Ein grausamer Bürgerkrieg wäre die Folge
Das Assad-Regime wird bisher noch von einflussreichen Staaten gestützt, vom Iran, von Russland und auch der Volksrepublik China. Ein militärisches Eingreifen des Westens, in welcher Form auch immer, wäre ohnehin mit wesentlich größeren Verlusten verbunden als in Libyen. Davon einmal abgesehen, sind die innenpolitischen Spannungen Libyens nach dem Sturz Gaddafis noch in keiner Weise gelöst.
Auch würde ein Sturz des Assad-Regimes weder zwingend demokratische noch friedliche Verhältnisse schaffen, sondern könnte sunnitisch-wahhabitische Extremisten, finanziert und unterstützt von Saudi-Arabien und den konservativen Golf-Monarchien, an die Macht bringen. Dies wiederum wäre geeignet, die fragile ethnische und religiöse Balance Syriens aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Die Beziehungen des Westens zu China und Russland würden sich dadurch weiter verschlechtern. Unter der Führung der USA hat sich der Westen einseitig gegenüber dem Regime in Teheran und seinen Verbündeten positioniert. Die saudische Okkupation Bahrains und die Niederwerfung des dortigen Aufstandes gegen das Königshaus werden höchstens als Randnotiz vermerkt. Von Sanktionen redet in diesem Zusammenhang niemand im Westen. Ganz im Gegenteil: Saudi-Arabien wird mit modernsten Waffen aus westlichen Produktionsstätten überschwemmt, auch aus Deutschland kommen Panzer.
Diplomatie und Druck bleiben die einzigen Mittel
Washington betrachtet Saudi-Arabien als seinen engsten Verbündeten in der Region. Michael Scott Doran, Nahost-Experte der Princeton University, sagt dazu: "Die Situation ist kritisch, weil die USA über geringe Mittel verfügen, der antischiitischen und antiamerikanischen Strömung entgegenzuwirken. Der Wahhabismus ist die Grundlage eines gesamten politischen Systems." Jeder, der vom Status quo profitiere, schare sich um dieses System, falls es von außen angetastet werde. Für Doran haben die USA deshalb keine andere Wahl, als die fälligen demokratischen Reformen im Irak und in Saudi-Arabien energisch voranzutreiben. Doch jeder Versuch, eine liberale politische Ordnung zu schaffen, würde zusätzlichen Disput auslösen. Die antiamerikanische Stimmung würde angeheizt. "Bei seinem Bemühen, die Demokratie im Mittleren Osten zu fördern, wird Washington wieder einmal feststellen müssen, dass seine engsten arabischen Verbündeten gleichzeitig seine erbittertsten Feinde sind", sagt Doran.
Israel sieht die Hisbollah im Südlibanon als größte strategische Gefahr, besonders seit dem Krieg von 2006, aus dem diese schiitische, mit Syrien und dem Iran verbündete Organisation als Sieger hervorging. In diesem Zusammenhang sind die Worte Mofas besser zu verstehen. Wie man in Israel aber auf ein radikal sunnitisches, gar salafistisches Regime in Damaskus reagieren würde, direkt vor der eigenen Haustür, bleibt dabei unbeantwortet. Immerhin hat das Baath-Regime in den vergangenen Jahrzehnten, trotz aller propagierten Feindschaft gegen Tel Aviv, für Ruhe an der Grenze gesorgt.
Im Falle einer westlichen Intervention wäre ein grausamer Bürgerkrieg vor diesem Hintergrund schnell nicht mehr nur auf Syrien begrenzt. Die gesamte Region könnte sich auf einen chaotischen Zustand zubewegen, mit ungeahnten Folgen. Es bleibt also keine andere Möglichkeit, als diplomatischen Druck auszuüben, humanitäre Hilfe zu leisten, Schutz für Flüchtlinge zu ermöglichen und die Waffenlieferungen nach Syrien zu unterbinden.







das kleinste Übel-sonst haben wir bald Lybien live, das brauchen wir noch weniger, oder ägiptische Anklagen gegen das Goethe Institut oder Ausganssperre für Touristen aktuell in Tunesien-nein kein Salafistengott schaffen, den brauchen wir nicht in Syrien und erst recht nicht hier.
Zum ersten Mal, dass ich hier in der ZEIT mal einen Artikel zu diesem thema lesen darf, hinter welchem ich ganz und gar stehen kann.
