Tagung in Moskau: Russland spricht von Militärschlag gegen US-Raketenschild
Russlands Befehlshaber verschärfen im Streit um die Raketenabwehr in Europa den Ton. Szenarien für Gegenschläge scheinen bereits entworfen.
© Georges Gobet/AFP/Getty Images

Russlands Generalstabschef Nikolai Makarow (r.) und Nato-Admiral Giampaolo Di Paola (auf einer Pressekonferenz 2011)
Russland hat in bisher beispielloser Schärfe vor einem Scheitern der Verhandlungen über die US-Raketenabwehr in Europa gewarnt. Erstmals spricht die Regierung nicht nur von Stationierung von Waffen, sondern auch über deren Einsatz.
Eine Stationierung neuer Angriffswaffen im Süden und im Nordwesten Russlands für die Bekämpfung von Teilen des Raketenabwehrsystems – einschließlich einer Stationierung von Iskander-Raketen im Gebiet Kaliningrad an der Ostsee – "stellt eine der möglichen Varianten der Zerstörung der Raketenschild-Infrastruktur in Europa dar", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Ria Novosti Generalstabschef Nikolai Makarow. Die Regierung in Moskau glaube den Beteuerungen der USA nicht, dass der Schild nur gegen andere Staaten und nicht gegen Russland gerichtet sei, sagte er.
Der Militärführer sprach auf einer internationalen Konferenz zum Raketenschild mit Verteidigungsexperten der Nato-Staaten in Moskau. Bisher hatte Russland nur mit der Stationierung eigener Verteidigungsanlagen gedroht, aber nicht so offen mit deren möglichen Einsatz.
Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow sagte, entweder Russland und der Westen könnten den Test auf dem Gebiet der Kooperation bestehen und gemeinsam auf neue Raketenbedrohungen reagieren, "oder wir werden gezwungen sein, je nach Umsetzung der Raketenabwehrpläne militärtechnische Maßnahmen zu ergreifen". Er verwies darauf, dass Russland und die USA trotz aller Schwierigkeiten einen Vertrag über die Reduzierung und Begrenzung der strategischen Offensivwaffen zu schließen vermocht hatten. Deshalb sei auch eine Einigung über den Raketenschild noch immer möglich.
Wenn ein Vertrag über das Raketenabwehrsystem geschlossen würde, profitierten alle Länder davon, sagte Serdjukow. Dabei habe Russland nicht vor, seinen Standpunkt irgendjemandem aufzuzwingen, und sei zu einem offenen Dialog bereit.
Warnung von Medwedew
Nato-Vizegeneralsekretär Alexander Vershbow versicherte, das Raketenabwehrsystem werde nicht gegen Russland gerichtet sein. "Viele führende russische Experten räumten ein, dass die bodengestützten russischen Kräfte der nuklearen Eindämmung nicht gefährdet sind", sagte er laut Ria Novosti. "Natürlich habe ich Respekt vor Herrn Makarow und vor General Gerassimow, sie haben mich aber nicht überzeugt."
In einem Grußwort an die Konferenzteilnehmer hatte Kremlchef Dmitri Medwedew vor einem neuen Wettrüsten gewarnt, sollten die USA ihre bisherigen Pläne so umsetzen. Noch gebe es Raum für einen Kompromiss, hieß es in dem Schreiben.
Experten aus 50 Staaten
Russland hatte der Nato eine Zusammenarbeit bei dem Abwehrschirm angeboten, aber Bedingungen gestellt. Beide Seiten hatten auf einer Tagung 2010 in Lissabon vereinbart, zu kooperieren. Eine Abwehr, die russische Sicherheitsinteressen nicht wunschgemäß berücksichtigt, hatte die Regierung in Moskau abgelehnt und eine entsprechende Garantie der USA verlangt.
Das Verteidigungsministerium hatte mehr als 200 Vertreter von Verteidigungsämtern sowie Experten aus 50 Staaten zu der Tagung geladen. Darunter sind 28 Nato-Mitgliedsstaaten, aber auch China, Südkorea, Japan und die GUS-Länder.






dass seine Grossmachtstellung dahin ist. Endgültig, darauf verweisen wirtschaftliche Entwicklung und demographische Fakten. "Bedrohen" kann die Raketenabwehr Russlands Fähigkeit zum nuklearen Zweitschlag ohnehin nicht, dafür ist das Missverhältnis in der Zahl der geplanten Raketenabwehrsysteme und der russischen Sprenköpfe viel zu hoch (1:1000). Ob und in welchem Ausmass Europa eine Rakteneabwehr braucht, entscheidet der Iran. Sobald er Mittelstreckenraketen mit Nuklearsprengköpfen besitzt, sehe ich die Notwendigkeit. Denn die Führung eines theokratischen Staates ist qua Definition verrückt.
