Der voraussichtlich für die US-Präsidentschaft kandidierende Republikaner Mitt Romney hat die mögliche Schikane eines schwulen Mitschülers vor knapp 50 Jahren bedauert. "Ich habe mich während der Schulzeit an viel Blödsinn und dummen Jungenstreichen beteiligt, und einige sind vielleicht zu weit gegangen", sagte Romney Fox News Radio . "Ich habe einige dumme Sachen gemacht, und falls irgendjemand dadurch verletzt oder sich beleidigt gefühlt haben sollte, dann entschuldige ich mich natürlich."

Die Washington Post hatte über den Vorfall aus Romneys Highschool-Zeit 1965 berichtet. Er soll gemeinsam mit Freunden einen damals noch nicht als schwul geouteten Mitschüler schikaniert und misshandelt haben. Mehrere frühere Klassenfreunde des Republikaners erinnerten sich gegenüber der Zeitung daran, dass Romney der Anführer des Angriffs auf ihren Mitschüler John Lauber gewesen sei. Die Gruppe hätte ihn zunächst zu Boden gestoßen und ihn dort festgehalten. "Als Lauber mit den Tränen rang und um Hilfe schrie, schnitt Romney ihm mit einer Schere mehrere Bündel Haare ab", heißt es in dem Bericht .

Lauber habe damals lange und teils blondierte Haare getragen, was Romney und seine Freunde offensichtlich nicht tolerieren konnten. Lauber outete sich erst nach seiner Schulzeit als homosexuell, er starb 2004 an Krebs.

In der Radiosendung sagte Romney, er könne sich nicht an den Vorfall erinnern. Er habe damals auch nicht gedacht, dass dieser Mitschüler schwul sein könnte.

Homosexualität im Wahlkampf

Das Thema Homosexualität spielt derzeit eine große Rolle im US-Wahlkampf . Präsident Barack Obama hatte sich am Mittwoch für die gleichgeschlechtliche Ehe eingesetzt . Dagegen lehnt Romney die Gleichstellung homosexueller Paare mit der klassischen Ehe strikt ab.

Obama hatte allerdings erst nach längerem Zögern so deutliche Position für die Homosexuellen-Ehe bezogen, nachdem der Druck auf ihn gewachsen war, seine Position klarzustellen. Unter anderem sein Vize-Präsident Joe Biden hatte zuvor in einem Fernsehinterview gesagt, dass er keine Probleme mit der Ehe von Homosexuellen habe. Biden entschuldigte sich nun bei Obama dafür, vor der US-Regierung Stellung bezogen zu haben, berichtete die Washington Post . Obama habe dabei Verständnis für Bidens persönliche Auffassung geäußert.