DANKE, ZEIT
vielleicht noch zur Klarheit zum Ergänzen:
sie schrieben:
"Es bleibt also keine andere Möglichkeit, als diplomatischen Druck auszuüben, humanitäre Hilfe zu leisten, Schutz für Flüchtlinge zu ermöglichen und die Waffenlieferungen nach Syrien zu unterbinden."
Ich hoffe der Druck ist auf Beide Seiten des Konfliktes gemeint, genauso wie das Verbot der Waffenlieferungen!
nur die vordergründigen Ereignisse neu aufgekocht wurden und Assad als irrer Schlächter stilisiert wurde, endlich mal endlich ein Beitrag, der den Vorhang ein wenig beiseite zieht und die traurige Wahrheit entblößt: Syrien ist Mittel zum Zweck, ein Spielball zwischen entgegengesetzten Machtinteressen im nahen Osten.
Das macht aus Assad keinen guten Menschen. Das zeigt aber, dass in den anderen Regierungen dieser Welt perfide Menschen sitzen, für die das syrische Volk nicht viel mehr bedeutet als der Bauer auf dem Schachbrett.
nur die vordergründigen Ereignisse neu aufgekocht wurden und Assad als irrer Schlächter stilisiert wurde, endlich mal endlich ein Beitrag, der den Vorhang ein wenig beiseite zieht und die traurige Wahrheit entblößt: Syrien ist Mittel zum Zweck, ein Spielball zwischen entgegengesetzten Machtinteressen im nahen Osten.
Das macht aus Assad keinen guten Menschen. Das zeigt aber, dass in den anderen Regierungen dieser Welt perfide Menschen sitzen, für die das syrische Volk nicht viel mehr bedeutet als der Bauer auf dem Schachbrett.
sachlich und klar.
... Vorschlag zum weiteren Vorgehen. Wenn der Autor hier einen Diktator will, der seine macht mit Massenmord erhält soll er es sagen. Er soll auch zugeben, dass diese Präzedenz andere Diktatoren und Warlords ermuntern, wie es weitere Verbrecher ermutigt, wenn man sieht, dass ein Don unbeschadet davon kommt.
Wenn er das nicht will, braucht es einen besseren Vorschlag als "weiter so".
... Vorschlag zum weiteren Vorgehen. Wenn der Autor hier einen Diktator will, der seine macht mit Massenmord erhält soll er es sagen. Er soll auch zugeben, dass diese Präzedenz andere Diktatoren und Warlords ermuntern, wie es weitere Verbrecher ermutigt, wenn man sieht, dass ein Don unbeschadet davon kommt.
Wenn er das nicht will, braucht es einen besseren Vorschlag als "weiter so".
Von Schaul Mofas, immerhin einem ehemaligen hochrangigen Militär hätte ich mehr Realitätssinn erwartet. Aber die Kommandeure der Zahal scheinen seit 2006 ohnehin nicht immer die Situation realistische einzuschätzen und glauben an die Überlegenheit von "high-tech".Syrien ist ein Pulverfass, politisch, religiös und ethnisch. Das explosive Gemisch besteht aus verschiedensten Religionen, Muslime sunnitscher, alawitischer und schiitischer Ausprägung, nur um die Wichtigsten zu nennen. Hinzu kommen Christen, mindestens 10-15% der Gesamtbevölkerung, unterschiedlichster Konfession, vor allem Orthodoxe Christen, aber auch Maroniten, Monophyisitische Sekten, Verehrer von Johannes dem Täufer, dann noch die Yesiden und Drusen. Hinzu kommen die ethnischen Gruppen, die auch nicht immer 1:1 die religiöse Spaltung wiedergeben, als da wären Araber, Assyrer,Türken, Kurden; politisch gibt es Islamisten von ganz radikal bis relativ gemäßigt, Sozialisten, Kommunisten, Panarabisten, Separatisten...kurzum, hier marschiert man nicht einfach ein macht mal "Frieden" wie in der Westbank. Das Land ist mit seinen 22 Millionen Einwohnern zu groß, das Terrain, mit Wüsten und Bergen zu schwierig. Man bräuchte etwa eine Millionen Mann unter Waffen um hier "Peacekeeping" zu betreiben, und so eine Streitmacht kann im Moment keiner Aufbringen, ganz zu schweigen, wer die finanziellen Mittel dafür hat. Deratige Vorschläge gehören ins Reich der Phantasie.
Jetzt bin ich sprachlos Herr Schack. Sie haben gerade die Ehre der ZEIT gerettet mit diesem ersten guten und ehrlichen Artikel seit langer langer Zeit zu dem Thema.
