Spanische Polizisten nehmen einen Demonstranten fest © Luca Piergiovani/dpa

Die spanische Polizei hat mehrere Kundgebungen von Anhängern der Protestbewegung der "Empörten" aufgelöst. In Madrid vertrieben die Beamten in den frühen Morgenstunden mehrere Hundert Demonstranten vom Platz Puerta del Sol im Zentrum der Hauptstadt. Nach Polizeiangaben gab es 18 Festnahmen.

Die Polizisten wollten verhindern, dass die Demonstranten auf dem Platz wie vor einem Jahr eine Zeltstadt errichten. Die "Empörten" planen bis zum 15. Mai, dem Jahrestag ihrer Gründung, landesweit zahlreiche Protestaktionen. Auf der Puerta del Sol wollten die Demonstranten eigentlich vier Tage lang eine "permanente Versammlung" abhalten. Die Behörden haben dies jedoch verboten und fordern, dass die Demonstration jeden Abend endet. Auch in Valencia , Cádiz und Palma de Mallorca löste die Polizei nächtliche Kundgebungen auf.

Am Samstag hatten Zehntausende Menschen in Spanien gegen die Spar- und Finanzpolitik ihrer Regierung demonstriert. Mit der Serie von Protesten und Kundgebungen in verschiedenen Städten erinnerten sie an die Entstehung der Bewegung vor einem Jahr. Allein in Madrid beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 30.000 Menschen an den Protesten. Auch in anderen Ländern, etwa in Portugal und Großbritannien , demonstrierten die Menschen. 

Spanien wurde von der Finanzkrise hart getroffen . Die Arbeitslosigkeit liegt derzeit bei über 24 Prozent. Die konservative Regierung will in diesem Jahr mit rigorosen Maßnahmen mehr als 27,3 Milliarden Euro einsparen.