GrenzkonfliktUN-Sicherheitsrat stellt Sudan und Südsudan Ultimatum

Die UN drohen dem Sudan und dem Südsudan mit Sanktionen: 48 Stunden haben die beiden afrikanischen Staaten nun Zeit, um ihren Konflikt beizulegen. von afp und dpa

Sudanesische Soldaten mit erbeuteter Munition des südsudanesischen Armee auf dem Ölfeld Heglig

Sudanesische Soldaten mit erbeuteter Munition des südsudanesischen Armee auf dem Ölfeld Heglig  |  © Ashraf Shazly/AFP/Getty Images

Die Vereinten Nationen haben dem Sudan und dem Südsudan mit Sanktionen gedroht, wenn die afrikanischen Länder nicht sofort ihre Feindseligkeiten einstellen. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete einstimmig eine Resolution, die "weitere Maßnahmen" möglich macht.

In der Resolution werden beide Seiten aufgefordert, "sofort alle Feindseligkeiten einzustellen" und innerhalb von 48 Stunden zu erklären, die Beschlüsse der Afrikanischen Union und des UN-Sicherheitsrates zu befolgen. Zudem sollten beide Länder ihre Streitkräfte wieder auf das jeweils eigene Territorium zurückziehen und keine Rebellengruppen mehr unterstützen. Auch die "feindselige Propaganda und die provozierenden Stellungnahmen in der Presse" müssten sofort gestoppt werden.

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In dem Papier wird ausdrücklich auf Kapitel VII verwiesen – den Teil der UN-Charta, der wirtschaftliche Sanktionen oder sogar die Entsendung von Truppen regelt. Der Sudan und Südsudan streiten vor allem um die rohstoffreiche Grenzregion.

Streit um Öl

Der Sudan war bis Juli vergangenen Jahres noch das größte Land Afrikas. Nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit Millionen Toten hatten sich der rohstoffreiche und kaum erschlossene "schwarze" Süden aber vom arabisch dominierten Norden getrennt. Heute drohen Auseinandersetzungen über den Grenzverlauf und vor allem um den Zugang zum Öl , die Länder in einen neuen Krieg zu führen.

Anfang April hatte der Südsudan das wichtige Ölfeld Heglig besetzt, dass eigentlich auf dem Staatsgebiet des Nordens liegt, aber auch vom Süden beansprucht wird. Daraufhin hatten sudanesische Kampfflugzeuge Luftangriffe auf Heglig und südliche Grenzgebiete geflogen.

Inzwischen hat der Sudan in der umstrittenen Region die Ölförderung wieder aufgenommen, wie Ölminister Awad al-Dschas mitteilte. Sudanesische Wartungsteams hätten ein großes Leck in der Pipeline repariert, sodass das Öl in die Raffinerie der Hauptstadt Khartum weitergeleitet werden kann. Allerdings sind nach Angaben des Ministers noch nicht alle Schäden beseitigt.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
    • Schlagworte Sudan | UN-Sicherheitsrat | Bürgerkrieg | Hauptstadt | Minister | Pipeline
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