Frankreichs Präsident François Hollande ©REUTERS/Max Rossi

Bei der Parlamentswahl in Frankreich haben die Sozialisten die absolute Mehrheit erreicht. Laut amtlichem Endergebnis kamen die Partei und ihre engsten Verbündeten auf 314 Sitze. Die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung liegt bei 289 Sitzen.

Die bisher im Parlament dominierende konservative UMP des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy muss in die Opposition. Zusammen mit ihren Verbündeten wird die Partei 229 Parlamentarier stellen, etwa 100 weniger als bisher.

Die rechtsextreme Front National wird mit zwei Abgeordneten im Parlament vertreten sein. Ein Mandat davon errang Marion Maréchal-Le Pen, Enkelin von Parteigründer Jean-Marie Le Pen.

155 Mandate wurden von Frauen errungen, so dass ihr Anteil nun mit 26,8 Prozent einen historischen Höchststand erreicht hat.

Holland kann Politik durchsetzen

Die Grünen, die bereits zusammen mit den Sozialisten regieren, erhalten 17 Sitze und haben damit den Fraktionsstatus erreicht. Die Linksfront kam auf zehn Sitze.


Der neue sozialistische Präsident François Hollande kann damit weitgehend ungehindert seine Reformen umsetzen. Bereits im ersten Wahlgang der Parlamentswahl vor einer Woche lagen die Sozialisten in Führung.

Nach den beiden Runden der Präsidentenwahl Ende April/Anfang Mai war es bereits das vierte Mal, dass die Bürger der zweitgrößten EU-Volkswirtschaft zur Abstimmung gerufen wurden. Entsprechend verhalten fiel die Beteiligung an der zweiten Wahlrunde zur Nationalversammlung aus: Sie lag nur bei 56 Prozent und damit etwa 24 Prozentpunkte unter dem Wert bei der Präsidentenwahl am 6. Mai.