ItalienDer Ferrari-Boss tritt an

Italiens Politik ist um eine schillernde Persönlichkeit reicher: Star-Manager Luca Cordero Di Montezemolo wirbt um das Mitte-Rechts-Lager Berlusconis. von 

Luca Cordero di Montezemolo

Luca Cordero di Montezemolo  |  © Giampiero Sposito/Reuters

Er war ein abenteuerlustiger Rennfahrer, galt als großer Lebemann, ist Italiens Star-Manager schlechthin und heute Ferrari-Boss und Multi-Funktionär: Der 65-jährige Luca Cordero Di Montezemolos ist erfolgreich. Und seit annähernd einem Jahrzehnt wird in Rom über den Eintritt des Managers in die Politik spekuliert. Es ist kein Geheimnis, dass viele im gemäßigten Lager den aristokratisch wirkenden Montezemolo als idealen Berlusconi-Gegner sehen. Nun ist es soweit – Montezemolo will mitmischen und könnte damit das politische Ende des Cavaliere einläuten.

Bereits 2009 hatte er dafür einen politischen Thinktank mit dem ehrgeizigen Namen Italia Futura (Künftiges Italien) gegründet. An seiner Seite standen Gianfranco Fini , seinerzeit noch Verbündeter von Berlusconi, und Enrico Letta, ein leitender Funktionär der aus Links- und Christdemokraten fusionierten Oppositionspartei Partito Democratico (PD). Die neue Stiftung gewann in kürzester Zeit das Interesse von Unternehmern, Wissenschaftlern und Journalisten, die in ihr eine Möglichkeit sahen, die von Berlusconi angekündigte und nie angefangene "liberale Revolution" in Gang zu setzen.

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Doch trotz wachsenden Drucks aus Unternehmerkreisen ließ sich Montezemolo erstmal Zeit. Zwar verpasste er keine Chance, Berlusconis fahrlässigen Umgang mit der Krise zu rügen – eine direkte Beteiligung an der politischen Umgestaltung des Landes blieb aber aus.

Italia Futura will an Parlamentswahlen teilnehmen

Vergangenen Samstag dann schrieb ein Kolumnist der Tageszeitung Corriere della Sera, es wäre nun endlich Zeit, dass Montezemolo seine Karten offenlegt. Wenn Italia Futura an den bevorstehenden Parlamentswahlen im Frühjahr 2013 teilnehmen will, müsse sich Montezemolo jetzt äußern. Tatsächlich ließ die Antwort nicht lange auf sich warten: "Italia Futura könnte in den nächsten Monaten eine Partei werden und an den Parlamentswahlen 2013 teilnehmen", antwortete Montezemolo in einem offenen Brief an die Tageszeitung.

Der Ferrari-Chef hatte es kurz zuvor im Interview mit der Tageszeitung La Repubblica bereits angedeutet: "Italia Futura ist schon lange kein einfacher Thinktank mehr. Wir haben viele lokale Abteilungen und sind gerade dabei, neue Führungskräfte auszusuchen." Im Juli soll nun eine Generalversammlung aller Anhänger stattfinden. "Kein Kongress", sagt der Direktor der Stiftung Andera Romano zu ZEIT ONLINE, "sondern ein Treffen, um künftige Schritte zu planen."

Als sicher gilt, dass Italia Futura sich bereits klare Ziele gesteckt hat. "Es gibt eine ganze Wählerschaft, der wir aus der Bredouille helfen müssen", sagte Montezemolo zu La Repubblica . "Ich spreche über die ehemaligen Wähler von Berlusconis Partei PDL."

Und Ex-Premier Berlusconi? Bis jetzt schweigt er, zumindest offiziell. Im April traf er sich mit Montezemolo zum Mittagessen in Palazzo Grazioli, seiner Residenz in Rom. Die zwei Gegner sollen sich über eine mögliche Allianz zwischen Italia Futura und der PDL unterhalten haben. In Berlusconis Partei hoffen viele, dass es dazu kommt. Montezemolo, sagen italienische Politik-Insider, wäre nämlich der einzige Partner, mit dem man die Mitte-Links-Koalition der PD wieder einholen könnte.

Leserkommentare
    • mmzz
    • 24. Mai 2012 19:08 Uhr

    Spitze getrieben.

    Was für ein radikalkapitalistisches Geschwurbel!

    "Es heißt Baustelle Italien und enthält die Grundlinien einer liberalen Politikagenda: weniger Steuern, weniger Sozialstaat, weniger Bürokratie, mehr Eigeninitiative und klare Wachstumspläne, um die italienische Wirtschaft aus der Rezession zu retten."

    Wer arm ist hat selbst Schuld und die Sozialsysteme sind nur hinderlich beim Plündern des eigenen Volkes!

    Erst wenn Sie das, sehr geehrter Herr Ghelli, was Sie hier mit diesem Propaganda-Artikel vollbracht haben, plötzlich mit Raffinesse täten, müsste wir uns Sorgen machen.

