Aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik haben sich in der tibetischen Hauptstadt Lhasa zwei Mönche selbst angezündet. Dabei kam einer der beiden ums Leben, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Es waren die ersten Selbstverbrennungen in Lhasa selbst.

Der zweite Mönch sei schwer verletzt, berichtete Xinhua weiter. Polizisten hätten die Flammen in wenigen Minuten gelöscht. Ein ranghoher kommunistischer Vertreter der Region, Hao Peng, verurteilte den Vorfall. Damit solle Tibet von China getrennt werden.

Laut dem in den USA ansässigen Sender Radio Free Asia (RFA) gehörten die beiden Mönche offenbar zu einer Gruppe Jugendlicher, die sich vor dem Jokhang-Tempel versammelt hatten, um gegen die chinesische Herrschaft in der autonomen Region zu protestieren.

Tibeter klagen über Benachteiligung

Laut einem von RFA zitierten Zeugen erschienen sofort Sicherheitskräfte, die das Feuer löschten und alle Touristen aus der Gegend verbannten. Innerhalb von 15 Minuten sei der Bereich gesäubert gewesen, und von dem Vorfall habe es keine Spur mehr gegeben.

Die Selbstanzündungen sind ein symbolischer Protest gegen die chinesische Herrschaft. China hält Tibet seit dem Jahr 1951 besetzt und kontrolliert die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen, in denen ebenfalls zahlreiche Tibeter leben.

Die Tibeter klagen über ihre soziale und kulturelle Verdrängung durch die ethnischen Han-Chinesen, die systematisch in ihren Heimatregionen angesiedelt werden. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, lebt im nordindischen Dharamsala im Exil.