Sie reden nicht zufällig vom Vatikan? :)
...hat bisher jedenfalls dazu geführt, dass nukleare Waffen dort als unmenschlich und gottlos gebrandmarkt wurden und man trotz fehlender Atomwaffe einem internationalen Sperrvertrag beigetreten ist. Im Gegensatz zu einigen säkularen Gesellschaften, bei denen deren Einsatz anscheinend immer wieder als räsonabel im Hinterkopf herumschwebt.
So muss die Führung des iranischen Gottesstaates nicht unbedingt verrückter sein als die hiesigen Anhänger der Fiskalreligion.
Diesseits und jenseits dieses ominösen Raketenschildes leben zu 99,99% einfache Bürger. Leute wie Du und ich.
Wenn mein Nachbar zur Abwehr einer möglichen Attacke iranischer Kraniche oder sog. Weißhornadler ein System installieren würde, welches das Dach meines Haus beschädigen könnte, würde ich das auch nicht hinnehmen. Und jedes Gericht Deutschlands würde mich dabei bestärken.
Daher:
Jungs in den Geheimdiensten, arbeitet sauberer, damit die Politiker besser verstehen, was sie tun sollten.
Und ihr Politiker, seid eingedenkt, dass ihr die Interessen des Volkes, das Euch gewählt hat, zu vertreten habt. Von Übermittlung von Erkenntnissen ans Volk spreche ich schon gar nicht mehr.
Und verzichtet auf die Option eines neuen Kalten Krieges: Die Öffnung der Grenzen war das größte Geschenk, das die Politik im letzten Jahrhundert den Menschen beschert hat.
Es waren nicht die Kriege.
Das NMD ist gegen Trägermittel und nicht gegen Sprengköpfe gerichtet. Und hier dürfen Russland und die USA jeweils über max. 800 strategische Trägermittel verfügen. Dann sieht die Rechnung schon ganz anders aus. Außerdem kann das NMD quantitativ einfach nach oben skaliert werden.
Auf die Beteuerungen der NATO braucht Russland nichts geben. Als ich 1992 bei der Bundeswehr meinen Wehrdienst in Ostdeutschland ableistete, waren unsere Verbände als "Heimatschutz" deklariert, weil Moskau gegenüber die "Zusage" gemacht wurde, dass ehemaliges Warschauer-Vertrags-Gebiet nicht der NATO angehören wird. Nur 16 Jahre später wurden russische Friedenstruppen mit UN-Mandat von einem größenwahnsinnigen NATO-Aspiranten angegriffen. So ändern sich die Zeiten. Und dann heißt es, die Russen sollen sich nicht so haben.
der nichts besseres zu tun zu haben scheint als Mittelstreckenraketen ein paar Tausend Kilometer nach Europa zu schießen, die stammen bestimmt aus dem gleichen Geist, der die Massenvernichtungswaffen im Irak dingfest gemacht hat...
Sorry, aber man muss nicht jedes NATO-Märchen glauben.
denn sonst wäre zum beispiel AserbAIDSCHAN DER iDEALE sTANDORT
Die Idee, dass man für eine "Bedrohung" aus dem Iran oder gar Nordkorea so ein Raketenschild benötigen würde, ist schlichtweg absurd. Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Nicht nur, dass das angeblich für diesen Zweck vorgeschlagene Raketenschild dafür technischer Overkill wäre; die Gefahr, dass der Iran ein europäisches Land mit Raketen angreifen würde ist wohl doch als eher nichtexistent einzustufen.
Stellen Sie sich mal vor, Russland bietet Kuba einen Schutz gegen *hust* nordkoreanische Raketen an (jaja, ebenso absurd ;) darum also eine gute Analogie). Etwas weiter im Norden hat man sich ja schon provoziert gefühlt, als die Russen eine Handvoll Tu-160 für ein Militärmanöver nach Venezuela geflogen haben.
Tolles Statement,was Sie da von geben.Glauben Sie nicht auch,daß man verrückt sein muß,wenn man die Mär glaubt,wir brauchen eine Raketenabwehr gegen einen Angriff aus dem Irak?
