Alexis Tsipras : Griechischer Linken-Chef trifft Gysi und Ernst

Politstar Alexis Tsipras will mit der deutschen Linken den Verhandlungsspielraum für Griechenland ausloten. Am Dienstag ist er in Berlin.
Linken-Chef Alexis Tsipras © Aris Messinis/AFP/GettyImages

Die griechische Linke geht in die Offensive und will in Berlin und Paris für neue Verhandlungen über den Reformkurs ihres Heimatlandes werben. Die Zeit sei reif für Gespräche darüber, wie Griechenland in der Euro-Zone gehalten werden könne, sagte der Chef der radikalen Linkspartei Syriza, Alexis Tsipras .

Am Dienstag spricht er in Berlin mit Linken-Chef Klaus Ernst und dem Linken-Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi . Im Anschluss will er eine Pressekonferenz geben. Bereits an diesem Montag werde er sich in Paris mit Politikern treffen, die seiner Bewegung nahe stünden, ließ Tsipras wissen.

Seit dem Wahlsieg des französischen Sozialisten François Hollande fehle Bundeskanzlerin Angela Merkel ein wichtiger Partner bei der Durchsetzung des Sparkurses, sagte der 37-Jährige, dessen Partei bei der erneuten Abstimmung über ein griechisches Parlament Mitte Juni gute Chancen hat, stärkste Kraft zu werden.

"Merkel ist extrem isoliert"

"Zum ersten Mal ist Merkel extrem isoliert", betonte Tsipras. "Die Umsetzung der Sparpolitik ist offensichtlich gescheitert – nicht nur in Griechenland, sondern auch in Spanien , Portugal , Italien , Irland und anderen Ländern."

Der Syriza-Chef lehnt die Spar- und Reformpolitik ab, die Griechenland im Gegenzug für Hilfskredite in Milliardenhöhe mit den internationalen Geldgebern vereinbart hat. Nach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage könnte seine Partei bei der Neuwahl Mitte Juni auf 28 Prozent der Stimmen kommen, noch vor der konservativen Nea Dimokratia mit 24 Prozent. Nach einer Umfrage der liberalen Zeitung Kathimerini halten 19 Prozent der Griechen Tsipras für den besten Ministerpräsidenten.

Tsipras verlangt neue Verhandlungen über die Bedingungen der internationalen Geldgeber auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs. Es sei entwürdigend für einen griechischen Ministerpräsidenten, die Gespräche wie bisher üblich mit technischen Vertretern der sogenannten Troika zu führen, sagte er.

Tsipras plädiert wie Hollande für Euro-Bonds

Vorschlagen will der bis vor Kurzem kaum bekannte Linke unter anderem eine direkte Unterstützung der nationalen Haushalte durch die EZB , wie sie allerdings als Staatsfinanzierung in den Verträgen für die Euro-Zone strikt untersagt ist. Auch plädiert er wie Hollande für Euro-Bonds, um mit gemeinsamen Anleihen die Schuldenlast schwächerer Staaten auf die Schultern der stärkeren umzuverteilen.

"Wir wollen die europäische Solidarität und Finanzierung dafür nutzen, eine Basis für unsere langfristigen Reformen zu schaffen", sagte Tsipras. "Aber wir müssen wissen, dass wir in zwei bis drei Jahren dieser Abwärtsspirale entkommen, dass wir Wachstum haben werden und dass wir dann das Geld zurückzahlen können, das wir erhalten haben. Wir haben keine Chance, die Mittel zurückzugeben, wenn wir dieses Programm fortsetzen."

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Kommentare

55 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Er hat ja Recht

"Wir wollen die europäische Solidarität und Finanzierung dafür nutzen, eine Basis für unsere langfristigen Reformen zu schaffen", sagte Tsipras. "Aber wir müssen wissen, dass wir in zwei bis drei Jahren dieser Abwärtsspirale entkommen, dass wir Wachstum haben werden und dass wir dann das Geld zurückzahlen können, das wir erhalten haben. Wir haben keine Chance, die Mittel zurückzugeben, wenn wir dieses Programm fortsetzen."

Damit hat er durchaus Recht. Wenn die harten Sparvorgaben in der derzeitigen Form beibehalten werden, drängt man die Griechen ja geradezu aus dem EURO. Wielange sollen die Griechen das machen? 3 Jahre? 5 Jahre? 20 Jahre?

So wie jetzt kann es nicht weitergehen. Griechenland geht vor die Hunde. Alle Euroländer müssen sich geschlossen gegen die Troika Anführerin Merkel stellen. Die EZB muss reformiert werden. Warum den Umweg über die Banken gehen?

Warum bekommt eine Bank Milliarden von den EZB quasi zum Nulltarif und darf dieses Geld für 5+% weitergeben? Eine Überweisung 475% Rendite? Ohne jegliches Risiko? Noch dazu haben die Banken ein Interesse daran die Zinsen für Staatsanleihen hochzutreiben, denn das ist ihr Gewinn!

