UkraineJustiz will Timoschenko wegen Mordes anklagen

Sie verbüßt bereits eine Haftstrafe, nun soll der ukrainischen Oppositionellen Timoschenko ein weiterer Prozess gemacht werden. Es geht um ein Attentat im Jahr 1996.

Die inhaftierte ukrainische Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko soll bald wegen Mordes angeklagt werden. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass Timoschenko an der Finanzierung und Planung eines Attentats beteiligt gewesen sei, sagte der stellvertretende ukrainische Generalstaatsanwalt der Internetseite euractive.com.

Bereits in zwei Wochen werde Anklage erhoben, also noch vor dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft. Das Turnier beginnt am 8. Juni, Gastgeberländer sind die Ukraine und Polen.

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Bei der Anklage geht es um den Tod des Parlamentsabgeordneten und Geschäftsmannes Jewhen Schtscherban im Jahr 1996. Mehrere Angreifer hatten ihn, seine Ehefrau und zwei weitere Menschen am Flughafen von Donezk mit Maschinengewehren erschossen.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass das Attentat im Auftrag von Timoschenko und dem damaligen Ministerpräsidenten Pawlo Lasarenko verübt wurde. Die Täter sind später verurteilt worden. Sie hätten ausgesagt, für den Mord eine Million US-Dollar erhalten zu haben, sagte der Staatsanwalt. Das Geld sei von einem Konto überwiesen worden, das Timoschenko und Lasarenko zugeordnet werden könne.

Timoschenko nennt Vorwurf absurd

Schon zu Beginn der Mord-Ermittlungen hatte sich Timoschenko dagegen gewehrt. Der Vorwurf, sie habe ein Mordkomplott unterstützt, sei absurd und ausschließlich politisch motiviert.

Wann die Anklage in ein Gerichtsverfahren gegen Timoschenko mündet, ist offen. Da die Politikerin medizinisch behandelt werde, sei derzeit ein Prozess nicht möglich, sagte der Staatsanwalt.

Timoschenko ist bereits wegen Machtmissbrauchs während ihrer Zeit als Regierungschefin verurteilt, sie verbüßt eine siebenjährige Haftstrafe. Der Westen sieht das Urteil als politisch motiviert an.

Die Oppositionspolitikerin leidet unter mehreren Bandscheibenvorfällen und kann sich deshalb kaum bewegen. Wegen ihrer Leiden ist sie vom Gefängnis in ein ziviles Krankenhaus in Charkiw verlegt worden. Dort wird sie von einem deutschen Arzt behandelt.

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Leserkommentare
  1. würden sicher viele andere Mörder mit der Schlinge um den Hals genauso machen, wenn Sie die Gelegenheit einer EM und das Wohlwollen westlicher Scheindemokraten haben würden.

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  2. Interessanter Artikel zum "Fall Timoschenko" bei Tlaxcala:

    http://www.tlaxcala-int.o...

    "Der neue Prozess entlarvt sie als superkriminelle und äußerst korrupte Person.... Ss sieht so aus, dass sie, um einem weiteren Strafvollzug und einer strafrechtlichen Verfolgung im Heimatland auszuweichen, auf diese Weise unbedingt ins westliche Ausland will.

    Dieses Vorgehen verstößt gegen die Strafprozessordnung sowohl der Ukraine als auch Deutschlands."

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    • bugme
    • 11. Mai 2012 21:25 Uhr

    Schwer zu sagen, welche Seite recht hat. Ist es eine stalinistisch-angehauchte Säuberungsaktion gegen die Oposition oder hat eine hochkriminelle Person jahrelang den Staat gelenkt?

    Schade, dass es dort keine unabhängige Justiz gibt. So werden wir's nie erfahren, wie es wirklich war.

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/ls

    • joG
    • 12. Mai 2012 10:37 Uhr

    ...und dieser Artikel unterstützt meine Einschätzung der Person bzw ihrer Vergangenheit. Ob der Artikel allerdings wahre Zusammenhänge darstellt, ist kaum von hier aus mit Sicherheit zu beurteilen. Dass der verlinkte Artikel allerdings parteilich ist, beschreibt der Satz: "Zur Milliardärin wurde sie zusammen mit ihrem Ehemann durch illegalen Gashandel und Gasdiebstahl sowie massiven Steuerbetrug und Steuerhinterziehung in den 90er Jahren." Dafür ist sie nicht im Gefängnis. Einsitzen tut sie für das, was Schröder mutmaßlich tat, nämlich für persönlichen Gewinn schlecht Verträge für die Nation abzuschließen.

