Atomprogramm : US-Senat beschließt weitere Iran-Sanktionen

Diese Woche beginnen neue Gespräche mit dem Iran über das Atomprogramm. Kurz davor hat der US-Senat die Sanktionen verschärft. Er will vor allem Irans Ölhandel treffen.
Der US-Senat in Washington © Mike Theiler/dpa

Der US-Senat hat verschärfte Wirtschaftssanktionen gegen den Iran beschlossen. Unter anderem sollen damit die einflussreichen iranischen Revolutionsgarden getroffen und damit ihre Haltung zu den Ölexporten verändert werden. Der Beschluss im Senat wurde zwei Tage vor Beginn neuer Gespräche der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands (5+1) mit dem Iran über sein Atomprogramm gefasst.

"Heute hat der Senat dem Iran in klares Zeichen gesendet, während er sich auf die 5+1-Gespräche in Bagdad vorbereitet", sagte der Co-Autor der Vorlage, der demokratische Senator Robert Menendez. Die Regierung in Teheran müsse bei den Gesprächen einen überprüfbaren Plan zur vollständigen Offenlegung seiner Atomwaffenpläne vorlegen. "Ansonsten wird Washington die wirtschaftliche Schlinge weiter zuziehen", sagte der Senator aus Florida .

Man habe der Führung in Teheran deutlich gemacht, "dass sie alle Aktivitäten zur Urananreicherung stoppen oder sich auf eine weitere Runde von Wirtschaftssanktionen der Vereinigten Staaten einstellen muss", sagte auch der republikanische Senator Mark Kirk.

Treffen am Mittwoch

Am Mittwoch treffen sich iranische Vertreter in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu Atomgesprächen mit der sogenannten 5+1-Gruppe – das sind die fünf Vetomächte USA , Russland , China , Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland. Das Treffen war bei der vorangegangenen Verhandlungsrunde mit der internationalen Gemeinschaft Mitte April in Istanbul vereinbart worden.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie auch ein Atomwaffenprogramm zu betreiben . Der Weltsicherheitsrat hat bereits umfangreiche Sanktionen gegen das Land verhängt.
 

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Kommentare

11 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Verdächtigungen...

die ausreichen, ein ganzes Volk in Armut zu stürzen.

Wieder einmal eine überzeugende Demonstration
"westlicher Werte" ......

Es gibt nicht wenige, die verdächtigen die USA/Israel
sich mit den menschenverachtenden Sunniten Wahabiten a la Saudi Arabien und Bahrain zu verbünden, um die weniger
"kooperativen" Schiiten in die Knie zu zwingen.

Verdächtigungen......es gibt deren viele.....

Wer Öl nicht mit Petrodollars handelt wird sanktioniert.

Daß vor allem die ölwirtschaft getroffen werden soll ist ein schlechter Witz. Seit 30 Jahren wird die Zivilbevölkerung des Irans getroffen und das zuletzt durch den Finanzkrieg der USA unter Beihilfe seiner Vasallen EU etc... massiv. Folge sind die Geldentertung und die Verarmung der Iranischen Privathaushalte um den Kriegswillen zu brechen. Der Iran wird kriegsreif sanktioniert und wenn dabei wie im Irak 500000 Säuglinge sterben, wer sagt dann wie Madeleine Albright, dass das ein lohnenswerter Preis war??
70% der iranischen Bevölkerung ist unter 30 Jahren und dem Westen eigentliche sehr aufgeschlossen. Deutschland sollte sich ehrlich fragen ob die Merkelsche Politik des gar nichts sagens zu diesem Thema das richtige ist.
Aber leider haben deutsche Politiker allzuoft israelische Scheuklappen auf und lassen sich von Kriegshetzern wie Netanhjahu am Halfter in den Mist führen.

Absurd , Absurder , Grotesk , Bizzar , Arrogant .....

Ich hoffe ich bin nicht der Einzige , der die westliche Iran - Politik als bizzar empfindet.
Der Chef der Atomenegiebehörde Amano war gestern in Tehran und die Gespraeche wurden als 'nuetzlich' und ' positiv' bewertet und heute einen Tag nach der Amano Reise und einen Tag vor den 5 + 1 Gespraechen in Baghdad kommen diese absurden Neu-Neu-Neu Sanktionen gegen den Iran.
Wer die AIPAC und Netanyahu nicht hinter dieser grotesken Vorgehensweise vermutet ist schon ziemlich naiv.
Der Westen und allen voran die USA (dirgiert von Zionisten und der MIC) sind einfach nicht in der Lage ihre arrogante Politik gegenueber dem Iran zu korrigieren .
Eine sehr gefaehrliche , verhaengnisvolle und fast toedliche 'Eigendynamik ' beginnt sich zu entfalten. ( Diese Entwicklung begann spaetestens seit 2006 , als unter Druck der USA der 'Atom-Fall' Iran unrechtmaessig von der IAEA in die UN bugsiert wurde.
Ohne Zweifel steht Iran unter enormen wirtchaftlichen Druck , doch so lange die iranische Zentralbank ( als einzige der Welt ) von der Finanzoligarchie der Wall Street und der 'City' unabhaengig agieren kann , wird der Iran noch Jahrzehnte die Folgen der 'perversen' Sanktionspolitik des Westens abfangen koennen.
Iran hat NULL Auslandsverschuldung und die nationalen Schulden betragen gerade einmal 9 % des BSP von ca. 480 Mrd. $.
Nicht der Iran ist pleite sondern die Wirtschaften im Westen und die Iraner wissen das.