Nein, dieses System der Notenbanken ist extrem krank und liefert uns völlig der Irrationalität der Finanzmafia aus.

Wer den Euro retten will, reformiert die EZB. Alternativ erstmal Eurobonds.

Wenn der harte Kurs beibehalten wird, hält die Währungsunion noch maximal 2-3 Jahre.

finanzpolitischer Selbstmord gerade für Deutschland I

Ihre Argumentation ist mittel- und langfristig gesehen finanzpolitischer Selbstmord. Unter anderem aus dem folgenden beiden Gründen:

1. Unabhängigkeit der EZB:
Die Unabhängigkeit der EZB weiter zu gefährden wäre höchst unvernünftig. Als prominentes Beispiel wäre hier die Zentralbank der USA (die FED) zu nennen. Sie ist im höchsten Maße von der Regierung abhängig. Sie hat seit 2001 mit der Politik des „billigen Geldes“ wachstums- und arbeitsmarktpolitische Ziele verfolgt und ist damit wesentlich für die Immobilien- und Finanzkrise verantwortlich.

Eine solche Zentralbank wünsche ich mir für Europa nicht! Eine Beschränkung auf das Inflationsziel reicht vollkommen. Eine Entschuldung Europas über die Notenpresse sollte gerade aus deutscher Sicht unbedingt vermieden werden. Der EZB auch noch die Aufgaben sämtlicher Geschäftsbanken zu übertragen ist hingegen illusorisch und würde sie sowohl personell und organisatorisch komplett überfordern.

Weiter auf nächster Seite:

finanzpolitischer Selbstmord gerade für Deutschland II

2.Das Problem der EURO Zone lag hingegen darin, dass sich vor allem südeuropäische Mitgliedsstaaten frisches Geld zu unschlagbar günstigen Zinsen beschaffen konnten. Die Geldgeber gingen dabei davon aus, das der „Rest“ Europas im Notfall unbegrenzt dafür einstehen würden. Die Kreditnehmer erlagen der Illusion, dass die goldenen Zeiten nie enden. Die Gelder wurden daher nicht investiv, sondern konsumtiv verwendet. Dafür müssen sie heute bluten.

Die Erkenntnis, dass dies nicht unbegrenzt funktioniert, ist nun endlich bei den Marktteilnehmern angekommen und die Zinsen für Staatsanleihen in der Eurozone höchst unterschiedlich. Eine nachträgliche Vergemeinschaftung sämtlicher Schulden durch Eurobonds würde diesen Erkenntnisprozess wieder zerstören und zu einem „Weiter so!“ bei Schuldnern und Gläubigern führen.

Ich möchte nicht erleben, wie lange dies die starken Volkswirtschaften der EURO Zone dies schultern können. Eurobonds wären in Zukunft nur möglich, wenn eine einheitliche Finanzpolitik auf europäischer Ebene betrieben wird. Ich befürchte nur, dass sich Herr Tsipras, Herr Gysi und Mr. Hollande dieses politische Gestaltungsinstrument nicht aus der Hand nehmen lassen.

......

[Sie hat seit 2001 mit der Politik des „billigen Geldes“ wachstums- und arbeitsmarktpolitische Ziele verfolgt und ist damit wesentlich für die Immobilien- und Finanzkrise verantwortlich.]

Die Immobilien- und Finanzkrise waren zwar eine Ursache des billigen Geldes, allerdings hat auch die Politik des billigen Geldes eine Ursache, welche wiederrum ein Prozess für eine andere Ursache ist.

Wozu brauchten wir diesen aufgeblähten Finanzmarkt? Doch damit die wenigen Anleger Ihr Geld irgendwo verzinst anlegen konnten! Auch die Nachfrage wurde dadurch stimuliert und somit Arbeit (Löhne und Gehälter) geschaffen. Die Staatsanleihen waren "sicher", die Zinsen/Dividenden und Boni konnten wieder im Überfluss bezahlt werden.

Zinsen und Dividenden führen zu nichts anderem als der Umverteilung von unten nach oben.

Mit dem entfesseltem Finanzmarkt hat man dieses Spiel (durch Kreditrahmenverlängerung) weitergespielt. Nur dieser Rahmen hat auch ein Ende, welches gerade erreicht wird!

[Eine Entschuldung Europas über die Notenpresse sollte gerade aus deutscher Sicht unbedingt vermieden werden.]

Und wie wollen Sie dies vermeiden? Sowas geht garnicht zu vermeiden, weil die unterschieldichen Vermögensverhältnisse im In- und Ausland zum Zusammenbruch der "Wirtschaft" (oder besser gesagt Monopoly-Spiel) führen.

Folge nicht Ursache

[Die Immobilien- und Finanzkrise waren zwar eine Ursache des billigen Geldes ...]