    Aber der Artikel zeigt ein Problem auf und bringt es an die Menschen. Das geschieht nicht ohne Identifikationsfigur. Man braucht ein Gesicht und das gibt T gut her. Dass es schade ist, dass man keine Heilige gefunden hat, ist wohl so. Dass aber die Ukraine ein politisches und kein rechtsstaatliches Land ist, ist offensichtlich.

    kaum hier:
    http://www.tlaxcala-int.o...
    Glaube sehr wenig von den Aussagen.

  3. .. ermittelt hat, ich halte es für nicht angebracht, das als "politisch motiviert" abzutun. Dass Frau Timoschenko dies versucht, dafür habe ich angesichts einer zu erwartenden langjährigen Haftstrafe Verständnis.

    Ihre Tochter weiss auf der Klaviatur der Mediengesetze zu spielen, wie auf dem obigen Foto zu sehen ist, auf dem sie, von Gram gebeugt, ein Bildnis der heiligen Julia mit Dornenkrone in die Kameras hält.

    Nach dem Motto: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!

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    • Lyaran
    • 11. Mai 2012 22:14 Uhr

    Also soweit ich weiss beruht die Anklage auf der Aussage des Sohns des Ermordeten er habe einmal gehört der Vater solle umgebracht werden und der Zahlung an die Mörder von einem Bankkonto aus welches mit der Beschuldigten und einem weitern Beschuldigten in Verbindung gebracht werden kann. Der Sohn hatte allerdings vor Jahren unter Eid ausgesagt sich an nichts erinnern zu können. Nun ist es ihm scheinbar wieder eingefallen. Und eine Bankkonto von dem aus ein Mord bezahlt wird und sich gleich mit zwei politischen Gegnern in Verbindung bringen lässt? Man darf zumindest Zweifel anmelden.

    Schauen sie sich auch bitte das Bild nochmal etwas genauer an. Das Plakat wird von jemanden anderen gehalten oder die gute Dame hat sehr, sehr lange Arme.

    Jeder kann ja seine Meinung zu diesen Vorgängen haben aber sich eine Bestätigung anhand eines Fotos, welches man nicht richtig angesehen hat, zu bilden ist doch etwas dünn.

    • Patze
    • 12. Mai 2012 1:59 Uhr
    19. Tja....

    Bei den Vermögenswerten welche diese Dame in kurzer Zeit erworben hat, läßt sich gut vorstellen, dass das alles nicht ganz unkriminell zugegangen ist.

    Und wo "Bonzentum" herrscht und's um Millionenbeträge, ist auch Auftragsmord nicht sehr weit weg.

    Die einen lassen mit Geheimdiensten morden, andere mit Söldnertruppen oder Marionettenregierungen (z.B. Landgrabbing, powered by Deutsche Bank"), andere mit privaten Profi-Killern.

    Anything's possible.

    Wäre die Dame bescheiden geblieben und hätte für die breite Sympathie bei ihrem Volk gesorgt, wäre ihr die jetzige Situation vielleicht erspart geblieben.

    Was soll man noch dazu sagen?

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    • bugme
    • 11. Mai 2012 21:25 Uhr

    Schwer zu sagen, welche Seite recht hat. Ist es eine stalinistisch-angehauchte Säuberungsaktion gegen die Oposition oder hat eine hochkriminelle Person jahrelang den Staat gelenkt?

    Schade, dass es dort keine unabhängige Justiz gibt. So werden wir's nie erfahren, wie es wirklich war.

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    Ich weis nicht was alle haben. Mitte der 90er Jahre wurde im ganzen ehemaligen Ostblock so Politik gemacht.
    Menschen wurden erschossen oder verschwanden für immer. Anders konnten sich die "Volksvertreter" doch nicht an der Macht halten.
    Das wäre bei uns auch nicht anders.

    Ob sie Schuldig ist? Wenn interessiert das?
    Auch wenn sie den Mordauftrag nicht gegeben hat dann hat sie mit Sicherheit genug andere Straftaten begangen.
    Anders kann es überhaupt nicht sein. Oder woher kommt ihr Vermögen?

    Oder ist sie ein Opfer wie der arme Polizeioffizier aus Mexiko dem Unbekannte über 200 Millionen überwiesen haben^^

    • malera
    • 11. Mai 2012 22:23 Uhr

    Ich widerhole mich, wenn ich feststelle, dass unsere Kultur immer noch Problme hat konkrete Frauen soweit vom Frauenbild abzukoppeln, dass die konkreten Personen (Frau als unwichtiges Detail) gerichtsbar und verantwortbar werden.

