AfghanistanAttentäter tötet vier Nato-Soldaten

Ein Taliban-Kämpfer hat in Kabul eine Gruppe französischer Isaf-Soldaten angegriffen. Vier Männer starben, fünf wurden verletzt.

Französische ISAF-Soldaten in Afghanistan

Französische ISAF-Soldaten in Afghanistan

In Afghanistan hat ein Selbstmordattentäter in Frauenkleidern vier französische Soldaten der Isaf-Mission getötet. Bei dem Anschlag in der Provinz Kapisa im Osten des Landes wurden weitere fünf französische Soldaten verletzt, wie das Präsidialamt in Paris mitteilte.

Drei der Verletzten befinden sich in einem kritischen Zustand. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Ein Sprecher der Aufständischen erklärte, die Taliban hätten zwölf Franzosen und vier afghanische Polizisten getötet. Eine Bestätigung für diese Zahlen gab es allerdings nicht.

Anzeige

Der Anschlag ereignete sich in der Bergprovinz Kapisa, wo die Nato vor allem Franzosen unter ihrem Kommando hat. Ein Sprecher der Provinzregierung sagte, die Soldaten seien auf einem kleinen Basar auf Patrouille gewesen, als der mit einem Ganzkörperschleier bekleidete Selbstmordattentäter sich in ihrer Nähe in die Luft gesprengt habe. Die Soldaten hätten unweit einer Brücke nach einer versteckten Bombe gesucht.

Frankreichs Präsident François Hollande sprach den Angehörigen der Gefallenen sein Beileid aus und sagte zu, den geplanten Abzug der französischen Kampftruppen aus Afghanistan bereits im Juli zu beginnen. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian wollte umgehend nach Afghanistan aufbrechen, um die eigenen Truppen moralisch zu unterstützen.

Seit der von US-Truppen geführten Afghanistan-Invasion im Jahr 2001 waren vor dem jüngsten Anschlag bereits 83 Franzosen in Afghanistan getötet worden. Die Todesfälle haben in Frankreich Forderungen nach einem vorzeitigen Abzug laut werden lassen. Die Regierung in Paris will nun den Großteil der rund 3400 Soldaten bis Ende 2012 vom Hindukusch zurückholen – zwei Jahre früher als ursprünglich mit der Nato vereinbart.

 
Leserkommentare
    • ɀuɀ
    • 09.06.2012 um 18:43 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk

  1. ... bisher immer, dass die Islamisten so viel Wert auf Ehre etc. legen. Und jetzt sprengt sich einer von denen in Frauenkleidern bzw. "Ganzkörperschleier" in die Luft? Super gemacht; jetzt nimmt man sie bestimmt ernst...
    Wenigstens ziehen die Franzosen bald ab! (So, wie es eigentlich jeder europäische Staat tun sollte, denn das ist nicht unser Krieg, da unten!)

  2. Das ist wohl die Burka (erstaunlich welche Verschleierungsarten uns schon geläufig sind) und dieses Kleidungsstück sollte nebst anderen Vermummungen darum verboten werden.

    • TRK
    • 10.06.2012 um 0:01 Uhr

    eine besatzungsmacht muss sich nicht wundern, wenn sich die bürger wehren. gewalt erzeugt gegen-gewalt. die internationalen truppen sollten sofort alle nach hause gehen. von den soldaten dort, kann sicher keiner schluessig erklären was er dort macht. nach hause gehen, und dann braucht es auch keine schreckensmeldungen mehr. gute idee?

  3. ... aber einfach überstürzt abziehen geht auch nicht. Das wäre ein Verrat an all jenen, die sich für einen afghanischen Staat engagiert haben (unabhängig ob in Polizei, Armee oder Politik).

  4. Leider geschieht praktisch ein solches Attentat nach dem anderen und verursacht bei den stationierten Soldaten ein Trauma nach dem anderen. Umso unverständlicher, dass sich ein deutscher Bundesminister erdreistet, derweil Teppichhandel zu betreiben. Eine Ungeheuerlichkeit mehr wie sie in der aktuellen Afghanistan Literatur - ob Sachbuch, Reportagen oder Romane - zur Kenntnis zu nehmen ist.

  5. ... in Frauenkleider/ heißt: Burka.
    Da lob ich mir Minirock - aber dann wäre er nicht Kämpfer, sondern Schlampe, und dann auch nicht mehr Vorbildfigur.

    Eine Leserempfehlung
  6. Ich stelle mir das ziemlich schwierig vor, wenn so ein Bombengürtel unter einem Kleidersack explodiert und dabei noch Umstehende umbringt, aus der Gemengelage unter dem Kleidersack rauszufinden, ob ein Männlein oder Weiblein druntersteckte. Unabhängig davon, Hirn wird man mit Sicherheit nicht gefunden haben, weder männliches noch weibliches.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Slebst bei Flugzeugabstürzen ist der Zerstörungsweg ziemlich gut zu verfolgen, auch wenn die Trümmer da über Quadratkilometer zerstreut sind.
    Die Täterreste sind an den Sprengsstoffresten gut vom Rest der Opfer zu unterscheiden - und die Bombeninnereien suchen ihren Weg vom Täter weg.
    Nee, sorry- so leicht ist die Meldung nicht in das Reich der Zuweisungen und Vertuschungen abzulenken, da müssen Sie schon andere Wege suchen.

    den Opfern Hirnmasse abzusprechen. Vom Täter weigere ich mich zu sprechen - da möge der Scheitan berichten, der wird ihn als Erster empfangen. Ganz sicher keine süßen Jungfrauen oder Weintrauben.

    Slebst bei Flugzeugabstürzen ist der Zerstörungsweg ziemlich gut zu verfolgen, auch wenn die Trümmer da über Quadratkilometer zerstreut sind.
    Die Täterreste sind an den Sprengsstoffresten gut vom Rest der Opfer zu unterscheiden - und die Bombeninnereien suchen ihren Weg vom Täter weg.
    Nee, sorry- so leicht ist die Meldung nicht in das Reich der Zuweisungen und Vertuschungen abzulenken, da müssen Sie schon andere Wege suchen.

    den Opfern Hirnmasse abzusprechen. Vom Täter weigere ich mich zu sprechen - da möge der Scheitan berichten, der wird ihn als Erster empfangen. Ganz sicher keine süßen Jungfrauen oder Weintrauben.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service