Die Immobilien- und Finanzkrise war nicht die Ursache, sondern die Folge der „Politik des billigen Geldes“. Die Ursache dieser wirtschaftspolitischen Strategie lag in dem Platzen der Dotcom Blase (2000) und den ökonomischen Folgen von 9/11. Sie ist auch nicht neu, sondern wurde schon x Mal angewendet. Kurzfristig kann sie durchaus erfolgreich sein.

Nun gehören aber ökonomische Schocks zum Leben dazu. Es gibt aber durchaus nachhaltigere Strategien um auf diese zu reagieren, als die Märkte mit Geld zu fluten und privaten Konsum durch staatlichen zu ersetzten.

[Zinsen und Dividenden führen zu nichts anderem als der Umverteilung von unten nach oben.]

Die Verteufelung von Zinsen (Dividenden sind nichts anderes) und die Annahme, dass es sich hier um eine Umverteilung von unten nach oben handelt ist mit Verlaub Blödsinn. Um produktiv tätig zu werden ist neben Arbeitskraft auch Kapital notwendig (oder haben sie schon einmal versucht, ohne eine Maschine ein Stück Blech zu formen). Um Kapitaleigentümern einen Anreiz zu geben, dieses in den Produktionsprozess zu investieren statt es zu verbrauchen sind nun einmal Zinsen in ausreichender Höhe notwendig!

Eine Zähmung des ausufernden Finanzmarkts ist hingegen etwas anderes und berechtigt. Die ordnungspolitischen Probleme die hier angegangen werden müssen sind z.B die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken, die Reformation des Ratingsystems usw..

Teil I

[Die Immobilien- und Finanzkrise war nicht die Ursache, sondern die Folge der „Politik des billigen Geldes“. ]

Das ist richtig, habe mich hier verschrieben.

[Nun gehören aber ökonomische Schocks zum Leben dazu.]

Zum Leben dazu?

Es ist so, als ob Sie mit göttlicher Macht etwas begründen können. Somit fallen Sie ins Mittelalter mit Ihren Begründungen. Schocks sind systembedingt. Ein System kann man aber ändern!

[Die Verteufelung von Zinsen (Dividenden sind nichts anderes) und die Annahme, dass es sich hier um eine Umverteilung von unten nach oben handelt ist mit Verlaub Blödsinn. ]

Nennen Sie mir eine Erklärung, weshalb Sie es anders sehen!

[Um produktiv tätig zu werden ist neben Arbeitskraft auch Kapital notwendig (oder haben sie schon einmal versucht, ohne eine Maschine ein Stück Blech zu formen).]

Haben Sie schon gesehen, wie das Geld das Blech formt? Haben Sie schon gesehen, wie die Maschine von Geld entworfen und gebaut wird?

[Um Kapitaleigentümern einen Anreiz zu geben, dieses in den Produktionsprozess zu investieren statt es zu verbrauchen]

Wo liegt der Unterschied, ob der Kapitalbesitzer durch Aktien oder durch Nachfrage das Unternehmen finanziert?

Teil II

[sind nun einmal Zinsen in ausreichender Höhe notwendig!]

Und wie entsteht Geld? Doch nicht durch eine Kreditaufnahme (also Schuld)? Zahlt die Bank an den Kreditnehmer auch die Zinsen für den Kredit, oder müssen die Kreditnehmer das Geld entweder

1. von anderen entwenden (wobei um die Wirtschaftsleistung zu erhalten, andere Teilnehmer sich verschulden müssen)
2. selbst einen weiteren Kredit aufnehmen.

Wenn ich 10.000.000 EUR fest zu 4 % verzinse. Erhalte ich 400.000 EUR an Zinsen jährlich. Dafür musste ich nichts produzieren oder irgendetwas anderes machen (ich habe also nichts geleistet). Da aber die Zinsen nie in den Geldkreislauf mit der Kreditaufnahme eingespeißt werden, müssen die 400.000 EUR von irgendwem erbracht werden.

Wie passiert es wohl?

Der Unternehmer z.B. kann hier nur:
1. Lohn- und Lohnnebenkosten senken (Lohnkürzungen).
2. bis zu einem gewissem Rahmen sich selbst verschulden.
3. höhere Preise fordern (wobei um die Wirtschaftsleistung aufrecht zu erhalten, andere Teilnehmer einen Kredit von 400.000 EUR aufnehmen MÜSSEN).

Das ist die Umverteilung von unten nach oben! Wenige, die immer reicher werden und andere die nichts anderes als Schulden haben.

Wenn Frau Merkel nicht das Portemonnaie...

...aufmacht, dann gibt's für Griechenland kein frisches Geld. Punkt! Ob sie dabei in Europa isoliert ist oder nicht, ist völlig irrelevant, wobei ich nicht glaube, dass die Niederländer, die Schweden, die Finnen etc., bei allem mitmachen würden. Und Hollande kann die französischen Steuereinnahmen auch nicht an die Griechen verschenken, wenn er seine sozialpolitischen Versprechungen im Inland ansatzweise verwirklichen will.