Was noch fehlt: Die damals ins Ausland geflohenen Moslembrüder sind heute wieder mit von der Partie. Sie leiten z.B. den Syrischen Nationalrat vom Ausland aus (hauptsächlich England). Genau die gleichen Gestalten von damals, die geflohen sind, weil sie in Syrien für ihre terroristischen Anschläge hingerichtet oder lebenslang inhaftiert worden wären.
Die Moslembrüder sind der paramilitärische Arm der Saudis. Dieser Hintergrund muss dringend aufgearbeitet werden!
Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit Quellen. Danke, die Redaktion/mk
hinweisen:
CIA koordiniert Waffenlieferungen nach Syrien
21.06.2012 · Eine Gruppe CIA-Agenten ist offenbar im Süden der Türkei aktiv. Medienberichten zufolge koordiniert sie von dort aus, welche syrische Widerstandsgruppe welche Waffen erhält.
Von MATTHIAS RÜB, WASHINGTON
http://www.faz.net/aktuel...
hinweisen:
CIA koordiniert Waffenlieferungen nach Syrien
21.06.2012 · Eine Gruppe CIA-Agenten ist offenbar im Süden der Türkei aktiv. Medienberichten zufolge koordiniert sie von dort aus, welche syrische Widerstandsgruppe welche Waffen erhält.
Von MATTHIAS RÜB, WASHINGTON
http://www.faz.net/aktuel...
.. benennt und die Interessen der einzelnen Parteien erläutert. Wohltuend im Kontrast zu manchen Berichten medienweit, die unter Ignoranz der bekannten Tatsachen oft lediglich die Emotionen bedienen wollen und ein schwarz-weißes Bild malen.
So sind die Geschehnisse in Syrien mit "Revolte" auch treffender charakterisiert als mit "Oppositionsbewegung".
So bleibt am Schluss nur die pessimistische Feststellung, dass es höchstwahrscheinlich zu einem regionalen Krieg kommen wird, der von den Saudis, Israelis und den Golf-Despotien vorangetrieben wird. Aus der Bewegung heraus könnte so gleich das Problem des nuklear bewaffneten Irans in einem Abwasch erledigt werden. Selbstverständlich wollen die genannten Akteure sich nicht selbst die Hände schmutzig machen und trommeln daher für ein Eingreifen der NATO. Dass Mofas, Peres und Netanjahu zeitlich synchron sich auf einmal für Menschenrechte in der arabischen Welt interessieren, war schon sehr auffällig. Die Türken haben vermutlich kapiert, wohin die Reise gehen soll. Schon seit langer Zeit hört man aus Ankara keine markigen Worte mehr. Denn man ist jetzt Gastgeber der FSA, die bis an die Zähne bewaffnet nun politisch von einem Kurden geführt wird. Und langsam dürfte es den Türken dämmern, von wem ihr Gast die Befehle entgegennimmt. Von Erdogan bestimmt nicht.
http://www.debka.com/arti...
"ehemalige CIA-Agent und Nahost-Experte Robert Baer wies [..] darauf hin, dass die Aufständischen militärische Unterstützung erhalten, unter anderem durch die Türkei und Saudi-Arabien"
Die Türken sind jetzt die bösen?? Ich dachte Hillary war für eine massive Bewaffnung!! Die Türkei hat die Unterstützung längst aufgegeben. Massiv werden die Rebellen durch die Saudis und die CIA und den MI6 unterstützt. Und die Verlieren diesen Kampf weil wir nicht 1945 haben und Syrien nicht Deutschland ist. Syrien ist schon russischer Stützpunkt und Iranisches Einflussgebiet. Die USA und Saudis verlieren hier ihren ersten Rebellenkrieg.
Und was ist den jetzt -nach der Zusammenfassung von dem was alle Foristen nun schon alle seit langem schreiben - Ihre persönlich Prognose, Herr Schack?
Müssen sie dazu wieder CIA-Agenten zitieren oder haben Sie auch irgendetwas neues in Petto?
Was ist Israels Option wann werden sie in diesen Krieg offiziell eintreten? Wann bricht der Aufstand in Saudi Arabien los und den andere Golf Staaten? Wie kommen Sie auf die aberwitzige Idee, dass dieser Konflikt den Iran schwächt?? Meines erachtens kann der Iran jetzt erst recht vollständig durchgreifen.
Vollversagt haben bisher der Westen die USA, die Türkei und die Saudis, die "Freunde Syriens". Was für eine Truppe. Nochmal: Königsherrescherfamile und Israel-Hasser Club Al-Saud zusammen mit Hillary Clinton und Friedensnobelpreistrger Obama zusmmen mit Al-Kaida. Hahaha
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