    Eine Leserempfehlung
    • bkkopp
    • 24. Mai 2012 19:38 Uhr

    Schade, dass das Buch 'La Casta' weder auf Deutsch noch auf Englisch vorliegt. Damit könnte sich ein breiter Leserkreis in Europa ein viel besseres Bild machen, was die überfälligen Staats- und Strukturreformen in Italien sind.

    Montezemolo könnte einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Kaste richtig aufzumischen und Italien vor einer sonst unvermeidlichen Griechenlandisierung zu retten.

  1. ihm wäre doch, wenn sein Dienstwagen ein Ferrari ist wird sich niemand darüber in Italien aufregen-war sein Vorgänger im Fiatkonzern nicht angeblich der mächtigste Mafiosi der Welt-für den Fall das das stimmt könnte es ja passen :-):-)

    Eine Leserempfehlung
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    ist etwas Nonsens und populistisch was Sie da schreiben und unrichtig auch..aber egal..

    Wie man Graf Luca Cordero di Montezemolo in Italien kennt würde er auch bescheidener auftreten und sich mit ein FIAT 500 MASERATI VERSION (GEPANZERT) VERGNÜGEN..

    http://www.focus.de/fotos...

    Stil hat man und Geschmack macht einsam, nicht wahr?

    Ist Ihnen das so Recht? :)

    Grüße
    Montessori

    Ach vergessen..

    Montezemolo könnte auch damit fahren, da er der Chef ist dann umsonst..

    http://www.focus.de/reise...

    auch was schickes...falls es Neider gibt und für alle die die noch denken, das Land besteht ausschließlich aus Eisverkäufern, Pizza und Spaghetti..oh je...

    Grüße
    Montessori

  2. Bezüglich dem im Artikel enthaltenen Satz "Montezemolo und Berlusconi haben sich nie gut verstanden."....das hat sich mittlerweile geändert; die telefonieren beinahe täglich, aufgrund der Vermittlungstätigkeit des Strippenzieher im Hintergrund; dem Gianni Letta; steht zumindest im italienischen Nachrichten-Magazin "L´Espresso":

    http://espresso.repubblic...

    Die Parteien in Italien sind ja bekanntlich in der Krise und bei den Wahlen 2013 in Italien werden neue Parteien und neue Gesichter das politische Parkett betreten, um die alte Kaste mit einer neuen Kaste zu ersetzen; denn da braucht man sich bezüglich Italien dann auch keine Illusionen zu machen, das sich an jenem politischen Selbstbedinungsladen etwas ändern wird....alte Diebe werden von neuen Dieben ersetzt werden; bezahltes Damen-Publikum mit....

    Wobei der Monti Mario als Ministerpräsident, was dann auch vom anderen Mario, dem Draghi Mario; also den zwei italienischen Super-Marios dann wohl; aber die EZB kritisierte kürzlich dafür Montis Regierung, das diese zwar die Abgabenlast exponentiell überproportionale für das gemeine Volk gesteigert hat, aber gleichzeitig an den Privilegien für die politische Klasse nichts geändert hat....nur so viel bezüglich mit gutem Beispiel oder mit der Vorbildfunktion oder mit dem Trickled-Down-Effekt oder wie auch immer....:-)

    Eine Leserempfehlung
  3. Interessant ist, dass auch Montezemolo glaubt, auf den Postfaschisten Fini nicht verzichten zu können. Sollte Montezemolo Erfolg haben, wären wieder die alten rechtsextremen Seilschaften am Ruder. Widerstand gegen den Faschismus gibt es in Italien kaum. Eine seltene Ausnahme war vor ein paar Tagen ein Farbbeutel-Attentat auf das Mussolini-Denkmal in Bozen, das ausnahmsweise nicht den Südtirolern, sondern linken italienischen Chaoten zugerechnet wurden. Die Farbe wurde aber sofort entfernt und der Diktator wieder auf Hochglanz gebracht, was der derzeitigen Situation in Italien entspricht. .

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    wie kann man so viel Quatsch auf einmal schreiben und empfehlen..

  4. ist etwas Nonsens und populistisch was Sie da schreiben und unrichtig auch..aber egal..

    Wie man Graf Luca Cordero di Montezemolo in Italien kennt würde er auch bescheidener auftreten und sich mit ein FIAT 500 MASERATI VERSION (GEPANZERT) VERGNÜGEN..

    http://www.focus.de/fotos...

    Stil hat man und Geschmack macht einsam, nicht wahr?

    Ist Ihnen das so Recht? :)

    Grüße
    Montessori

  5. Ach vergessen..

    Montezemolo könnte auch damit fahren, da er der Chef ist dann umsonst..

    http://www.focus.de/reise...

    auch was schickes...falls es Neider gibt und für alle die die noch denken, das Land besteht ausschließlich aus Eisverkäufern, Pizza und Spaghetti..oh je...

    Grüße
    Montessori

  6. wie kann man so viel Quatsch auf einmal schreiben und empfehlen..

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