Antwort 1

[… Schocks sind systembedingt. Ein System kann man aber ändern! …]

Daran will ich aber nichts verändern. Schocks sind wichtig für Fortschritt und Wachstum! Um etwas Neues zu schaffen, muss ich (manchmal) erst etwas Altes zerstören. Joseph Alois Schumpeter hat das als „Prozess der kreativen Zerstörung“ bezeichnet. Wichtig ist ein Umfeld, in dem neues entstehen und altes vergehen kann. Ein Umfeld mit kurzfristigen Reaktionen aus politischem Zyklen heraus halte ich für langfristig kontraproduktiv.

[Wo liegt der Unterschied, ob der Kapitalbesitzer durch Aktien oder durch Nachfrage das Unternehmen finanziert?]

Diese Frage möchte ich Ihnen gern mit einem kleinen Beispiel beantworten. Angenommen ich bin Student (Pharmazeut) und habe eine super Idee für Medikament gegen Krebs. Mit welcher Nachfrage soll ich denn meine Firmengründung und Produktentwicklung finanzieren? Hier sind wohl Investoren gefragt.

Auch Frage der Risikoteilung zwischen Unternehmer und Investoren spielen eine erhebliche Rolle. Ähnliche Beispiele kann man in allen Unternehmensgrößenklassen finden.

Antwort 2

Ich halte diese Argumentation für destruktiv und falsch, denn Sie unterschlagen in Ihrem Beispiel den wichtigsten Punkt. Was wäre denn die eigentliche Ziel einer Kreditaufnahme (kein Unternehmer wird gezwungen einen Kredit aufzunehmen).

Das eigentliche Ziel ist es, einen Mehrwert zu erzeugen. Dieser kann z.B. in der Umsetzung einer Innovation oder der Erschließung neuer Märkte liegen. Dafür werden Investitionsgüter und Humankapital gekauft, die die Ideen umsetzten. Die resultierenden Produkte sind neu, fortschrittlicher oder können an mehr Menschen verkauft werden. Im Ergebnis sollten das Unternehmen für seine Eigentümer und Mitarbeiter mehr Wohlstand erzeugen und Investoren die versprochene Rendite gewähren. Dem Großteil der Unternehmerschaft gelingt dies!

Wie stark ich als Mitarbeiter davon profitiere hängt natürlich ebenfalls stark von meinem „Kapital“ ab. Kann ich viel persönliches Humankapital in das Unternehmen investieren werde ich höhere Zinsen erhalten. Investiere ich wenig, wird die Rendite entsprechend kleiner ausfallen. Das ist das Leistungsprinzip und keine Umverteilung!

Aber auch der Kreditgeber leistet etwas. Denn er verzichtet während der Kreditlaufzeit auf die Kaufkraft seines Geldes! Er könnte die 10 Mio. auch nehmen sich eine Yacht kaufen und die Welt umsegeln. Ein Zustand der evtl. für Ihn mehr Lebensqualität birgt, als in Bitterfeld oder Gelsenkirchen auf die Rückzahlung + Zinsen zu warten. Dieser Verzicht wird entlohnt und das mit Recht!

RE: Antwort 1:

[Schocks sind wichtig für Fortschritt und Wachstum!]

Schocks sind nicht notwendig für den Fortschritt. Es ist die Art, wie die Menschen zusammenarbeiten. Die zerrüttete Kommunikation (woraus sich irrationales Handeln ableitet) ist der Grund für die Schocks.

[Schumpeter hat das als „Prozess der kreativen Zerstörung“ bezeichnet]

Bei den Wertschöpfungsketten, nicht aber beim Geldsystem.

[Wichtig ist ein Umfeld, in dem neues entstehen und altes vergehen kann.]

Wo treffen Sie dies? Schauen Sie sich die Wirtschaft doch mal an. Nichts weiter als Konzerne, die ihre Macht durch das Kapital (Lobbyismus) ausnutzen.

[Diese Frage möchte ich Ihnen gern mit einem kleinen Beispiel beantworten. ]

Typisches Beispiel aus einem WiWi-Studium, welches dazu noch falsch ist. Glauben Sie im ernst, dass Sie wegen EINEM Produkt eine Firma gründen können? Ihnen wird keiner hier Geld dafür bieten, außer man will mit Ihnen spekulieren (und im Endeffekt an ein Pharmaunternehmen verkaufen).

Hat Ihnen keiner erklärt was Marktmacht und Marktzutrittsschranken sind?

RE: Antwort 2: Teil I

[Ich halte diese Argumentation für destruktiv und falsch[...] (kein Unternehmer wird gezwungen einen Kredit aufzunehmen).]

Und welche Basis ist für einen Jungunternehmer gegeben, wenn die breite Masse der Bevölkerung an Kaufkraft verliert? Wie will jemand einen Gewinn erzielen?

