Der Waffenstillstand in Syrien verliert zunehmend an Bedeutung. Nach dem Tod von mindestens 108 Menschen in der Stadt Hula haben die Rebellen dazu aufgerufen, sich an der syrischen Regierung für die Angriffe zu rächen. Der UN-Friedensplan sei gescheitert und Präsident Baschar al-Assad verstehe "nichts anderes als die Sprache der Gewalt", sagte ein Sprecher der hauptsächlich aus Deserteuren bestehenden Freien Syrischen Armee zu CNN .

Der UN-Sicherheitsrat hat zur Lage in Syrien eine Sondersitzung einberufen. Auf Drängen der westlichen Länder kam das Gremium am Nachmittag (Ortszeit) im UN-Hauptquartier in New York zusammen. Zu Beginn der Debatte war unklar, welche Schritte der Rat ergreifen würde. Eine Resolution gilt wegen des russischen Widerstandes als unwahrscheinlich, möglich wäre aber eine gemeinsame Erklärung.

Der russische Vertreter Igor Pankin äußerte vor der Sitzung Zweifel daran, dass Regierungstruppen an dem Angriff beteiligt waren. "Wir müssen prüfen, ob es wirklich die syrischen Autoritäten waren." Es gebe Gründe für die Annahme, dass die Mehrheit der Opfer mit Messern oder ähnlichen Waffen hingerichtet worden seien.

UN-Beobachter berichten von Artillerie- und Panzergranaten

Nach Angaben der Beobachtermission wurden die meisten Opfer durch Artillerie- und Panzergranaten getötet, über die nur die Regierung verfügt. Die Vertreter der Vereinten Nationen hätten in der Moschee des Ortes 85 Leichen gesehen, darunter die von 34 Kindern, heißt in einem Brief von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an den Sicherheitsrat. Auch die Schäden an Gebäuden stammten von schweren Waffen.

Bei dem Angriff auf die Stadt Hula im Zentrum des Landes wurden am Freitag nach Angaben der UN-Beobachtermission 108 Menschen getötet, darunter 32 Kinder. 300 weitere Menschen wurden verletzt. Die USA und andere westliche Staaten sprachen von einem " Massaker ", UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und UN-Sonderberichterstatter Kofi Annan verurteilten das "empörende und schreckliche Verbrechen" als Verletzung des Völkerrechts.

Der Chef der UN-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, bezeichnete den Vorfall als "Tragödie sondergleichen". Sein Team sei über das Gesehene "schockiert und bestürzt", sagte er im Nachrichtensender Al-Jazeera. Zugleich vermied er es, von einem Massaker zu sprechen. "Es ist noch zu früh, die genauen Umstände zu bestimmen, die zu diesen tragischen Tötungen führten." Erst wenn er im Besitz aller beweiskräftigen Erkenntnisse sei, werde er die entsprechenden Schlussfolgerungen in einem Bericht formulieren.