WahlGriechen wählen ein neues Parlament

In Umfragen liegt die konservative Nea Dimokratia vorn, allerdings wird sie wohl nicht allein regieren können. Die Wahl gilt als wegweisend für den künftigen Sparkurs. von afp, dpa und reuters

Zwei Griechen betrachten die Aushänge der Wahlbüros.

Zwei Griechen betrachten die Aushänge der Wahlbüros.  |  © LOUISA GOULIAMAKI/AFP/GettyImages

Das von einem Staatsbankrott bedrohte Griechenland wählt ein neues Parlament. Um die 300 Sitze im Parlament kämpfen insgesamt 32 Parteien. Die konservative Nea Dimokratia (ND) liegt nach den letzten Erhebungen an der Spitze vor der sozialistischen Pasok . Für eine Alleinregierung wird es den Umfragen zufolge aber nicht reichen.

Zentrales Thema der Abstimmung ist das umstrittene Sparprogramm , das für Millionen von Griechen erhebliche Einschnitte bedeutet. Konservative und Sozialisten setzen sich für die Fortsetzung des Spar- und Stabilisierungsprogramms ein.

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Es wird erwartet, dass vor allem die etablierten Parteien die Quittung für die anhaltende Rezession und immer neue Sparrunden bekommen. Im Gegenzug für internationale Milliardenhilfen hatte die Regierung umfassenden Strukturreformen und Einschnitten zugestimmt. Die Gewerkschaften machten immer wieder mit Massenprotesten dagegen mobil.

Zersplitterung der politischen Landschaft erwartet

Extremistische Bündnisse am rechten und linken Rand des Parteienspektrums werben mit dem Versprechen, dass sie das von den ausländischen Gläubigern diktierte Sparprogramm lockern können. Umfragen deuten auf eine Zersplitterung der politischen Landschaft im neuen griechischen Parlament hin.

Wahlberechtigt sind rund 9,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger. Die Wahllokale sind bis um 18.00 Uhr (MESZ) geöffnet, die ersten Hochrechnungen soll es um 20.30 Uhr geben. Das Endergebnis wird für Montagmorgen erwartet.
 

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Leserkommentare
  1. Es sieht böse aus, die beiden Extremisten-Parteien und Dynastie-Parteien, die konservative Nea Dimokratia (ND) und die sozialistischen Pasok scheinen wirklich wieder ins Parlament einzuziehen und die Regierung zu übernehmen . Das ist nicht gut für die Demokratie und spricht für die Unvernunft der griechischen Wähler.

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    ist, dass die ND und die Pasok zusammen weniger als 50% erhalten, damit in Griechenland endlich ein richtiger Wandel in der Politik einsetzten kann.
    Genau das Gleiche wünsche ich mir übrigens für Deutschland: Das unwürdige Spektakel von Saarbrücken sollte unserem Land und seinen Ländern in Zukunft erspart bleiben.

    • Theoz
    • 06. Mai 2012 17:20 Uhr

    Die zwei großen Parteien, Nea Dimokratia und Pasok, haben in allen bisherigen Wahlen seit 1981 zusammen eine Quote von 77 bis 88% erreicht. Heute werden sie wahrscheinlich zusammen um die 45% erreichen. Das ist schon ein erster Sieg, denn der Druck auf das griechische Volk und die Erpressungen sind schwer durchzuhalten; die - von den großen Parteien kontrollierten - Massenmedien in Griechenland sprechen stets vom unausweichlichen Chaos und von Dritte-Welt-Verhälnisse im Lande, wenn man nicht für diese korrupte Parteien abstimmt. De meisten Griechen werden aber trotzdem gegen diesen beispielslosen Neoliberalimus, gegen die Massenarmut und die Abhängigkeit des Staates von Banken und nicht gewählten Funktionären innerhalb und außerhalb Griechenlands abstimmen. Die Frage ist nicht für oder gegen den Sparkurs, nicht für oder gegen den Euro. Die Frage lautet: Casino-Kapitalismus oder Demokratie?
    Die meisten Griechen wollen nicht von der EU weg, sondern diese zusammen mit allen progressiven Europäern ändern und in den Mittelpunkt endlich den Menschen, nicht das Profit, setzen. Das Herz schlägt sowieso auf der linken Seite ;-)

  2. sowohl in Griechenland als auch in Frankreich...

    Am Abend wissen wir alle mehr.

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  3. „Zentrales Thema der Abstimmung ist das umstrittene Sparprogramm, das für Millionen von Griechen erhebliche Einschnitte bedeutet. Konservative und Sozialisten setzen sich für die Fortsetzung des Spar- und Stabilisierungsprogramms ein.“

    „Konservative“ (die nicht konservativ sind) und „Sozialisten“ (die nicht sozial sind) werden das ultraliberale Diktat der Troika umsetzen.

    Erhebliche Einschnitte: schon heute liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei über 50%, schon jetzt leben 30% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

    Das „Spar- und Stabilisierungsprogramm“ - ein Hohn. Hier wird eine Gesellschaft. zerstört.

    Die neoliberalen Fundamentalisten sind gefährliche Extremisten mit fatalen Folgen für den europäischen Gedanken. Sie sind die Wegbereiter totalitärer Regime.