Schauen Sie sich die Vermögensverteilung in Dt. genauer an:
http://www.bpb.de/cache/i...

Wie wollen Sie Wachstum generieren, wenn die Schulden bei der breiten Masse (Schulden des Staates) landen und sich das Kapital bei den wenigen sammelt?

[Das eigentliche Ziel ist es, einen Mehrwert zu erzeugen.]

Typische Aussage, ohne jeglichen Inhalt.

[Dieser kann z.B. in der Umsetzung einer Innovation oder der Erschließung neuer Märkte liegen.]

Innovationen = Liquidierung eines Produkts durch eine andere.
Erschließung = Ausweitung des Kreditrahmens (die Masse an Schuldnern wird einfach verbreitert).

RE: Antwort 2: Teil II

[Die resultierenden Produkte sind neu, fortschrittlicher oder können an mehr Menschen verkauft werden.]

Nur wenn die Geldmenge nicht aus dem Wirtschaftskreislauf entnommen wird. Nur dann kann die Wirtschaft auf dem gleichem Niveau gehalten werden.

Im Übrigem:

Wenn das Geld nur aus einem Kredit entsteht, der Zins aber nicht mit in den Wirtschaftsumlauf gebracht wird, wie wollen Sie das Wirtschaftswachstum bei gleichbleibender Kaufkraft des Geldes aufrecht erhalten? Das funktioniert nur durch weitere Kreditaufnahmen. Wenn einer Gewinn macht, muss ein anderer Verlust machen.

Daher ist Sparen nichts weiter als Unsinn, welches in eine Rezession führt!

[Im Ergebnis sollten das Unternehmen für seine Eigentümer und Mitarbeiter mehr Wohlstand erzeugen und Investoren die versprochene Rendite gewähren.]

Siehe meine letzten Absätze.

[Kann ich viel persönliches Humankapital in das Unternehmen investieren werde ich höhere Zinsen erhalten. Investiere ich wenig, wird die Rendite entsprechend kleiner ausfallen. Das ist das Leistungsprinzip und keine Umverteilung!]

Du leistest hier nichts. Du produzierst nichts und Du konsumierst nichts. Um aber deinen Renditewahn zu befriedigen, müssen sich andere verschulden, damit DU dein Geld überhaupt wiedersiehst!

Leistungsprinzip.....

RE: Antwort 2: Teil III

[Aber auch der Kreditgeber leistet etwas. Denn er verzichtet während der Kreditlaufzeit auf die Kaufkraft seines Geldes! ]

Fam. Quandt hat im letztem Jahr 2 Milliarden EUR an Dividenden erhalten. Jetzt sagen Sie mir mal, was man mit 2 Milliarden anfängt!

Bei einer Verzinsung von 4 % wären es 80 Millionen EUR.

Der Nutzen des Konsums hat auch seine Grenzen! Bill Gates kann mit seinem Geld auch nichts anfangen. Zuckerberg wohl auch nicht. Ein anderer muss aber für das Geld Zinsen (wegen der Kreditaufnahme zahlen).

[Er könnte die 10 Mio. auch nehmen sich eine Yacht kaufen und die Welt umsegeln.]

Und wieso tut er es nicht? Wozu hat er das Geld verdient, wenn er es nicht nutzen will?

[Ein Zustand der evtl. für Ihn mehr Lebensqualität birgt, als in Bitterfeld oder Gelsenkirchen auf die Rückzahlung + Zinsen zu warten.]

Rückzahlung..... Die Rückzahlung ist gegeben, weil jeder Kredit mit einem neuen Kredit bezahlt wird. Dies ist auf Grund unseres Geldsystems möglich. Wenn der Jacht-Bauer das Geld bei seiner Bank ankommt, wobei die Bank den Kredit weiter vergibt.

Außerdem haben Sie wohl noch nichts von der Mindestreserve gehört.

Teil Ia

[Schocks sind nicht notwendig für den Fortschritt. Es ist die Art, wie die Menschen zusammenarbeiten.
Oh doch, wir brauchen Schocks! Denn es liegt im naturell des Menschen den Weg des geringsten Wiederstands zu gehen. Auf eingetreten Pfaden fühlen wir uns wohl und wir werden sie nicht freiwillig verlassen. Ein Schock könnte uns aber dazu zwingen und deshalb ist er so wichtig.

Im Übrigen werden sie bestimmte Schocks nie verhindern können. Oder hat Ihnen das Erdbeben und die Flutwelle, die Japan vor einem Jahr erschütterten, vorher eine SMS geschrieben? Mir nicht!

