Die Wähler in Großbritannien sind zur konservativ-liberalen Regierungskoalition von Premierminister David Cameron auf Distanz gegangen. Bei den Kommunalwahlen in 181 Kommunen in Schottland , England und Wales verloren die Konservativen nach ersten Ergebnissen Hunderte Sitze in den Kommunalparlamenten.

Auch die Vertreter des liberaldemokratischen Koalitionspartners büßten etliche Mandate ein. Gewinner ist dagegen die oppositionelle Labour-Partei , die deutlich zulegte. Nach ersten Berechnungen könnte Labour rund 700 der zur Wahl stehenden 5.000 Sitze dazugewinnen. Mit Birmingham ging die zweitgrößte britische Stadt an die Sozialdemokraten.

Die Wahl galt als wichtiger Stimmungstest für die Koalition. Als Ausdruck des Frustration der Bevölkerung angesichts der Sparpolitik der Regierung lässt sich auch die historisch geringe Wahlbeteiligung werten. Nur etwa 32 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Niedrige Wahlbeteiligung

In großen Städten wie Nottingham, Manchester oder Bradford stimmten die Wähler gegen den Vorschlag von Cameron , künftig einen direkt gewählten Bürgermeister zu bekommen. In Manchester und Nottingham lag die Wahlbeteiligung bei 24 Prozent.

In London läuft die Auszählung für die Bürgermeisterwahl. Der konservative Amtsinhaber Boris Johnson war dort als Favorit gegen seinen Labour-Herausforderer Ken Livingstone angetreten. Ergebnisse werden wegen des komplizierten Auszählungsverfahrens erst am Abend erwartet.