Der internationale Syrien-Sondergesandte Kofi Annan hat vor einem Treffen mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad gefordert, die Führung in Damaskus müsse ihren Willen zu einer friedlichen Lösung des Konflikts beweisen. Er erwarte mutige Schritte von Assad, sagte Annan kurz nach seinem Eintreffen in der syrischen Hauptstadt. Er hoffe auf "ernsthafte und offene Gespräche".

Annan zeigte sich erneut schockiert über das Massaker im syrischen Hula , bei dem am Freitag den Vereinten Nationen zufolge mehr als 100 Zivilisten getötet worden waren, darunter mehr als 30 Kinder. Annan nannte das Massaker einen "Abscheu erregenden Akt mit weitreichenden Konsequenzen". Am Dienstag soll Annan zu einem Treffen mit Assad zusammen kommen.

Die russische Regierung sieht auch die Rebellen in der Verantwortung . "Es besteht kein Zweifel, dass die Behörden Artillerie und Panzer eingesetzt haben", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einer Pressekonferenz mit seinem britischen Amtskollegen William Hague in Moskau . Allerdings müsse die Schuld "objektiv verteilt" werden. Er forderte eine unabhängige Untersuchung.

Großbritannien fordert Rücktritt Assads

Lawrow sagte, ein Regimewechsel sei "nicht das Wichtigste". "Für Russland ist nicht wichtig, wer in Syrien regiert", sagte der Minister weiter. "Wichtig ist, dass die Gewalt in Syrien beendet wird, dass das Auslöschen von Leben beendet wird, damit die Syrer selbst in einem Dialog ohne Einmischung von außen ihr Schicksal bestimmen."

Der britische Außenminister Hague hingegen wies Assad die Hauptschuld zu und forderte dessen Rücktritt. Er appellierte an Russland, mehr Druck auf dessen Partner Syrien auszuüben. Lawrow habe allerdings Recht, dass auch die Rebellen eine Verantwortung für die Gewalt im Land hätten, sagte Hague.