[Die zerrüttete Kommunikation (woraus sich irrationales Handeln ableitet) ist der Grund für die Schocks.]
Zerrüttete Kommunikation woraus sich irrationales Handeln ableitet? Sorry, aber wir reden hier von Menschen und nicht von Maschinen. Die sind nun einmal irrational und kommunizieren „unvollständig“. Dass können Sie auch nicht verändern, denn
1. Informationen und Wissen besitzen einen Wert und stellen für den Träger Kapital dar. Eine Preisgabe würde wohl nicht um sonst erfolgen.
2. Informationen muss man auch verstehen. Dafür sind Vorkenntnisse erforderlich die unter den „Informationskonsumenten“ nicht gleich verteilt sind. Im Ergebnis wird es der eine es verstehen und der andere nicht.
3. Auch Informationen die verstanden wurden müssen in den Gesamtkontext eingeordnet werden. Spätestens hier wird die Sache sehr persönlich / subjektiv und damit irrational!

Teil Ib

[Schauen Sie sich die Wirtschaft doch mal an. ... das Kapital (Lobbyismus) ausnutzen.]
Wer nur das sieht, wenn er sich die Wirtschaftsstruktur in Deutschland ansieht, der schaut nicht richtig hin. Ich sehe einen unheimlich großen Anteil von Klein- und Mittleren Unternehmen, die zu einem großen Teil erfolgreich wirtschaften und ca. 60% der deutschen Wirtschaftsleistung stemmen. Den meisten dieser familiengeführten Unternehmen geht es gut und die Mitarbeiter profitieren davon.

Aber auch unsere Konzerne sind in diesem System wichtig, da Sie wichtige Funktionen übernehmen (Leitfunktion für den Mittelstand, private FuE, international Kontakte bzw. internationale Bekanntheit usw.). Sie dafür zu verteufeln ist ein unseriös!

[Typisches Beispiel aus einem WiWi-Studium, welches dazu noch falsch ist … Hat Ihnen keiner erklärt was Marktmacht und Marktzutrittsschranken sind?]

Diese Arroganz können Sie sich gepflegt an den Hut stecken. Vor allem wenn Sie den Kern eines solchen Beispiels nicht begreifen. Aber vielleicht geht es damit:

Wir schreiben das Jahr 2003. Ein junger Mann, nennen wir ihn Mark Z., hat die Idee für ein Gesichtsbuch im Internet. Ein ähnliches Portal existiert bisher nicht. Die einzige (Marktzutritts-)barriere die Mark überwinden muss, sind die Investitionskosten für Entwicklung der Plattform und für das Marketing. Von welchen Umsätzen soll Mark dies tun? Ein Investor ist wohl notwendig!!!

Und jetzt los! In der Suppe finden Sie doch bestimmt auch ein Haar.

Teil IIa

[Und welche Basis ist für einen Jungunternehmer gegeben, wenn die breite Masse der Bevölkerung an Kaufkraft verliert? Wie will jemand einen Gewinn erzielen?]

Das ist natürlich sehr eng gedacht. Oder wollen Sie bestreiten, dass gerade in den Schwellenländern die Kaufkraft erheblich steigt. Aber auch bei uns gibt es Wachstumsmärkte. Diese Chancen gilt es für einen Jungunternehmer zu nutzen. Evtl. werden dafür natürlich andere Unternehmen verdrängt. Wenn die Jungunternehmen aber in der Lage sind die Arbeitskräfte und das Kapital produktiver einzusetzen kann ich daran nichts Negatives finden.

[Das eigentliche Ziel ist es, einen Mehrwert zu erzeugen.]

Natürlich hat diese Aussage einen Inhalt! Es ist das Ziel der meisten unternehmerischen Tätigkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette einen Schritt nach vorn zu machen, um damit einen Preisaufschlag im Vergleich zu Vorprodukt zu rechtfertigen. Worin dieser Mehrwert liegt ist natürlich höchst unterschiedlich.

Teil IIb

[Innovationen = Liquidierung eines Produkts durch eine andere.]

1. Das ist der Prozess der kreativen Zerstörung
2. Wer sagt, dass das Produkt nicht besser ist und einen größeren Nutzen stiftet? So hat mein Handy mir vor 10 Jahren nur das mobile Telefonieren ermöglicht. Heute allerdings (diverse Innovationen später) hat das Ding mehr Funktionen als ich kenne. Der Mehrwert für mich persönlich ist erheblich.

[Erschließung = Ausweitung des Kreditrahmens (die Masse an Schuldnern wird einfach verbreitert).]

Sie tun so, als ob man in dieser Welt nur mit Kapital Geld verdienen könnte. Sie ignorieren damit aber die Wertschöpfung des Arbeitsprozesses und die daraus resultierenden Einnahmen der Arbeitnehmer. Wenn z.B. in China die Mitarbeiter von Unternehmen im Rahmen der industriellen Entwicklung ihre Arbeitskraft produktiver einsetzten können, können sie mehr Geld verdienen und mehr konsumieren. Ein neuer Markt ist entstanden, der bedient werden will. -> Wachstum.

