Nato-Gipfel: Obama verspricht "klare Roadmap" für Afghanistan
Auf ihrem Gipfel haben die Nato-Staaten den Truppenabzug für 2014 bekräftigt. Nach einem Plan der USA soll Afghanistan jedoch noch zehn Jahre Milliardenhilfen erhalten.
© Mandel Ngan/AFP/GettyImages

US-Präsident Barack Obama während der Abschlussrede zum Nato-Gipfel in Chicago
Die Nato hat zum Abschluss ihres Gipfeltreffens in Chicago ihre Strategie für den Abzug der Kampftruppen aus Afghanistan bekräftigt. "Wir ziehen unsere Kräfte schrittweise und verantwortlich ab, um die Isaf-Mission zum 31. Dezember 2014 zu beenden", teilten die 28 Nato-Länder mit.
US-Präsident Barack Obama zeigte sich nach dem zweitägigen Treffen optimistisch. "Wir verlassen Chicago mit einer klaren Roadmap", sagte er. "Die Allianz ist diesem Plan verpflichtet, um unseren Krieg in Afghanistan zu einem erfolgreichen Ende zu bringen."
Der internationale Militäreinsatz in Afghanistan dauert inzwischen seit mehr als zehn Jahren an. Mitte 2013 soll ein "Meilenstein" erreicht sein, wenn die afghanischen Sicherheitskräfte die Hauptverantwortung dafür übernehmen, das Land gegen Taliban-Kämpfer zu verteidigen. Bis Ende 2014 wollen die 50 am Nato-geführten Isaf-Einsatz beteiligten Länder schließlich ihre Kampftruppen abziehen.
Nato-Partner zu Milliardenhilfen bis 2024 bereit
Der Einsatz der Nato am Hindukusch ist damit jedoch nicht vorbei. Im Rahmen einer neuen Nato-Mission sollen die afghanischen Soldaten und Polizisten weiter ausgebildet werden. "Wir bekräftigen, dass unsere enge Partnerschaft über das Ende der Übergangsphase hinausgehen wird", heißt es in einer Erklärung der Isaf-Länder.
Die Isaf-Länder beschlossen zudem einen Plan der US-Regierung zur Organisation der afghanischen Sicherheitskräfte. Dieser sieht die Ausbildung und den Einsatz von etwa 228.500 Soldaten und Polizisten bei einem geschätzten Jahresbudget von 4,1 Milliarden Dollar ab dem Jahr 2015 vor. Afghanistan selbst will jährlich mindestens 500 Millionen Dollar beisteuern und spätestens 2024 die volle Finanzierung übernehmen. Deutschland zahlt jährlich 150 Millionen Euro, die USA übernehmen den Großteil der Gesamtsumme, von weiteren Ländern werden ebenfalls Beiträge erwartet.
"Es war sehr wichtig, dass wir eine gemeinsame Strategie verabschiedet haben, die unsere Verpflichtungen für die Zeit nach 2014 ganz deutlich macht", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie zeigte sich zudem zufrieden mit der Ankündigung des neuen französischen Präsidenten François Hollande, den Isaf-Einsatz weiter zu unterstützen, obwohl der Sozialist an seinem Wahlversprechen festhält, Frankreichs Kampftruppen bis Jahresende abzuziehen.
Keine Einigung mit Pakistan über Nato-Nachschubrouten
Zunächst keine Einigung gab es in den Gesprächen der US-Regierung mit Pakistan über eine Wiedereröffnung der Nato-Nachschubrouten für Afghanistan. Die Regierung in Pakistan hatte diese geschlossen, nachdem vor einem halben Jahr 24 pakistanische Soldaten durch US-Luftangriffe getötet wurden. Der kurzfristig nach Chicago eingeladene pakistanische Präsident Asif Ali Zardari kündigte jedoch an, dass den pakistanischen Unterhändlern ein Abschluss der Gespräche aufgetragen worden sei.
"Ich bin optimistisch, dass es eine Wiedereröffnung in der nahen Zukunft gibt", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Eine Einigung auf dem Gipfel sei jedoch nicht vorgesehen gewesen. Die Gespräche waren zuletzt ins Stocken geraten, weil Pakistan um ein Vielfaches höhere Gebühren forderte.
Auch am zweiten Gipfeltag versammelten sich in Chicago Demonstranten zu Protesten gegen die Nato. Bei Kundgebungen nahe dem Tagungsort war es am Sonntag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Dabei wurden nach Behördenangaben 45 Nato-Gegner verhaftet.








Schon wieder? Und wo wird uns diese Road diesmal hinführen? Das alles ist ein einziges ship of fools.