Sie reden nicht zufällig vom Vatikan? :)
...hat bisher jedenfalls dazu geführt, dass nukleare Waffen dort als unmenschlich und gottlos gebrandmarkt wurden und man trotz fehlender Atomwaffe einem internationalen Sperrvertrag beigetreten ist. Im Gegensatz zu einigen säkularen Gesellschaften, bei denen deren Einsatz anscheinend immer wieder als räsonabel im Hinterkopf herumschwebt.
So muss die Führung des iranischen Gottesstaates nicht unbedingt verrückter sein als die hiesigen Anhänger der Fiskalreligion.
Diesseits und jenseits dieses ominösen Raketenschildes leben zu 99,99% einfache Bürger. Leute wie Du und ich.
Wenn mein Nachbar zur Abwehr einer möglichen Attacke iranischer Kraniche oder sog. Weißhornadler ein System installieren würde, welches das Dach meines Haus beschädigen könnte, würde ich das auch nicht hinnehmen. Und jedes Gericht Deutschlands würde mich dabei bestärken.
Daher:
Jungs in den Geheimdiensten, arbeitet sauberer, damit die Politiker besser verstehen, was sie tun sollten.
Und ihr Politiker, seid eingedenkt, dass ihr die Interessen des Volkes, das Euch gewählt hat, zu vertreten habt. Von Übermittlung von Erkenntnissen ans Volk spreche ich schon gar nicht mehr.
Und verzichtet auf die Option eines neuen Kalten Krieges: Die Öffnung der Grenzen war das größte Geschenk, das die Politik im letzten Jahrhundert den Menschen beschert hat.
Es waren nicht die Kriege.
Das NMD ist gegen Trägermittel und nicht gegen Sprengköpfe gerichtet. Und hier dürfen Russland und die USA jeweils über max. 800 strategische Trägermittel verfügen. Dann sieht die Rechnung schon ganz anders aus. Außerdem kann das NMD quantitativ einfach nach oben skaliert werden.
Auf die Beteuerungen der NATO braucht Russland nichts geben. Als ich 1992 bei der Bundeswehr meinen Wehrdienst in Ostdeutschland ableistete, waren unsere Verbände als "Heimatschutz" deklariert, weil Moskau gegenüber die "Zusage" gemacht wurde, dass ehemaliges Warschauer-Vertrags-Gebiet nicht der NATO angehören wird. Nur 16 Jahre später wurden russische Friedenstruppen mit UN-Mandat von einem größenwahnsinnigen NATO-Aspiranten angegriffen. So ändern sich die Zeiten. Und dann heißt es, die Russen sollen sich nicht so haben.
der nichts besseres zu tun zu haben scheint als Mittelstreckenraketen ein paar Tausend Kilometer nach Europa zu schießen, die stammen bestimmt aus dem gleichen Geist, der die Massenvernichtungswaffen im Irak dingfest gemacht hat...
Sorry, aber man muss nicht jedes NATO-Märchen glauben.
denn sonst wäre zum beispiel AserbAIDSCHAN DER iDEALE sTANDORT
Die Idee, dass man für eine "Bedrohung" aus dem Iran oder gar Nordkorea so ein Raketenschild benötigen würde, ist schlichtweg absurd. Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Nicht nur, dass das angeblich für diesen Zweck vorgeschlagene Raketenschild dafür technischer Overkill wäre; die Gefahr, dass der Iran ein europäisches Land mit Raketen angreifen würde ist wohl doch als eher nichtexistent einzustufen.
Stellen Sie sich mal vor, Russland bietet Kuba einen Schutz gegen *hust* nordkoreanische Raketen an (jaja, ebenso absurd ;) darum also eine gute Analogie). Etwas weiter im Norden hat man sich ja schon provoziert gefühlt, als die Russen eine Handvoll Tu-160 für ein Militärmanöver nach Venezuela geflogen haben.
Tolles Statement,was Sie da von geben.Glauben Sie nicht auch,daß man verrückt sein muß,wenn man die Mär glaubt,wir brauchen eine Raketenabwehr gegen einen Angriff aus dem Irak?
Wir brauchen Helmut Schmidt für einen "Doppelbeschluss."
Was wird aus unserem Erdgas?
Kann es tatsächlich sein, daß die Russen in alter sowjetischer Paranoia die technischen Fähigkeiten der Amerikaner maßlos überschätzen? Ob der Raketenschild jemals in der Lage sein wird, auch nur ein paar Mittelstreckenraketen des Iran abzufangen, ist höchst zweifelhaft. Die Vorstellung, man könne damit einen russischen Zweitschlag auch nur behindern, ist angesichts der schieren Masse russischer Atomwaffen, absurd. Sollten es wirklich Ängste sein, die dies Säbelrasseln ausgelöst haben, sollten die unbegründeten Befürchtungen durch Informationen und Gespräche ausgeräumt werden. Wenn es den Russen nur darum geht, außenpolitisch zu punkten, ist Gelassenheit gefragt.