Teil IIIa

[Nur wenn die Geldmenge nicht aus dem Wirtschaftskreislauf entnommen wird. Nur dann kann die Wirtschaft auf dem gleichem Niveau gehalten werden.]

Die Geldmenge zu regulieren ist die ureigene Aufgabe der EZB zur Erfüllung des Inflationsziels. Im Grunde handelt es sich dabei um eine rein technische Aufgabe. Es ist dabei die Kunst der EZB die Geldmenge so zu steuern, dass eine moderate Inflation von ca. 2% erreicht wird. Sollte nun der Fall eintreten, dass Privatleute, Unternehmen oder Banken Geld einlagern,(d.h. dem Kreislauf entziehen) um sich z.B. gegen einen befürchteten Bankenrun abzusichern, so ist es die Aufgabe der EZB die Geldmenge entsprechend zu erhöhen. Passiert das Gegenteil wird sie die Geldmenge senken (zumindest so lange sie auf das Inflationsziel beschränkt bleibt).

[Wenn einer Gewinn macht, muss ein anderer Verlust machen.]

Teil IIIb

Warum? Das ist ein vollkommen blödsinniges Postulat. Mal angenommen ich kaufe ein Produkt, z.B. einen BMW. Das kostet mich ca. 50.000€. Daran hab ich dann einige Jahre mehr Nutzen als er mich gekostet hat, sonst hätte ich mir nämlich ein günstigeres Auto gekauft. Ich habe also einen Gewinn gemacht. BMW hat aber auch einen Gewinn gemacht. Die Mitarbeiter von BMW haben auch ihr Gehalt bekommen und haben einen Gewinn gemacht. Die Zulieferer und deren Mitarbeiter auch …. . Wer hat jetzt den Verlust zu verzeichnen?

[Daher ist Sparen nichts weiter als Unsinn, welches in eine Rezession führt! …]

Im Übrigen habe ich das Gefühl, dass Sie die Begriffe Geld und Kapital vollkommen durcheinander bringen. Anders sind Ihre restlichen Ausführungen nicht zu erklären.

Teil IIIc

[Rückzahlung..... Die Rückzahlung ist gegeben, weil jeder Kredit mit einem neuen Kredit bezahlt wird.]

Wenn Sie das privat so machen würde ich Ihnen einen Schuldnerberater empfehlen. Sonst sieht die Praxis doch etwas anders aus. Privatleute begleichen Ihre Kredite in der Regel durch ihren Arbeitslohn und Unternehmen durch die Renditen Ihrer Investitionen (die sie nicht nur erhalten, weil sich andere verschulden -> siehe BMW Bsp. im vorigen Kommentar)
[Wenn der Jacht-Bauer das Geld bei seiner Bank ankommt, wobei die Bank den Kredit weiter vergibt.]

Ich kann daran nichts Negatives finden. Denn der Yachtbauer wird dann wohl davon ausgehen, dass die Bank lohnendere Investitionsprojekte vorzuweisen hat als er selbst. Sonst würde er den Gewinn nämlich in seinem eigenen Unternehmen verwenden.

Teil IIIc

[Rückzahlung..... Die Rückzahlung ist gegeben, weil jeder Kredit mit einem neuen Kredit bezahlt wird.]

Wenn Sie das privat so machen würde ich Ihnen einen Schuldnerberater empfehlen. Sonst sieht die Praxis doch etwas anders aus. Privatleute begleichen Ihre Kredite in der Regel durch ihren Arbeitslohn und Unternehmen durch die Renditen Ihrer Investitionen (die sie nicht nur erhalten, weil sich andere verschulden -> siehe BMW Bsp. im vorigen Kommentar)
[Wenn der Jacht-Bauer das Geld bei seiner Bank ankommt, wobei die Bank den Kredit weiter vergibt.]

Ich kann daran nichts Negatives finden. Denn der Yachtbauer wird dann wohl davon ausgehen, dass die Bank lohnendere Investitionsprojekte vorzuweisen hat als er selbst. Sonst würde er den Gewinn nämlich in seinem eigenen Unternehmen verwenden.

Ethische und technische Sicht

Die fast ausschließliche Fixierung auf das Thema Euro, Troika, usw. ist merkwürdig.
Das Problem ist doch primär ein nationales, nämlich wie INNERHALB eines Landes die Haushalte organisiert werden.
Die größten Problem dabei haben natürlich die Menschen die regelrecht ins Gras beißen müssen. Also muss denen die größte Aufmerksamkeit zuteil werden, gerade seitens der Linken. Ist das nicht der Fall oder wird das in den Medien beiseite gelassen?
Griechische Staatsbürger haben dreistellige Milliarden-Vermögen die aber lustig in Europa vagabundieren, unerreichbar für den Staat? Wenn Katastrophenlage herrscht, und das ist der Fall wenn manche Eltern ihre Kinder schon in Hilfsorganisationen abliefern müssen, weil sie nicht mehr ernähren können, dann muss man endlich a) große Vermögen, teilweise vergesellschaften und b) mal Kreativität erkennen lassen wie man den Ärmsten ein würdiges Leben ermöglicht. Vielleicht braucht man auch völlig neue Angebote, so etwas wie Kibbuz-Projekte, wohl gemerkt keine Arbeitslager ;-)
Punkt a) sollte massiv umgesetzt werden, aber nur insoweit natürlich als dadurch Investitionen gefährdet werden. Das Recht auf Eigentum, bzw. Reichtum ist doch wohl ethisch geringer zu bewerten als das auf Menschenwürde. Rein technisch gesehen könnte man vermutlich recht weit gehen. Da kommt aber wieder die EU ins Spiel. Die verhindert das, um die angeblich scheuen Rehe, die Reichen, nicht nach China zu verjagen. Sollen doch die Armen bluten, die können nicht fliehen.