Übrigens hoffe ich, dass Pakistan nicht einknickt und den Westen mit seiner servilen Haltung beschämt.
"Die Allianz ist diesem Plan verpflichtet, um unseren Krieg in Afghanistan zu einem erfolgreichen Ende zu bringen."
Sehr schön... wessen Krieg genau? Amerikas Krieg? Großbritanniens Krieg? Ach nein, Deutschland hat es ja auch zu "unserem" Krieg gemacht. Diesmal gehört Vietnam nicht nur den Amis, sondern "uns" allen. Deutschland hat Milliarden und die Leben seiner Soldaten in diesen völlig aussichtslosen Krieg gebuttert, um den Gesichtsverlust der USA zu reduzieren, nachdem man dem Irak--dem anderen großen amerikanischen Debakel--glücklicherweise fern geblieben war.
Seit 11 Jahren wird in Aghanistan orientierungslos herumgebombt und -geknallt, um eine ultrakorrupte Regierung ins Amt zu hieven und dort zu halten. Und jetzt existiert eine "klare Roadmap"? Eine Exitstrategie, von welcher Henry Kissinger behauptet hat, sie sei vor allem Exit und kaum Strategie.
Dieser Krieg entsprang der Hybris und den populistischen Rachefantasien der Bush-Regierung und ihrer national-chauvinistischen Wählerschaft. Amerika, die große Nation im Niedergang, wollte noch einmal der Welt zeigen, wo der Hammer hängt und nebenbei den Iran "umzingeln" und schwächen (China sowieso). Daran gemessen hätten die Kriege in Irak und Afghanistan nicht schlimmer verlaufen können. Die größte Militärmacht der Geschichte gedemütigt und der Welt vorgeführt, der Einfluss des Iran auf Irak und Afghanistan gestärkt.
Obamas dumpfe Propagandasprüche sind beschämend, weil so realitätsfern.
...das ganze Geld, das bis jetzt in den Afghanistan-Krieg geflossen ist (einschließlich des russischen) einfach auf ein Konto überwiesen, und jedem afghanischen Haushalt davon ein Häuschen samt lebenslanger Leibrente gezahlt, wäre die Welt ein glücklicherer Ort.
Große Sprüche für einen fatalen Irrweg und dann noch soll es weiterhin Milliarden für eine Clique, die nur die NATO als Melkkuh ansieht!
USA und Verbündete nehmt eure dunklen Augenbinden endlich ab!
dass nach dem Abzug die Belange der Frauen nicht vergessen werden. Was man zuletzt so gelesen hat, die Einführung der Shaira und so...da gruselt es einem. Da kann man nur hoffen, dass die westlichen Mächte ihre Hilfen an Bedingungen koppeln wie bisher, bzw noch viel stärker. Die Länder sollten wissen, dass der Westen kein Land unterstützt, dass von der Regierung ausgehend Menschenrechte im großen Umfang bricht. Und im ürbigen auch ein Versprechen, das Karsai den westlichen Besatzern gab, als er gewählt wurde.
Wenn man die Beschlüsse der nach dem "Meilenstein" strebenden "Saubermänner" so liesst, könnte einem wirklich schlecht werden. Stehen auf diesem Meilenstein auch die Namen der tausenden getöteten unschuldigen Menschen? Es wird wirklich eine riesige Stele nötig sein:
"...In Pakistan fielen bisher 2.300 bis 3.000 Menschen US-Drohnenangriffen zum Opfer, davon ca. 80% Zivilisten.
...100.000 Tote in Afghanistan - 63.500 Tote in Pakistan"
bis zum Ende des Krieges .." mit weiteren 40.000 bis 50.000 Toten zu rechnen."
http://www.ippnw.de/commo...
"Als nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann."
Mark Twain - 'Der geheimnisvolle Fremde'
“Pigs are horses. Girls are boys. War is peace.” (Arundhati Roy) Und der Krieg wird zu einem “erfolgreichen Ende” (Obama) geführt.
Obama über AfPak sagen kann ist:
"Ich habs komplett vermasselt"
Umso eher das passiert, desto höher ist die Restwahrscheinlichkeit, dass ihm der Wähler das nicht verübelt und ihn vielleicht wiederwählt.
Geschichtlich ist es aber ein Deasaster für die USA und das hat Obama alleine zu verantworten.
vor ein paar Jahren hätte Obama sich verkneifen sollen.
Von all den strategischen Fehlers, die er seither gemacht hat, ganz zu schweigen.
vor ein paar Jahren hätte Obama sich verkneifen sollen.
Von all den strategischen Fehlers, die er seither gemacht hat, ganz zu schweigen.
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