbeitslos -, denen endlich mal die Chance gegeben werden soll, das Land aufzubauen; also zuerst in diese Leute investieren!

    • Panic
    • 09.05.2012 um 2:23 Uhr

    Wissen Sie, wohin Ihre "jungen Wissenschaftler" gehen? Dreimal dürfen Sie raten.

    Gruss

    • Bornie
    • 09.05.2012 um 9:32 Uhr

    Tja, so ist das aber nun mal: Wer nichts hat und nichts kann sollte sich vor allen Dingen kein Geld auf sein Vermögen oder können leihen.
    Das geht leider immer in die Hose.
    Die Frage bleibt doch: Wer möchte Griechenland die nächsten Staatsanleihen abkaufen, mit denen die Griechen ihre Leistungen an die Bürger bezahlen wollen? Die Griechen können ihre Schulden nicht zahlen, das wird bei neuen Staatsanleihen wohl auch nicht anders sein.

    Tourismus? Nicht so wie momentan abläuft !

    Das Land müsste ein Tourismus über 12 Monate aufbauen, dann sehe es anders aus.

    Aber kaum SPA Hotels obwohl Thalasso griechisch ist, keine Heizung, keine Indoor Pools und keine Charter Flüge über den Winter und so weiter und so fort..

    Ich arbeite in der Touristik...Das Land ist wunderschön....das sollte man NUTZEN!!!

    Grüße
    Montessori

    • Theoz
    • 08.05.2012 um 20:44 Uhr

    "WO IST DAS WACHSTUMSPOTENTIAL GRIECHENLANDS ?"

    Tourismus, Handelsmarine, neue Energiequellen. Dazu eine unglaubliche Menge hochqualifizierter junger Wissenschaftler - die meisten davon heute arbeitslos -, denen endlich mal die Chance gegeben werden soll, das Land aufzubauen; also zuerst in diese Leute investieren!

    • Panic
    • 09.05.2012 um 2:23 Uhr

    Wissen Sie, wohin Ihre "jungen Wissenschaftler" gehen? Dreimal dürfen Sie raten.

    Gruss

    • Bornie
    • 09.05.2012 um 9:32 Uhr

    Tja, so ist das aber nun mal: Wer nichts hat und nichts kann sollte sich vor allen Dingen kein Geld auf sein Vermögen oder können leihen.
    Das geht leider immer in die Hose.
    Die Frage bleibt doch: Wer möchte Griechenland die nächsten Staatsanleihen abkaufen, mit denen die Griechen ihre Leistungen an die Bürger bezahlen wollen? Die Griechen können ihre Schulden nicht zahlen, das wird bei neuen Staatsanleihen wohl auch nicht anders sein.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service