    11 Leserempfehlungen
  4. Heute werden die Wähler in Griechenland entscheiden wie es weitergehen soll.

    Viele sehen die Drachme als einzige Chance.

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    • PolyXB
    • 06. Mai 2012 10:38 Uhr

    Einer Umfrage zu Folge wollen 77% der Griechen den Euro behalten. D.h., die meisten Griechen wollen nicht zur Drachme zurück.

  5. ...und trommelt wie wild geworden auf dem Teppich herum. Auf meine Frage, was denn sei deutete er auf obigen Artikel. Reden konnte er vor lauter Lachen kaum. Ich kann sein Gestammel nur versuchen zu deuten:

    Er meinte wohl , irgendein nicht gänzlich unbekannter Typ hätte mal gemeint, dass Wahlen eh verboten wären, wenn sie denn etwas ändern würden. Ein anderer sagte wohl mal, dass ihm egal sei, wer regiere, solange er die Geldschöpfung kontrolliere. Keine Ahnung, was er meint.

    Ich versuche jetzt mal, seine Stimmungsaufheller zu verstecken...

    5 Leserempfehlungen
    • Ergil
    • 06. Mai 2012 10:22 Uhr

    ...der Sparkurs wurde diktatorisch aus Brüssel aufgesetzt. Hierzu wurde einfach ein Finanzherrscher als ungewählter installiert - ohne jegliche Legitimation oder Recht!

    Wenn die EU-Diktatoren es so so einfach machen und in keinem Land es (auch dank der Propaganda der Medien) widerstände gab - warum sollten die Diktatoren in Brüssel nciht wieder einen neuen Herrscher installieren, wenn die Rendite nicht schön genug ist?

    3 Leserempfehlungen
  6. "Diktatoren in Brüssel nciht wieder einen neuen Herrscher installieren, wenn die Rendite nicht schön genug ist?"

    Weil dieses Mal das Volk auf die Barrikaden gehen würde!!!

    Grüße
    Montessori

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    • Ergil
    • 06. Mai 2012 10:35 Uhr

    ...DAS ist ja eben der große Vorteil eines EU-Imperiums: Die einzelnen Bevölkerungen sind sich untereinander zu fremd um füreinander einzustehen.

    Von den Bürgerprotesten in Griechenland, Spanien haben wir hier doch gar nichts mitbekommen, nur rudimentär. Wussten Sie dass es in Italien Aufstände gab, die mit Athen vergleichbar waren? Wussten Sie dass vor 10 Monaten in London hunderttausende Menschen gegen den Kapitalismus demonstriert hatten?

    Nein - denn Sie haben ihre demokratische Macht dank der EU grundlos von 1/80Mio auf 1/350Mio reduziert, sondern Sie haben auf jeglichen Überblick und Konsens aufgegeben.
    SIE sind nicht mehr mündig in der EU an einem demokratischen Prozess teilzunehmen. Und das gilbt für alle EU-Bürger.

    Demokratie kann nur funktionieren, wenn man aufgeklärt ist und die Gesellschaft einen Konsens hat. Deswegen ist die EU in ihren Grundfesten eine asoziale Tyrannei.

    • Ergil
    • 06. Mai 2012 10:35 Uhr

    ...DAS ist ja eben der große Vorteil eines EU-Imperiums: Die einzelnen Bevölkerungen sind sich untereinander zu fremd um füreinander einzustehen.

    Von den Bürgerprotesten in Griechenland, Spanien haben wir hier doch gar nichts mitbekommen, nur rudimentär. Wussten Sie dass es in Italien Aufstände gab, die mit Athen vergleichbar waren? Wussten Sie dass vor 10 Monaten in London hunderttausende Menschen gegen den Kapitalismus demonstriert hatten?

    Nein - denn Sie haben ihre demokratische Macht dank der EU grundlos von 1/80Mio auf 1/350Mio reduziert, sondern Sie haben auf jeglichen Überblick und Konsens aufgegeben.
    SIE sind nicht mehr mündig in der EU an einem demokratischen Prozess teilzunehmen. Und das gilbt für alle EU-Bürger.

    Demokratie kann nur funktionieren, wenn man aufgeklärt ist und die Gesellschaft einen Konsens hat. Deswegen ist die EU in ihren Grundfesten eine asoziale Tyrannei.

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    Antwort auf "Ganz einfach "
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    Ich gebe Ihnen insofern Recht, dass man in Deutschland nicht annähernd weiß, wie man den Alltag derzeit in Spanien, Italien, Griechenland etc..übersteht...außer über lapidare Leseartikeln, aber es sind nur Leseartikel.

    Weil, wie sollte man sich auch in deren Lage versetzen können, wenn selbst nicht betroffen ist? Außer die üblichen Sprüchen, Klischees, etc..

    Die Lage ist aber EXPLOSIV, die Menschen können nicht mehr..und wenn die Menschen nicht mehr können hat die Geschichte gezeigt wozu ein Volk in der Lage sei.

    Wenn das nicht verstanden wird...bricht ein Sozialer Krieg in Europa aus.

    Grüße
    Montessori
    (Italo-Spanier mit Hellas Herz= 3fach Pleite=HILFE!)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa. Reuters
  • Schlagworte Wahl | Parlament | Gewerkschaft | Pasok | Regierung | Rezession
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