Ich denke, dieses großmäulige Auftreten der russischen Seite ist zu nicht unerheblichem Anteil von der innenpolitischen Herausforderung motiviert, der sich die Regierung in Moskau derzeit gegenüber sieht. Da kommt zum einen eine vermeintliche äußere Bedrohung ganz recht, um innenpolitische Spannungen umzulenken. Zum anderen versucht man offenbar ein weiteres Mal, den verlorenen Großmachtstatus neu heraufzubeschwören. Beeindrucken lassen sich davon aber vermutlich nur jene, die ohnehin bereits zum Putin-Medwedew-Lager zählen.
Ich denke, dieses großmäulige Auftreten der russischen Seite ist zu nicht unerheblichem Anteil von der innenpolitischen Herausforderung motiviert, der sich die Regierung in Moskau derzeit gegenüber sieht. Da kommt zum einen eine vermeintliche äußere Bedrohung ganz recht, um innenpolitische Spannungen umzulenken. Zum anderen versucht man offenbar ein weiteres Mal, den verlorenen Großmachtstatus neu heraufzubeschwören. Beeindrucken lassen sich davon aber vermutlich nur jene, die ohnehin bereits zum Putin-Medwedew-Lager zählen.
"Denn die Führung eines theokratischen Staates ist qua Definition verrückt."
Da tun sie dem armen, immer so lieb lächelnden Benedict XVI aber Unrecht.
Europa braucht keinen Raketenschild, sondern vernünftige, weniger von Gier getriebene, Politik.
Wenn die so weiter machen, dann brauchen sie eher den Einsatz des Militärs im Inneren. Da werden irgendwelche Bedrohungsphantasien von außerhalb nachrangig.
Der Westen ist gerade dabei sich selbst zu erledigen, mit seiner Politik des theokratischen Systemismus.
Der Raketenabwehrschild ist nur ein Konjunkturprogramm für die "darbende" Rüstungsindustrie, die hinter der Bankenrettung nicht zurückstecken will.
Dass die Russen verärgert sind ist berechtigt. Russland hat, durch seinen Rohstoffreichtum, ein stetig wachsendes Druckpotential. Noch schläft der Bär, aber für den Fall, dass er erwacht, werden jetzt schon ringsum Bärenfallen von der NATO aufgestellt.
MfG
AoM
"...mit seiner Politik des theokratischen Systemismus."
Es muss natürlich heißen:
"...mit seiner Politik des technokratischen Systemismus."
MfG
AoM
ist Alles gesagt.
Mehr gibt es da nicht zu berichten.
"...mit seiner Politik des theokratischen Systemismus."
Es muss natürlich heißen:
"...mit seiner Politik des technokratischen Systemismus."
MfG
AoM
ist Alles gesagt.
Mehr gibt es da nicht zu berichten.
Entweder der genannte NATO-General ist sehr sehr klein, geradzu mikroskopisch, und versteckt sich etwa im Ohr seines russischen Kollegen, oder sie haben das Bild falsch geschnitten :)
Hallo Balte Haak, probieren Sie mal bitte Shift+Reload, dann müsste alles stimmen.
Viele Grüße, Tilman Steffen, Nachrichtenredaktion
Hallo Balte Haak, probieren Sie mal bitte Shift+Reload, dann müsste alles stimmen.
Viele Grüße, Tilman Steffen, Nachrichtenredaktion
"...mit seiner Politik des theokratischen Systemismus."
Es muss natürlich heißen:
"...mit seiner Politik des technokratischen Systemismus."
MfG
AoM
Sie reden nicht zufällig vom Vatikan? :)
Ich bin bislang davon ausgegangen, dass der Vatikan weder über Atomwaffen noch über entsprechende Trägersysteme verfügt.
Haben Sie andere Informationen?
...um derart sinnlose Kommentare zu verfassen?
Ich bin bislang davon ausgegangen, dass der Vatikan weder über Atomwaffen noch über entsprechende Trägersysteme verfügt.
Haben Sie andere Informationen?
...um derart sinnlose Kommentare zu verfassen?
...weil, ich fürchte die Merkel'sche Diplomatie!^^
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