RegierungsbildungEx-Banker wird neuer Finanzminister in Griechenland

Der Ökonom Ioannis Stournaras übernimmt das griechische Finanzressort – anstelle des designierten Ministers Rapanos. Er verhandelte den Euro-Beitritt seines Landes mit. von afp, dpa und reuters

Ioannis Stournaras

Ioannis Stournaras  |  © Yorgos Karahalis/Reuters

Griechenland hat einen neuen Finanzminister: Der Wirtschaftsprofessor der Universität Athen, Ioannis Stournaras , wurde von der griechischen Koalitionsregierung zum Nachfolger von Vasilios Rapanos ernannt, wie das Büro von Regierungschef Antonis Samaras mitteilte.

Der 55-Jährige war einst Berater des ehemaligen Premierministers Konstantinos Simitis von der sozialdemokratischen Partei Pasok. Weil Simitis dem rechten Flügel der Pasok angehört, ist der sozial-liberale Ökonom Stournaras für die Partei des Premierministers akzeptabel, der Nea Dimokratia.

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Stournaras arbeitete bei der griechischen Zentralbank (Bank of Greece) und war Vorstand der griechischen Handelsbank (Commercial Bank). Zudem verhandelte er den Beitritt Griechenlands zur Euro-Zone mit. Er ist weiterhin Chef des griechischen Instituts für Ökonomie- und Industrieforschung (IOWE).

Wegen Erkrankung nicht vereidigt

Stournaras wurde zum Finanzminister ernannt, nachdem der designierte griechische Finanzminister Rapanos am Montag aus gesundheitlichen Gründen auf sein Amt verzichtete. Der bisherige Chef der griechischen Notenbank wird wegen eines Leidens behandelt, das ein Regierungssprecher als "chronisch" beschrieb.

Samaras hatte Rapanos nach dem ND-Sieg bei der erneuten Neuwahl des Parlaments als Finanzminister vorgestellt. Rapanos wurde wegen seiner Erkrankung aber nicht vereidigt.

Vizeminister für Handelsschifffahrt tritt zurück

Unterdessen lässt eine neue Affäre die griechische Regierung nicht zur Ruhe kommen. Der Vizeminister für Handelsschifffahrt, Giorgos Vernikos, trat zurück, nachdem bekannt wurde, dass er ein Offshore-Unternehmen mit Sitz auf den Marshallinseln im Pazifik besitzt. Nach griechischem Recht dürfen solche Unternehmer keine Regierungsposten übernehmen. Offshore-Unternehmen siedeln sich in Staaten an, in denen sie kaum Steuern zahlen müssen.

Vernikos ist einer der bekanntesten griechischen Unternehmer im Yacht-Tourismus. Er war erst am vergangenen Donnerstag vereidigt worden. Auf Vernikos' Engagement im Ausland hatte das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) aufmerksam gemacht.
 

Korrekturhinweis: In einer ersten Fassung dieser Meldung hieß es, Stournaras stehe der konservativen Nea Dimokratia nahe. Wir haben das im zweiten Absatz später präzisiert. Die ZEIT ONLINE-Nachrichtenredaktion

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Leserkommentare
  1. noch mehr Geld auf die Seite der Reichen zu bringen wie das viele Banken in den letzten 30 Jahren gemacht haben...und wo stehen wir damit jetzt? Der Egoismus in Europa ist zu stark um
    glaubwürdige Lösungen für ALLE zu realisieren.

  2. 26. Na ja

    Bei dem Finanzminister dürfen wir uns über die sofortige Gesundung der griechischen Finanzen sicher nicht wundern.
    Übung hat er ja.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
  • Schlagworte Ioannis Stournaras | Finanzminister | Griechenland | Antonis Samaras | Euro-Zone | Notenbank
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