Uno-FriedensmissionSieben Blauhelmsoldaten sterben in der Elfenbeinküste

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den "hinterhältigen Angriff" auf Soldaten der Friedensmission ONUCI verurteilt, bei dem sieben Soldaten aus dem Niger getötet wurden. von afp und dpa

Ban Ki Moon (links), Martin Nesirky

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (links) und sein Sprecher Martin Nesirky  |  ©Reuters/Evan Schneider

Sieben Blauhelmsoldaten sind am Freitag in der Elfenbeinküste in einen Hinterhalt geraten und getötet worden. Das Gefecht ereignete sich im Westen des Landes südlich der Stadt Tai nahe der Grenze zu Liberia , sagte ein Sprecher der UN-Mission in der Elfenbeinküste (ONUCI) . Auch zwei einheimische Soldaten und zwei Zivilisten sollen dabei gestorben sein.

Das ivorische Verteidigungsministerium teilte mit, die Angreifer, eine Gruppe von etwa 50 Männern, seien aus Liberia gekommen. Die sieben getöteten Soldaten stammten aus dem Niger . Es sei der erste derartige Angriff auf Blauhelmsoldaten in dem Land gewesen, sagte der ONUCI-Sprecher. Er nannte den Vorfall eine "schwere Verletzung internationalen Rechts".

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Aus UN-Kreisen verlautete, die Blauhelme seien im Gebiet von Tai auf Patrouille gewesen, nachdem es Gerüchte über bevorstehende Anschläge in der Region gegeben habe. Menschen aus den Dörfern hätten in Panik die Flucht ergriffen, berichteten örtliche Anwohner und Behördenvertreter.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Gewalt: "Es war ein hinterhältiger Angriff. Diese tapferen Soldaten starben für den Frieden." Ban forderte die ivorische Regierung zu einer Untersuchung auf. Andere Soldaten seien weiter in Gefahr, ebenfalls Opfer der Attentäter zu werden. "Trotzdem harren 40 von ihnen in ihren Stellungen in einem abgelegen Dorf aus, um dessen Bewohner zu schützen", sagte Ban. Sein Sondergesandter in der Elfenbeinküste, Bert Koenders, kündigte an, den Vorfall untersuchen zu lassen.

Robustes UN-Mandat brachte Outtara an die Macht

Die Region im Westen der Elfenbeinküste zählt zu den instabilsten des Landes und wurde seit dem Ende des gewaltsamen Machtkampfs an der Staatsspitze von Dezember 2010 bis April 2011 bereits mehrfach von Anschlägen getroffen. Dabei wurden laut Menschenrechtsaktivisten mindestens 40 Menschen getötet.

In der Elfenbeinküste hatte sich nach der Wahl im Herbst 2010 der abgewählte Präsident Laurent Gbagbo geweigert, das Amt für den Wahlsieger Alassane Ouattara freizumachen. Mit einem "robusten Mandat" hatten UN-Soldaten – vor allem aus der früheren Kolonialmacht Frankreich – interveniert und letztlich geholfen, den gewählten Präsidenten Alassane Ouattara an die Macht zu bringen.

Gbagbo wartet auf seinen Prozess vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag . Noch immer hat er außerhalb großer Städte aber viele Anhänger. Zudem ist das Land voller Waffen: Allein in der größten Stadt Abidjan sollen laut UN bis zu 10.000 illegale Waffen im Umlauf sein.
 

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Leserkommentare
  1. Seit die ONUCI (Blauhelme) mittels manipulierten Wahlen die Rebellen um SORO und OUATTARA an die Macht geputscht haben funktioniert der Staat nicht mehr. Z.B. wurden in den letzten Monaten keine Gehälter an die Beamten ausgezahlt.
    Die Gefolgsleute Gbagbos, auch einige Volksstämme (z.B. Guere und Bete) mussten nach Massakern durch die Rebellen ins Ausland fliehen und werden auch dort noch verfolgt.
    PS: es ist gar nicht sicher das Ouattara die Wahlen wirklich gewonnen hat, sicher ist nur das er der "Wunschkanditat" Frankreichs bzw. Sarkozys ist.

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    • va
    • 09. Juni 2012 21:27 Uhr

    Es ist nicht sicher, ob wir Europäer die Situation richtig einschätzen. Mit Ouattara ist ein Wunschkandidat des Westens an die Regierung gekommen. Es ist zudem nicht sicher ob eine (Schein-)Demokratie nach westlichem Muster das richtige für das Land ist.

    • va
    • 09. Juni 2012 21:27 Uhr

    Es ist nicht sicher, ob wir Europäer die Situation richtig einschätzen. Mit Ouattara ist ein Wunschkandidat des Westens an die Regierung gekommen. Es ist zudem nicht sicher ob eine (Schein-)Demokratie nach westlichem Muster das richtige für das Land ist.

  2. ..., wenn es die Ivorer selbst nicht können.
    Das Land strotzt nur so von Waffen und die vermeindliche Unabhängigkeit ist auch keine. Die Interessenlage Frankreichs steht doch mehr im Vordergrund als die der Ivorer.
    UN-Truppen nutzen da wenig.
    Für wen opfern sich UN Soldaten oder besser gefragt, für was?
    Mit Frieden hat das alles nichts zu tun.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte Alassane Ouattara | Laurent Gbagbo | Verteidigungsministerium | Anschlag | Dorf | Elfenbeinküste
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