    Bei Männern ist das längst kein Problem. Man nehme die -politisch motivierte- Verurteilung eines Sokrates, und seine Haltung zum Gesetz, zum Guten, zur Gesellschaft, und der Verantwortung ihrgegenüber.
    Welch ein Skandal wäre das, wenn nur eine einzige (auch noch schön aufpolierte) Frau -politisch motiviert- aus Verantwortung vor dem Guten, Gerechten, und der Gesellschaft, die Flucht ausschlagen und guter Dinge den Schirlingsbecher freiwillig annehmen müsste.

    Aber alle loben wir Sokrates. Die patriarchale Welt lobt Sokrates!!

    Aber auch Harlunken, seien sie noch so männlich, können leicht als Stammtischbruder, als Kriminelle, als Verbrecher als Rebellen gedacht und entsprechend hart bestraft werden - alles kein Problem. Aber wehe es geht um eine Frau, die das Zeug hat ein Frauenbild zu transportieren.

    Kaum sieht man sie in Grau ohne aufpolierte Frisuer - wird sie zur konkreten Person, (mit der man Mitleid haben) aber die man auch verurteilen -auch hart verurteilen kann.

    Aber eine Frau, als Frau (die Person als Detail), als Identifikationsfigur des Weiblichen...

    Da hat unserer Welt noch ein großes Problem. Und es ist nicht abzusehen, dass unsere Feministinnen ähnliche Kulturleistung gegen sich für die Gerechtigkeit, Gesellschaft vollziehen.

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  4. Wenn man solche Vorgänge,wie sie jetzt Frau Timoschenko
    vorgeworfen werden,so ca ab 1996 an die westliche Öffentlchkeit
    bringen wollte,so geschah überhaupt nichts.
    Sogar als 1998 die Währung in Russland und Osteuropa zusammenbrach
    hieß es aus Washington:Die nötigen Wirtschaftsreformen
    müssen weiter vorangetrieben werden.
    Die "nötigen Wirtschaftsreformen" aber waren Wirtschaften
    ohne Gesetze,so wie es die Gurus aus der USA beigebracht hatten
    und die entsprechende Heilslehre kennen wir ja auch hier.
    Die Autos flogen bei Mafiakämpfen durch die Luft,die Pensionisten
    verloren all ihr Erspartes,die Menschen hatten keinen
    Arbeitsplatz mehr,das Sozialsystem und das Gesundheitssystem
    war zusammengebrochen viele Menschen verhungerten einfach.Uni-Sono hieß es aus dem Westen,
    die Wirtschaftsreformen die Wirtschaftsreformen kommen gut voran.
    Ja die stalinistischen Bonzen waren zu waschechten Kapitalisten
    geworden.Kommunisten waren davor alle.
    Allerdings :Wirtschaften ohne Gesetze,das führt eben zu nicht
    geahndeten Morden zu Oligarchie,zur Gesetzeslosigkeit.
    Das was hier Timoschenko vorgeworfen wird,war damals durchaus
    "normal".Doch der Westen applaudierte.Sprach manchmal vom wilden
    Osten.Die Not der Bevölkerung interessierte ihn nicht.
    Ja,jetzt kann er sich manchmal mit der nötigen politischen Brille,
    aber vielleicht besser ohne Scheuklappen mit diesen Fragen beschäftigen.Die Systeme bei uns sind gleich ,die Ausführung
    deutlich besser.Können wir uns und der Ukraine helfen ?

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    • Lyaran
    • 11. Mai 2012 22:40 Uhr

    Kann durchaus sein. Ich maße mir nicht an dieses Durcheinander durchschauen zu wollen oder die gute Frau von jeglicher Schuld freizusprechen. Aber ich ziehe mich auch nicht anhand eines Fotos oder der medialen Präsenz der Tochter hoch.
    Mich bewegt eher die Frage des Motivs. Warum sollten die Regierungschefin und ihr Komplize einen Parlamentarier samt Frau mit Maschinengewehren hinrichten lassen? Geht das nicht dezenter? Sollte das eine Wahrnung sein? Was hätten die beiden davon gehabt?

    Wenn die Presse versuchen würde sachlich solche Fragen zu klären könnte sich der Leser viel eher ein Bild von der Situation machen.

    Derzeit sitzen rund 30 Beteiligte der damaligen Regierung im Gefängnis. Vielleicht sind das ja alle Verbrecher, kann sein. Demgegenüber kommen alle derzeitg wichtige Personen in der Politik aus der gleichen Gegend aus der auch der derzeitige Präsident stammt. Und welches vom reichsten Bürger der Ukraine kontrolliert wird. Wirkt auch nicht gerade "unverflochten".

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Julija Timoschenko | Attentat | Ermittlung | Gerichtsverfahren | Mord | US-Dollar
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