Parlamentswahl in FrankreichUmfrage sagt Linken absolute Mehrheit voraus

Frankreichs Präsident Hollande könnte auch im Parlament eine linke Mehrheit hinter sich bringen. Eine Umfrage prognostiziert den Parteien den Sieg im ersten Wahlgang. von afp

Frankreichs Präsident François Hollande schüttelt die Hand einer Arbeitnehmerin in Bondoufle, nahe Paris.

Frankreichs Präsident François Hollande schüttelt die Hand einer Arbeitnehmerin in Bondoufle, nahe Paris.  |  © Bertrand Langlois/Reuters

Wenige Tage vor der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich zeigt eine Umfrage eine absolute Mehrheit für die linken Parteien. Die Sozialisten (PS) von Präsident François Hollande dürften laut den Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Ipsos-Logica zusammen mit einzelnen verbündeten Linkskandidaten, die keiner Partei angehören, auf 249 bis 291 Sitze kommen. Für die Grünen , die mit den Sozialisten in der Regierung sind, prognostiziert die Umfrage 17 bis 23 Parlamentsmandate.

Zwei mit der PS verbündete kleinere Parteien erhalten zusammen mindestens 14 Sitze. Die Linksfront, die Hollande bei der Präsidentschaftswahl Anfang Mai gegen den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy unterstützt hatte, dürfte auf mindestens 21 Abgeordnete kommen. Damit hätten alle Linksparteien zusammen mindestens 303 Sitze. Die absolute Mehrheit liegt bei 298 Mandaten.

Anzeige

Front National könnte ins Parlament einziehen

Das rechte Parteienlager, das von der konservativen UMP angeführt wird, liegt der Umfrage zufolge bei mindestens 220 Sitzen. Die rechtsextreme Front National (FN) sieht Ipsos bei höchstens drei Sitzen. Das wäre für die FN, die jahrelang überhaupt keinen Abgeordneten stellte, dennoch ein Erfolg.

Nach dem französischen Wahlrecht ist im ersten Wahlgang am Sonntag für den Einzug ins Parlament die absolute Mehrheit nötig. Schafft dies keiner der Kandidaten, dann ziehen all die Bewerber in den zweiten Wahlgang ein, die in der ersten Runde mehr als 12,5 Prozent der Stimmen erhielten. Gewählt ist in der zweiten Runde dann der Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann. Die zweite Runde findet am 17. Juni statt.

Die Präsidentschaftswahl am 6. Mai hatte Hollande für sich entschieden . Um die von ihm versprochenen Reformen umsetzen zu können, müssen die Sozialisten aber auch in der Nationalversammlung Teil einer linken Mehrheit sein.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ... hoffentlich gibt es endlich mal einen anderen Ansatz als nur immer mehr neoliberalen Giftcocktail - dieser hat uns ja in die Finanzkrise gestürzt!

    Nachdem die Staaten Banken, Banken, Banken seit Jahren immer wieder retten, gibt es logischerweise eine Staatsschuldenkrise.

    In einem beispiellosen PR-Coup hat man es so mindestens teilweise geschafft, die Krise gleich den Staaten in die ASchuhe zu schieben.

    Jetzt will man überall mit Austerität zu Lasten der Bürger die Schuldzinsen zahlen und so die Staatshaushalte sanieren.

    Die Schuldzinsen fliessen aber dummerweise größtenteils in den Finanzmarkt ...

    Der Bürger hat davon wenig - aber die Krisenprofiteure sichern sich jetzt dauerhaft die Produktionsgewinne der Staatengemeinschaft.

    Schön, dass die Franzose dagegen halten - auch Ministergehälter um 30% zu kürzen sowie Chefgehälter in staatlichen Betrieben auf das 20fache der Beschäftigtenverdienste zu deckeln ist ein richtiges Signal!

    Noch vor 30 Jahren waren solche Gehälter üblich und heute soll man nur für das 100 fache gute Leute finden?

    Ich denke, das Gegenteil ist richtig - wer nur durch soviel Geld zum Job bewegt werden kann, ist absolut der/die Falsche dafür!

    Es ging schon einmal eine weltverändernde Revolution von Frankreich aus - ich hoffe, dass die Völker Europas wieder auf Frankreich schauen.

    Ah! ça ira ...

    6 Leserempfehlungen
  2. ...danke frankreich!!! danke deinen bürgern, an denen sich der deutsche untertanemichel ein beispiel nehmen kannn.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • xy1
    • 07. Juni 2012 13:24 Uhr

    Warum wollen Sie nicht 3...4 Jahre warten, um zu sehen wie das ausgeht?

    • xy1
    • 07. Juni 2012 13:24 Uhr

    Warum wollen Sie nicht 3...4 Jahre warten, um zu sehen wie das ausgeht?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Grüne | Die Linke | Nicolas Sarkozy | Front National | Parlament | Parlamentswahl
Service