nein zur umverteilung

die griechen werden ihre schuldensuppe auslöffeln müssen. wie alle anderen. aber es wäre natürlich viel bequemer, weiter schulden zu machen, um haltlose versprechungen machen zu können. und da man selbst kein geld mehr bekommt (wie auch, wenn man erklärt, es nicht zurückzahlen zu wollen), sollen doch die deutschen die eurobond-schulden machen und das geld griechenland geben. und mit welcher begründung: "solidarität". es bleibt nur zu hoffen, dass merkel kurs hält. alles andere wäre ein unglück für generationen.

......

[die griechen werden ihre schuldensuppe auslöffeln müssen.]

Wer sind DIE Griechen? Etwa die, die kein Geld mehr zur Verfügung haben und ihre Kinder abgeben müssen, weil man diese nicht mehr versorgen kann?

[aber es wäre natürlich viel bequemer, weiter schulden zu machen]

Wie entsteht eigentlich Schuld? Doch nur, wenn man Kredite ausgibt! Geld entsteht nur aus einer Schuld heraus - und wo bitteschön ist das Geld hingeflossen?

Zum anderen kann Wachstum nur durch Schulden entstehen. Ansonsten passiert das, was immer passiert ist: Deflation!

[sollen doch die deutschen die eurobond-schulden machen und das geld griechenland geben.]

Wie wäre es mal damit, wenn Sie anfangen das System zu verstehen und nach Alternativen zu suchen? (Auf Youtube gibt es viele Videos, die das Geld- und Wirtschaftssystem erklären. Hier mal paar Personen: Dirk Müller, Prof. Bernd Senf, Franz Hörmann, Video "Zeitgeist - moving forward").

Und nein, Sie geben das Geld nicht den Griechen, sondern unseren Bankern und deren Aktionären.

[es bleibt nur zu hoffen, dass merkel kurs hält]

Sie wollen den Weg "weiter in den Abgrund" gehen?

[alles andere wäre ein unglück für generationen]

Ein Unglück für Generationen wäre es, wenn man das Geld- und Wirtschaftssystem nicht endlich ehrlich behandelt und diesen mit Lügen und Betrug weiter fühlt.

Aber rennen Sie ruhig weiter dem INSM und Co. weiter in die Arme.

Richtig

Wenn man die Schulden nicht mehr zurückzahlen möchte ist dies die autonome Entscheidung Griechenlands.
Wenn deshalb niemand Griechenland Geld leihen möchte (da es ja defakto ein Geld Schenken ist) darf Griechenland nicht überrascht sein und fordern, dass ganz Europa jetzt für die griechische Überschuldung haften soll (Eurobonds).

Ganz lustig wird es natürlich, dass Herr Ernst und Herr Gysi gerade über unser Geld verhandeln, welches sie den Griechen schenken wollen.
Ich bin mal auf die Pressekonferenz gespannt.

Ich verstehe das nicht.

Die Leute haben eine eher schlichte Vorstellung von Geldschöpfung. Wahrscheinlich stellen sie sich das so vor, dass die staatliche Notenpresse Geld druckt? Die Entstehung von Geld durch Schuld gehört doch zum Grundverständnis von Ökonomie. Deshalb ist die europäische Vorgehensweise bei der Bankenkrise (was anderes haben wir nicht) so absurd. Man zwingt Griechenland zur Tilung seiner Schulden vernichtet dadurch Vermögenswerte und fährt Kredite zurück. Dann sind dieselben Leute erstaunt, dass die Wirtschaft Griechenlands am Boden liegt, weil Geld im Wirtschaftskreislauf fehlt. Im Grunde müssten die Banken ein Interesse daran haben, dass Griechenland weitere Kredite aufnimmt, die Wirtschaft floriert, damit die Zinsen bezahlt werden. Den Leuten, die so ein naives Verständnis von Geldschöpfung haben, möchte ich mal die Frage stellen, ob Deutschland seine Schulden zurückbezahlen kann? Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Linken eine realistischere Vorstellung von Ökonomie haben als wie Liberale oder Konservative.