ÄgyptenTote durch Angriff auf Demonstranten in Kairo

Unbekannte haben in Ägypten mehrere Menschen getötet, die gegen den herrschenden Militärrat protestierten. Präsidentschaftskandidaten unterbrachen deshalb den Wahlkampf. von AFP und dpa

Gegen den Militärrat protestierende Ägypter am Sonntag in Kairo

Gegen den Militärrat protestierende Ägypter am Sonntag in Kairo  |  © Mohamed Abd El Ghany/Reuters

Bei einem Angriff auf Demonstranten sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Die unbekannten Angreifer hätten die Protestierer nahe des Verteidigungsministeriums in Kairo attackiert, bestätigte das Gesundheitsministerium laut dem Sender Al Jazeera . Etwa 170 hätten Verletzungen erlitten. Die Angreifer gingen mit Stöcken, Brandbomben und anderen Waffen auf die Demonstranten los, wie aus Sicherheitskreisen verlautete.

Nach dem Angriff habe es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Angreifern und den Demonstranten gegeben, die seit mehreren Tagen gegen den herrschenden Militärrat und gegen den Ausschluss des Salafisten Hazem Abu Ismail von der Präsidentenwahl protestieren. Anhänger beider Seiten warfen demnach Molotowcocktails und Steine. Abu Ismails Kandidatur war von der Wahlkommission abgelehnt worden, weil seine Mutter die US-Staatsbürgerschaft besessen hatte.

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Um die Gewalt zu beenden, schickte die Armee Soldaten in das Viertel, wie Oppositionelle sagten. 

Kurze Unterbrechung des Wahlkampfs

Nach Angaben der Polizei griffen "wütende Anwohner, die gegen die ewigen Demonstrationen sind" die Protestierer an. Die wiederum gaben die Schuld dem Militärrat. Der Rat hatte nach dem Sturz des langjährigen ägyptischen Machthabers Hosni Mubarak im Februar 2011 die Macht übernommen. Seither gibt es immer wieder Proteste gegen die Militärregierung.

Wegen der Gewalttätigkeiten kündigten zwei Präsidentschaftskandidaten – der Muslimbruder Mohammed Morsi und der islamische Fundamentalist Abdel Moneim Abul Futuh – eine Unterbrechung ihres Wahlkampfes an. Morsi sagte, er werde "aus Solidarität mit den Demonstranten" 48 Stunden lang den Wahlkampf ruhen lassen, Futuh begrenzte die Unterbrechung auf einen Tag.

Der Wahlkampf hatte offiziell am Montag begonnen. Die Stichwahl findet am 16. und 17. Juni statt. Ende Juni will der Militärrat dem Präsidenten die Macht übergeben.

Erst in der Nacht zum Sonntag war bei Zusammenstößen in Kairo ein Mensch getötet worden . Der Militärrat hat zugesagt, nach der Wahl eines neuen Präsidenten im Mai die Macht an eine zivile Regierung abzugeben.

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Leserkommentare
  1. ...ob der "Militärrat" wenn es soweit ist, dann auch tatsächlich abtritt. Zu erwarten ist, dass er sich mit der gleichen Härte an die Macht klammern wird, wie es der frühere ägyptische Präsident as-Sadat tat.

    Zu hoffen bleibt, dass dies nicht der Fall sein wird, denn dann wird das Land im Bürgerkrieg versinken. Ich frage dennoch: Wo ist die internationale Hilfe hier?

    Mit solidarischem Gruß,
    besorgter_mitbuerger

  2. Entfernt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

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  3. "Unbekannte" ist eine merkwürdige Formulierung. Waren es Freiheitskämpfer? Oder Schergen des Regimes? Ach nein, die Ägypter sind schon befreit.

    Hier hilft anscheinend das eingeübte Vokabular nicht.

    2 Leserempfehlungen
    • M.Rima
    • 02. Mai 2012 20:09 Uhr

    Es wäre mir neu, daß Anwar as-Sadat sich an die Macht klammerte. Er wurde 1981 ermordet und plante meines Wissens nach, sein Amt abzugeben und aus Ägypten einen Demokratischen Staat zu machen.
    Vielleicht eine Verwechslung mit Nasser?

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  4. Entfernt. Der Kommentar auf den Sie sich beziehen, wurde bereits moderiert. Die Redaktion/ls

    Antwort auf "Salafisten in Ägypten"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Gesundheitsministerium | Gewalt | Hosni Mubarak | Polizei | Präsident | Präsidentenwahl
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